Sauerstoff in der Atemluft

Von: , Frage gestellt am Mi, 28. Jun 2006

Hallo, ich schon wieder. Nimmt der Sauerstoff durch Verbrennungen usw. permanent ab? Wird der Verbrauch ersetzt und wenn ja wodurch, oder geht uns die Atemluft aus und wann? Welcher Staat verbraucht am meisten in Bezug auf seine Nachproduktion? Sollten wir Sauerstoff nicht auch bezahlen anstatt mit Co2 zu handeln? Wäre das vielleicht ein Anreiz die Wälder nicht abzuholzen, sondern aufzuforsten? Gruß Stephan

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 23 Minuten 0 hilfreich
    Re: Sauerstoff in der Atemluft

    Ja, der molekulare Sauerstoff nimmt durch Verbrennung ab. Und ja, er wird ersetzt, nämlich durch Photosynthese (Pflanzen, Algen...). [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 34 Minuten 1 hilfreich
    Re: Sauerstoff in der Atemluft

    Hallo, ich schon wieder.
    jaja :) Nimmt der Sauerstoff durch Verbrennungen usw. permanent ab?
    Wenn elementarer Sauerstoff (also O2, das Zeug, das wir brauchen) reagiert, ist er hinterher in dieser Form nicht mehr da. Die Menge an verfügbarem, elementarem Sauerstoff nimmt also bei Reaktionen wie Verbrennungen tatsächlich ab. Wird der Verbrauch ersetzt und wenn ja wodurch, oder geht uns die :Atemluft aus und wann?
    Pflanzen atmen genau "andersherum" wie der Mensch: Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid wieder aus, Pflanzen atmen Kohlendioxied ein und Sauerstoff aus (soweit man hier von Atmen reden kann). Wenn sich also jeder einen Baum (oder mehrere, wie viele genau kann ich leider nicht sagen, das hängt auch von der Größe usw. ab, wäre aber mal interessant zu wissen ^^) im Garten hält, kann die Menge an "verbrauchtem" Sauerstoff ausgeglichen werden. Die Atemluft geht uns erst langsam aus, wenn weniger elementarer Sauerstoff bei Reaktionen entsteht als verloren geht.

    Aber überleg mal: Es gibt jede Menge Menschen und es gibt die Menschen schon sehr, sehr lang. Wenn der Sauerstoff nicht ersetzt würde, wäre das schon lange zu einem sehr ernsthaften Problem geworden. Welcher Staat verbraucht am meisten in Bezug auf seine :Nachproduktion?
    Das ist sicher nicht leicht zu sagen. Es müsste ein Staat sein, in dem viele Menschen (oder auch Tiere, falls du die nicht zur Natur zählst und außen vor lässt) leben und gleichzeitig wenig "Quellen" für Sauerstoff vorhanden sind. Sicher eine Industrienation, falls du darauf hinaus willst, aber ich denke nicht, dass es die USA sind, denn die haben jede Menge Natur :) Sollten wir Sauerstoff nicht auch bezahlen ...
    Diese Idee halte ich nicht nur für sehr schlecht, sondern sogar für gefährlich. Atemluft ist Gemeingut, sie gehört jedem gleichermaßen, genau wie beispielsweise Wasser (das aus der Natur, nicht das aufbereitete aus dem Wasserwerk) auch. Wen willst du bezahlen, dafür dass du atmest? Was ist mit denen, die nicht genug Geld haben, sollen die ersticken? Wer soll nachmessen, wie viel du tatsächlich weggeatmet hast? Mancher Mensch verbraucht mehr Sauerstoff als andere, soll der deswegen mehr bezahlen müssen, immerhin kann er ja nichts dafür? Was willst du mit dem eingenommenen Geld machen? ...anstatt mit Co2 zu handeln?
    Der Emissionsrechtehandel verfolgt ein gänzlich anderes Ziel und funktioniert auch genau andersrum als der von dir vorgeschlagene "Sauerstoffhandel". Vereinfacht gesagt: Firmen besitzen das "Recht", eine gewisse Menge CO2 freizusetzen. Sie können diese Rechte allerdings verkaufen, wenn sie weniger freisetzen (bessere Filter oder wasweißichwas ermöglichen das) und sie können weitere Lizenzen zukaufen, wenn sie mehr produzieren (dafür sparen sie halt an den Anlagen). Das Ziel hiervon ist, die Emissionen weitestgehend zu reduzieren, und nicht, möglichst viel Kohlendioxid zu haben/kaufen/machen. Guck mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Emissionsrechtehandel Wäre das vielleicht ein Anreiz die Wälder nicht abzuholzen, sondern :aufzuforsten?
    Also sollen diejenigen für den Sauerstoff bezahlt werden, auf deren Land Pflanzen stehen? Die Idee ist gar nicht schlecht... Ich kaufe demnächst auch mal das Land rund um die Quellen der größten Flüsse Europas und mache mein eigenes Wassermonopol auf. Da guckt ihr aber alle ganz schön, wenn ich die Wasserpreise um den Faktor 100 steigere, da is nix mehr mit Laufenlassen beim Zähneputzen!
    (Ja, ich weiß, so funktioniert das mit dem Wasser nicht, war nur ein Beispiel.)

