Theorie des Familienstellens nach Bert Hellinger

Liebe Experten,

Durch ein Posting von Gunter hier in diesem Board bin ich auf

http://www.hellinger.com

gestossen. Diese Theorie ist mir völlig neu und ich bin ziemlich am Staunen. Mich würde nun einerseits interessieren, was Experten davon halten - das wirkt da ja schon regelrecht esoterisch und ich denke mal, das ist noch nicht doppelblindstudienmäßig wasser- und feuerfest durchverifiziert?

Mich würden auch Erfahrungsberichte sehr interessieren. Hat jemand mal so ein Seminar gemacht und wie war das so? Ist wirklich bei jemandem ein Symptom verschwunden, hat wirklich jemand - wie Gunter - einen verdrängten Vorfahren aufgestöbert von dem er vorher nix wusste?

Oder sollte ich lieber im Esoterik-Board die Frage posten?

Neugierige Grüsse

Pamela

authentisch: Ordnungen der Liebe
Hallo Pamela,

gleich vorne weg: ich bin KEIN Experte auf diesem Gebiet!

Ich habe im September und Oktober jeweils an einem Wochenende mitgemacht, im Oktober selbst aufgestellt. Ich wurde ständig als Familienmitglied aufgestellt (was ich schön fand), weil Männer eben in der Minderzahl sind.
Ich habe auch erst im Juni davon erfahren und ich zweifelte nie daran, dass da etwas dran ist. Denn dass mein Verhalten, meine Situation mit meiner Vergangenheit zu tun hat ist klar (glaub´ ich zumindest). Zu meiner Vergangenheit gehören meine Eltern etc. die ihre Verganenheit haben. Warum sollte das KEINE Auswirkung auf mich haben?

Wenn ich Leuten davon erzähle, werde ich gefragt, ob das sein könne, ob und wie das wirklich funktionieren könne, dass man in eine Rolle schlüpft und die Gefühle eines fremden Menschen fühlt. Auch wenn es um Situationen geht, die schon vor zig Jahren stattfanden.
Ja, das funktioniert. Sehr authentisch. Sehr heftig. Wenn man sich darauf einlässt.
Wie? Keine Ahnung.

Anyway, ich glaube, dass manche Dinge einfach nicht per Kopfarbeit geklärt werden können, auch gar nicht auftauchen können. Wie auch, wenn über Menschen oder Ereignisse aus der Vergangenheit nie geredet wurde, wenn es verschwiegen wurde.
Hier setzt die Familienaufstellung den Hebel an, indem sie schaut wo die „Ordnungen der Liebe“ -wie BH das so schön und treffend nennt- unterbrochen wurden oder aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Zum reinschnuppern kann ich Dir dieses Buch empfehlen:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426775638/qid…
habe ich mir erst danach gekauft, weil zufällig gesehen.
Es sind darin sehr anschaulich Aufstellungen beschrieben (mit Grafik), wie es abläuft etc.
Es ist natürlich etwas komprimiert zusammengefasst, stimmt aber mit meiner Erfahrungen. Es ist sehr schön für den Leser nachvollziehbar. Easy zu lesen.

das ist noch nicht
doppelblindstudienmäßig wasser- und feuerfest
durchverifiziert?

Kann ich wissenschaftlich nix zu sagen.
Ausser dass meine persönliche Verifikation äusserst positiv ausgefallen ist. Aber x-quer-über-eins iss ja nich repräsentativ, nicht?

Viel Spass beim Lesen.
Liebe Grüsse,
Thomas

Hi Pamela,

meine Geschichte, also das, was ich selbst real und ganz konkret erlebt habe in Zusammenhang mit diesem Thema, habe ich weiter unten gepostet. Leider kann ich Deinen Wunsch (per e-Mail an mich geschickt) nach weitergehenden Erfahrungen, besonders eigener Therapie-Erfahrung, nicht erfüllen. In Kontakt mit Hellingers Methode (Lehre ?) bin ich absolut zufällig durch einen Fernsehbeitrag (WDR ?) gekommen, das hat mich offensichtlich derart fasziniert, dass meine Frau mir dann dieses Buch über die Arbeit von B H geschenkt hat http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426870290/qid…

Hallo Thomas und ihr anderen,

Anyway, ich glaube, dass manche Dinge einfach nicht per
Kopfarbeit geklärt werden können, auch gar nicht auftauchen
können. Wie auch, wenn über Menschen oder Ereignisse aus der
Vergangenheit nie geredet wurde, wenn es verschwiegen wurde.

