Kunden, die zu nahe kommen

Hallo,

in einem Verkaufstraining für Topp-Damenmode im Hochpreissegment stellte eine Teilnehmerin folgende Frage, die auch von einer Reihe anderer Verkäuferinnen als für sie problematisch betrachtet wurde:

„Was tun mit folgender Situation? Eine sehr gut situierte Kundin gibt regelmäßig eine Menge Geld in unserem Geschäft aus. Sie lässt sich intensiv von mir beraten. Im Laufe der Zeit hat sich ein ausgesprochen freundliches Vertrauensverhältnis aufgebaut. Die Kundin erzählt mir auch von privaten Dingen. Nun hat sie mich schon des öfteren eingeladen, sie mal zu besuchen oder etwas mit ihr zu unternehmen (absolut nichts Sexuelles). Die Kundin betrachtet mich offensichtlich als eine Art „Freundin“ und möchte den Kontakt vertiefen. Die nicht berufstätige Kundin hat nicht nur viel Geld, sondern auch viel freie Zeit, weil ihr Ehemann beruflich extrem engagiert ist. Ich möchte jedoch aus Zeitgründen und auch aus anderen Gründen (eine zu enge Privatbeziehung kann sich durchaus problematisch auf die Geschäftsbeziehung auswirken) keine Freundinnen-Beziehung aufbauen. Wie kann ich das der Person sagen, ohne dass ich sie als Kundin verliere?“

Ich kann mir vorstellen, dass die Therapeuten unter den Wer-Weiß-Was-Experten ähnliche Situationen kennen. (Klient/Patient erlebt professionelle Empathie als Ausdruck von persönlicher Freundschaft.) Gibt es konkrete Tipps und Hinweise (eventuell auch Formulierungen), die in solch einem Falle praxiserprobt und hilfreich sind?

Über Antwort freut sich
Burkhard

Hi Burkhard,

29mal scheinbar gelesen und keine Antwort. Ich versuche mal eine Antwort. :smile:

Was spricht im konkreten Fall - außer Zeit - gegen die Vertiefung der Beziehung auf privater Ebene? Sind es Ängste, könnte man damit sich auseinandersetzen.

Sind es Gefühlseindrücke, mit dem Menschen nicht sonderlich viel gemeinsam zu haben, z.B. keine gemeinsamen Interessen, mangelnde echte Sympathie, ist sicherlich von einer Vertiefung des Kontaktes auf privater Ebene abzuraten.

Wäre sie zu der Kundin auch in einem anderen Rahmen freundlich oder nur weil sie eine Kundin ist, und dazu noch eine Kundin mit viel Geld? Könnte sie die Kundin in einem begrenzt privaten Rahmen treffen wollen, z.B. in der Mittagspause oder auf ein Kaffee- und Kuchenkränzchen am Nachmittag?

Was trägst sie dazu bei, ihr so sympathisch zu sein, sich ihr sogar trotz einer Verkäufer-Kunden-Beziehung zu öffnen und private Dinge von sich zu erzählen? Kann es sein, daß die Verkäuferin sich freundlicher gibt als sie es innerlich fühlt?

Gilt die Freundlichkeit nur der Kundin und nicht der Gesamtperson stellt sich die Frage, wieso kann die Kundin das nicht sehen bzw. spüren? Wo ist sie hier „blind“? (Geld allein macht sicherlich nicht glücklich.) Das heißt, der Kundin scheinen freundschaftliche Gefühle bzw. Verbindungen zu fehlen?

Ich habe dazu keine wirkliche Idee. Sorry. Doch ein Versuch könnte sein: die Kundin nach ihren Interessen zu fragen, was sie denn gerne tut, unternimmt, was sie vielleicht schon immer tun wollte, doch bislang nie wagte zu tun, Jugendträume… und sie dann ermuntern, diese zu realisieren? Shopping ist ja kein Lebensziel. :smile: Vielleicht wollte sie immer schon mal einen Töpferkurs oder Yogakurs besuchen, wollte eine Vernissage leiten, Italienisch lernen oder, oder, oder. Sie kann sich auch gerne sozial engagieren und z.B. für etwas die Schirmherrschaft übernehmen. (Ich kann ihr gerne ein paar Empfehlungen geben. :smile:

Möglicherweise, wenn die Kundin mit ihren „echten“ Bedürnissen und Talenten konfrontiert wird, und sich ehrlich damit auseinandersetzt, kann sie auf einem ihr gemäßen Weg Leute kennenlernen, die sie so schätzen und mögen wie sie als Privatperson ist, sprich mit und ohne Geld. Wir alle wollen um unserer selbst gemocht und geliebt werden.

