Konzentrationsschwierigkeiten

Hallo Ihr Lieben,

ein Problem ist es nicht wirklich, eher ein absolut nervtötender Zustand…

Aaaalso: Anfang November habe ich - wieder einmal - ein Studium angefangen. Superspannender Stoff, in die Branche wollte ich schon immer und in einigen Bereichen kann ich mir die Paukerei komplett sparen, weil es mein täglich Brot ist. Nun kommt aber der Haken: Konzentrationsfähigkeit gleich null! Ich brüte über den Unterlagen und stelle z. B. nach drei Stunden fest, daß ich gerade einmal fünf Seiten gelesen und - noch schlimmer! - nicht die geringste Ahnung habe, was ich da überhaupt gelesen habe. Mein Hirn weigert sich beharrlich (und bisher sehr erfolgreich), auch nur ein einziges Wort von dem Gelesenen zu speichern.

Hat jemand von Euch den ultimativen Tip, wie ich meinen sturen Schädel dazu überreden kann, sich doch bitte schön gefälligst auf den Stoff zu konzentrieren?

Merci & viele Grüße

Tessa

Hallo,

ein paar Dinge, die mir dazu einfallen:

o Stimmt die Uhrzeit ?
Ich bin z.B. morgens am aufnahmefähigsten - nachts
lassen sich dagegen gut Routinearbeiten erledigen.

o Läßt sich der Stoff anwenden ?
Pures konsumieren eines Buches bringt wenig.
o Ist die Darstellung des Stoffs geeignet ?
Evtl. gibt es ja noch alternative Bücher. Ist ohnehin
sinnvoll eine Thematik aus verschiedenen Sichten zu
beleuchten.
o Stimmt die Umgebung ?
Das Lernen in z.B. Bibliotheken ist mir auch immer
schwergefallen.
o Wann hast Du zuletzt gelernt ?
Wenn es eine zeitlang her ist, ist es durchaus normal,
daß es anfangs gewisse Probleme gibt.

Gruss

Enno

und: Tagesablauf/Leben
… in Ergänzung zu Enno:

Wie schaut denn Dein Leben sonst so aus gerade, Tessa? Ich meine, im Medizinbrett steht was von 12 Stunden pro Woche schlafen. Klingt ja nicht gerade nach gesundem Maß von An- und Entspannung, oder? ;o) (Ich kann gut klugscheißern, um mich geht’s hier ja grad nicht … hehe).

Ernsthaft:

  • Relevant dafür, wie aufnahmefähig und -bereit Du bist ist ja auch:

a) die Motivation, wofür Du das lernst, was Du lernst

und

b) wie Deine allgemeine Verfassung/(Berufs-)Lebenssituation so ist.

Sag mal bissele mehr, dann lässt sich da sicher was tippmäßig rausrücken. So ist es arg ins Blaue - und sicherlich nicht von Erfolg gekrönt. Hängt ja immer alles zusammen, nicht wahr.

Schönen Nachmittag
Gitte

Hallo, TessaVance,

im Zusammenhang mit Deiner Frage fiel mir ein Feature,wieder ein, das ich vor einigen Tagen auf WDR5 gehört habe. Da ging es um Lernen und wie das Gehirn die gelernten Dinge verarbeitet und speichert.
Die erzählten von einem Experiment, bei dem die Probanten etwas auswendig lernen mußten (Telefonnummern oder ähnliches). Einen Teil der Probanten hinderte man danach eine Weile am Schlafen, die anderen durften es. Es zeigte sich, dass die „Schläfer“ das Gelernte noch sehr gut behalten hatten, während die „Wachbleiber“ total vergessen hatten.
Schlaf scheint demnach entscheidend zu sein für den Lernerfolg. Während des Schlafes sortiert das Gehirn offenbar die zwischengespeicherten Tagesereignisse assoziativ zu bereits vorhandenen Gedächtnisinhalten um sie permanent zu halten. Der „Tagesspeicher“ scheint nur eine begrenzte Kapazität zu haben und wenn sein Inhalt nicht verarbeitet wird, wird er sozusagen wieder „überschrieben“.
Schlaf scheint also das Geheimnis des Lernens und Behaltens zu sein.
Grüße
Eckard.

