Hallo Herbert,
Beispiel No Angels also, ja? Okay, die No Angels wurden nicht ohne Grund so öffentlich aufgebaut. Die Teenies sollten mit jeder einzelnen schwitzen und bibbern und leiden und lachen. Damit waren die ersten Verkaufserfolge schon vorprogrammiert, denn „die Mädels haben ja sooo viel getan für den Erfolg“, und wer will denn dann da stehen und „neidisch“ sein und den netten Mädchen sagen, das sie effektiv absolut nix können.
Aber das hat für mich nix mit Musik zu tun, oder mit deinem Thema.
Bei der Beantwortung deiner Frage habe ich mal absolut nicht an Lehren, Forschungen, Evolutionen oder Psyche gedacht und einfach von mir aus geredet…
In Irland, oder im keltischen Kulturraum wurden die Barden verehrt - Sänger / Musikanten. Ich weiss nicht ob diese Barden auch ihre Lieder alle selbst komponierten - sicher ist das die Person, die mit „schöner“ Stimme und einer gewissen „magischen“ Fingerfertigkeit, aus einem toten Instrument Klänge herausholt, mit Sicherheit nur deswegen bewundert wurde. Und ich meine (ich kann mich irren) das diese Verehrung der Leute die aus toten Instrumenten und toten Notenblättern, Musik schaffen, den Noten, dem Text, dem Instrument Leben einhauchten, wegen dieser Gaben/dem Können verehrt werden und wurden.
Das die Musiker und Komponisten hinter ihren „Stars“, die ihre Musik interpretierten also DARSTELLEN, zurücktreten, ist eine Entwicklung die für mich mit der Kommerzialisierung der ganzen Branche einhergeht. Die Hülle, das Aussehen, das Plakat, die Marketingstrategie ist wichtig - nicht mehr der Ursprung der Musik.
Das diese Musik, der Gesang, nicht zuletzt auch die Minne etwas sinnliches hat, das es bewegen kann, das es Gefühle anspricht und Träume, das es aufrühren kann, Protest anstacheln kann - das alles sind die Gründe weswegen Musikanten und Sänger früher geächtet waren. Sie lebten von keiner sichtbaren Arbeit. Sie waren gefährlich weil sie unkontrollierbare und unvorhersehbare, unsichtbar und nicht greifbare „Gefühle“ weckten, transportierten - sogar Kritik äusserten oder „unaussprechliches Verlangen“ wecken konnten.
Die Musik hat uns im übrigen auch das lesen gelehrt. Im Mittelalter wurden die Handschriften (mußten vor allem) laut gelesen werden. Diese Musik für den Geist sollte dich lätern, entspannen und wurde sogar als Medizin verschrieben.
Und wieso die No Angels jetzt bewundert werden, hat für mich nichts mit deiner Frage zu tun. Das war ne geniale Marketingstrategie. Das hat nichts mehr mit der Musik zu tun. Das ist ein reines Geschäft.
Musik kann ich übrigens auch nur „emotional“ begreifen und geniessen - denn spätestens wenn ich „mein“ Lied höre, schaltet mein Verstand einfach auf entspannen. Da analysiere ich nicht mehr herum, da geniesse ich. Es sei denn ich muss ein Lied interpretieren oder sonstwie auseinandernehmen.
Wenn du nun einem Fan erklärt dass die Tanten
genau nix können, wird er dann plötzlich kein Fan mehr sein?
Nein, denn ein FAN wird sich sowieso nix sagen lassen. Die anderen die das Geträller gut finden, werden dir vielleicht Recht geben. Aber das hat nichts mit Musik zu tun! Die Mädels vereinigen auch die auf sie projeziierten Wünsche und Träume der Teenies, die alle auch mal im Mittelpunkt stehen wollen.
Bestimmt nicht, hier handelt der Homo sapiens zutiefst
irrational. Die Musik (oder allgemeiner: Rhytmen) muß
irgendeine evolutionäre Rolle gespielt haben, sonst gäbe es
sie heute nicht. Ich sehe das leider von der nüchternen
anthropologischen Seite her.
Ich kann dir nur vorschlagen das du diese Seite mal ausschaltest und einfach Musik aufnimmst und fühlst. Mit nüchterner Analyse kann du die Minne nicht erklären, den Beatles Erfolg, was auch immer. Man kann messen, vergleichen, Statistiken auffahren - aber die Musik ist für mich ein Gefühl. Das ist schwer nüchtern zu betrachten. Vielleicht spielen ja auch mal Gefühle ne Rolle in der Evolution. Einfach nicht genau greifbar und analysierbar.
Ich hoffe ich konnte dir trotz meiner nicht analytischen Art im Umgang mit Musik helfen.
Grüsse
Helena