Antwort von
nach einem Tag
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Re^2: Dinosaurier
Hallo Cheatah!
Der Ausführung bezüglich den Gigantismus stimme ich Dir zu.
Allerdings fand das Aussterben der Saurier sehr viel
plötzlicher statt. Ich habe keine Ahnung, ob diese Zahl
realistisch ist (und woher ich sie habe), aber ich hörte mal,
sie seien "innerhalb einiger tausend Jahre" ausgestorben. Und
mal ehrlich: Wie wahrscheinlich ist es, daß eine
Vielzahl unterschiedlichster Spezies, die sich über
viele hundert Millionen Jahre entwickelt haben und schon seit
einigen Millionen Jahren in etwa der gleichen Form überleben
konnten, weltweit(!) innerhalb eines (evolutionsbezogenen)
Lidschlags aussterben, weil sie gegenüber anderen Spezies
evolutionäre Nachteile haben?
Wenn man die Gesamtheit der Dinosaurier über die Zeit betrachtet, dann fällt auf, daß nie allzu viele Arten zur selben Zeit am selben Ort gelebt haben. Zudem sind bereits während des "Zeitalters der Dinosaurier" (Weshalb das so heißt wüßte ich auch gerne, da Säugetiere beispielsweise früher nachgewiesen sind als die ersten Dinosaurier) eine Vielzahl an Arten ausgestorben. Gegen Ende der Kreidezeit ist eine Abnahme der Dinosaurierarten feststellbar. Der Eindruck eines Massenaussterbens innerhalb kurzer Zeit wird auch dadurch erweckt, daß gerade kurz vor dem Aussterben (einige Millionen Jahre!) einige sehr gute Fundlokalitäten in Nordamerika (also relativ nahe am Impaktkrater) bearbeitet werden. Für die oberste Oberkreide werden die terrestrischen Ökosysteme allerdings als extrem artenarm beschrieben. Ein Aussterben innerhalb weniger tausender Jahre ist daher wahrscheinlich und gar nicht einmal so katastrophal. Bedenke, was alles allein in den letzten 10.000 Jahren passiert ist. Jede Generation für sich würde dabei kaum gravierende Unterschiede innerhalb der Lebensspanne finden.
Übrigens waren in er obersten Oberkreide bereits die Säugetiere und Vögel (letztere als fliegende Theropoden) sehr divers; die Ordnungen beider waren bereits unterscheidbar vorhanden. Diese Daten kann man einer soliden phylogenetischen Analyse und molekularen Daten unter Abgleichung der fossilen Überlieferung entnehmen.
Nein, ich denke, daß der Ansatz einer globalen Katastrophe -
welcher Art auch immer - deutlich wahrscheinlicher ist.
Eine globale Katastrophe ist sicher immer sehr medienwirksam, zumal in der Form verarbeitet, daß wir einer solchen Katastrophe auch schutzlos ausgeliefert wären. Dafür gibt es natürlich immer Forschungsgelder. ;-) Aber auch ohne diese reichen graduelle Unterschiede, um das Phänomen eines "Massenaussterbens" erklären zu können. Man bedenke dabei, daß die Auflösungsmöglichkeit im Bereich von etwa 50.000 Jahren liegt. (s.o. Vergleich der letzten 10.000 Jahre). Mit einer solchen Auflösung hieße das für den Berliner Raum, daß wir momentan mit Mammuts, Rentieren und Wollnashörnern zusammenleben.
Beste Grüße,
Thomas