Sollte die Kundin sich darauf nicht einlassen wollen, weil z.B. sie zwar gern italienisch lernen würde, doch die Volkshochschule ihr zu dreckig ist und ein Privatlehrer doch zu teuer, weil sie zwar schon von jeher Yoga machen wollte, aber schwitzen will sie nicht dabei… ja, mei, dann bedürften diese Widerstände wohl etwas was eindeutig über ein Kunden-Verkäufer-Verhältnis hinausgeht.

Falls die Kundin weiterhin den privaten Kontakt sucht, würde ich ihr freundlich und doch bestimmt den Inhalt dieses Postings sagen, daß sie privat (generell) nicht (gern) mit geschäftlich verbinden magst, weil a, Zeit, b, der Kontakt sich schwierig gestalten könnte, (und dann auch die Befürchtungen aufführen), c, …

Ich weiß nun nicht, weshalb sie sich auf den Kontakt nicht einlassen mag. Doch angenommen, sie ist ihr wirklich sympathisch, so gibt es auch Parallelerfahrungen, in denen manche Menschen den Schritt von einer Freundschaft zu einer Partnerschaft nicht wagen wollen, weil sie befürchten damit die Freundschaft zu verlieren, sollte es partnerschaftlich nicht klappen.

Ich bin für Ehrlichkeit, die wenn man sie freundlich vorträgt, sicherlich auch okay sein kann für den anderen.

Ciao,
Romana

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Leider so kaum anzuwenden
Hi Romana,

herzlichen Dank für deine Antwort. Es ist wirklich erstaunlich, dass sich die Therapeuten, die doch sonst zu allem etwas Kluges zu sagen haben, in diesem Falle zurückhalten. Ja, das Problem ist tatsächlich nicht so einfach zu lösen.

Deine Überlegungen kann ich nachvollziehen; leider sind sie im vorliegenden Fall keine wirklich praktische Hilfe. Geh doch mal in so einen Laden, in dem Prada und Jil Sander geführt werden, und du wirst feststellen, dass die Kundinnen dort locker mal 10.000 Mark für zwei, drei Outfits ausgeben. Da ist eine absolute Topp-Beziehungsebene (Watzlawick) das Allerwichtigste. (Die Damen, die dort kaufen, sind übigens sehr oft längst mit künstlerischen, esoterischen u.ä. Themen beschäftigt; es handelt sich bei Kundinnen dieser Einkommensklasse meist nicht um die kleinen blonden Blödchen, so wie sie in der Karikatur vorkommen)

Die Verkäuferinnen mögen ihre Kundinnen wirklich, aber da ist auch ein riesiger Einkommens-Unterschied, der so gut wie nicht überbrückt werden kann. Zitat Paul Getty (der Öl-Milliardär): „Uneigennützige Freundschaft gibt es nur unter Leuten der gleichen Einkommensklasse.“ Das heißt, die Verkäuferin müsste sich von der Kundin aushalten lassen, wenn sie beispielsweie mit ihr zum Golfen, Reiten etc. ginge.

Ein schönes Wochenende wünscht

Burkhard

eine nette Distanz halten
Hallo Burkhard,

vielleicht kann ich Dir mit meiner Berufserfahrung (komme aus dem Einzelhandel) weiterhelfen?!

Das Problem an Worten ist (wenn Du der Kundin was erklären willst), sie werden nicht von jedem in der selben Bedeutung verstanden. Wenn die Kunden signalisiert, dass sie privateren Kontakt sucht, dann nimmt sie entweder nur die Worte wahr, die in ihrem Sinne sind, oder bei zu deutlicher Formulierung fühlt sie sich zurückgewiesen und ist zutiefst gekränkt.

Ich würde als Verkaufskraft die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit in unveränderter Form aufrechterhalten, was Dich ja als guten Verkäufer ausweist. Aber ich würde ihr für die Hoffnung auf engeren Kontakt keine Nahrung geben. Ihr also vom eigenen Leben sehr wenig erzählen, mich nur auf das Zuhören und Kommentieren beschränken. Und wirklich nur dann zu etwas (was ihr Privatleben anbetrifft) äußern, wenn ein Schweigen als unhöflich gesehen werden könnte, wertfreie Meinungsäußerungen.

