Hallo Sebastian!
du läßt bei dem ganzen Geschreibe einen entscheidenden Faktor
ausser Acht. Alles Leben, das es gab und gibt unterliegt mehr
oder minder den Gesetzen des alten Darwins.
Da stimme ich dir doch zu, obwohl ich eine Formulierung wie "...folgt den von Darwin erstmals formulierten Gesetzmäßigkeiten" etwas besser fände - du meinst das aber sicher.
Wir die menschen
sind aber von der Evolution ausgekoppelt, wir sind ein
Fehlgriff der Natur.
Die Argumentation versetehe ich schon, aber diese beruht auf einer sehr "kurzsichtigen" Interpretation von Evolution (das ist nicht böse gemeint!). Viele Leute argumentieren, daß der Mensch die Natur verändert. Das machen andere Lebewesen auch. Nun, der Mensch würde die Welt aber willkürlich und bewußt verändern. Daran verstehe ich nicht, warum willkürliches oder bewußtes Handeln AUSSERHALB der Natur/Evolution stehen sollte. Naja, und außerdem würde der Mensch technische Dinge schaffen, die es so ja in der Natur nicht gibt. Da habe ich 2 Anmerkungen zu: Zum einen bilden auch andere Organismen Stoffe und Dinge, die so (also ohne sie) in der Natur nicht vorkämen (Papier, Seide, Wolle, Mineralisationen, Zement, Erdöl...) und zum anderen ist alles, was von dieser Welt ist, Teil dieser Welt und damit Teil dieser Natur. Auch ein Auto.
Nochmal kurz: Der Begriff "Natur" bezeichnet für manche alles AUSSER dem Menschen und seinen Produkten, für andere ALLES, inklusive Mensch. Ich sehe keinen Grund, dem Menschen eine Sonderstellung zuzuschreiben, daher macht für mich die erstere Definition von "Natur" einfach wenig Sinn. Klar hat der Mensch ganz besondere Fähigkeiten (die nicht mal prinzipiell einzigartig sind, sondern nur graduell anders als bei anderen Arten! - ach doch, eine Sache: Loriot sagte mal auf die Frage, was am Menschen das Besondere sei: "Der mensch ist das einzige Lebewesen auf der Erden, daß im Fluß eine warme Mahlzeit zu sich nehmen kann"), das haben andere Arten auch; wenn man deshalb dem Menschen eine Sonderstellung gibt, verdienen ALLE Arten ihre eigene Sonderstellung - das bringt nicht viel.
Das Wort "Fehlgriff" berut auf einer Wertung. Es impliziert, daß ein Ziel verfehlt wurde. Als Biologe / Naturwissenschaftler sollte dir aber klar sein, daß die Natur keine Ziele kennt und keine Wertungen macht. Ein Virus oder eine Stechmücke sind nicht "böse" oder "schlecht", eine Eiche ist nicht "gut".
Wir könnten es schaffen, das es nach uns
gar kein Leben mehr auf diesem Planeten gibt.
Das glaube ich nicht. Also, ich halte es für extrem unwahrscheinlich, daß wir das schaffen könnten. Wie schon gesagt, gab es gigantische Katastrophen, die das Leben nicht endgültig ausgelöscht haben. Unsere Kernwaffenarsenale reichen sicher, das Überleben der Menschheit (und der meisten anderen "höheren" Arten) zu beenden, aber irgendwo in der Erde, an Black Smokern in der Tiefsee, im Meeresgrund, im Grundwasser, in der Stratosphäre und wer weiß wo sonst noch wird es wahrscheinlich Mikroben (oder gar Gliedertiere) geben, die das überleben.
Im ersten Moment
könnte man es so sehen wie du, sehr positiv und alles relativ;
Ich sehe das nicht POSITIV! Ich mache keine Wertung!
wir sind nur ein Spielart der natur, ja eine Variation des
Genpools. Wir sterben irgendwan aus (oder nicht) und nach uns
kommt was neues. So ists immer gewesen....bis heute.
Genau.
Mir gefällt auch die Theorie des Wächters im ersten Teil von
Matrix, in dem er die Menschen mit einem Virus vergleicht.
Sehr treffend, wie ich meine.
Der Vergleich ist zu allgemein und wird auch zu einseitig gesehen. Viren können ein ganz entscheidender Faktor in der (frühen) Evolution gewesen sein. Es ist wahrscheinlich, daß es ohne Viren auch niemals Menschen (oder andere Spezies) geben würde.
Ich freu mich auf Antwort,
Jochen