@ Gitte & Enno
Hallo Ihr Beiden,

damit ich nicht einzeln antworten muß…

o Stimmt die Uhrzeit ?

Welche meinst Du? Ich habe schon alles durch: mitten in der Nacht; am frühen Morgen (bzw. was ich dafür halte, d. h. so gegen 09:00 Uhr); am Nachmittag…

o Läßt sich der Stoff anwenden ?
Pures konsumieren eines Buches bringt wenig.

Na ja, PR ist kein Mathe- oder Physik-Studium. Da bleibt Dir nicht viel übrig, als das Buch bzw. die Unterlagen zu lesen.

o Ist die Darstellung des Stoffs geeignet ?

Ja.

Evtl. gibt es ja noch alternative Bücher. Ist ohnehin
sinnvoll eine Thematik aus verschiedenen Sichten zu
beleuchten.

Natürlich gibt es alternative Bücher, sogar für jeden einzelnen Bereich von PR (allein zum Thema ‚Kommunikation‘ fallen mir auf Anhieb mehrere Dutzend ein)…

o Stimmt die Umgebung ?
Das Lernen in z.B. Bibliotheken ist mir auch immer
schwergefallen.

Nun, es ist ein Fernstudium, also muß ich mich nicht unbedingt in eine Bibliothek hocken. Zu Hause bin ich schon vom Arbeitszimmer über Schlafzimmer bis nach unten ins Wohnzimmer gezogen. Es tut sich nix.

o Wann hast Du zuletzt gelernt ?
Wenn es eine zeitlang her ist, ist es durchaus normal,
daß es anfangs gewisse Probleme gibt.

Oha! Jetzt wird’s inquisitorisch… *lach* Nein, ernsthaft: das Brett vor’m Kopf habe ich seit ungefähr 14 Tagen, was an sich nicht unbedingt schlimm wäre. Das Problem ist, daß ich bis zum 02. Dezember noch gut 500 Seiten durchackern muß.

Wie schaut denn Dein Leben sonst so aus gerade, Tessa?

Oje, noch mehr inquisitorische Fragen… *fg*

Ich meine, im Medizinbrett steht was von 12 Stunden pro Woche
schlafen. Klingt ja nicht gerade nach gesundem Maß von An- und
Entspannung, oder? ;o) (Ich kann gut klugscheißern, um mich
geht’s hier ja grad nicht … hehe).

Ach Gitte, daß das nicht gerade sehr gesund ist, weiß ich selbst. Gut, ich hatte schon immer einen völlig verschobenen Tages- und Nachtrhythmus, wobei ich grundsätzlich sehr wenig Schlaf brauche (mehr als 4-5 Stunden Schlaf am Stück und Du kannst mich wegschmeißen).

a) die Motivation, wofür Du das lernst, was Du lernst

Das weiß ich sehr genau, sonst hätte ich gar nicht erst angefangen.

b) wie Deine allgemeine Verfassung/(Berufs-)Lebenssituation so ist.

@ Gitte:
Hmmm… Daß ich meine Lebenssituation aus den verschiedensten Gründen nicht unbedingt im Forum ausbreiten möchte, wirst Du sicher verstehen. Wenn Du ICQ oder AIM hast, kann ich Dir gerne etwas mehr erzählen, ansonsten können wir gerne auf eMail ausweichen.

Danke Euch beiden & viele Grüße

Tessa

Hai, Tessa,

ich bin mir nicht sicher, ob man das den ultimativen Tip nennen kann, aber ich hab gute Erfahrung mit mitschreiben bzw. -malen gemacht. Also statt mich vor das Zeug zu setzen mit dem Gedanken „Ich lern das jetzt!“, geh ich mit der Überlegung ran, daß ich das garnicht lernen will *unschuldig tu*, sondern mir nuuur einen Spickzettel machen will. Jeder Absatz wird also gleich in ein Stichwort oder ein Bildchen zusammengefasst. Mein Hirn lässt sich so austrixen…

Viel Erfolg

Sibylle

Hallo Tessa,

nicht nur die Konzentrations- sondern auch die Merk- oder Lernfähigkeit läßt mit zunehmendem Alter nach. Aber ich habe mich trösten lassen, dass sich das Gehirn trainieren läßt wie ein Muskel.
Wenn ein Muskel schwach ist, macht es keinen Sinn ihn zu beanspruchen wie Arnie Schwarzenecker seine Muskeln. Also solltest Du Dein Lernpensum für den Anfang besonders niedrig halten, auch um Deinen Frust fürs erste loszuwerden.

