Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

Von: , Frage gestellt am Do, 9. Sep 1999

Hallo Zusammen !

Im Kambrium (vor ca. 570 Millionen Jahren) hatte 1 Jahr
afaik 421 Tage.
Heute hat ein Jahr bekanntlich ca. 365 Tage.
Was mich interessiert: Wodurch wird dies beeinflußt ?
Nur dadurch, daß sich die Erde schneller um die Sonne dreht ?
Würde (wenn wie berechnet, die Sonne noch 5-7 Mrd. Jahre
bestehen bleibt) in 6,5 Mrd. Jahren 1 Jahr ein Tag sein ?
War zu früheren Zeiten ein Tag länger als 24 Stunden ?
Welchen Einfluß hat der Mond, der sich afaik pro Jahr
um 2 m von der Erde wegbewegt ?
Wer kann mir dazu etwas sagen, bzw. wo bekomme ich nähere
Infos zu diesen Fragen ?

Gruß Oliver
--
mail to: [E-Mail-Adresse entfernt]
Panta rhei - alles fließt
(philosophische Erkenntnis der alten Griechen)

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
    Re: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

    Hi, Im Kambrium (vor ca. 570 Millionen
    Jahren) hatte 1 Jahr
    afaik 421 Tage.
    Heute hat ein Jahr bekanntlich ca. 365
    Tage.
    Was mich interessiert: Wodurch wird dies
    beeinflußt ?
    Nur dadurch, daß sich die Erde schneller
    um die Sonne dreht ?
    nein, sondern dadurch, daß sich die Erde langsamer um sich selbst dreht! Die Tage werden länger, dadurch verringert sich die Zahl der Tage pro Jahr. Bedingt wird dies durch den Mond, der sich übrigens zum "Zweck" der Drehimpulserhaltung dadurch stetig von der Erde entfernt. Welchen Einfluß hat der Mond, der sich
    afaik pro Jahr
    um 2 m von der Erde wegbewegt ?
    Hm, ich habe etwas von 4cm in Erinnerung, weiß jetzt aber spontan nicht mehr, für welchen Zeitraum das gilt (pro Tag?). Ich lese das noch mal nach, und zwar... Wer kann mir dazu etwas sagen, bzw. wo
    bekomme ich nähere
    Infos zu diesen Fragen ?
    ...in news:de.sci.astronomie und news:de.sci.physik ;-)

    Cheatah
    http://cheatah.net

    P.S.: Falls Du mit Newsgroups noch keine Erfahrung hast, sei Dir dringendst angeraten, zuallererst news:de.newusers.infos zu lesen! Im Usenet kann man sich verdammt schnell unbeliebt machen...

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

      Bedingt wird
      dies durch den Mond, der sich übrigens
      zum "Zweck" der Drehimpulserhaltung
      dadurch stetig von der Erde entfernt.

      Die Ursache fuer die Verlangsamung der Erd-
      Rotation sind die Gezeiten bzw. die Reibung,
      die durch sie entsteht.

      MEB

      • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
        Re^3: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

        Hi, Bedingt wird
        dies durch den Mond, der sich übrigens
        zum "Zweck" der Drehimpulserhaltung
        dadurch stetig von der Erde entfernt.

        Die Ursache fuer die Verlangsamung der
        Erd-
        Rotation sind die Gezeiten bzw. die
        Reibung,
        die durch sie entsteht.
        gut, aber diese entstehen durch den Mond, bzw. zumindest hat er einen wesentlichen Einfluß darauf ;-)

        Cheatah
        http://cheatah.net

        • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
          Re^4: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

          Hi,
          der Mond hat zwar auch einen großen Anteil an den Gezeiten, aber er allein schafft es nicht das es ca. alle 6 Stunden einen Gezeitenwechsel gibt. Auf der einen Erdhälfte wird das Wasser vom Mond und auf der anderen Hälfte von der Sonne angezogen.
          Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen das jedes uns bekannte System von einem größerem System abhängt.(Die Erde vom Sonnensystem, das von unserer Galaxie und die wiederum von anderen Galaxien usw.)