Wenn sie Dich abends einladen will, dann mußt Du gute Ausreden erfinden, so lange es nötig ist.
Sollte sie Dich fragen, warum Du so distanziert bist, dann erkläre ihr, dass es sich in Deiner langjährigen Berufserfahrung bewährt hat mit Kunden keinen engeren Kontakt einzugehen…
Und dann bleibt Dir das vertrösten. Sie könne ruhig auch mal nur zum Schwatzen in den Laden kommen, es freut Dich sie zu sehen, es ist angenehm so eine nette Kundin zu haben, aber leider erlaubt es weder Deine Freizeit noch Dein Berufsethos über die Ladenschwelle hinaus Deine Zeit mit Kunden zu verbringen. „ich hoffe auf Ihr Verständnis“, der Spruch funktioniert manchmal.

Sieh Dich als Butler, der, weil er gut ist, von seinem Herrn sehr viel Privatleben erfährt, aber die Beziehung zum kippen bringen würde, wenn er sich mit ihm verbrüdern würde. Ein Butler ist nicht weniger wert als ein Herr (im Gegenteil?), er steht nur auf einer ganz anderen Treppe, wenn auch auf gleicher Stufenhöhe.

Wir haben in unserem Geschäft ein paar Kunden, zu denen wir einen sehr guten Kontakt haben. Es ist sehr mühsam die richtige Distanz zu halten. Aber die Mühe lohnt sich dann, wenn uns eine Panne mit dem netten Kunden passiert, und wir uns einigen müssen. Da bewährt sich der angemessene Kontaktabstand.

viele Grüße
Claudia

Hi Burkhard,

um was geht es hier genau?

Kundin vermitteln, daß es eine reine Geschäftsbeziehung ist?
Verkäuferin abwägen zu lassen, ob sich der Schritt in einen privaten Kontakt wagen läßt?

Wenn privater Kontakt, aus welchen Gründen? Geld der Kundin, Status oder der Mensch dahinter?

Ich denke, erst muß mal die Motivation der Verkäuferin klar sein.

Ist das Geld die Barriere? Barrieren sind in erster Linie im Kopf. Würde der Kundin das Geld was ausmachen, würde sie vermutlich den Schritt „nach unten“ nicht machen. Möglicherweise ist einer Kundin das Geld nicht wichtig, eine andere läßt womöglich eine Verkäuferin spüren, daß sie sie aushält, um mal ein Klischee zu bedienen. Wie dem auch sei, es gibt hier keine Standardlösung wie man sich hier verhalten soll oder kann. Das hängt vom Einzelfall ab.

Wenn diese Kundin Privates von sich erzählt, die Verkäuferin einlädt, weshalb ist es nicht möglich, nach deren Freizeitaktivitäten, Interessen, noch nicht verwirklichten Träumen zu fragen? Es soll ja kein therapeutisches Gespräch sein, nur ein kleiner Anschubser. Teils sind ja auch Friseure und Taxifahrer im Nebenjob „Zuhörer bis „therapeutischer“ Begleiter“. :smile:

Ich kenne nur zwei Frauen mit verdammt viel Geld, und die rufen mich häufiger an. Und die sind im Kontakt auch nicht anders als andere Menschen. Doch ich habe keine Erfahrung mit der „Hai Society“. Jeder Mensch spielt unterschiedliche Rollen. Hinter Klischees stecken oft auch Vorurteile.

Ciao,
Romana

2 „Gefällt mir“

Hi Burkhard,

falls häufiger Kunden privaten Kontakt zum Verkäufer suchen, was denkst Du, woher kommt das? Und was trägt der Verkäufer dazu bei?

Ciao,
Romana

Hallo Burkhard,

Ein Butler ist nicht weniger wert als ein Herr (im Gegenteil?), :er steht nur auf einer ganz anderen Treppe, wenn auch auf
gleicher Stufenhöhe.

ich finde diesen Vergleich von Claudia sehr angemessen und auch ihre Ratschläge sowohl gut umsetzbar als auch zielführend.
Als Dienstleister - und ein Verkäufer ist das und sollte sich dessen bewußt sein - ist ein Gefühl für die „richtige“ Distanz unerläßlich.
Besonders auch der letzte Absatz von Claudia erscheint mir sehr beachtenswert. Im Verhältnis von Dienstleister zum Dienstnutzer kann es immer mal wieder zu Unstimmigkeiten kommen. Bei zu großer Nähe würde dies eher zum Bruch der Verkäufer/Kunde-Beziehung kommen als bei angemessenem Abstand.
Gruß Eckard

