Sehen im Dunkeln

Von: , Frage gestellt am Sa, 22. Jul 2000

Man sagt ja, es ist so dunkel, daß man die Hand vor Augen nicht sieht. Ich habe aber festgestellt, und das haben mir auch andere Leute bestätigt, daß man selbst bei absoluter Dunkelheit die eigene Hand vor den Augen sehen kann, wenn man sie bewegt. Mich würde mal interessieren, ob es sich um eine echte Sinneswahrnehmung der Augen handelt, um eine Täuschung oder um eine Kombination aus beiden. Es ist mir jedenfalls noch nicht gelungen, fremde Hände zu erkennen. Der Effekt scheint sich aber abzuschwächen, wenn man die Augen schließt ( kann natürlich auch eine Täuschung sein ).
Kennt vieleicht jemand den Effekt und weiss, wie er zustande kommt ?

Jörg

17 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Sehen im Dunkeln

    Restlicht. "Absolute Dunkelheit" ist etwas, das man (fast) nicht herstellen kann. Das menschliche Auge ist so enpfindlich, dass es in verschiedenen Wellenlängenbereichen (gelb z.B.) schon ab einer Anzahl ab 5 Photonen (!!!!!), die auf die Netzhaut treffen, Nervenimpulse ans Gehirn abgibt. Eine solch absolute Dunkelheit, bei der nicht einmal ein oder zwei Dutzend Atome "in der Gegend herumschwirren", ist mit Haushaltsmitteln nicht herzustellen ( man bedenke : selbst Wärmestrahlung ist im Prinzip Licht - nur eine andere Wellenlänge ! - und die ist oberhalb einer Temperatur der des absoluten Nullpunktes bei -273,15 Grad Celsius immer da ).

    Gruss,

    Jürgen [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
      Re^2: Sehen im Dunkeln

      Hi,

      ich muß Jürgen zustimmen, auch Wärmestrahlung ist irgendwie zu sehen. Ich habe den Test gemacht, eben in einem Bergwerk, da war nix zu sehen (war es dort zu kalt?), aber auch in einem absolut fensterlosen und geschlossenem Raum (ca. 23 Grad Celsius). Doch dort war etwas zu erkennen. Mehr schemenhaft und nicht klar, aber man konnte sich (fast) orientieren.

      Etwas anderes. Zum Beispiel erzeugt das Nachleuchten von Leuchtstofflampen soviel Licht, daß man mit etwas Mühe Zeitung lesen kann.

      Wo ist die Grenze von Sehen und "Gefühl"?

      André

      • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
        Re^3: Sehen im Dunkeln

        Viele Fragen,wenig Antworten:
        Im absolutem Dunkel kann mann die Hand nicht vor Augen sehen
        Was man wahrzunehmen glaubt, sind Luftbewgungen an den Lidern.
        Selbst im absolut Dunkeln hat man Lichterscheinungen im Auge. Das ist das Eigenrauschen der Netzhaut-so wie in einem elektronischem Verstärker. Die Rezeptoren der NH entladen sich spontan,was nach Weiterleitung in das Gehirn Lichterscheinungen ergiebt,die aber keiner Struktur zugeordnet werden können--
        eben Rauschen--.
        Die Lichtblitze die man im Dunkeln sieht,wenn man z.B. auf den Augapfel drückt-sind sogenannte "inadequate Reize"-,die durch mechanische Reizung der NH wahrgenommen werden.-_Blitze beim Schlag aufs Auge oder beim Sturz auf den Hinterkopf(hier durch Reizung der Sehrinde ausgelöst) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
          Re^4: Sehen im Dunkeln

          Hab mal was gelesen von einem sogenannten "Dritten Auge", also so etwas wie einem Organ in der Stirn. Versuchspersonen konnten bei verbundenen Augen Dinge sehen, allerdings waren diese Dinge radioaktiv. Wo ist nun die Grenze im Spektralbereich?

          Andrè

          • Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
            Re^5: Sehen im Dunkeln

            Versuchspersonen konnten bei verbundenen Augen Dinge sehen,
            allerdings waren diese Dinge radioaktiv.
            Wo ist nun die Grenze im Spektralbereich?
            Eine derartige Grenze kann man schlecht angeben. Ich kennen keinen Farbstoff, der im gesamten elektromagnetischen Spektrum nur eine einzige Absorptionsbande hat. Das trifft auch für die Chromophore in den Zapfen unserer Netzhaut zu. Die Rot-Zapfen haben sogar zwei Absoptionsmaxima im sichtbaren Bereich, was dazu führt, daß sie auch auf sehr kurzwelliges Licht reagieren, weshalb man selbiges als violett und nicht als blau erkennt.

            Daß die Netzhaut auch auf noch energiereicheres Licht reagiert zeigen die Berichte von Soldaten, die bei überirdischen Atombombentests mit bloßen Augen das Skellet ihrer Nachbarn gesehen haben.

  2. Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
    Re: Sehen im Dunkeln

    Hi Jörg
    laut meiner Erfahrung ist es meist niemals so dunkel, dass nicht noch ein Rest sichtbares Licht vorhanden ist. ich habe das nur in einem stillgelegten Bergwerk erlebt, als wir mal alle Lichter ausgemacht hatten. Da sah man dann wirklich die Hand vor Augen nicht mehr. nach einiger Zeit begann ich, schwache bunte Flecken zu sehen (offenbar irgendwelche Phantomeffekte).

    Gruss,
    Mike

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: Sehen im Dunkeln

      nach einiger Zeit begann ich,schwache bunte Flecken zu sehen
      (offenbar irgendwelche Phantomeffekte).
      Das sind tatsächlich Phantomeffekte, die erst nach einigen Stunden nachlassen. Es gibt ein physikalisches Parktikums-Experiment, bei dem die Anzahl kosmische Strahlungspartikel gezählt werden müssen. Wenn diese Teilchen zerfallen entstehen Lichtblitze, die man bei totaler Finsternis mit bloßem Auge erkennen kann. Das Experiment ist sehr unbeliebt, weil man wegen der Phantomblitze mehrere Studen in der Dunkelkammer sitzen muß, bevor man mit dem Zählen beginnen kann.

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: Sehen im Dunkeln

        Unabhängig von meiner ursprünglichen Frage würde mich mal interessieren, mit welchem Material die Lichtblitze erzeugt werden. Ich kenne das bisher nur von alten radioaktiven Leuchtziffern. Mit einem Mikroskop kann man dort ein regelrechtes Blitzlichtgewitter beobachten.

        Jörg [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Sehen im Dunkeln

    Soweit ich das beobachten konnte, sieht man im finstern am besten wenn man nicht zu bewust schaut, dann kann man sich sehr einfach aber eben nicht ganz detailgenau orientieren.
    nur wenn mann dann versucht etwas genaues zu erkennen, dann sieht man plötzlich gar nichts mehr.
    ich vermute, das die lichtempfindlichen stellen für das tagsehen mit dem Großhirn verbunden sind, während die ganz empfindlichen sehzellen, die so ab ein paar Photonen sehen, mit dem Zwischenhirn verschaltet sind,(wenn nicht gar mit der Stammhirnrinde).
    es gibt darüber soweit ich mich errinere etwas interresantes von Hoimar von Ditfurth zu lesen. Den titel weiss ich leider nicht mehr ganz genau,(es geht um die bewustseinsentwicklung und das sehen) da ich das buch vor Jahren hergeliehen habe, aber ich könnte es bald mal zurückfordern. Ulrich [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!