Das ist bis hierher alles richtig und doch denke ich, es ist schwierig, so eine Aufstellung ohne prof. Anleitung zu machen,
da auch ziemlich gefährlich, vor allem für Leute, die psych.
sensibel sind…und das sind fast alle, warum sollten sie sich sonst mit dem Thema beschäftigen?
Ich wäre damit eher vorsichtig. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen…natürlich auch unexpertisch gesprochen, nehmts nur als laienhaften Rat.

Herzliche Grüße
H.-D.

1 „Gefällt mir“

ja looogisch…
Hi H.-D.,

das war mir so selbstverständlich, dass man es NICHT im Do-It-Yourself-Stil macht, dass ich es nicht EXTRA erwähnt habe.
Möchte ich hiermit nachholen.
Danke dass Du es erwähnt hast.

Ciao,
Thomas

Hallo Thomas

Ich habe auch erst im Juni davon erfahren und ich zweifelte
nie daran, dass da etwas dran ist. Denn dass mein Verhalten,
meine Situation mit meiner Vergangenheit zu tun hat ist klar
(glaub´ ich zumindest). Zu meiner Vergangenheit gehören meine
Eltern etc. die ihre Verganenheit haben. Warum sollte das
KEINE Auswirkung auf mich haben?

DAS ist natürlich klar. Selbstverständlich hat die Familie und das vergangene Erleben einen Einfluss auf den Menschen. Darauf beruhen ja eh die meisten Therapien. Nur hier geht es ja über das hinaus, was in Gesprächtherapie oder Psychoanalyse im Allgemeinen Thema ist.

Wenn ich Leuten davon erzähle, werde ich gefragt, ob das sein
könne, ob und wie das wirklich funktionieren könne, dass man
in eine Rolle schlüpft und die Gefühle eines fremden Menschen
fühlt. Auch wenn es um Situationen geht, die schon vor zig
Jahren stattfanden.
Ja, das funktioniert. Sehr authentisch. Sehr heftig. Wenn man
sich darauf einlässt.
Wie? Keine Ahnung.

Eben DAS finde ich ja so irre! Irgendwie zeigt mir das, dass wir Menschen uns vom Grunde her SEHR ähnlich sind. Wenn es tatsächlich so ist, dass wir uns an einer bestimmten Stelle in einem bestimmten System genauso fühlen, wie derjenige den wir repräsentieren.

Anyway, ich glaube, dass manche Dinge einfach nicht per
Kopfarbeit geklärt werden können, auch gar nicht auftauchen
können. Wie auch, wenn über Menschen oder Ereignisse aus der
Vergangenheit nie geredet wurde, wenn es verschwiegen wurde.

Aber unterschwellig ist die Information darüber ja bei uns angekommen. Ich stimme Dir zu, dass man in gewissen Dingen mit Gegrübel und Analysieren nicht weiterkommt und da solche Rituale, wie vielleicht das Familienstellen, sinnvoller sind, um an die Themen ranzukommen.

das ist noch nicht
doppelblindstudienmäßig wasser- und feuerfest
durchverifiziert?

Kann ich wissenschaftlich nix zu sagen.
Ausser dass meine persönliche Verifikation äusserst positiv
ausgefallen ist. Aber x-quer-über-eins iss ja nich
repräsentativ, nicht?

Das sicher nicht, aber ich gebe mehr auf persönliche
Erfahrungen als so mancher Statistiker.:wink:
Subjektive Wahrheit ist auch eine Wahrheit.