    mfg
    MB

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Sauerstoff in der Atemluft

      Hallo, ich schon wieder.
      jaja :) Nimmt der Sauerstoff durch Verbrennungen usw. permanent ab?
      Wenn elementarer Sauerstoff (also O2, das Zeug, das
      wir brauchen) reagiert, ist er hinterher in dieser Form nicht
      mehr da. Die Menge an verfügbarem, elementarem Sauerstoff
      nimmt also bei Reaktionen wie Verbrennungen tatsächlich ab. Wird der Verbrauch ersetzt und wenn ja wodurch, oder geht uns die :Atemluft aus und wann?
      Pflanzen atmen genau "andersherum" wie der Mensch: Wir atmen
      Sauerstoff ein und Kohlendioxid wieder aus, Pflanzen atmen
      Kohlendioxied ein und Sauerstoff aus (soweit man hier von
      Atmen reden kann). Wenn sich also jeder einen Baum (oder
      mehrere, wie viele genau kann ich leider nicht sagen, das
      hängt auch von der Größe usw. ab, wäre aber mal interessant zu
      wissen ^^) im Garten hält, kann die Menge an "verbrauchtem"
      Sauerstoff ausgeglichen werden. Die Atemluft geht uns erst
      langsam aus, wenn weniger elementarer Sauerstoff bei
      Reaktionen entsteht als verloren geht.

      Aber überleg mal: Es gibt jede Menge Menschen und es gibt die
      Menschen schon sehr, sehr lang. Wenn der Sauerstoff nicht
      ersetzt würde, wäre das schon lange zu einem sehr ernsthaften
      Problem geworden.
      Ich denke wir haben das Problem schon, nur wir spüren es noch nicht. Viele Menschen und Tiere = viel grünes Land, so lautet denke ich die Formel. Aber der industrielle Verbrauch, Heizungen, Motoren usw, belasten doch erst seit Beginn der Indistrialisierung die Atemluft einseitig, ohne dass für ausgleichenden Nachschub gesorgt wird.
      Welcher Staat verbraucht am meisten in Bezug auf seine :Nachproduktion?
      Das ist sicher nicht leicht zu sagen. Es müsste ein Staat
      sein, in dem viele Menschen (oder auch Tiere, falls du die
      nicht zur Natur zählst und außen vor lässt) leben und
      gleichzeitig wenig "Quellen" für Sauerstoff vorhanden sind.
      Sicher eine Industrienation, falls du darauf hinaus willst,
      aber ich denke nicht, dass es die USA sind, denn die haben
      jede Menge Natur :) Sollten wir Sauerstoff nicht auch bezahlen ...
      Diese Idee halte ich nicht nur für sehr schlecht, sondern
      sogar für gefährlich. Atemluft ist Gemeingut, sie gehört jedem
      gleichermaßen, genau wie beispielsweise Wasser (das aus der
      Natur, nicht das aufbereitete aus dem Wasserwerk) auch. Wen
      willst du bezahlen, dafür dass du atmest? Was ist mit denen,
      die nicht genug Geld haben, sollen die ersticken? Wer soll
      nachmessen, wie viel du tatsächlich weggeatmet hast? Mancher
      Mensch verbraucht mehr Sauerstoff als andere, soll der
      deswegen mehr bezahlen müssen, immerhin kann er ja nichts
      dafür? Was willst du mit dem eingenommenen Geld machen?
      Mit dem Gemeingut ist das so eine Sache. Gemeingut war z.B. auch das Baden in sauberen Gewässern. Wo kann man das noch? Also ab ins Frei oder Hallenbad. Kostet das nicht? Und Allgemeingut Naturwald, was ist noch vorhanden? Also ab in die Parks. Bezahlen sollten die Staaten nicht der einzelne der auch nicht ersticken wird, sowenig der verdurstet, oder verhungert der kein Geld hat. Das Geld wird verwendet aufzuforsten. Ein Forstgesetz sagt z.B. es darf nur soviel abgeholzt werden, wie nachwächst. Könnte das hier nicht auch gelten? Falls noch Geld übrig ist, kann man Wasser kaufen und Heizöl subventionieren.
      ...anstatt mit Co2 zu handeln?