Hallo Romana,

die Erklärung ist einfach.
Ein guter Verkäufer geht bewußt auf die Wünsche seines Kunden ein. Dies ist eine Art von „Zuneigung“, die manchmal vom Kunden falsch interpretiert wird.

viele Grüße
Claudia

zu nahe?
Hi Burkhard

Es ist wirklich erstaunlich, dass sich die Therapeuten …

in diesem Falle zurückhalten

Bist du aber ungeduldig. Ich bin zwar nicht angesprochen, aber manchmal veranstaltet man ja gerade selbst ein Gesprächsführungsseminar *gg* und will erstmal seinen Mantel ausziehen :smile:

Das Problem ist jedenfalls ganz interessant. Nur - bei mir bekäme die V. alles andere als einen Vorschlag, wie sie was ihrer Kundin sagt. Dadurch würde sie nämlich ihre dialogische Kompetenz nicht schulen. Besser wäre es, mit ihr gemeinsam ihren motivationalen und situationsspezifischen emotionalen background zu reflektieren, aus dem das Problem überhaupt entsteht.

Aber sie zu einem Quicky-Therapeutinnnengehabe auszubilden, wie das vorgeschlagen wurde, das ist natürlich etwas quer.

Das Getty-Zitat kannst du vergessen IMHO. Es ist so selbstironisch wie auch (wirksam) plakativ - und letztlich falsch - und hier ist es auch belanglos, da ja die K. die V. anmacht und nicht umgekehrt.

Eine gemeinsame Analyse des speziellen dialogischen Szenariums, das sich zwischen den beiden ausgebildet hat, würde den Fundus bereitstellen, aus dem mögliche Antworten der V. sich dann von selbst finden würden.

Eine Blindanalyse der Situation allein auf der Basis deines Zitates der V. würde (bei meiner Schulungsmethode) folgende Überlegungen zu einem Gespräch mit ihr ergeben (die bei persönlichem Kontakt natürlich ganz anders aussähen):

Die Kundin erzählt mir auch von privaten Dingen.

Ist ja noch nichts Ungewöhnliches, das tun viele Kund(inn)en. Das hat etwas mit der Mitovation des Einkaufens als solchem zu tun.

Nun hat sie mich schon des öfteren eingeladen, sie mal zu besuchen oder etwas mit ihr zu unternehmen (absolut nichts Sexuelles).

Hier würde ich bereits zurückfragen: Warum betont die V. das („nichts Sexuelles“) und warum überzieht sie es in der Formulierung („absolut“) - und dann überhaupt: Woher weiß sie das so (absolut) genau? Das kann sie nämlich nur so genau wissen (und dann bräuchte sie es eigentlich nicht zu erwähnen!), wenn sie die K. genau unter diesem Gesichtspunkt wahrgenommen hat - also hat sie … und warum hat sie … ?

… und damit wäre das Gespräch mit der V. im Gang, in dem die Motivation, das Angebot ablehnen zu wollen, das Thema wäre… :smile:

Die nicht berufstätige Kundin hat nicht nur viel Geld, sondern auch viel freie Zeit, weil ihr Ehemann beruflich extrem engagiert ist.

Damit hätte die V. das Angebot der K. ja bereits in eine bestimmte Richtung interpretiert und die ist offensichtlich privater persönlicher Natur.

Ich möchte jedoch aus Zeitgründen

Nehm ich ihr nicht ab (auch wenn ich ihr das nicht sagen würde).

und auch aus anderen Gründen (eine zu enge Privatbeziehung kann sich durchaus problematisch auf die Geschäftsbeziehung auswirken) keine Freundinnen-Beziehung aufbauen.

Hier würde es bei mir Ausrufezeichen regnen: Hat denn die K. ihr eine zu enge Privatbez. angetragen? Und überhaupt: Was könnte der V. Anlaß geben, aus einer Nach-Hause-Einladung bereits auf eine (mögliche) Privat beziehung zu schließen? Und dann sogar noch eine Freundinnen-Beziehung? Was also ist das wirkliche Motiv des vorgeblichen Ablehnenwollens?

Könnte es sein, daß die V. froh ist, ein verkaufstechnisches Argument gefunden zu haben (z.B. um sich einem anderen Problem nicht stellen zu müssen)?

Ich kann mir vorstellen, dass die Therapeuten unter den Wer-Weiß-Was-Experten ähnliche Situationen kennen. (Klient/Patient erlebt professionelle Empathie als Ausdruck von persönlicher Freundschaft.)