Dann hat jeder Mensch seine Eigenheit sich etwas zu merken: ich spreche mir schwierige Texte etappenweise auf Tonband, und lasse sie beim Haushalt oder im Auto mehrmals ablaufen.
Lange Texte teile ich mir mit bunten Stiftstrichen (unterstreichen eines wichtigen Wortes) ein, und ergänze die Aussagen mit Piktogrammen am Seitenrand. So nimmt die eine Hirnhälfte den Text und die andere Hirnhälfte ein Bild auf, und kann sich bei Vergessen gegenseitig unterstützen.

Ich habe besonders dann große Konzentrationsschwierigkeiten, wenn mein Kopf voll ist mit unerledigten Gedanken - als wäre mein Arbeitspeicher wie bei einem PC fast voll, und die Programme laufen besonders langsam. Darum lenke ich mich gerne vorm Lernen ab: Comic lesen, ein Bild malen, ein paar Minuten auf dem Teppich liegen und bewußt nichts denken.

Meinen Arbeitsplatz habe ich mir sehr gemütlich eingerichtet, und brauche ein bißchen mehr Ordnung als bei Routinearbeiten.

Nüsse beim Lernen knappern haben 2 Vorteile: das Kauen fördert die Denkfähigkeit, und die Stoffe in Mandeln oder Cashew sind absolute Hirnnahrung.

Wie gesagt, nicht zu lange lernen, zwischendurch mal in Keller oder um den Block laufen. Mit dem tatsächlichen Abstand zum Text kann sich das Gelesene setzen, mit dem Laufen lockern sich Verkrampfungen des Körpers, von der Bewegung bekommt das Gehirn noch mal Sauerstoff.

Und ich liebe Belohnungen. So gehe ich mir auch mal ein Stück Torte holen, wenn ich was geschafft habe. Mit Motivation verschafft man sich Freude am Lernen.

Schade, dass ich all das nicht vor 30 Jahren wußte. Aber zum Lernen kann man nie zu alt sein.

viele Grüße
Claudia

Hallo Claudia,

nicht nur die Konzentrations- sondern auch die Merk- oder
Lernfähigkeit läßt mit zunehmendem Alter nach.

Ähm… Meine erste Reaktion: Grilla will Haue haben… *fggg* Zur Klarstellung: Mein ‚Hirnmuskel‘ ist nicht schwach; da ich - normalerweise - über ein photographisches Gedächtnis verfüge, habe ich auch in meinem fortgeschrittenen Alter nicht das geringste Problem, mir etwas zu merken.

Also
solltest Du Dein Lernpensum für den Anfang besonders niedrig
halten, auch um Deinen Frust fürs erste loszuwerden.

Frust? Liebe Claudia, ich bin doch nicht gefrustet. Ich bin nur inzwischen entsetzlich genervt, weil ich so etwas nicht kenne.

Dann hat jeder Mensch seine Eigenheit sich etwas zu merken:

Das ist richtig, nur will keine einzige meiner bewährten Methoden, die sich übrigens zum Teil mit den erwähnten decken, im Moment funktionieren, deswegen frage ich Euch hier Löcher in den Bauch…

Darum lenke ich mich gerne
vorm Lernen ab: Comic lesen, ein Bild malen, ein paar Minuten
auf dem Teppich liegen und bewußt nichts denken.

Ach neee… Na gut, Comics sind nicht so mein Ding, aber die beiden anderen habe ich auch schon erfolglos ausprobiert. Ich versuchte mich gestern sogar mit Bügeln (kannst Du Dir das vorstellen?! Ich! Bügeln!) abzulenken. Nix, zero, niente!

Nüsse beim Lernen knappern haben 2 Vorteile: das Kauen fördert
die Denkfähigkeit, und die Stoffe in Mandeln oder Cashew sind
absolute Hirnnahrung.

