Regenwasser

Von: , Frage gestellt am Sa, 15. Jan 2000

Hallo,

ich befaße mich beruflich seit einiger Zeit mit der Thematik Regenwasser (speziell Regenwasser von Metalldächern) und kann dazu folgendes sagen:

Regenwasser und vorallem Regenwasserspeicher (Sedimente) enthalten Schwermetalle!!! in nicht zu vernachlässigender Konzentration.

Dieses geht aus vier unabhängigen Berichten bzw. Studien hervor(EAWAG news 1/98 - Regenwasser auf neuen Wegen); (Wasser & Boden 11/94 - Regenwassernutzung, ein Beitrag zum Gewässerschutz oder eine Gefährdung für die Sicherheit unserer Wasserversorgung);(SuG 40/97 - Bilanzierung des Stoffeintrags aus Niederschlagabflüssen in Entwässerungssysteme) und eine Studie aus der Schweiz über Meteorwässer, bei uns in der BRD auch Regenwasser genannt, über den "Verbleib von Schwermetallen bei unterschiedlichen Konzepten der Siedlungsentwässerung".

Als Fazit der Studien von Regenwasser von Normal, Kupfer und Zinkdächern sowie deren Zubehör (Dachrinnen und sonstiges) geht u.a. hervor:

- Schwermetalle Cadmium, Kupfer, Blei und Zink erweisen sich als die kritischsten Metalle in den Regenabwässern.

arithmet Mittel in Mikrogramm/Liter im Regenwasser Cd 2,6 ; Cu 12, Pb 43; Zn 89
Im Dachablaufwasser sind folgende Verhältnise zu finden:
Cd 0,61; Cu 446; Pb 85; Zn 5589
(alles natürlich Relativwerte!!)
Die ermittelten Werte beziehen sich auf die Gesamtdauer eines Regenereignisses und nicht auf den "first-flush", der ja bekannter Weise höhere Konzentrationen enthält.

- "Angesichts der dargestellten Abhängigkeiten von Stoffeinsatz und -umsatz und der damit einhergehenden Anreicherung in der Umwelt ist bereits heute ein Handlungsbedarf abzuleiten".


Ich könnte jetzt noch mehr aus diesen Studien auflisten, die übrigens auch Regenwasser von Straßenablaufwasser behandeln, welches deutlich kritischer zu betrachten ist. Das würde aber den Rahmen sprengen.

Vielleicht ergibt sich ja noch auf diesem "Brett" eine interessante Diskussion.

Viel Spaß

Peter

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Minuten hilfreich
    Falschen Autor ausgewählt

    Entschuldigung, sollte unter Filtergranulate erscheinen.

  2. Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
    Re: Regenwasser

    Hallo Peter!

    Metalldächer!!!

    Welcher normale Mensch lebt unter einem Metalldach?
    99,9% der Bundesbürger leben wohl unter Zement, Ton oder sonstigen Dachziegeln.


    Und von wem wurden denn die Untersuchungen durchgeführt? Von Trinkwasserversorgern?

    Die raten auch bei uns davon ab, Regenwasser zu nutzen. Was anderes sollten sie auch tun?
    Ich habe es schon mal geschrieben, die Panikmache geht soweit, daß in einem Kindergartenneubau die Regenwassernutzung für die Toiletten verboten wurde, weil man befürchtete, die Kleinen könnten das Wasser aus den Toilettenbecken trinken. Nicht etwa die Kolibakterien sind dort die Gefahr, sondern das Regenwasser!!!!
    Von einem namhaften Architekten wurde uns prophezeit, unsere Waschmaschine würde den Geist aufgeben. Sie läuft seit Jahren.

    Unsere Wäsche ist immer noch ohne Löcher oder zeigt andere Auflösungserscheinungen.
    Wichtig an diesen Untersuchungen ist wohl, wo sie durchgeführt wurden.
    Gruß Werner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
      Re^2: Regenwasser

      Hallo Werner

      gegen eine Nutzung als Grauwasser ist überhaupt nichts einzuwenden. Deiner Wäsche wird auch weiterhin nichts passieren. Und Panikmache soll hier schon garnicht betrieben werden.

      Das aber aufgrund unserer fortschrittlichen Zivilisation unser Umfeld und damit auch die Umwelt irgendwann kaputt geht wenn wir so weiter machen, ist nicht von der Hand zu weisen. Der oder die letzten, die überbleiben, werden es dann schon ausbaden müssen wenn sie noch können. Das sind dann eben unsere Kinder oder Enkel oder .... (aber es wird nicht nur das belastete Regenwasser sein)

      In den Studien geht es um Gesamtmetallfrachten in der BRD, Östereich und Schweiz, die sich im Vorfluter (Flüße), Klärschlamm, Versickerungsschächten, Muldenversickerungen und vorallem Sedimenten in Regenwassersammelbehältern aufkonzentrieren oder diffus im Oberflächenwasser verteilen.

