An alle, wie wichtig sind Braeuche? Ich haette gerne persoenliche Meinungen und eventuell auch vom psych. Standpunkt, ich denke da in etwas, wie vor Jahren die Wichtigkeit der Maerchen unterschaetzt wurde. Ab wann spricht man ueberhaupt von einem Brauch? In der Familie, bei einem Volk? Danke fuer Eure Meinungen. Angelika
Bräuche sind für mich ohne große Bedeutung, doch wenn ich mir so die Szene anschaue, dann sind diese extrem wichtig. Schau doch die Kirchen, die Vereine (egal zu welchem Thema) und Verbände an. Bald für jeden Krampf gibt es Vereine, die Bräuche pflegen, die zT längst überholt sind. Wer braucht zB heute noch einen Landsturm o.ä. (Bayerische Gebirgsschützen sollten mal vor den bösen Österreichern, Franzosen usw. die Heimat verteidigen).
Das Thema könnte man auswalzen. Darum höre ich auf.
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Hallo,
Ich
haette gerne persoenliche Meinungen und
… sollst Du haben…
ich finde, dass Braeuche, oder wie ich lieber sage „Rituale“ ziemlich wichtig sind.
Wobei ich Braeuche jetzt nicht auf Brauchtum und Schuetzenvereine reduziere, sondern eben meine, dass jeder Mensch immer und ueberall froh ist, bekanntes und vertrautes vorzufinden.
Kaum jemand hat doch die Energie staendig mit neuem umzugehen.
Und Braeuche (oder Rituale
) helfen einem, sich in gewohnten Bahnen zu bewegen.
Wenn ich mich so umschaue, sind doch die meisten Menschen auch staendig damit beschaeftigt, sich Rituale aufzubauen, um eben diese staendige Konfrontation mit neuem zu vermeiden; gutes Beispiel: Beziehungen. Ich denke, die meisten von uns schaetzen ueber kurz oder lang die vielen kleinen Sachen, die sich so eingebuergert haben und die man dann ganz schnell als gemeinsame Kleinigkeiten bezeichnet.
(Wobei ich Beziehungen nicht darauf reduzieren will…)
Oder auch einfach nur der gute „geregelte Tagesablauf“, der doch auch vieles einfacher macht…
Die Kirche zB war schon nicht dumm, ihre Veranstaltungen so sehr zu ritualisieren (und dann noch ein so maechtiges und zutiefts furchteinfloessendes Drumherum aufzubauen, aber das ist ein anderes Thema), um jahrhundertelang die Leute zu halten…
Hoffe, es ist in der Kuerze so einigermassen 'ruebergekommen, was ich meine…
greetinx
Christian
http://www.raum-im-netz.de/private
Ich habe auch sehr lange in meinem Leben Bräuche für etwas ziemlich verstaubtes und überholtes gehalten. Heute sehe ich das anders - meine Änderung entstand beim Begräbnis meiner Mutter, wo mir plötzlich klar wurde wie wichtig der Leichenschmaus für meinen Vater war - hier trifft man alte Bekannte tauscht sich über die Verstorbene aus, etc.
Seitdem sehe ich viele Bräuche genauer an und suche vor allem den meist verborgenen Sinn darin, ob der Brauch dann für einen persönlich wichtig ist kann man immer noch beurteilen.
Besonders schwierig finde ich es, die Bräuche fremde Kulturen zu verstehen - da braucht man schon ziemlich viel Wissen über die Geschichte dieser Kulturen.
Sicher gibt es aber auch Bräuche die total abzulehen sind, weil sie gegen die Menschenrechte verstoßen!!!
MfG
Christa
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Hallo Klaus
Wer braucht zB heute noch einen
Landsturm o.ä. (Bayerische
Gebirgsschützen sollten mal vor den bösen
Österreichern, Franzosen usw. die Heimat
verteidigen).
Ich finde es unpassend, über die Bräuche anderer zu motzen! Wenn niemand diesen Landsturm bräuchte, gäbe es ihn nicht (mehr) - aber anscheinend hat es da ja Mitglieder, oder? Denke lieber über DEINE Bräuche nach!
Bräuche, so denke ich, können eine eminent wichtige Funktion haben, wobei die Funktion nicht immer sogleich ersichtlich ist. Ich wurde beim Lesen der Postings an die Gestalt-Therapie erinnert, die versucht, in unerledigten „Geschäften“ die Gestalt zu schliessen: Bräuche schliessen oft die Gestalt. Was dabei für den einen wirklich unwichtig ist, ist für den anderen von grosser Bedeutung.
Urs Peter