Hallo Cheatah!
Sorry, aber Deine Antwort ist einfach falsch.
Der Radius eines Regenbogens beträgt im Durchschnitt
134.7 Millionen Kilometer.
Wieso?
Die Optik lehrt uns, daß zwischen der *diffusen Streuung*
von Licht an Objekten mit unregelmäßigen Oberflächen und
der *Reflexion* von Licht an spiegelnden Oberflächen zu
unterscheiden ist.
Wenn Du ein Objekt mit einer diffusen Oberfläche (oder
ein selbstleuchtendes) Objekt betrachtest, welches sich
in der Entfernung d befindet und eine Ausdehnung ("Höhe")
von h besitzt, dann erscheint es Dir unter einem Sehwinkel
phi, für den gilt
tan(phi/2) = h/(2d).
Falls es sich bei dem Objekt um einen Ring mit dem Radius
r handelt, gilt h = 2r, und die Gleichung geht über in
tan(phi/2) = r/d.
Aufgelöst nach dem Radius r ergibt sich
r = d * tan(phi/2) (*)
Was *reflektierende* Oberflächen, also Spiegel im weite-
sten Sinne angeht, sagt die Optik dagegen: Der Abstand,
in dem ein in einem Spiegel betrachtetes Objekt erscheint,
ist identisch mit der Länge des Lichtweges vom Auge zum
Objekt.
Wenn Du also im Rückspiegel Deines Autos einen Motorrad-
fahrer siehst, dann siehst Du ihn nicht in einem halben
Meter Entfernung (Abstand Auge-Spiegel) sondern (unge-
fähr) in der Entfernung, in der er hinter Dir herfährt.
Wenn Du also ein scharfes Foto von ihm machen willst,
mußt Du das Objektiv auf 15 m einstellen, nicht auf 0.5 m.
Und nun zur alles entscheidenden Frage: Was siehst Du denn,
wenn Du Dir so einen wunderschönen Regenbogen betrachtest?
Doch nicht die Regentropfen! Nein, Du siehst doch nichts
anderes als die Sonne! Daß sie als solche zugegebener-
maßen nicht mehr erkennbar ist, spielt keine Rolle; alles,
worauf es ankommt, ist, daß das Sonnenlicht in den Regen-
tröpfchen reflektiert und nicht etwa diffus dran gestreut
wird.
Das bedeutet aber, daß Dir der Regenbogen in der gleichen
Entfernung wie die Sonne erscheint - sogar noch ein paar
hundert Meter weiter, denn die Entfernung der Regenwand
muß ja nach dem oben Gesagten streng genommen noch hinzu-
addiert werden.
Nun brauchen wir nur noch zu wissen, daß ein Regenbogen
immer unter einem Sehwinkel von 42 Grad erscheint (gemes-
sen gegen die Horizontale - deshalb ist dieser Wert nicht
gleich phi, sondern gleich phi/2), was durch den Licht-
weg innerhalb der Regentröpfchen bedingt ist. (Der Wert
von 42 Grad gilt für den Hauptregenbogen, bei dem das
Licht im Tröpfchen genau einmal reflektiert wird. Es
existiert auch noch ein Weg mit zweimaliger Reflexion,
der für einen zweiten, aber viel schwächeren Bogen ver-
antwortlich ist. Dieser heißt Nebenregenbogen und
erscheint unter einem Sehwinkel von 51 Grad, steht also
"über" dem Hauptregenbogen.)
Da Du beim Betrachten eines Regenbogens also in der Tat
einen Ring siehst, der 149.6 Millionen Kilometer (jahres-
mittlerer Erde-Sonne-Abstand) weit entfernt ist und Dir
unter einem (gegen die Horizontale gemessenen) Sehwinkel
von 42 Grad erscheint, brauchst Du nur noch diese Werte
in die Gleichung (*) einzusetzen (phi/2 = 42 Grad) und
erhälst als *scheinbaren* Hauptregenbogen-Radius den
oben angegebenen Wert.
Dem, der noch genaueres zum Lichtweg oder zum Phänomen
Regenbogen allgemein wissen möchte, empfehle ich, mal bei
http://www.aeeo.ruhr-uni-bochum.de/stoeberecke/regen...
vorbeizuschauen.
Gruß
Martin