hallo experten
ich habe an dieser stelle eignetlich keine direkten fragen an euch… es sind nur gedankengänge, die mich beschäftigen.
vor ein paar tagen hat ein mensch, zu dem ich jeden tag indirekten kontakt hatte (mein vermieter, besitzer eines geschäftes in meinem mietshaus) den freitod gewählt. das habe ich heute auch erst aus der zeitung erfahren…
man hat halt oft geplaudert, dort eingelauft, er hat mir oft die post hochgebracht, hat mir jeden morgen die tageszeitung umsonst in dne briefkasten geteckt, usw… man kannte sich halt… ist ja auch egal…
am tag seines frei gewählten todes hat er mir mittags noch ein paket, das fuer mich angekommen war, hochgebracht. das war das letzte mal, dass ich ihn gesehen habe.
was mich aber jetzt gedanklich mehr beschäftigt sind solche fragen wie "was geht in einem menschen vor, der nur noch diesen ausweg sieht? kann jemand noch rational denken? weiss er, was er tut? was fühlt und denkt dieser mensch, wenn er selber genau weiss, dass das das letzte mal ist, dass man die treppen hochgeht, dass man einen menshen sieht - auch wenn man ihn nur flüchtig kennt… wie nimmt so ein mensch abschied? was ging in ihm vor? was sind die gruenden? wie hat er sich gefühlt?
ich habe mich z.b. auch gefragt, ob er an dem tag anders war als sonst… meine antwort: eigentlich nicht… höchstens kurz angebundne und ruckzuck wieder weg…
naja… auf diese fragen wird es kaum antwort geben. es ist eine sache, die sich wohl nicht erklären lässt… ausserdem wird jeder mensch in der situation anders fühlen, denken und handeln. oder gibt es da doch ein grundlegendes handlungs- und denkschema, was bei allen gleich ist?
gerade diese todesart macht mir probleme, wirft so viele fragen auf, klingt so sinnlos.
im übrigne frage ich mich, wieso mich das thema so beschäftigt… dass ich dadrueber nachdenke, wie er sich gefühlt haben muss etc… es ist nicht unbedingt ein übergrosses gefühl der trauer, es sind vielmehr die o.g. fragen, die mir durch den kopf schiessen.
bei einer person, die einem nahesteht, sind diese gedankengänge logisch. aber es war halt nur ein mensch von vielen, zu denen man den alltäglich mehr oder weniger flüchtigen kontakt hatte.
zugegebenermassen war er eine äusserst liebenswerte, sympathische und gutmütige person, die man nicht so schnell ein 2.mal trifft.
), zog mein bestes Nachthemd an und ging zu Bett.