      Der Emissionsrechtehandel verfolgt ein gänzlich anderes Ziel
      und funktioniert auch genau andersrum als der von dir
      vorgeschlagene "Sauerstoffhandel". Vereinfacht gesagt: Firmen
      besitzen das "Recht", eine gewisse Menge CO2
      freizusetzen. Sie können diese Rechte allerdings verkaufen,
      wenn sie weniger freisetzen (bessere Filter oder wasweißichwas
      ermöglichen das) und sie können weitere Lizenzen zukaufen,
      wenn sie mehr produzieren (dafür sparen sie halt an den
      Anlagen). Das Ziel hiervon ist, die Emissionen weitestgehend
      zu reduzieren, und nicht, möglichst viel Kohlendioxid zu
      haben/kaufen/machen. Guck mal hier:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Emissionsrechtehandel Wäre das vielleicht ein Anreiz die Wälder nicht abzuholzen, sondern :aufzuforsten?
      Also sollen diejenigen für den Sauerstoff bezahlt werden, auf
      deren Land Pflanzen stehen? Die Idee ist gar nicht schlecht...
      Ich kaufe demnächst auch mal das Land rund um die Quellen der
      größten Flüsse Europas und mache mein eigenes Wassermonopol
      auf. Da guckt ihr aber alle ganz schön, wenn ich die
      Wasserpreise um den Faktor 100 steigere, da is nix mehr mit
      Laufenlassen beim Zähneputzen!
      (Ja, ich weiß, so funktioniert das mit dem Wasser nicht, war
      nur ein Beispiel.)
      Du sagst es selbst, das Land, das Allgemeingut, muß man ja auch bezahlen und wenn du weisst, welche Bodenschätze vorkommen, hast du tatsächlich die Nase vorn. Das geschieht ja auch mit den großen Waldgebieten, die unablässig abgeholzt werden und gemessen am Gewinn spottbillig gekauft wurden, um nur ein paar Beispiele zu geben.
      :mfg MB
      Gruß Stephan

      • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Sauerstoff in der Atemluft

        Hallo, Stefan,
        dabei ist sicher auch zu berücksichtigen, dass mengenmäßig der meiste Sauerstoff von Algen in den Weltmeeren generiert wird.
        Gruß
        Eckard

      • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Sauerstoff in der Atemluft

        Hallo, Ich denke wir haben das Problem schon, nur wir spüren es noch nicht. :Viele Menschen und Tiere = viel grünes Land, so lautet denke ich die :Formel. Aber der industrielle Verbrauch, Heizungen, Motoren usw, :belasten doch erst seit Beginn der Indistrialisierung die Atemluft :einseitig, ohne dass für ausgleichenden Nachschub gesorgt wird.
        es gab auch nicht immer so viele Menschen wie heute. Die Industrialisierung ist nicht die Ursache allen Übels. Mit dem Gemeingut ist das so eine Sache. Gemeingut war z.B. auch das :Baden in sauberen Gewässern. Wo kann man das noch? Also ab ins Frei :oder Hallenbad. Kostet das nicht?
        Ja. Du entrichtest eine geringe Gebühr, damit du sauberes Wasser, eine saubere Umgebung, Gelegenheit sich innerhalb deiner Privatsphäre umzuziehen, ein Schließfach für deine Wertgegenstände, Objekte zur Belustigung (Rutschen, Spritzen, Duschen) und diverse Serviceleistungen (Bademeister, Notfallversorgung) bekommst. Es geht nicht nur ums Wasser selbst.

        Ich bezweifle allerdings, dass "Baden" als eine Tätigkeit in den Bereich des Gemeinguts fällt. Und Allgemeingut Naturwald, was ist noch vorhanden? Also ab in die :Parks.
        Bei mir in der Gegend sind alle Parks kostenlos. Bezahlen sollten die Staaten
        Na halleluja, bring denen das mal bei :) Das Geld wird verwendet aufzuforsten. Ein Forstgesetz sagt z.B. :es :darf nur soviel abgeholzt werden, wie nachwächst. Könnte das hier :nicht auch gelten?
        Nunja, Der Sauerstoffverbrauch steigt... Falls noch Geld übrig ist, kann man Wasser kaufen und Heizöl :subventionieren.
        Wasser kaufen? Wozu? Das fällt doch vom Himmel.

