Schneckenhaus- Auszug oder Rückzug?

Hallo große Welt!

es ist schwerer als ich dachte, aber es heißt ja, mit dem anfang kommt der rest, hoffentlich.
okay, also erstmal sorry für meinen alias, aber anders bekäme ich es wohl gar nicht hin. ich lebe eigentlich schon mein ganzes leben in einem wohl sortierten schneckenhaus und nun möchte ich ausbrechen und habe keine ahnung wie? eigentlich falsch. ich weiss schon wie, aber ausserhalb ist niemand zu dem ich gehen könnte und leider habe ich es nie gerlernt freundschaften aufzubauen und zu erhalten.
eigentlich waren es immer zweckgemeinschaften und vertrauen wurde mißbraucht (ist heut auch noch so, aber mir ist es jetzt bewußt). aber ich will nicht mehr alleine rumhängen und vor langeweile sterben, nur weil die arbeitszeit zu ende, das hobby ausgeführt und der ehemann nicht da ist.
ich bin nicht dumm, meine situation kann ich bis ins kleinste analysieren, kann pläne aufstellen um da heraus zu kommen, mache mir gedanken über das warum und wie.
aber nur mit mir selber. und die praktische umsetzung scheitert glanzvoll.
der aktive gedanke, anziehen und in die z.b. kneipe zu gehen, bereitet mir regelrecht magenkrämpfe. orte an denen sich menschen treffen bereiten mir unbehagen, warum ? keine ahnung.
andererseits ist mein hobby das reiten und meine hunde, wenn hier eine veranstaltung ist, z.b. ausstellung- gehe ich hin. mache meinen job und weg.
ich gehe mit vertrauten leuten (mann, familie) eigentlich fast überall hin, obwohl das nicht heißen soll, das ich mich dabei immer wohlfühle, aber alleine kriege ich die nervenkrise. außer es ist ein mir positiv vertrauter ort (Reitstall).

okay, wer nun aus diesem ganzen gerede etwas verstanden hat, nochmal meine frage oder besser hilferuf:
wie komme ich aus meinem schneckenhaus?

wer tips, anregungen oder selbsterfahrungen
hat, melde sich bitte.
Danke
Seven

Hallo,

so wie Du empfinden ganz sicher viele Menschen. Der Schlüssel für eine Veränderung Deiner Situation liegt in Dir selbst. Das ist Dir wohl auch bewußt und das ist schon die halbe Miete.

…eigentlich falsch. ich weiss schon wie …
Kannst Du dieses „wie“ beschreiben? Du wirst Vorstellungen und Wünsche haben. Weißt Du, wie Du die mit kleinen, geduldigen Schritten
realisieren kannst?
Verbinden Dich mit Deinem Mann gemeinsame Interessen oder ist das eher ein wunder Punkt?

Eine Hilfe werde ich Dir noch nicht gewesen sein, aber vielleicht hilft es Dir weiter, wenn Du Dir selbst die vielen Fragen beantwortest.

Gruß
Wolfgang

raus aus dem Schneckenhaus

schon klar, wie du dich fühlst… kann sein, dass diese einschränkungen von aussen kommen, und du hast sie so angenommen, dass du glaubst, du bist schuld. und jetzt ist es schon schwer, etwas zu ändern, weil dieser zustand sich über längere zeit hin entwickelt hat.
versuche mal, im kleinen „auszubrechen“ und deine eigenen bedürfnisse durchzusetzen, das kann was ganz banales sein, so z.b. dir nicht aufreden zu lassen, welchen drink du bestellst oder was du anziehst oder was immer dir egal wer aufreden will.
das hilft, die strukturen zu erkennen, nach denen du dich anpasst.
das, was du dir wünschst, leben und kommunikation, kommt später von selbst.

ich hoffe, es hilft dir ein bisschen
ulrike

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schon klar, wie du dich fühlst… kann
sein, dass diese einschränkungen von
aussen kommen, und du hast sie so
angenommen, dass du glaubst, du bist
schuld. und jetzt ist es schon schwer,
etwas zu ändern, weil dieser zustand sich
über längere zeit hin entwickelt hat.
versuche mal, im kleinen „auszubrechen“
und deine eigenen bedürfnisse
durchzusetzen, das kann was ganz banales
sein, so z.b. dir nicht aufreden zu
lassen, welchen drink du bestellst oder
was du anziehst oder was immer dir egal
wer aufreden will.
das hilft, die strukturen zu erkennen,
nach denen du dich anpasst.
das, was du dir wünschst, leben und
kommunikation, kommt später von selbst.

ich hoffe, es hilft dir ein bisschen
ulrike

Hallo Ulrike,

erstmal danke für deine reaktion.

