Re^3: Schweigen in Dialoge verwandeln
Hi Jaromil,
Liebe Leute,
vielen Dank für Eure Hinweise, Dir Ramona einen besonderen!
Danke, dennoch Romana bitte. Ich will in meinem nächsten Leben Maria Müller heißen, bitte.... :-)
Selbstverständlich habe ich verstanden, daß die Fragen solche
sind, die ich mir selbst beantworte, einige kläre ich
trotzdem, weil ich mir weitere Hilfe verspreche:
Wie kommt es zu den längeren Trennungen? Und wie ist die
Beziehung, wenn Ihr nicht "länger" getrennt seid?
Trennung durch Job oder Freizeitgestaltung (1-2 tage)
Wie stehst Du bzw. sie zu der Trennung? Ich kann ein bis zwei Tage einander nicht sehen für mich nicht als Trennung empfinden, denn in der Regel sind Paare Eures Alters berufstätig und ich finde es sogar gut und wichtig, wenn jeder unabhängig von gemeinsamen Interessen, einem gemeinsamen Bekannten- und Freundeskreis auch sich eigene Bekannte, Freunde und Interesen bewahrt. Doch, es geht ja darum, wie Du bzw. sie diese "Trennung" empfindet?
Woher weißt Du, daß sie es auch unangenehm findet? Habt Ihr
darüber gesprochen? Habt Ihr Eure Schweigemauer überhaupt
schonmal thematisiert?
Wir sagen uns, daß wir die Atmosphäre bedrückend empfinden, ja
wir haben es thematisiert, auch bei einem Paarthearpeuten.
Das ist doch schon mal ein Anfang, oft ist das das Schwerste, einfach nur anfangen...
Leider ohne große Veränderung
Was kannst Du Dir vorstellen bzw. Deine Freundin, weshalb es keine große Veränderung gegeben hat? Hat es eine Veränderung gegeben? Falls ja, in welchem Zeitraum? Ent-wicklung bedarf ihrer Zeit.
Anbei noch eine Bemerkungen zu Therapeuten: ich fände es mal wichtig, einen Fragebogen bereitzustellen, anhand dessen die Suchenden leichter herausfinden können, ob der bzw. die Therapeutin ihnen gemäß ist. Ein guter Therapeut, es gibt sicherlich auch weniger Qualifizierte, ist für mich in gewisser Weise einfach teils genauso schwer zu finden wie gute Bekanntschaft oder gar Freundschaft. Das klappt nicht unbedingt immer auf's erste Mal. Die Chemie muß einfach auch stimmen.
Wieso behauptest Du, es ginge Dir gut, wenn Du Dich teils
wenigstens auch unangenehm fühlst? Was würde es Dir ermögliche
den Anteil Deiner unangenehmen Gefühle Deiner Partnerin
gegenüber auszudrücken?
Wenn es „erlösend“ wäre, wir haben es schon getan, manchmal
geht’s dann besser
Schön, daß es Erfolgserlebnisse gibt. Naja, ich kann ja hier nur fragen... Was ist, wenn es nicht besser geht? Was denkst Du bzw. sie, wieso es manchmal besser geht und manchmal nicht? Wie geht Ihr damit um, wenn es nicht besser geht? Wie schon gesagt, Ent-Wicklung bedarf ihrer Zeit und es ist ganz üblich, daß es mal Schritte vorwärts gibt, dann auch wieder Rückschritte, dann stagniert's auch mal wieder. Was jedoch nur zählt, daß es letztendlich Schritt für Schritt vorwärts geht. :-)
Jeder scheint darauf zu warten, daß der Andere anfängt. Was
hindert Dich daran den Anfang zu tun, den Ihr beide scheinbar
gerne tun möchtet?
Weil ich für diesen Anfang Anerkennung wünsche, meine
Partnerin hält mir aber eher den Spiegel hin um mir zu zeigen,
wie wenig authentisch und glaubhaft sie diese Versuche
empfindet
Tja, das hatte ich Dich schon mal gefragt... erkennst Du Deinen Anfang selbst an??? Wertschätzt Du Dich, einen Anfang zu unternehmen?
