Delfintherapie

Von: , Frage gestellt am Do, 11. Mai 2006

Hallo

Seit einiger Zeit gibt es Therapieansätze, die geistig und körperlich behinderten Menschen mit Tieren zusammenbringt. Besonders bekannt ist die Delfintherapie, die vor allem bei autistischen Kindern bemerkenswerte Fortschritte erziehlt hat.

Aber auch Gegenstimmen werden laut: Vor allem Tierschützer fordern die Abschaffung der Delfinhaltung, da diese Tierquälerei sei.

Was meint Ihr dazu? Pro oder Contra? Was fällt Euch spontan dazu ein?

Grüße
j

22 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Minuten 1 hilfreich
    Re: Delfintherapie

    Hi, Was meint Ihr dazu? Pro oder Contra? Was fällt Euch spontan
    dazu ein?
    spontan fällt mir dazu ein, dass

    1) es diese Therapien schon seit einiger Zeit gibt, nicht erst seit kurzem.

    2) Tiere an sich Kindern gut tun - es gibt auch Therapien mit Pferden, Hunden etc.

    3) es nicht erwiesen ist, dass speziell Delphine den Kindern gut tun. Teilweise wird vermutet, dass die - oft nur kurzzeitigen - Besserungen damit zu tun haben, dass sich die Eltern in der Zeit mehr mit dem Kind beschäftigen oder mit dem Aufenthalt im Wasser, der die Koordination fördert.

    4) ich überhaupt nichts von Delphinhaltung oder jeder anderen Art Haltung von Walen halte. Wenn Delphinhaltung jetzt damit begründet würde, dass sie ja behinderten Kindern helfen, könnte ich persönlich das nicht akzeptieren. Dafür ist die Methode einfach nicht eindeutig genug.

    Gruß
    Cess

    • Antwort von nach 35 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Delfintherapie

      2) Tiere an sich Kindern gut tun - es gibt auch Therapien mit
      Pferden, Hunden etc.

      Das stimmt, allerdings zeigten Therapieformen mit Delfinen außergewöhnliche (in Bezug auf alternative Tiertherapien) Ergebnisse.
      Besonders autistische Kinder, deren geistige Isolation und Unfähigkeit, zu Kommunizieren, ein riesen Problem für die Eltern darstellt, haben sehr gute (allerdings auch kurzfristige) Fortschritte gemacht (erste Wörter gesprochen, allg aufweichen der Isolation) 3) es nicht erwiesen ist, dass speziell Delphine den Kindern
      gut tun. Teilweise wird vermutet, dass die - oft nur
      kurzzeitigen - Besserungen damit zu tun haben, dass sich die
      Eltern in der Zeit mehr mit dem Kind beschäftigen oder mit dem
      Aufenthalt im Wasser, der die Koordination fördert.

      Stimmt teilweise. Die psychologischen Mechanismen sind tatsächlich nicht erforscht erwiesen oder sonst wie erklärt.
      Diese Therpie geht natürlich eng einher mit einer Betreuung durch Therapeuten. Allerdings sind schwer autistische Kinder auch sonst in therapeutischer Behandlung, die Fortschritte während dieser Therapie gilt also bezogen auf die herkömmliche Therapie.
      Der Aufenthalt im Wasser soll eine zusätzliche Komponente der Therapie sein, die wohl einen hohen Anteil zum Ganzen beiträgt.



      Wollte nur noch ein wenig von meinem laienhaften Wissen ergänzen. Freue mich aber vor allem auch über Eure MEINUNG zum Thema! (soll heißen: Danke Cess !)

      Grüße
      j

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Delfintherapie

    Was meint Ihr dazu? Pro oder Contra? Was fällt Euch spontan
    dazu ein?
    Prinzipiell halte ich es schon für eine gute Sache, wenn ich auch glaube, daß die angeblich höheren Erfolge der Delphintherapie auch an einer Art "Placeboeffekt durch Exotik und Preis" liegen.

    "Wenns schon nur in Florida (samt den entstehenden Kosten) stattfinden kann, dann muß es wohl besser wirken als ein ordinärer Hund..."

    LG
    Stuffi

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Delfintherapie

      Naja, Prinzipiell halte ich es schon für eine gute Sache, wenn ich
      auch glaube, daß die angeblich höheren Erfolge der
      Delphintherapie auch an einer Art "Placeboeffekt durch Exotik
      und Preis" liegen.
      wie bei behinderten Kindern, die ja nicht wissen, wie ihnen da geschieht, ein Placebo-Effekt auftreten kann, ist mir aber schleierhaft.
      Placebo ist darin begründet, dass man an die Wirkung glaubt.

