Antwort von
nach 9 Stunden
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Re: Mond
Ein Bekannter von mir hält sich gerade in
Singapur auf und hat mir gemailt, dass
beim Halbmond dort die untere (!) Hälfte
des Mondes nicht zu sehen war.
Singapur liegt doch naeher dem Aequator
(von uns aus gesehen steht Dein Bekannter
also schraeg).
Eigentlich sollte aber Vollmond sein,
Komisch...
so dass ich
denke dass er eine Mondfinsternis
beobachten durfte.
Koennte sein. Mondfinsternisse sind
immer bei Vollmond.
Allerdings schreibt
er, dass der Mond schon seit einigen
Nächten so aussieht. Kann man eine
Mondfinsternis mehrere Nächte in Folge
sehen ?
Das ist wiederum nicht denkbar, da der Mond
immer nur einmal je Umrundung der Erde in
den Erdschatten eintreten kann. Dieser
Vorgang ist innerhalb weniger Stunden ab-
geschlossen.
Der Mond zeigt uns bekanntlich immer nur
eine Seite, weil seine Umlaufzeit um die
Erde exakt der Rotationszeit um seine
Achse entspricht - das nennt man
gebundene Rotation. Woran liegt das, ich
kann mir nicht vorstellen, dass die
beiden Werte zufällig übereinstimmen ?
Sind auch nicht zufaellig. Der Mond verursacht die Gezeiten auf der Erde, die
Erde verursacht welche auf dem Mond. Zwar
ist auf dem Mond kein Wasser, so dass es zu
Ebbe und Flut kommen koennte, aber dennoch
sind die Gezeitenkraefte stark genug
gewesen, um die Mondkruste zu verformen.
Wenn sich der Mond nicht gebunden um die
eigene Achse drehen wurde, wuerde sich die
Verformung staendig anedern und eine Reibung
verursachen, die die Drehung abbremst. Das
ist anscheinend passiert: Die Mondrotation
kam (aus der Sicht der Erde) zum Erliegen,
da die Gezeitenkraefte sie abgebremst haben.
Das macht der Mond uebrigens auch mit
der Erde, sie dreht sich immer langsamer,
die Tage werden laenger. Die Erde war jedoch
schneller damit fertig den Mond zu bremsen,
da sie massereicher ist.
MEB