Ja, das weiß ich… Nur - obwohl ich Mandeln liebe - bestehen die Teile zu fast 80 Prozent aus Fett; ab und zu knabbere ich schon eine Handvoll weg, aber soviele Mandeln gibt es nicht, daß sie meinem Hirn die im Moment erforderliche Menge an B-Vitaminen verpassen könnte…

Und ich liebe Belohnungen. So gehe ich mir auch mal ein Stück
Torte holen, wenn ich was geschafft habe.

*lach* Neee, ich mag kein Süßkram… Darf ich anstatt dessen Schuhe oder Dessous shoppen gehen???

Lieben Dank für Deine Tips & beste Grüße

Tessa

Hallo

Diesen Zustand kenne ich nur zu gut Tessa.Da ich auch ein Fernstudium mache und somit keinen „Lernzwang“ habe fehlt
es auch an Konzentration.Wie du geschrieben hast hast du
für 500 Seiten eine knappe Deadline.=Stress.Das alleine
Lernen kann manchmal die Motivation bremsen.Das photo-
lesen fördert auch nicht gerade den Memory-effekt(bin zwar
nur Schnellleser bringt mir beim Tiefenlernen auch nichts)
Ich selbst kann sagen, seit ich mich vom lernzwang befreit habe und nur lerne wenn ich merke heute wirds laufen,dann mache ich an einem Tag auch 100 Seiten und mehr.
Mein Tip ist zwar alt aber vieleicht…morgens um den Block laufen… dann 5Min wiederholungs lesen…eine Seite durchlesen,
nachdenken was man noch weiss(zusammenhänge bilden)…danach 2Seiten… 4 Seiten usw. wichtige Sachen immer nebenbei aufschreiben (das Beste)…abends noch mal überfliegen.
zuletzt würde ich noch die Ruhephasen steigern…min 6 Stunden
Schlaf.
So das wars fürs erste
mfg
VINZ

nicht nur die Konzentrations- sondern auch die Merk- oder
Lernfähigkeit läßt mit zunehmendem Alter nach. Aber ich habe
mich trösten lassen, dass sich das Gehirn trainieren läßt wie
ein Muskel.
Aber zum Lernen kann man nie zu alt sein.

So ist es Claudia,
was glaubst Du, warum ich immer noch Gedichte auswendig lerne, warum ich mich mit Linux, Perl und Vi herumschlage :smile:

@TessaVance: Außer Schlaf ist auch Sauerstoff wichtig - ein arbeitendes Gehirn braucht eine Menge davon. Und welche Belohung Du Dir aussuchst (eine hübsche Bluse vielleicht:smile: ist egal - wenn es Dich motiviert ist es ok!

Liebe Grüße Euch beiden
Eckard.

naschsüchtig
Hallo Tessa,

schon beim Schreiben habe ich mich ertappt, wie oft ich vom Knabbern und Naschen erzählte. Das muß an der Jahreszeit liegen.
Also, man kann natürlich auch zuckerfreien Kaugummi kauen, statt Nüsse. Mich freut eine fette Sachertorte - Dich ein paar chice Schuhe - jedem Tierchen sein …naja
Das mit dem Nachlassen der geistigen Fähigkeiten war allgemein gemeint. Ich selbst habe kein fotografisches Gedächnis und mich schon immer beim Lernen schwer getan, was mich trotzdem vom Lernen nicht abhält. Wenn Du geistig gut drauf bist - super für Dich.:smile:))

Aber das mit dem Tonband Texte sprechen kann ich wirklich empfehlen - so eine Art Hirnwäsche - hat bei mir super geklappt. Bei meinem letzten Lehrgang hatte ich immer recht gute Noten. Was habe ich mich früher in den ganzen Lernfächern geplagt. Diese bodenlose Gedächnislöcher beim Buchlesen kenne ich sehr wohl.

schönen Abend noch
Claudia *dienichtvonTessagehaunwerdenwill*

500 S. in 14 Tagen
Hallo Tessa,

danke für Deine Antworten. Hab mich wieder schräg ausgedrückt: natürlich meinte ich nicht, dass Du Dein ganzes Leben mal eben hier ausbreiten sollst *grins* - sollten eher weitere Aspekte zu Ennos Aufzählung sein, die bei „ich krieg nix in meinen Kopf rein“ mit eine Rolle spielen.