      Gruß
      Cess

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Delfintherapie

        wie bei behinderten Kindern, die ja nicht wissen, wie ihnen da
        geschieht, ein Placebo-Effekt auftreten kann, ist mir aber
        schleierhaft.
        Das Umfeld spielt ja auch eine Rolle (insb. bei "Störungen" wie Autismus), und wenn das dran glaubt...
        Außerdem glaube ich schon, daß Delphintherapie wirkt - die Frage ist nur, wie groß der Unterschied zu anderen Therapietieren ist. Ein Doppelblindversuch ist ja aus oben genanntem Grund leider nicht möglich.

        LG
        Stuffi

      • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
        Nicht ganz.

        Hi,
        (...) Placebo ist darin begründet, dass man an die Wirkung glaubt.
        Nicht ganz.
        Es genügt zu wissen, dass man "behandelt" wird.
        Man muss nicht dran glauben.
        Am Besten ist es, wenn der Patient nicht konkret weiss, wie ihm geschieht. In dieser Situation kann der behandelnde Arzt seine "heilende Autorität" voll ausschöpfen.

        Gruss,

        • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
          Re: Nicht ganz.

          Richtig, Nicht ganz.
          Es genügt zu wissen, dass man "behandelt" wird.
          Man muss nicht dran glauben.
          Am Besten ist es, wenn der Patient nicht konkret weiss, wie
          ihm geschieht. In dieser Situation kann der behandelnde Arzt
          seine "heilende Autorität" voll ausschöpfen.
          aber meinst du, ein behindertes Kind weiß, dass es behandelt wird bzw. was "Behandlung" bedeutet?

          Gruß
          Cess

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^2: Nicht ganz.

            Hallo, aber meinst du, ein behindertes Kind weiß, dass es behandelt
            wird bzw. was "Behandlung" bedeutet?
            Ich möchte Dir nichts unterstellen, aber diese Frage klingt, als wenn Du behinderten Menschen Urteilsfähigkeit abstreitest. Ich hoffe Du meinstest es irgendwie anders.
            Auch Du wirst nicht immer erkennen können, weshalb ein "Medizinmann" Dir irgendetwas gibt, Dich in einen "Würgegriff" nimmt oder oder...

            Aber die behinderten Menschen werden sehr wohl spüren was ihnen gefällt, gut tut. Ob das jetzt immer im Sinne der Schulmedizin ist mag dahin gestellt sein.

            Wenn die Schulmedizin kein besseres Produkt liefert ist es doch einen Versuch wert. Wenn dieser Versuch fehlschlägt ist wohl kein Schaden angerichtet worden.

            Gruß Volker

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^3: Nicht ganz.

              Hi, Ich möchte Dir nichts unterstellen, aber diese Frage klingt,
              als wenn Du behinderten Menschen Urteilsfähigkeit abstreitest.
              Ich hoffe Du meinstest es irgendwie anders.
              ich glaube nicht, dass ich mich so missverständlich ausgedrückt habe. Die Kinder, die solche eine Behandlung überhaupt erst brauchen, werden nichts mit dem Begriff "Behandlung" anfangen können. An der Feststellung ist nicht Abwertendes, das ist eine Tatsache. Damit ein Placebo wirkt, muss der Behandelte ein Bewusstsein dafür haben, dass er krank ist und dass daran etwas geändert werden muss. Kinder mit einer so schweren Behinderung können das nicht verstehen, darum ist die Verwendung von Placebos hier völlig unsinnig. Auch Du wirst nicht immer erkennen können, weshalb ein
              "Medizinmann" Dir irgendetwas gibt, Dich in einen "Würgegriff"
              nimmt oder oder...
              Doch - ein Arzt behandelt mich, um mir zu helfen, weil ich krank bin. Das Bewusstsein darum reicht für die Placebo-Wirkung. Aber die behinderten Menschen werden sehr wohl spüren was
              ihnen gefällt, gut tut. Ob das jetzt immer im Sinne der
              Schulmedizin ist mag dahin gestellt sein.
              Es geht nicht um Schulmedizin etc. Natürlich spürt jeder Mensch, was ihm gut tut. Aber darum geht es doch hier überhaupt nicht. Wo ist der Sinn eines Placebos, wenn der Behandelte nicht mal weiß, dass er ein potenzielles Medikament zu sich nimmt? Placebos beruhen darauf, den Patienten auszutricksen, weil der glaubt, er würde mit einem Medikament oder einer wirksamen Anwendung behandelt. Die Kinder, von denen hier die Rede ist, haben doch diesen Hintergedanken gar nicht. Wenn die Schulmedizin kein besseres Produkt liefert ist es
              doch einen Versuch wert. Wenn dieser Versuch fehlschlägt ist
              wohl kein Schaden angerichtet worden.
              Weißt du, was so eine Therapie kostet? Wenn die keinen Sinn macht, ist es reine Abzocke. Die meisten Eltern können sich diese Therapie nicht leisten. Die Kassen übernehmen wenig bis nichts.

              Gruß
              Cess



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