          Wenn die Erde sich früher schneller als heute gedreht hat dann wohl ehr deswegen weil sich das ganze System früher anders darstellte als heute. Unter anderem war der Mond auch näher an der Erde als heute.

          tschau joreg

          • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
            Gezeiten

            Hallo J"org!

            Sorry, aber ich muss zwei kleine Zusatzbemerkungen/Korrekturen machen: der Mond hat zwar auch einen großen
            Anteil an den Gezeiten, aber er allein
            schafft es nicht das es ca. alle 6
            Stunden einen Gezeitenwechsel gibt.
            Der Mond macht den Hauptanteil bei den Gezeiten. Die Mondwirkung ist ca. doppelt so stark wie der Beitrag der Sonne. Die Sonne ist eher f"ur den Unterschied zwischen Spring- und Nipp-Tiden verantwortlich. Auf
            der einen Erdhälfte wird das Wasser vom
            Mond und auf der anderen Hälfte von der
            Sonne angezogen.
            Das ist falsch. Der Mond w"urde auch ohne die Sonne zwei Gezeitenberge machen (Transformation ins Schwerpunktsystem von Erde-Mond), folglich g"abe es auch zweimal pro Tag Ebbe und Flut.
            Aufgrund der Existenz der Sonne gibt es "im Prinzip" je nach Position von Sonne und Mond bis zu vier Gezeitenberge. In der Praxis zeigt sich dies jedoch nur in der unterschiedlichen Auspr"agung von Ebbe und Flut. Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen
            das jedes uns bekannte System von einem
            größerem System abhängt.(Die Erde vom
            Sonnensystem, das von unserer Galaxie und
            die wiederum von anderen Galaxien usw.)
            Meistens haben die "n"achsten" Systeme aber den gr"ossten Einfluss. Die anderen machen oft nur kleine Korrekturen.

            Ciao
            Gernot

          • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
            Re^5: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

            Hi,
            der Mond hat zwar auch einen großen
            Anteil an den Gezeiten, aber er allein
            schafft es nicht das es ca. alle 6
            Stunden einen Gezeitenwechsel gibt.
            Doch, genau das schafft er! Auf
            der einen Erdhälfte wird das Wasser vom
            Mond und auf der anderen Hälfte von der
            Sonne angezogen.
            Tut mir leid, aber mit dieser Aussage liegst
            Du VÖLLIG daneben. Glaubst Du, daß die Erde immer zwischen Mond und Sonne steht? (Denk mal an die SoFi, wie war's denn da?) Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen
            das jedes uns bekannte System von einem
            größerem System abhängt.(Die Erde vom
            Sonnensystem, das von unserer Galaxie und
            die wiederum von anderen Galaxien usw.)
            Um die Gezeiten vollständig erklären zu können, reicht es, die Erde, den Mond und die Sonne zu betrachten, und sonst nix.
            Daß jedes System als Teil eines noch größeren angesehen kann (bis auf eine Ausnahme: das Universum), ist zwar schon richtig, aber um irgendetwas erklären zu wollen, braucht man doch nicht immer das
            ganze Weltall miteinzubeziehen! Wenn Du den Stromkreis einer Taschenlampe erklärst, läßt Du doch auch alles bis auf die Lampe selbst zu recht außer acht (einschließlich aller Galaxien, die von noch größeren Galaxien abhängen)?!
            Wenn die Erde sich früher schneller als
            heute gedreht hat dann wohl ehr deswegen
            weil sich das ganze System früher anders
            darstellte als heute. Unter anderem war
            der Mond auch näher an der Erde als
            heute.
            Mach Dir klar, daß die Entfernung des Mondes auf die Rotation der Erde UM SICH SELBST überhaupt keinen Einfluß hat (auf die Rotation des Mondes um die Erde dagegen schon, aber um die ging es hier ja nicht)!
            tschau joreg
            Glaubst Du, daß Du die Sache mit den Gezeiten wirklich restlos verstanden hast?