Ich weiß nicht, was professionelle Empathie ist. Es gibt nur Empathie und die hat etwas damit zu tun, wieweit der Therapeut das (noch) nicht artikulierte subjektive Erleben des Klienten nachvollziehen kann. Was du meinst, ist sicher, daß der Klient sich verstanden fühlt und dies als Verliebtheitsgefühl uminterpretiert (was z.B. in der Psychonalayse die Übertragungsphase einleitet). Die therapeutische Reaktion darauf kann man hier nicht kurzfassen, die erfordert gründliche Schulung.

Gibt es konkrete Tipps und Hinweise (eventuell auch Formulierungen), die in solch einem Falle praxiserprobt und hilfreich sind?

Vorausgesetzt, es käme darauf hinaus, daß sie wirklich ablehnen wollte (und ehrlich gesagt: das glaube ich vorab mal nicht):
Mit jeder auswendiggelernten (also nicht aus ihrer eigenen kommunikativen Kompetenz kreierten) Ablehnungs-Formulierung würde sie die Kundin auch als Kundin lossein.

Grundsätzlich sind Menschen, wenn sie schon Anlaß haben, privates Interesse kund zu tun, extrem sensible Zuhörer. Die Rhetorik bietet nun die Form an, nicht auf den Inhalt des Angebot zu antworten, sondern zunächst einmal auf die Tatsache, daß es gemacht wurde. Da die V. von sich aus „ein ausgesprochen freundliches Vertrauensverhältnis aufgebaut“ sieht, ist ihr die Kundin offenbar nicht unsympathisch (siehe oben *g*). Diese Sympathie kann sie ihr gefahrlos zurückspiegeln: „Ihr Angebot freut mich sehr“ oder ggf. lockerer, aber das hängt von dem dialogischen Stil dieses Vertrauensverhältnisses ab. Dann aber muß der Rest ergebnisoffen formuliert werden: Es darf also jetzt kein „aber“ kommen, sondern ein „und“. …

Aber jetzt geh ich mir ertsmal einen Espresso kochen und erhol mich von der Reise :smile:

bis dann

Metapher

Hallo,

ich habe früher im Bereich Reiseveranstaltung (Leserreisen, vhs-Reisen) gearbeitet - und wir hatten dabei sehr viele Stammkunden, die auch mal „zwischendurch“ kamen. Einer Kollegin ging es ähnlich, wie der von Dir beschriebenen Verkäuferin, gute Kunden, Einladung nach Hause (die letzten Bilder ansehen). Alles wunderbar.

Beim nächsten Urlaub (Lebenstraum 3 Monate Australien im Wohnmobil) sahen sich die Kunden in ihren Erwartungen völlig getäuscht und haben das komplett auf die Kollegin abgewälzt. Sie hätte falsch beraten, es käme bei der (unberechtigten) Reklamation nicht genug Geld wieder raus usw.

Diese Kollegin würde nie wieder so einen persönlichen Kontakt aufbauen zu Kunden.

Und ich habe selbst immer äußerst ungern Urlaube für Bekannte gebucht - die Erwartungshaltung (Rabatt muß doch möglich sein, besondere Kulanz usw.) ist so groß, man soll am besten das 5-Sterne Angebot zum 1-Sterne Preis haben. Bei Problemen dehnt sich das dann immer auf den privaten Bereich aus.

Ich kann mir nur dem Rat anschließen: Die Sache neutral behandeln und der Kundin versichern, man schätze sie sehr - möchte aber den Kontakt auf das Geschäft beschränken, gerade um unbefangen sein zu können.

Wendy

und nu?
Hi Burhard

warum so knauserig? *ggg*

erst scheuchst du alle, und jetzt hast du ne Menge Antworten und Vorschläge aus unterschiedlichsten Perpektiven … … … und?

oder hat die besagte Kundin jetzt auch dich eingeladen „etwas mit ihr zu unternehmen“, und du bist einfach noch unterwegs? *lach*

Metapher
*derjetzterstmalindeckunggehtumdemanfliegendenkeyboardplatzzumachen*

Hi Metapher,

lese noch an Deinen Postings bzw. richtiger ich quäle mich gerade durch SteuererklärungEN. :frowning:

Burkhard schrieb von einem Verkaufstraining, entsinne ich mich recht. Inwieweit wird auf Persönliches in solchen Trainings eingegangen? Meine Vorstellung davon bzw. das was mir ein paar Verkäufer vorwiegend aus dem Foodbereich dazu gesagt haben, ist, dort ginge es im Grunde nur in viel Blabla um (noch) mehr Geld verdienen.