        Und Heizöl subventionieren? Bist du von Sinnen? Das gibt massig CO2-Ausstoß! Du sagst es selbst, das Land, das Allgemeingut,
        Land ist kein Allgemeingut. Oder gehört dein Grundstück auch deinem Nachbarn?

        mfg
        MB

  3. Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
    Re: Sauerstoff in der Atemluft

    Pflanzen produzieren ständig Sauerstoff - trotzdem sollte O2 mit dem CO2 Anstieg abnehmen. Oder sehe ich das falsch?

    Wahrscheinlich ist die CO2-Konzentration und deren Anstieg (absolut) viel zu klein, um einen messbaren Effekt auf die O2-Konzentration zu erzeugen. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
    Re: Korrektur zu den Antworten

    Hallo,

    meine Vorredner haben geschrieben, dass durch Verbrennungen Sauerstoff verbraucht wird und dass Pflanzen durch Photosynthese Sauerstoff erzeugen.

    Beides ist korrekt, allerdings wird durch Photosynthese nicht aller Sauerstoff erzeugt, der durch Verbrennung verbraucht wird. Pflanzen verbrauchen etwa so viel Sauerstoff, wie sie erzeugen. Der Überschuß an Sauerstoffproduktion ist geringer als der Verbrauch durch die Tiere, Pilze und Mikroorganismen, welche die Pflanzen letzlich wieder zersetzen.

    Der Sauerstoff, der sich in unserer Atmosphäre befindet (21%vol) stammt zwar weitgehend aus der Photosynthese, allerdings als Überbleibsel der Bildung "fossiler Brennstoffe" (was an pflanzlichen und tierischen Resten nicht aerob abgebaut wurde und heute Kohle, Erdöl, Erdgas, Methanhydrate usw. bildet).

    Daraus ergeben sich 2 wichtige Schlußfolgerungen:

    1. Mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe verringern wir tatsächlich die Menge an freiem Sauerstoff in der Atmosphäre (und an gelöstem Sauerstoff im Wasser - eine nicht unerhebliche Menge!)

    2. Das Anpflanzen von Wald hat, ebensowenig wie das Abholzen, einen nennenswerten Einfluß auf die Sauerstoffbilanz. Der Regenwald ist nicht die "Grüne Lunge" unseres Planeten (er ist allerdings für die globalen Wasserkreislüfe und das Klima von nicht zu unterschätzender Bedeutung!).

    Die Abnahme des Sauerstoffs in der Atmosphäre ist vernachlässigbar, weil so viel davon da ist. Viel gefährlicher ist die andere Seite der Bilanz: Der gleichzeitig ansteigende CO2-Gehalt hat nicht nur mit dem Treibhauseffekt zu tun, sondern auch eine immense Wirkung auf die Vegetation. Pflanzen brauchen CO2. Um diesen "einzuatmen" haben sie Spaltöffnungen, durch die auch Wasser verdunstet. Um Wasser zu sparen, werden die Spaltöffnungen parktisch nur geöffnet, wenn CO2-Mangel herrscht. Mit einem Überangebot an CO2 in der Luft wird dieser Regelkreis ausgehebelt: Die Pflanzen lassen die Spaltöffnungen zu und verdursten praktisch, weil die Verdunstung benötigt wird, um Wasser (und Mineralien) aus der Wurzel nach oben zu transprotieren. Sicher gibt es Pflanzenarten, die damit gut klarkommen, aber das wird die gesamte Vegetation verändern, Ökosysteme werden sich ändern und - wenn das zu schnell geht - erstmal zusammenbrechen, bevor sich in Jahrtausenden wieder ein neues globales System etabliert. Inwiefern der Mensch dabei Gewinner oder Verlierer ist, kann kaum vorhergesehen werden.

    So kommt man noch zu einer 3. Schlußfolgerung:

    Die Welt ist immer komplizierter, als man denkt.

    LG
    Jochen

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Korrektur zu den Antworten

      Hallo, meine Vorredner haben geschrieben, dass durch Verbrennungen
      Sauerstoff verbraucht wird und dass Pflanzen durch
      Photosynthese Sauerstoff erzeugen.