was du sagst trifft nicht ganz auf mich zu glaube ich, den ich tue was ich will. ich lasse mir nichts auf- oder einreden von dem ich nicht überzeugt bin. es ist nicht so, daß ich die krise bekomme, wenn ich z.B. modisch nicht up-to-date bin, auch ist es eigentlich so, das mein problem für bekannte nicht vorhanden ist. das soll heißen, das leute die mich kennen, nie glauben würden, daß ich von mir behaupte in einem schneckenhaus festzusitzen.
die einschränkung von aussen ist wahrscheinlich nur die tatsache, das jeder denkt, ich sei ein sorgenfreier mensch der alles locker nimmt. ein jeder lädt sein problem bei mir ab, aber wer hört mir zu?

anderseits gebe ich auch zu, probleme damit zu haben anderen so zu vertrauen, daß ich ihnen meine probleme anvertrauen würde.

aber dennoch danke für deine hilfe

seven

Hallo Wolfgang,

dieses „wie“ kann ich schon beschreiben und habe es auch teilweise schon ausprobiert.
z.B. Sportverein besuchen - geht für kurze Zeit, dann verliere ich das interesse oder finde ausreden
mit Arbeitskollegen weggehen - bringe ich nicht über mich, da ich grundsätzlich arbeit und privat trenne (großes problem)
Nachbarn auf einen Kaffee einladen - und dann? was redet man so, im small talk bin ich lausig

Mit meinem Mann verbindet mich alles und er versucht zu helfen, aber ihm sind leider grenzen gesteckt. wenn er versucht mich zu überreden, passiert es manchmal, daß es im streit endet und da wir beide sehr viel wert auf harmonie in unserer ehe legen, gibt er wohl zu oft zu früh auf. anderseits gehe ich aus liebe auch sehr oft mit um bei ihm zu sein und ihm einen gefallen zu tun.

es ist ja nicht so, das ich als graue maus in meinem wohnzimmer sitze und keinem aufmache. ich bin schon lebensfroh und mache was ich will (z.B. wechselt meine haarfarbe oft, auch in blau oder himbeere) aber es war bisher so, daß ich alles alleine gemacht habe. ich bin nicht weggegangen um mich mit anderen zu treffen oder so.
small talk auf parties, oh gott wie…

ich habe immer das getan, was mir spaß gemacht hat und das halt alleine.
aber ich merke, es ist nicht „richtig“, es fehlt etwas. ich kann doch nicht immer alle neuigkeiten nur meinem mann erzählen.

doch wie fängt man ein gespräch an?

vieleicht fällt dir ja noch etwas ein.

seven

Hallo Seven,
als ich deinen Artikel las, dachte ich, dass ich es geschrieben haben müsste, weil
ich ebenso empfinde.
Ich habe für mich noch keinen Weg
aus dem Schneckenhaus gefunden,
fühle mich meist ganz wohl dort drin, aber
ich vermisse etwas.
Es fällt mir sehr schwer, rauszukommen,
auf mir fremde Menschen zuzugehen,
mit ihnen zu reden…ich war auf einer
Weihnachtsfeier des Fußballvereins meines Sohnes, alles so gut wie fremde
Elternteile dort, es fiel mir schwer. Echt
schwer, am liebsten wär ich nicht geganen, habe mich aber aus Liebe zu ihm dazu gezwungen. Mit mir bekannten Leuten bin ich ungezwungen und fröhlich,
kann auf Arbeit mit Kunden wunderbar
klarkommen, jeder denkt, es läuft herrlich…
Vielleicht ist eine Lösung für dich auch
eine für mich…
Gruß
Arlena

Hallo Arlena,

ich habe seit ich hier im forum geschrieben habe, eine menge mails erhalten, viele direkt. und allein die tatsache, daß ich auf diese mails antworten muß bzw. das im weiten webspace leute sind, die mit sensibilität auf mein problem reagieren hat mir mut gemacht. ich surfe viel im net und habe auch schon die erfahrung gemacht, daß der andere nicht immer der ist, für den er sich ausgibt, aber die anonymität gibt einem wie mir auch die möglichkeit eigene probleme zu bewältigen indem ich sie in die „öffentlichkeit“ stelle. vorallem hier in wer-weiss-was habe ich bisher keine negativen erfahrungen gemacht. aber eines ist sicher, es können auch mal antworten dabei sein, die man nicht hören will, aber da muß man durch. ich bereue es bisher nicht.

wenn du willst, maile mir direkt und vielleicht können wir uns gegenseitig helfen. können uns gegenseitig zuhören und analysieren, wo der hacken ist und was uns fehlt. wobei ich mich oft frage, fehlt mir wirklich etwas oder sind die anderen verrückt…:smile:)

grüße seven