      Die Insider bei den Regenwassernutzern wissen jedoch spätestens seit der Publikation von Moll (1990), dass Bodenschlamm in Regenwasserspeichern erhebliche Metallkonzentrationen birgt und auf den Dächern (alle Dächer) doch mehr versteckt ist, als bei der Toilettenspülung mit Regenwasser zu sehen ist.

      Desweiteren wird vom ATV ein neues Merkblatt erscheinen aus dem hervorgeht, dass Metalldächer kleiner 50 m2 nicht genehmigungsbedürftig sind und für Dächer größer 50m2 eine wasserechtlche Genehmigung erteilt werden muss. Vertreter der einzelnen Sparten sind dort schon vorstellig geworden, um dieses Merkblatt zu entschärfen, wurde wohl wegen unzureichernder Fakten nicht umgesetzt.

      Weiterhin hat das Umweltbundesamt beim Fraunhofer-Institut eine Studie über eine nachhaltige Regenwassernutzung in Auftrag gegeben welche als Fazit fordert, wie mir mein dortiger Ansprechpartner sagte: Generelles Verbot von Buntmetallen auf Dächern (auch Regenrinnen und Fallrohre) und am besten auch keine Metalle mehr in der Hausinstallation. Finde ich persöhnlich aber auch schwachsinnig.


      Weiterhin wünsche ich dir für die Zukunft wenig Grauschleier in deiner Wäsche und viel Erfolg mit deiner kontrollierten Regenwassernutzung.

      Peter [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
        Re^3: Regenwasser


        Na, für wen arbeiten wir denn?

        Gruß Werner

        • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
          keine Panik

          Hallo Werner,

          ich arbeite weder für das Umweltbundesamt noch für den ATV. Ich bin Hersteller eines patentierten Filtergranulates für Grundwassersanierung und Abwasserreinigung.

          Durch Publikationen sind Hersteller von Zink- und Kupferdächern (in allen Variationen und Legierungen) auf mich zugekommen, da durch die Unteren Wasserbehörden bereits ein Zinkdachprojekt (4.000 m2) abgelehnt wurde. Die Problematik ist allen bekannt, gescheite Reinigungsmöglichkeiten gab es aber bisher nicht.

          Daraufhin wurde von mir eine Regenwassereinigungsanlage mit Filtergranulat konstruiert, welche in diesen Tagen in einem aktuellen Fall in Betrieb geht. Das Regenwasser kann dann versickern und SM verteilen sich nicht diffus im Untergrund.

          Der Unterschied zwischen Zink und Kupferdächern ist der, dass Regenwasser von Zinkdächer kontinuierlich gereinigt werden muss, von Kupferdächern jedoch diskontinuierlich, da nur diese beim "First-Flush" erhöhte SM-Konzentrationen freisetzen.

          Konzentrationen beim FF
          Zink: ca. 20 mg/l
          Kupfer: ca. 5 mg/l

          Für Hobbygärtner spielt die Thematik natürlich keine große Rolle. Ich möchte nochmal betonen, dass die Gesamtfrachten in der BRD beobachtet werden. Und da z.B. in den Klärschlämmen steigende Konzentrationen der SM gefunden wurden, läst sich ein Handlungsbedarf hieraus ableiten.

          Seitdem ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, finde ich aufeinmal zuhauf Metalldächer, denen ich früher nie Beachtung geschenkt habe, da ich die Problematik nicht kannte.

          UND:
          einige Lutschbonbons enthalten Zink und Kupferkonzentrationen (physiologische Grunde), die deutlich höher seien können als die Metallfracht bei einem Regenereignis
          (alles relativiert sich wieder)

          Generell sollte der Artikel aber unter dem Thema "Filtergranulate" erscheinen. Ich wollte dem Jörg antworten, der ja ein solches sucht. Leider habe ich den falschen Autor erwischt und so ein neues Themengebiet eröffnet.


          Gruß

          Peter




          Na, für wen arbeiten wir denn?

          Gruß Werner

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Regenwasser


        Ich werde in Zukunft das Regenwasser von meinem Dach sammeln, und als Giftmüll entsorgen lassen.
        Gott Sei Dank ist jetzt Winter. Da kann ich nämlich den Schnee aus Dach und Garten sammeln, um ihn der Giftmüllbehandlung zuzuführen!

        Harald

        P.S.: Man sollte vielleicht die Kirche im Dorf lassen. Hallo,

        ich befaße mich beruflich seit einiger
        Zeit mit der Thematik Regenwasser
        (speziell Regenwasser von Metalldächern)
        und kann dazu folgendes sagen:

        Regenwasser und vorallem
        Regenwasserspeicher (Sedimente) enthalten
        Schwermetalle!!! in nicht zu
        vernachlässigender Konzentration.

        Dieses geht aus vier unabhängigen
        Berichten bzw. Studien hervor(EAWAG news
        1/98 - Regenwasser auf neuen Wegen);
        (Wasser & Boden 11/94 -
        Regenwassernutzung, ein Beitrag zum
        Gewässerschutz oder eine Gefährdung für
        die Sicherheit unserer
        Wasserversorgung);(SuG 40/97 -
        Bilanzierung des Stoffeintrags aus
        Niederschlagabflüssen in
        Entwässerungssysteme) und eine Studie aus
        der Schweiz über Meteorwässer, bei uns in
        der BRD auch Regenwasser genannt, über
        den "Verbleib von Schwermetallen bei
        unterschiedlichen Konzepten der
        Siedlungsentwässerung".

