Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

Von: , Frage gestellt am Do, 13. Sep 2007

Ich höre immer "Die sind nicht gefährlich" und alle möglichen Argumente Gegen Gegenargumente der Wiederansiedlung.

Gibts auch wirklich Pro-Argumente?

Was nützt es der einheimischen Tierwelt (oder Pflanzenwelt), wenn plötzlich ein paar Bären oder Wölfe durch die Wälder schleichen?


Nick

33 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

    Ich höre immer "Die sind nicht gefährlich" und alle möglichen
    Argumente Gegen Gegenargumente der Wiederansiedlung.
    Gibts auch wirklich Pro-Argumente?
    Was nützt es der einheimischen Tierwelt (oder Pflanzenwelt),
    wenn plötzlich ein paar Bären oder Wölfe durch die Wälder
    schleichen?
    Bei der dichten Besiedelung in Deutschland werden zumindest die Bären die Nahrungsangebote in den Siedlungen nutzen. Unsere Spassgesellschaft wird das Füttern entdecken. Damit wird es auch zunehmend zu gefährlichen Zwischenfällen kommen. Bären und Wölfe fürchten den Menschen aufgrund der jahrtausendelangen Verfolgung. Wenn erst mal viele Generationen ohne Verfolgung d.h. unter Schutz vor dem Menschen leben, wird die Scheu vor dem Menschen verschwinden. Dann werden zunehmend Kinder und auch Erwachsene als Beute betrachtet werden.
    Ich gehe davon aus, hier heftigen Widerspruch zu erhalten.
    Udo Becker

    • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

      Hallo Udo, Dann werden zunehmend Kinder und auch Erwachsene als Beute
      betrachtet werden.
      In Norditalien wühlen bereits Wölfe im Hausmüll. Dabei kommt es nicht zu Zwischenfällen und es werden auch kleine Kinder nicht als Beute betrachtet. Wölfe werden erst gefährlich, wenn sie wegen monatelanger geschlossener Schneedecke nichts mehr zu fressen finden. Das ist bei der derzeitigen Klimaentwicklung nicht zu befürchten. Für einzelne kranke Tiere würde ich meine Hand nicht in Feuer legen, aber gesunde Wölfe werden auch im Wald spielende Kinder nicht als Beute betrachten, solange sie nicht vollkommen ausgehungert sind.
      Bären neigen da eher mal zu einer Atacke, wenn sie sich bedroht fühlen oder erschreckt werden. Hier gilt es einfach Verhaltensregeln zu lernen. In Rumänien gibt es recht viele Bären. Die Erfahrung der Leute dort mit den Bären ist überwiegend positiv.
      Im Übrigen gibt es einige indonesische Inseln, auf denen der Komodowaran lebt. Dieser Waran ist ein gefährliches Raubtier von 3m Länge und tötet große Tiere mit einem Biss (Bakteriencocktail und evtl Gift). Trotzdem spielen dort die Kinder mit den Waranen und füttern sie mit Fischabfällen. Die Tiere sind sehr intelligent und es ist erst ein einziger Fall bekannt geworden, bei dem ein Kind getötet wurde. Notwendige Gliedmaßenamputationen nach Bissatacken auf Kamerateams gab es auch schon. Trotzdem leben die Menschen dort friedlich mit den Waranen zusammen. Die Einheimischen kennen sich im Umgang mit diesen tieren aus und haben deshalb keinerlei Probleme.

      Mit freundlichen Grüßen
      Tilo

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

        In Norditalien wühlen bereits Wölfe im Hausmüll. Dabei kommt
        es nicht zu Zwischenfällen und es werden auch kleine Kinder
        nicht als Beute betrachtet. Wölfe werden erst gefährlich, wenn
        sie wegen monatelanger geschlossener Schneedecke nichts mehr
        zu fressen finden. Das ist bei der derzeitigen
        Klimaentwicklung nicht zu befürchten. Für einzelne kranke
        Tiere würde ich meine Hand nicht in Feuer legen, aber gesunde
        Wölfe werden auch im Wald spielende Kinder nicht als Beute
        betrachten, solange sie nicht vollkommen ausgehungert sind.
        Bären neigen da eher mal zu einer Attacke, wenn sie sich
        bedroht fühlen oder erschreckt werden. Hier gilt es einfach
        Verhaltensregeln zu lernen. In Rumänien gibt es recht viele
        Bären. Die Erfahrung der Leute dort mit den Bären ist
        überwiegend positiv.
        Du beschreibst aber den Ist- Zustand, wo die Tiere den Menschen meiden, weil sein Geruch als gefährlich gilt. Diese Fucht schwächt sich aber mit der Zeit wahrscheinlich ab, wenn der Mensch nur immer ausweicht, aber nicht auch mal verfolgt, sprich gelegentlich Tiere schießt.
        Udo Becker
        Udo

        • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

          Hallo Udo, Du beschreibst aber den Ist- Zustand, wo die Tiere den
          Menschen meiden, weil sein Geruch als gefährlich gilt. Diese
          Fucht schwächt sich aber mit der Zeit wahrscheinlich ab, wenn
          der Mensch nur immer ausweicht, aber nicht auch mal verfolgt,
          sprich gelegentlich Tiere schießt.
          die Wölfe, die in Norditalien im Hausmüll nach Fressbarem suchen, sind erst in den letzten Jahren wieder dort heimisch geworden. Man schießt nicht auf sie. Trotzdem haben sie noch keinen Menschen verletzt.
          Es ist eben nicht so, dass Menschen als Futter angesehen und angegriffen werden, weder von Wölfen noch von Bären. Anderslautende Aussagen sind Märchen. Das Problem, weshalb Raubtiere ausgerottet wurden, sind die Tiere auf der Weide. Diese sind nach wie vor gefährdet. Dafür gibt es aber Lösungen, die in den Alpen bereits von einigen Tierhaltern erfolgreich praktiziert werden.
          Das Hausmüllproblem zwingt eben zu der äußerst unbequemen Aufgabe, die Mülltonnen zu sichern. Da ist es doch viel einfacher, diese blöden Viecher abzuknallen. In Deutschland würden die Medien mit ein paar Schauermärchen gefüttert. Der durchschnittlich dumme Deutsche glaubt daran und schreit nach Abschuß. Das ist wie mit dem zu langen Apfelzweig, von dem aus ein Apfel auf den gepflegten "Unkraut"-freien 3cm-Rasen des Nachbarn fällt. Leider muß man den Apfelbaumbesitzer aufwendig verklagen, erschießen wäre viel einfacher.


          Mit freundlichen Grüßen
          Tilo

          • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

            Die Wölfe, die in Norditalien im Hausmüll nach Fressbarem
            suchen, sind erst in den letzten Jahren wieder dort heimisch
            geworden. Man schießt nicht auf sie. Trotzdem haben sie noch
            keinen Menschen verletzt.
            Du beschreibst wieder den Ist- Zustand: Mein Einwand war die Entwicklung der nächsten 20 Generationen von Bär und Wolf, wenn der Mensch nicht mehr als gefährlich sondern zunehmend als Beute angesehen wird.
            Udo Becker

            • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

              Hallo Udo, Du beschreibst wieder den Ist- Zustand: Mein Einwand war die
              Entwicklung der nächsten 20 Generationen von Bär und Wolf,
              wenn der Mensch nicht mehr als gefährlich sondern zunehmend
              als Beute angesehen wird.
              ich weiß nicht, wie lange es die Wölfe dort in Norditalien schon gibt. Wenn sie nach 20 Generationen so viele geworden sind, dass sie zur Plage werden, dann wird man möglicherweise ein paar abschießen. Das die Wölfe aber Menschen anfallen, ist völliger Unsinn. Wölfe fressen unter anderem Mäuse und Heuschrecken. Natürlich versuchen sie auch an größere Beute zu kommen. Dort stehen aber kranke und junge Tiere auf dem Speiseplan. An schwierige Beute, wie ausgewachsene größere Tiere und evtl auch Menschen wagen sich Wölfe erst, wenn sie z.B. wegen monatelanger geschlossener Schneedecke fast verhungert sind. Das gibt es in unseren Breiten nicht. Lieber plündern sie Mülltonnen. Das ist einfacher und für die Tiere mit vermeintlich weniger Gefahr verbunden. Es ist kein einziger Fall belegt, bei dem ein Mensch (Kind) von einem Wolf angegriffen wurde. Auch ein kranker hungriger Fuchs ist durchaus in der Lage ein Kind zu töten. Fuchs und Wolf sind in ihrem Verhalten vergleichbar.
              Übrigens werden auch die Kommodo-Warane nicht gejagt. Sie haben keine Scheu vor dem Menschen. Deren Hauptnahrung sind Ziegen und Wildschweine und zwar ausgewachsenen Tiere. Menschen gehören nicht zu deren Beute.
              Tiere sind nicht dumm. Sie wissen, dass es sinnvoller ist, mit dem Menschen zusammenzuleben.
              Ein Freund von mir war mit dem Zelt in Kanada unterwegs. Er ist dabei einem Bären begegnet. Der Bär hat sich ohne Scheu von seinen Essensvorräten bedient und ist wieder abgezogen. Mein Freund hat es dabei nicht auf einen Streit um das Essen ankommen lassen. Als Verhaltensregel empfielt man dort Menschen in der Wildnis, sich ein Glöckchen um den Hals zu hängen. Dadurch wird man von Bären rechtzeitig wahrgenommen und es kommt nicht zu einer direkten Begegnung.
              Versuche Dich in reellen Quellen über Wolf und Bär zu informieren, nicht in Massenmedien, bei denen es nur um Auflagen oder Quoten geht.
              Solange hier keine Tiger angesiedelt werden sollen, haben wir nichts zu beführchten. Wir alle müssen wieder lernen, mit der Natur zu leben.

              Mit freundlichen Grüßen
              Tilo

            • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

              die Entwicklung der nächsten 20 Generationen von Bär und Wolf,
              wenn der Mensch nicht mehr als gefährlich sondern zunehmend
              als Beute angesehen wird.
              Das finde ich spannend!
              Hält sich die Angst vor dem jagenden Menschen im Genom der Tiere, ist das möglich? Und innerhalb der nächsten 20 Generationen wird sie ausselektiert, wenn die Menschen nicht mehr gefährlich sind und um sich ballern?
              Oder wird das von der Elterngeneration zu den Jungtieren weitergetragen, sozusagen eine mündlich überlieferte Tradition. DAS kann ich mir ja nun nicht vorstellen.
              Also die Vererbungssache. Hm naja. Könnte ja sein, wenn früher die ängstlichen Tiere bei den Vertreibungen durch den Menschen eher überlebt haben, weil sie nicht in Kontakt (u.U. tödlichen Kontakt) mit ihnen kamen. War das so gemeint von ihnen?

            • Antwort von nach 20 Tagen 2 hilfreich
              Re^6: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

              Du beschreibst wieder den Ist- Zustand: Mein Einwand war die
              Entwicklung der nächsten 20 Generationen von Bär und Wolf,
              wenn der Mensch nicht mehr als gefährlich sondern zunehmend
              als Beute angesehen wird.
              Es gibt ja auch genug Beispiele und Regionen, wo Bär und Wolf nie ausgerottet wurden und wo es trotzdem so gut wie nie zu Übergriffen von Raubtieren auf Menschen kommt.
              Würde deine Theorie stimmen, dann müßte man das von dir für die Zukunft prognostizierte Verhalten dort ja bereits heute beobachten können.

  2. Antwort von nach 5 Stunden 2 hilfreich
    Re: Warum Raubtiere wieder ansiedeln?

    Warum Raubtiere wieder ansiedeln?
    Weil die schon vor dir da gewesen sind! Was nehmen wir uns heraus über andere Arten zu bestimmen? Die schlimmste Plage der Erde ist der Mensch.
    Das wird sich verrückt anhören in unverbesserlichen Ohren, aber jeder der ein wenig gesunden Verstand hat wird mal darüber nachdenken was letztendlich übrig bleiben wird:
    Eine überbevölkerte Welt von Menschen ohne jegliche Tierwelt (ausser Vögel und Insekten).
    Gegenseitig wird sich der Kopf eingeschlagen werden für Wasser und Nahrung.
    In meinem Haus ist auch nur Platz für 5 Mann. Was meint Ihr wieviele Menschen die erde verkraftet? 10 Milliarden?
    Der Mensch wird nur im Einklang und Gleichgewicht mit der Natur überleben. Das Sterben hat schon begonnen.
    Viele Grüsse



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