Danke für den Lesetipp und
liebe Grüsse

Pamela

Hallo Pamela,

http://www.hellinger.com

ich habe die Seite nur mal überflogen, speziell den Text des Hr. hellinger zum Familienstellen.
Ich sehe es als Visualisierungsstrategie/Abstraktionshilfe, kurz ein Hilfsmittel zur Psychotherapie.

Diese Theorie ist mir völlig neu und ich bin
ziemlich am Staunen. Mich würde nun einerseits interessieren,
was Experten davon halten - das wirkt da ja schon regelrecht
esoterisch und ich denke mal, das ist noch nicht
doppelblindstudienmäßig wasser- und feuerfest
durchverifiziert?

Ich sehe nicht das esoterische. Was kommt Dir esoterisch vor ?
Wie andere Leute schon schrieben, hilft es im Einzelfall. Es ist also, so verstehe ich es auch, ein Hilfsmittel bei Psychotherapien. Genau wie nicht jedes Kopfschmerzmittel bei jedem anschlägt, wird auch dieses Hilfsmittel nicht immer funktionieren bzw. anwendbar sein.

jemand - wie Gunter - einen verdrängten Vorfahren aufgestöbert
von dem er vorher nix wusste?

Hab ich da was falsch verstanden ? Es geht ja wohl nicht um verdrängte Vorfahren, sondern um Handlungsweisen/Richtlinien die wir von (uns bekannten) Vorfahren (unbewußt) aufgeprägt bekommen haben.

Tschuess MArco.

Hallo Marco!

http://www.hellinger.com

ich habe die Seite nur mal überflogen, speziell den Text des
Hr. hellinger zum Familienstellen.
Ich sehe es als Visualisierungsstrategie/Abstraktionshilfe,
kurz ein Hilfsmittel zur Psychotherapie.

Ja, da stimme ich Dir zu.

Diese Theorie ist mir völlig neu und ich bin
ziemlich am Staunen. Mich würde nun einerseits interessieren,
was Experten davon halten - das wirkt da ja schon regelrecht
esoterisch und ich denke mal, das ist noch nicht
doppelblindstudienmäßig wasser- und feuerfest
durchverifiziert?

Ich sehe nicht das esoterische. Was kommt Dir esoterisch vor ?

Naja solche Phänomene z.B. (aus der besagten Site rauskopiert)
—schnipp—
Zum Beispiel hörte ein Amerikaner, der gerade deutsch lernte, während einer Aufstellung, in der er einen Vater vertrat, dauernd auf deutsch den Satz: „Sagen Sie Albert.“ Später fragte er den Klienten, ob ihm der Name Albert etwas sage. „Aber ja“, war die Antwort, „so heißen mein Vater und mein Großvater, und Albert ist mein zweiter Vorname.“

Ein anderer Stellvertreter, der in einer Aufstellung den Sohn eines bei einem Hubschrauberabsturz tödlich verunglückten Vaters vertrat, hörte dauernd die Rotorgeräusche eines Hubschraubers. Dieser Sohn war selbst einmal als Pilot eines Hubschraubers mit seinem Vater abgestürzt, überlebte aber mit seinem Vater. Natürlich braucht es ein hohes Einfühlungsvermögen und eine hohe Bereitschaft, von eigenen Vorstellungen abzusehen, bis so etwas gelingt, und der Therapeut muß vorsichtig sein, damit von den Stellvertretern nicht Phantasien als Wahrnehmungen ausgegeben werden. Dieser Gefahr können sowohl der Therapeut als auch die Stellvertreter um so leichter entgehen, je weniger Vorinformationen sie über die Familie haben.
----schnapp----

Ich finde es verblüffend, das ein mir wildfremder Mensch, der in einer Aufstellung z.B. meinen Vater vertritt, wahrnehmen kann, wie mein Vater heißt. Das wäre ja sowas wie Gedankenübertragung.

jemand - wie Gunter - einen verdrängten Vorfahren aufgestöbert
von dem er vorher nix wusste?