      Beides ist korrekt, allerdings wird durch Photosynthese nicht
      aller Sauerstoff erzeugt, der durch Verbrennung verbraucht
      wird. Pflanzen verbrauchen etwa so viel Sauerstoff, wie sie
      erzeugen. Der Überschuß an Sauerstoffproduktion ist geringer
      als der Verbrauch durch die Tiere, Pilze und Mikroorganismen,
      welche die Pflanzen letzlich wieder zersetzen.
      Hmm, da bin ich ein bisschen skeptisch. Alles was wir und die anderen Tiere essen, ist ja durch Photosynthese hergestellt worden. Der Sauerstoff, den wir zur Verbrennung verbrauchen, wurde also vorher in genau der Menge durch Photosynthese produziert. Der Sauerstoff, der sich in unserer Atmosphäre befindet
      (21%vol) stammt zwar weitgehend aus der Photosynthese,
      allerdings als Überbleibsel der Bildung "fossiler Brennstoffe"
      (was an pflanzlichen und tierischen Resten nicht aerob
      abgebaut wurde und heute Kohle, Erdöl, Erdgas, Methanhydrate
      usw. bildet).

      Daraus ergeben sich 2 wichtige Schlußfolgerungen:

      1. Mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe verringern wir
      tatsächlich die Menge an freiem Sauerstoff in der Atmosphäre
      (und an gelöstem Sauerstoff im Wasser - eine nicht
      unerhebliche Menge!)
      Einverstanden... 2. Das Anpflanzen von Wald hat, ebensowenig wie das Abholzen,
      einen nennenswerten Einfluß auf die Sauerstoffbilanz. Der
      Regenwald ist nicht die "Grüne Lunge" unseres Planeten (er ist
      allerdings für die globalen Wasserkreislüfe und das Klima von
      nicht zu unterschätzender Bedeutung!).
      Das stimmt - eine überraschende Erkenntnis. Positiv in der Sauerstoffbilanz dürfte Wald nur auftauchen, wenn man Biomasse entfernt und vergräbt. Die Abnahme des Sauerstoffs in der Atmosphäre ist
      vernachlässigbar, weil so viel davon da ist. Viel gefährlicher
      ist die andere Seite der Bilanz: Der gleichzeitig ansteigende
      CO2-Gehalt hat nicht nur mit dem Treibhauseffekt zu tun,
      sondern auch eine immense Wirkung auf die Vegetation. Pflanzen
      brauchen CO2. Um diesen "einzuatmen" haben sie Spaltöffnungen,
      durch die auch Wasser verdunstet. Um Wasser zu sparen, werden
      die Spaltöffnungen parktisch nur geöffnet, wenn CO2-Mangel
      herrscht. Mit einem Überangebot an CO2 in der Luft wird dieser
      Regelkreis ausgehebelt: Die Pflanzen lassen die Spaltöffnungen
      zu und verdursten praktisch, weil die Verdunstung benötigt
      wird, um Wasser (und Mineralien) aus der Wurzel nach oben zu
      transprotieren. Sicher gibt es Pflanzenarten, die damit gut
      klarkommen, aber das wird die gesamte Vegetation verändern,
      Ökosysteme werden sich ändern und - wenn das zu schnell geht -
      erstmal zusammenbrechen, bevor sich in Jahrtausenden wieder
      ein neues globales System etabliert. Inwiefern der Mensch
      dabei Gewinner oder Verlierer ist, kann kaum vorhergesehen
      werden.

      So kommt man noch zu einer 3. Schlußfolgerung:

      Die Welt ist immer komplizierter, als man denkt.
      ;-)

      • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Korrektur zu den Antworten

        Hallo, Hmm, da bin ich ein bisschen skeptisch. Alles was wir und die
        anderen Tiere essen, ist ja durch Photosynthese hergestellt
        worden.
        Jup. Der Sauerstoff, den wir zur Verbrennung verbrauchen,
        wurde also vorher in genau der Menge durch Photosynthese
        produziert.
        Ja und Nein. Ja: Natürlich wurde der dazu benötigte Sauerstoff von der Photosynthese produziert. Nein: Die Pflanzen produzieren mehr Sauerstoff, als ihrer Biomasse entspricht, aber sie verbrauchen einen Teil dieses Sauerstoffs selbst wieder. In der Bilanz sollte nur genau der Teil übrigbleiben, der die Biomasse der Pflanze ausmacht. Beim Abbau wird aber auch wieder mineralisiert. Mikroorgansimen oxidieren Ammonium zu Nitrat, Schwefelwasserstoff zu Sulfat, desgleichen auch andere (Spuren-)Elemente. Diese werden natürlich auch von Pflanzen wieder aufgenommen, aber zum einen stammen nicht alle oxidierbaren Substrate von den Pflanzen und zum anderen bilden sich hier in geologischen Zeiträumen mitunter auch Salzlagerstätten. Doch das ist sicher alles nicht von großem Einfluß.

        Im großen und ganzen also eher: Ja.


        LG
        Jochen



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!