Ist Freundlichkeit dann nur Mittel zum Zweck oder auch eine so empfundene Sache bzw. eine Lebenseinstellung? Dient der Kundenservice nur der Kundenbindung oder ist das Helfen wollen, das Beraten wollen, auch ein wirklich inneres Anliegen?..

Ich glaube, das ist von Mensch zu Mensch, von VerkäuferIn zu VerkäuferIn unterschiedlich.

Inwieweit wird in solchen Verkaufstrainings, der Name spricht ja schon für sich, auf persönliche Belange, sprich was man selbst dazu beiträgt, wirklich eingegangen?

Dem was Du schreibst, kann ich vielem zustimmen, ein paar Dinge sehe ich anders. Dennoch…

Du gehst von einem Idealzustand meines Erachtens aus. Der Verkäufer bzw. die Verkäuferin hat Interesse herauszufinden, was er bzw. sie zu dem Geschehen beiträgt.

Und genau hier liegt für mich der mögliche Knackpunkt, weshalb Deine „ideale“ Lösung möglicherweise zumeist wohl aktuell noch keine Anwendung findet.

Menschen arbeiten in ihrem Beruf, weil sie Geld verdienen müssen oder weil ihnen die Arbeit Spaß macht, was sicherlich schon mal gut ist.

Doch… wieviele Menschen sind wirklich bereit sich mit dem was sie tun p s y c h o l o g i s c h auseinanderzusetzen? Möglicherweise würden Menschen sogar Jobs ausschlagen, wenn sie sich im Beruf mit sich selbst auseinandersetzen müssten. :smile:)

Sicherlich gehören in eine Verkaufsberatung zwei Menschen, zwei Akteure, zwei Spieler. Von den hier gelesenen Antworten konnte ich nirgends erkennen, daß jemand der in dem Bereich tätig ist, auch bei sich selbst mal nachgefragt hat, was er selbst damit zu tun hat oder haben könnte?!

Ich finde Deinen Lösungsansatz zwar grundsätzlich immer noch den besten, dennoch d e r z e i t mangels Bewußtsein noch viel zu wenig praktikabel.

Von daher die Frage, ob eine Art Zwischenlösung im Moment nicht effektiver sein könnte?

Ciao,
Romana

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Verkaufstraining
Hallo Romana,

das hier entlockt mir eine Antwort:

Inwieweit wird in solchen Verkaufstrainings, der Name spricht
ja schon für sich, auf persönliche Belange, sprich was man
selbst dazu beiträgt, wirklich eingegangen?

Das kommt sicher auf den Trainer drauf an - es gibt, wie in jedem Trainingsbereich „solche und solche Ansätze“. Und entsprechend dem, was ein Unternehmen oder ein Kursteilnehmer möchte, wird er sich für entsprechende Inhalte und eine „Färbung“ des Kurses entscheiden.

Ich mache - im Rahmen - auch Verkaufs-, Telefon-, Reklamations- Trainings und Coachings. Bei mir geht ohne die einzelne Person und die Einstellung gar nix :o)
War selbst früher im Vertrieb und weiß, dass es nicht mit ein paar Floskeln oder „Techniken“ getan ist.

Meine Erfahrungen mit Teilnehmern/Kunden ist, dass sie manchmal etwas erstaunt sind, es jedoch immer sehr gut angenommen wird und ankommt. Mit „es“ meine ich eben, die eigene Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu rücken und die vielen Aspekte die zum guten Verkaufen und zum Sich-selbst-wohlfühlen (mit einem selbst, dem Gegenüber, der Sache, ja dem „Verkaufen“ gesamt) wichtig sind.

Vor allen Dingen, weil ein guter Verkäufer/Berater meiner Ansicht nach nur dann gut ist, wenn er sich nicht nur um die Belange seiner Kunden - sondern durchaus auch um sich selbst kümmert.

Viele Grüße
und ein schönes Wochenende
Gitte

PS: Was meinst Du mit „Verkaufstrainings - der Name spricht für sich?“. Verkaufen hat zu Unrecht häufig ein sehr negatives Image.

Hi Gitte,

lese erfreut Deine Antwort und es wäre / ist schön, wenn sich hier bereits eine Wandlung abzeichnet. Sooo alt ist das meines Wissens doch noch nicht, das Eingehen auf die Persönlichkeit des Verkäufers?

Ciao,
Romana

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