Hab ich da was falsch verstanden ? Es geht ja wohl nicht um
verdrängte Vorfahren, sondern um Handlungsweisen/Richtlinien
die wir von (uns bekannten) Vorfahren (unbewußt) aufgeprägt
bekommen haben.

Da musst Du genauer lesen.:wink: Mit dieser Methode ist es anscheinend möglich, zu erkennen, dass es jemanden in der Familie gibt, der „verdrängt“ wurde:

----schnipp----
Oder wenn alle Stellvertreter in die gleiche Richtung schauen, weiß er (der Therapeut) sofort, daß vor ihnen eine Person stehen muß, die vergessen oder ausgeklammert wurde, zum Beispiel ein früh verstorbenes Kind oder ein früherer Verlobter der Mutter, der im Krieg fiel. Dann fragt er den Klienten, wer das sein könnte, und stellt die Person in das Bild, bevor irgendeiner der Stellvertreter etwas gesagt hat.
----schnapp----

Es werden Fälle beschrieben, wo es sich eben um dem Klienten UNbekannte Vorfahren handelt, die sein Leben beeinflussen:

—schnipp-----
Vor kurzem hat mir eine Bekannte von einer Frau berichtet, deren Vater Jude war, der das aber vor seinen Kindern verheimlicht hat, auch indem er alle taufen ließ. Sie hat es von ihm erst kurz vor seinem Tod erfahren. Dabei erfuhr sie auch, daß ihr Vater noch zwei Schwestern hatte, die in einem Konzentrationslager umgekommen sind. Diese Frau hatte hintereinander mehrere Berufe. Erst war sie Bäuerin, und dann hat sie alte Möbel restauriert, bevor sie ihren jetzigen therapeutischen Beruf ergriff. Als sie nun nachforschte, um mehr über die Lebensumstände ihrer toten Tanten zu erfahren, kam ans Licht, daß die eine einen Bauernhof führte, und die andere einen Antiquitätenladen. Ohne darum zu wissen, war sie beiden durch ihre Berufe nachgefolgt und hat sich so mit ihnen verbunden.
—schnapp----

Grüßli
Pamela

Hi Pamela,

Eben DAS finde ich ja so irre! Irgendwie zeigt mir das, dass
wir Menschen uns vom Grunde her SEHR ähnlich sind. Wenn es
tatsächlich so ist, dass wir uns an einer bestimmten Stelle in
einem bestimmten System genauso fühlen, wie derjenige den wir
repräsentieren.

Gell dass isses wirklich

Aber unterschwellig ist die Information darüber ja bei uns
angekommen.

Interessant gell: man weiss nicht, dass etwas geschehen ist, trotzdem ist irgendetwas davon bei uns präsent und hat Auswirkungen.
Sehr spannend das herauszubekommen.

aber ich gebe mehr auf persönliche
Erfahrungen als so mancher Statistiker.:wink:

Statistik in Zusammenhang mit meiner Person interessiert mich auch eher wenig.

Subjektive Wahrheit ist auch eine Wahrheit.

Ich glaube, es ist wahr.

Das wissenschaftliche Zeugs iss schon auch irgendwie interessant, eben so rein Wissen-mässig. Mir isses letztendlich aber egal was dabei herauskommt. Ich habe es ja erlebt und erfahren was es bewirken kann.

Das habe ich in meinem ersten Posting gar nicht gesagt: Auch das aufgestellt-werden ist eine tolle Erfahrung und Bereicherung.
Auch das zugucken/dabeisein.

Liebe Grüsse,
Thomi

PS: Im Frühjahr werde ich wieder teilnehmen.

Hi Thomas!

Das wissenschaftliche Zeugs iss schon auch irgendwie
interessant, eben so rein Wissen-mässig.

*lol*!!

Das habe ich in meinem ersten Posting gar nicht gesagt: Auch
das aufgestellt-werden ist eine tolle Erfahrung und
Bereicherung.
Auch das zugucken/dabeisein.

Das glaube ich Dir gerne! Vielen Dank für Deine Erfahrungsberichte!

Liebe Grüsse
Pamela