Es ist verständlich, daß Du Dir Anerkennung wünscht, die wünschen wir uns alle, doch es ist nicht okay, sie einzufordern. Damit machst Du Dich abhängig. Abhängigkeit läßt uns nicht mehr frei entscheiden und bedeuten somit auch etwas weniger Lebensfreude, Lebensqualität. Überdies meine ich, daß wer sich abhängig macht, sich auch darüber gleichzeitig ärgert, abhängig zu sein, und doch nun auch nichts wie gewünscht ausrichten zu können. Mögliche Konsequenz, Du läßt Deine Partnerin Deinen entstehenden Frust an Deiner Partnerin (unbewußt) aus. Actio = Reactio und die Handlungsmöglichkeiten schränken sich damit immer mehr ein, immer weniger Leben.
Blödes Beispiel: stell' Dir vor, zu Hause sind viele leckere Zutaten für ein Essen und Du kochst. Erwartest Du auch, daß sie es würdigt? Und was tust Du, wenn sie es nicht tut? Essen verweigern? Wem würde es helfen? Würdige Deinen ersten Schritt zu machen selbst. Das ist das Wichtigste, das gehört zur Authentizität. Möglicherweise zieht sie dann nach, und erkennt Dich auch an, weil Du zu Dir selbst stehen gelernt hast.
Was meinst Du genau damit? "...wie wenig authentisch und glaubhaft sie diese Versuche empfindet."
Frage sie doch möglichst locker, wie sie denn umarmt werden
möchte? Tu dies und frage ob das okay war und falls nicht,
dann tue es wieder und wieder, übt einfach bis es Ihr und Dir
taugt. Sowas kann ja auch spannend sein, den Anderen neu oder
auch teils erstmals richtig kennenzulernen.
Tja, es geht nicht so sehr um wie, sondern eher darum, daß
meine Partnerin mir es nicht glaubt und fühlt, daß ich es „es
aus dem Herzen kommt“
Kann es sein, daß ein Teil in Dir sie tatsächlich nur halbherzig umarmt? Was bräuchte sie, um sich ganz geherzt zu fühlen, wenn Du sie umarmst? Wenn sie Dich umarmt, fühlst Du Dich geliebt?
Ihr seid beide in einer Erwartungshaltung, Du erwartest Anerkennung und sie meint, Du umarmst sie nicht so, daß es Liebe sein kann. Wie soll das klappen können? Man muß die Menschen nehmen wie sie sind. Was hat Dich in sie verliebt gemacht? Ist das immer noch so? Ist es Liebe oder mehr Gewohnheit? Falls es noch Liebe ist, wie kann diese Liebe wieder lebendig werden?
Wenn sie sich von Dir nicht richtig umarmt fühlt, was hat das
mit Deiner Wertschätzung zu tun?
Sie weist mich ab, erwidert die Umarmung nicht, steht oder
liegt wie festgefroren, das kränkt mich!
Deine Reaktion verstehe ich hier, doch so kommt Ihr beide nicht weiter. Jeder erwartet und will den anderen nur unter bestimmten Bedingungen akzeptieren. Das hat meines Erachtens nichts mit Liebe zu tun, auch wenn es in Beziehungen weit verbreitet ist.
P.S. Die Geschichte geht (leider) weiter: Mein Freundin hat
sich verliebt, möchte es ausleben und möchte die Beziehung
zunächst bestehen lassen. Sie möchte, daß wir uns nun als
Menschen und nicht als Paar begegnen um zu schauen, ob genug
Liebe da ist. Gute Idee, einzig die Kraft fehlt mir...
Häh? Sie hat sich in einen anderen Mann verliebt, und Du bist gerade auf dem Wartegleis und darfst nun abwarten, ob ihre Liebe (sie hat ja jetzt zwei Trümpfe) zu Dir oder zu dem neuen Mann stärker ist? Was macht das in Dir? Wie lange bist Du bereit die Reservebank zu drücken?
Leider bietet ein Online-Forum bei weitem nicht die mögliche Hilfestellung eines Menschen der vorort einem gegenüber sitzt. Dennoch denke ich, Du solltest noch mal Eure Beziehung in Gänze überdenken, was Du Dir an Frau wünscht, ob Du Dir eine Beziehung mit ihr in 5, 10, 20... Jahren noch vorstellen kannst?
Gleich ob Du mit ihr das Schweigegelübde brichst oder mit einer anderen Frau, Dich selbst weiter kennenzulernen, zu erforschen, ist immer ein Gewinn. :-)
Alles Gute,
Romana