Antwort von
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Re^2: Sinnvolles Lüften / es geht !
Hallo!
Ich horchte nicht schlecht als meine Mutter dieser Tage mit fast derselben Meldung anrückte:
Im MDR-Fernsehen ist vor wenigen Tagen in der Sendung "Einfach genial" eine Kellerlüftungstechnik gelobt worden.
Ich hab nachgesehn:
Entscheidender Unterschied und in meinen Augen das Lob wert:
Diese Lüftungssysteme "steuern den Zustrom der Außenluft in Abhängigkeit der Temperatur und der Feuchte der Außenluft und der Oberflächentemperatur der Umfassungsflächen des Raumes."
[http://www.bautrag.de/steuerungen/]
Na also, mein Reden, nee :-), nicht meins, die bauphysikalischen Zusammenhänge hab ich mir irgendwo angelesen.
Gedacht scheint das aber fürs Facilitymanagement, nicht für den kleinen Privatmann. Der sollte ohne Automatik auskommen, denn die Steuerungen "sind kein Ersatz für defekte Bauwerksabdichtungen und unzureichende Wärmedämmung, sie können jedoch wesentlich zum Erfolg der Trockenlegung beitragen." [a.a.o.]
Tschuess, Sven.
Wie es sich anhört, kann das Gerät ausschließlich zu einer
bestimmten, programmierten Zeit das Fenster öffnen und wieder
schließen.
Für sinnvolles Lüften reicht das nicht aus, weil der Zeitpunkt
und die Dauer notwendigen Lüftens von verschiedenen, laufend
wechselnden Bedingungen abhängen.
1. Je nachdem, wieviel Personen sich wie lange im Raum
aufgehalten haben, ob sie dabei heißen Tee oder kalte Milch
getrunken haben, ob heute die Waschmaschine lief oder nicht
etc. ist eine völlig verschiedene Menge an Feuchtigkeit
angefallen.
2. Je nachdem, wie hoch die Temperatur im Raum ist, schwankt
(bei selber Wassermenge) die relative Luftfeuchte erheblich.
3. Je höher die Temperaturdifferenz zwischen Raum- und
Außenluft ist, desto kürzer muß gelüftet werden, weil die sich
erwärmende Kaltluft von draußen dann mehr Feuchtigkeit
abtranportieren kann.
4. Gleichzeitig ist die Differenz Luftfeuchtigkeit von außen
und und innen zu berücksichtigen, weil natürlich Luft mit
hoher relativer Feuchte weniger zusätzlich transportieren
kann.
5. Die Temperaturverteilung im Zimmer ist zu berücksichtigen:
Wenn es besonders kalte Stellen gibt (z.B. Fußboden
Erdgeschoßwohnung) droht gerade an diesen Stellen rasch eine
Kondensation von Feuchtigkeit.
6. Die wechselnde Geschwindigkeit des Luftwechsels muß
berücksichtigt werden. Wenns zieht, muß kürzer gelüftet
werden.
7. Es ist sinnvoller, gleichzeit alle Fenster komplett zu
öffnen, um möglichst auf einen Schlag die gesamte Raumluft
auszutauschen, anstatt per Ankippen nur geringe
Frischluftmengen einzulassen, die sich unnötig mit der
Raumluft vermischen, dadurch wieder hinausgespült werden,
bevor sie die volle Feuchtigkeit aufgenommen haben.
bei Abwesenheit:
8. Es erscheint es mir unnötig, während der Abwesenheit
großartige Lüftungsprogramme laufen zu lassen, denn
Feuchtigkeit ensteht vor allem bei Anwesenheit von Personen.
bei Anwesenheit
9.a) Viele Menchen wissen nur wenig über solche Zusammenhänge
und lüften deshalb falsch. Dann ist aber zu befürchten, daß
sie auch die Technik falsch programmieren würden.
9.b) Diejenigen, die über solche Zusammenhänge Bescheid
wissen, sind besser als die Technik in der Lage, das Lüften
den wechselnden Bedingungen anzupassen. Meist ist es viel
unkomplizierter, ein Fenster auf- und zuzumachen, als laufend
für jedes Zimmer am Programmierpult zu sitzen.