*

Also: Da Du jetzt nunmal diesen Haufen an Lernzeug vor Dir hast und die Deadline knapp ist. Und da Du jetzt ganz sicher nicht ratzfatz mal eben Dein Leben umstellen wirst (was Du auf lange Sicht auf jeden Fall solltest
Das würde ich tun, wenn ich nur zwei Wochen unter den angedeuteten ungünstigen Umstände zu Arbeit/persönlicher Verfassung hätte :

nur runtergehackt ohne besondere Ordnung, bin auch noch nicht so lange auf und der Kaffee fehlt noch zum Lernstoff:

Die 500 Seiten ganz konkret auf die verbleibende Zeit runterbrechen/aufteilen: Jetzt, im Vorfeld ganz realistische Häppchen machen, welche Themen Du jeweils in einem Rutsch durchmachen willst.

Ich empfehle Dir, die Themen so zusammenzufassen, dass sie kleine Einheiten bilden, thematisch aber natürlich sinnvoll zusammenbleiben.

Vorteil von dieser Aufteilung:

a) es sind nicht noch HUNDERTE VON SEITEN, sondern kleine „schluckbare“ Einheiten

b) Du hast, wenn Du kleine Bereiche hast, auch im Kopf eher die Kontrolle - und kannst vor allen Dingen auch mal zwischenrein eine klitzekleine Lernheit machen (im Gegensatz zu „das lohnt sich jetzt nicht, mit dem allen anzufangen“)

c) Du kannst einzelne Themen, die Du noch nicht raffst, gut nochmal kurz nachlesen und wiederfinden

  • Zur Form der Aufteilung

Je nachdem, wie Dein Unterrichtsmaterial aussieht, eine sinnvolle Form wählen - weiß nicht, ob’s in einem Ordner ist, dann mach Trennblätter rein. Wenn es ein Buch ist, Haftzettel, Marker, was auch immer.

Bei mir hat sich bei so großen Projekten bewährt, mir ein A 4-Blatt zu machen, wo ich MEINE AUFTEILUNG aufschreibe und mir mein Pensum und auch meine Fortschritte sichtbar mache.

Beispiel:
Wenn ich ein Buch schreibe, dann kommt die Gliederung in eine Tabelle, rechts daneben hab ich dann vier Spalten: in eine kommt ein Hakerl, wenn ich einen Text im Entwurf fertig habe. Daneben kommen die Anschläge und Seitenzahlen. Und wenn der Text ganz fertig ist, darf ich die Fertig-Spalte abhakeln.

Dieses Sichtbarmachen hat sehr vielseitige Vorteile für mich: ich sehe, was zu tun ist, ich sehe was getan ist, ich „darf“ schon abhakeln, auch wenn ich nur im Entwurfsstadium bin. zu den Lernbedingungen:

Keine Ahnung, was Du für ein Lerntyp bist. Wurde ja schon gesagt, dass manche Leute in bestimmter Umgebung nicht so gut lernen.
Es gibt Leute, die müssen daheim im stillen Kämmerlein sitzen, andere können recht gut auch im Café mit Leuten um sich rum lernen.
Ich denke, Du kennst Dich soweit - also mach das, was gut für Dich ist.

KLAR muss sein: Lernzeit ist Lernzeit.
Also KEINE Störungen („kann ich mal kurz“/„ich mach das mal eben“), KEIN Abbrechen außer Du fühlst, dass Du jetzt gerade wirklichnichtaufnahmefähig bist (dann lieber RAUSgehen eine Runde oder in Frieden eine Tasse Kaffee trinken).

Ich kenn Dich ja nicht in echt, Tessa. Aber ich kann mir vorstellen, dass Du ständig auf 300 Hochzeiten tanzt. Das kannst Du die nächsten vierzehn Tage in dem Maß vergessen, wenn Du Dein PR-Zeug echt lernen willst.

Wie im nächsten Punkt noch kommt, kannst Du wohl kaum alles für vierzehn Tage niederlegen - abgesehen vom „können“ ist wohl auch das „wollen“ eine Frage. Wenn mir einer sagen würde, mach vierzehn Tage nichts in Deinem Geschäft, dann würd ich auch schräg gucken. Nicht weil ich vielleicht nicht könnte, sondern weil ich das gar nicht nicht wollte.

Zugeständnisse zu machen und DEIN LERNEN auch wirklich prioritätenmäßig nach vorne zu schieben ist wichtig.