            Martin

    • Antwort von nach 31 Tagen hilfreich
      Re^2: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

      Cheatah <[E-Mail-Adresse entfernt]> schrieb: nein, sondern dadurch, daß sich die Erde
      langsamer um sich selbst dreht! Die Tage
      werden länger, dadurch verringert sich
      die Zahl der Tage pro Jahr. Bedingt wird
      dies durch den Mond, der sich übrigens
      zum "Zweck" der Drehimpulserhaltung
      dadurch stetig von der Erde entfernt.
      Hallo Cheatah !

      Aha. Wer kann mir dazu etwas sagen, bzw. wo
      bekomme ich nähere
      Infos zu diesen Fragen ?
      ...in news:de.sci.astronomie und
      news:de.sci.physik ;-)
      Danke für den Tip, hätt' ich auch selbst
      drauf kommen können. Werd' mich dort mal
      umschauen. :-) P.S.: Falls Du mit Newsgroups noch keine
      Erfahrung hast, sei Dir dringendst
      angeraten, zuallererst
      news:de.newusers.infos zu lesen! Im
      Usenet kann man sich verdammt schnell
      unbeliebt machen...
      *Zustimmung* ;-)

      Gruß Oliver
      --
      Panta rhei - alles fließt
      (philosohische Erkenntnis der alten Griechen)

  2. Antwort von nach 9 Tagen hilfreich
    Re: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

    Im Britischen Museum liegt eine babylonische Tontafel, die von einer Mondfinsternis im Jahre 136 v.u.Z.berichtet. Zwei Astronomen von der Uni Durham haben mit einer Computersimulation die Kernschattenzone zurückgerechnet. Dabei fanden sie heraus, dass sie die Strecke Senegal-Mallorca-Basel hätte überstreichen müssen. Man erklärt sich diese Unstimmigkeit nmuir damit, dass die Erdrotation sich messbar verlangsamt hat.In Zahlen 1.7 Millesekunden in 100 Jahren. Dieses Jahr konnten wir miterleben, wie unglaublich schnell sich der Kernschatten bewegt. Wer sich mit diesem Problem tiefer beschäftigen will, dem empfehle ich das Buch von Richard Stephenson: Historical Eclipses and Earth's Rotation (Cambridge University Press)
    Gruss, Alexander

    • Antwort von nach 31 Tagen hilfreich
      Re^2: Dauer eines Jahres in ferner Zukunft

      Alexander <[E-Mail-Adresse entfernt]> schrieb: Im Britischen Museum liegt eine
      babylonische Tontafel, die von einer
      Mondfinsternis im Jahre 136
      v.u.Z.berichtet. Zwei Astronomen von der
      Uni Durham haben mit einer
      Computersimulation die Kernschattenzone
      zurückgerechnet. Dabei fanden sie heraus,
      dass sie die Strecke
      Senegal-Mallorca-Basel hätte
      überstreichen müssen. Man erklärt sich
      diese Unstimmigkeit nmuir damit, dass die
      Erdrotation sich messbar verlangsamt
      hat.In Zahlen 1.7 Millesekunden in 100
      Jahren. Dieses Jahr konnten wir
      miterleben, wie unglaublich schnell sich
      der Kernschatten bewegt. Wer sich mit
      diesem Problem tiefer beschäftigen will,
      dem empfehle ich das Buch von Richard
      Stephenson: Historical Eclipses and
      Earth's Rotation (Cambridge University
      Press)
      Hallo Alexander !

      Danke für Deine Info !

      Gruß Oliver
      --
      Panta rhei - alles fließt
      (philosohische Erkenntnis der alten Griechen)



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