        Als Fazit der Studien von Regenwasser von
        Normal, Kupfer und Zinkdächern sowie
        deren Zubehör (Dachrinnen und sonstiges)
        geht u.a. hervor:

        - Schwermetalle Cadmium, Kupfer, Blei und
        Zink erweisen sich als die kritischsten
        Metalle in den Regenabwässern.

        arithmet Mittel in Mikrogramm/Liter im
        Regenwasser Cd 2,6 ; Cu 12, Pb 43; Zn 89
        Im Dachablaufwasser sind folgende
        Verhältnise zu finden:
        Cd 0,61; Cu 446; Pb 85; Zn 5589
        (alles natürlich Relativwerte!!)
        Die ermittelten Werte beziehen sich auf
        die Gesamtdauer eines Regenereignisses
        und nicht auf den "first-flush", der ja
        bekannter Weise höhere Konzentrationen
        enthält.

        - "Angesichts der dargestellten
        Abhängigkeiten von Stoffeinsatz und
        -umsatz und der damit einhergehenden
        Anreicherung in der Umwelt ist bereits
        heute ein Handlungsbedarf abzuleiten".


        Ich könnte jetzt noch mehr aus diesen
        Studien auflisten, die übrigens auch
        Regenwasser von Straßenablaufwasser
        behandeln, welches deutlich kritischer zu
        betrachten ist. Das würde aber den Rahmen
        sprengen.

        Vielleicht ergibt sich ja noch auf diesem
        "Brett" eine interessante Diskussion.

        Viel Spaß

        Peter

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: Regenwasser

        Weiterhin hat das Umweltbundesamt beim
        Fraunhofer-Institut eine Studie über eine
        nachhaltige Regenwassernutzung in Auftrag
        gegeben welche als Fazit fordert, wie mir
        mein dortiger Ansprechpartner sagte:
        Generelles Verbot von Buntmetallen auf
        Dächern (auch Regenrinnen und Fallrohre)
        und am besten auch keine Metalle mehr in
        der Hausinstallation. Finde ich
        persöhnlich aber auch schwachsinnig.
        Also ich finde das ganz in Ordnung. Wenn ich die Ergebnisse aus dem ersten Artikel richtig interpretiere (5,6 mg Zn/l als Mitttel bei Regenwasser vom Dach, nur 89 µg Zn/l im Regen), dann fällt mir aber auch nichts besseres mehr ein, als die verzinkte Rinne abzuschaffen. Besonders umweltfreundlich war der Werkstoff ja sowieso nie, wenn man an die Verzinkereien denkt. Ich meine, den Regen können wir ja schlecht abdrehen, also muß darf er keine Gelegenheit erhalten, Schwermetalle aufzulösen.
        Eventuell läßt sich sowas mit eine eloxierten Aluminiumrinne machen, was die Installationen im Haus betrifft, ist man da eh schon weitgehend auf Plastik umgestiegen.

        Wo ich allerdings noch nicht mitgekommen bin: Welche Fragestellungen hättest Du gerne auf Basis Deiner Hintergrundinformationen diskutiert?

        beste Grüße Markus

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: Regenwasser und saurer Regen

          Hi! ...den Regen können wir ja schlecht abdrehen, also muß/
          darf er keine Gelegenheit erhalten, Schwermetalle aufzulösen.
          Da bringst du mich auf den Gedanken an den sauren Regen. Zink ist ja besonders empfindlich gegenüber Säuren, wenn ich mich recht entsinne. Insofern trägt das Zink nur zum Teil Schuld, den Rest verschärfen wir selbst durch unsern sauren Regen. Und das wiederum spricht für eine Vorbeugung, die sich nicht nur auf einzelne Variablen konzentriert, sondern das komplexe System hinterfragt.

          Tschuess, Sven.

          P.S.: Wo ich allerdings noch nicht mitgekommen bin: Welche
          Fragestellungen hättest Du gerne auf Basis Deiner
          Hintergrundinformationen diskutiert?
          schmunzeln muß.

          • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
            Re^5: Regenwasser und saurer Regen

            Hallo alle zusammen!!!

            Mir wird gleich schlecht!
            Verzinkt ist keine Dachrinne, sondern aus Zinkblech!

            Dann zu den Kupferdachrinnen. Was, um Gottes Willen, habt Ihr denn alle für Trinkwasserleitungen????
            Sind das nicht alles Kupferleitungen????
            Himmel noch mal, hier redet jeder wie ein Experte, nur wissen die meisten nicht, wovon.
            Kommt jetzt nicht damit, dieses Kupfer ist ein spezielles, umweltschonendes.
            Habt Ihr Bleirohre, da sind schon die alten Römer an verreckt.
            Verzinkte? Zink??

            Nur Holzrohre oder Plastikrohre kämen da noch in Frage!

            Gruß Werner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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