Zur Lernzeit noch: Wenn Du die „Häppchen“ gemacht hast, wie oben vorgeschlagen, kannst Du verschiedene kleinere Einheiten auch verteilt machen und nicht einen großen Lern-Blob haben, den Du womöglich den ganzen Tag meidest wie der Teufel das Weihwasser.

*

Wie Du lernst: Geschmackssache
Manche lesen lieber laut oder - wie auch schon genannt war - nehmen es auf Kassette auf, um nochmal zu hören. Andere schreiben lieber auf oder malen Bilder, wie auch schon gesagt. Musst Du rausfinden.

Eine WIEDERHOLUNG in irgendeiner Form ist sicherlich sehr geeignet. Auch ich fahre gut damit, wenn ich mir das Wichtigste aufschreibe - und zwar in einer Form, die bei der Wiederholung dazu geeignet ist, mein Hirn auf die Sprünge zu bringen.

Eventuell auch gut für Dich:

„Ein MindMap erstellen“ (gute Anleitung im folgenden Text)
http://www.zeitzuleben.de/inhalte/denken_lernen_krea…

zur Arbeit und dem ganz normalen Wahnsinn:

Meine Predigt hab ich da oben schon losgelassen, keine Sorge ;o)

Zusätzlich dazu:

  • Schau mal, dass Du alles, was ECHT NICHT nötig ist, in diesen vierzehn Tagen lässt oder delegieren kannst. Wirst wahrscheinlich feststellen, dass es da eine ganze Menge gibt, wo Du DENKST Du müsstest sie jetzt sofort oder unbedingt selbst machen.

  • Alle „Extras“ während dieser Zeit sollten auf jeden Fall flach fallen.
    Ich nehme mal wer-weiss-was als Beispiel: Natürlich heißt das „flach fallen“ nicht, dass Du in dieser Zeit, nicht mehr spaßmäßig online gehen darfst (). Doch die EXTRAS sollten in dieser Zeit tabu sein.
    Aktuelles Beispiel: Rat zum Arbeitszeugnis geben ist okay - Angebot, das Arbeitszeugnis umzuformulieren wäre nicht okay. eben nicht alles jetztgleichsofort machen, sondern wirklich sehr sorgsam überlegen und im Hinblick auf Deine Zeit/Energie in den nächsten vierzehn Tagen entscheiden.

zur „Person“:

  • viel Wasser trinken - Betonung liegt auf Wasser

  • ausruhen: Wie schon geraten … guck, dass Du ein Stündlein hochtrainierst schlafmäßig - ob Du damit „auskommst“ oder nicht, ist nicht die alleinige Frage. Der Körper macht erstaunlicherweise Einiges mit, das heißt aber nicht, dass es ihm/Dir gut geht.

Ausruhen muss nicht schlafen heißen. Dich auch tagsüber mal flach hinlegen, NICHTS tun, außer ruhig zu atmen. Lied einwerfen, das Dir gut gefällt (aber nicht Ronnie James Dio okay). Ruhe ist angesagt. Und wenn’s nur für drei Minuten ist.

  • Luftzufuhr: Fenster aufreißen, tief einatmen, Runde um den Block.

  • Bewegung
    Du hast geschrieben, dass Du schon mal joggst. Sehr gut. Wenn’s nicht grad auf irgendeiner fetten Hauptstraße von Berlin ist .
    Bewegen kann auch einfach mal langstrecken, Arme schwingen, paar Kniebeugen sein.

3 „Gefällt mir“

Hallo Gitte,

zunächst einmal: Danke schön, für Deine Tips. So langsam kriege ich da System rein.

Ich kenn Dich ja nicht in echt, Tessa.
Aber ich kann mir vorstellen, dass Du ständig auf 300
Hochzeiten tanzt.

Huch! Dafür, daß Du mich nicht ‚in echt‘ kennst, weißt Du aber erstaunlich viel… *grins*

„Ein MindMap erstellen“ (gute Anleitung im folgenden Text)
http://www.zeitzuleben.de/inhalte/denken_lernen_krea…

Werde ich mir auf jeden Fall anschauen.

Wie gesagt: Merci noch einmal! Wenn ich das Studium packe, gibt es eine Riesenfete, ist klar, gell?

Liebe Grüße

Tessa