Bäume in Tschernobyl

Von: (abgemeldet) , Frage gestellt am Mo, 18. Apr 2011
Hallo,

anscheinend hatte ich mich unklar ausgedrückt in meiner vorherigen Anfrage, daher versuche ich es nochmal:

Es wurde wissenschaftlich festgestellt, dass Bäume in Tschernobyl in der Lage waren, die Erbsubstanz zu verändern und sich somit vor den Folgen der atomaren Strahlen zu schützen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,2642...

Wie kann es sein, dass Bäume eine solche Reaktion zeigen?
Und warum ist der menschliche Körper nicht auch in der Lage, das zu vollbringen? Oder kann er es doch?

Gruß
Istiden

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Stunden 1 hilfreich
    Re: Bäume in Tschernobyl
    Hallo und willkommen zu unserem kleinen Ausflug in den Darwinismus:
    Darwin sagt, dass der/die bestangepasste(r) überlebt.
    Anpassung/Adaptation an äußere Bedingungen sind der natürlichste Vorgang der Welt(wir machen das Gegenteil: Wir passen unsere Umgebung uns an). Nehmen wir an Spezies A ist perfekt an die Umgebung B angepasst. Nun kommt Störfaktor C hinzu. Spezies A ist nicht mehr perfekt an seine (momentane) Umgebung B' angepasst. Jetzt werden viele Versuche gestartet, indem sehr viele verschiedene Änderungen in den Genen vorgenommen werden. Die erfolgreichste Version des neuen Erbguts wird übernommen. Die Spezies A' ist geboren. Sie ist nun perfekt an die Umgebung B' angepasst.
    Diesen Vorgang nennt man Evolution.
    Der Mensch ist tatsächlich in der Lage sich gegen geringe Strahlung resistent zu machen. Für diesen Effekt gibt es auch einen Namen, der mir aber leider entfallen ist.
    In unseren Beispiel ist C einfach die Strahlung.
  2. Antwort von (abgemeldet) nach 5 Stunden 1 hilfreich
    Re: Bäume in Tschernobyl
    also ich habe vor einigen tagen eine doku über diese thematik gesehen. in dieser wurde die behauptung aufgestellt, dass auch tiere sich den veränderungen angepasst hätten. ob es aber alle tiere waren, oder ob es da ausnahmen gibt, entzieht sich meiner kenntnis.
  3. Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
    Re: Bäume in Tschernobyl
    Hi.. Es wurde wissenschaftlich festgestellt, dass Bäume in
    Tschernobyl in der Lage waren, die Erbsubstanz zu verändern
    und sich somit vor den Folgen der atomaren Strahlen zu
    schützen.
    Wie kann es sein, dass Bäume eine solche Reaktion zeigen?
    Und warum ist der menschliche Körper nicht auch in der Lage,
    das zu vollbringen? Oder kann er es doch?
    Sicher. Man muss nur einige hunderttausend Menschen dorthin zwangsumsiedeln. Idealerweise verwehrt man ihnen ausserdem den Zugang zu Verhütungsmitteln und medizinischer Versorgung.
    Es wird zu diversen Erbgutveränderungen und massenhaft missgebildeten Kindern kommen, die dann größtenteils sterben und sich nicht fortpflanzen. In ein paar Generationen kann man so strahlungsresistentere Menschen züchten.

    Wenn Du Veränderungen am lebenden Organismus meinst, also Bäume, die zum GAU-Zeitpunkt schon dort standen - solche gibt es kaum, aber einen statistischen Effekt:
    Nehmen wir eine Menge Bäume. Keiner gleicht dem anderen hundertprozentig. Manche vertragen mehr Strahlung, manche weniger. Im Durchschnitt überleben sie eine Dosis X.
    Nun verstrahlen wir den Wald kräftig. Welche Bäume bleiben wohl stehen?
    Von diesen Überlebenden bilden wir wieder einen Durchschnittswert - sie vertragen die Dosis Y.
    Solange mindestens ein Baum überlebt, ist Y immer größer als X.


    genumi
  4. Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
    Re: Bäume in Tschernobyl
    Hallo,

    also ich würde sagen je komplexer ein Organismus ist, desto länger dauert es, sich laut Darwin anzupassen. Das kann man ja an Kakerlaken sehen. Ihr Organismus ist relativ simpel und sie halten eine für uns Menschen schon tödliche Dosis locker aus.
    Natürlich können sich auch Menschen und andere komplexere Organismen der Strahlung anpassen, es benötigt nur eine gewisse Zeit.

    Und wenn uns über 3 Milliarden Jahre Evolution eines gelehrt haben, dann wohl, dass das Leben immer einen Weg findet...

    MfG JoJo2323
  5. Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
    Re: Bäume in Tschernobyl
    Hallo,

    den Artikel zum Link habe ich gelesen.
    Woraus leitest du denn deine Erkenntnis: und sich somit vor den Folgen der atomaren Strahlen zu
    schützen.
    ab?
    Das steht doch nirgends.

    Tatsächlich steht im Artikel u.a.:

    Die Biologen beobachteten ein deutlich verändertes "Methylierungsmuster" im Erbgut der Kiefern. Die an den DNS-Strang angehängten Methyl-Gruppen beeinflussen unter anderem die Gen-Aktivität.
    "Methylierung ist eine Antwort auf Stress, die einer Genom-Instabilität vorbeugt und das Überleben in extrem feindlicher Umgebung ermöglicht",


    In Lehrbüchern der Botanik findet man, daß z.B. auch extreme Trockenheit für die einzelne Pflanze eine starke Streßsituation darstellt.
    Hast du Ergebnisse über das "Methylierungsmuster" von Kiefern in Rußland östlich von Moskau kurz vor dem Ausbruch der Waldbrände nach extremer Trockenheit im Jahre 2010? Die müßte man haben, um Vergleiche ziehen zu können.

    Mich interessiert kein „Methylierungsmuster“.
    Mich interessiert, wie viele Mutationen an Pflanzen rund um Tschernobyl nachgewiesen wurden.

    Hoffentlich kommt das noch in den versprochenen Ergebnissen:
    ‚Die Ergebnisse des Teams sollen im Fachjournal "Mutation Research" veröffentlicht werden.’

    Gruß

    watergolf
    • Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 1 hilfreich
      Re^2: Bäume in Tschernobyl
      Hi, Woraus leitest du denn deine Erkenntnis: und sich somit vor den Folgen der atomaren Strahlen zu
      schützen.
      ab?
      Das steht doch nirgends.
      Das steht gleich im ersten Satz des Artikels:

      "Die Bäume sind offenbar in der Lage, ihr Genom vor einer Destabilisierung durch Radioaktivität zu schützen."

      Hier steht es auch... einige der Bäume kommen anscheinend besser als andere mit der radioaktiven Strahlung klar:

      http://www.n-tv.de/wissen/Baeume-in-Tschernobyl-muti... Mich interessiert, wie viele Mutationen an Pflanzen rund um
      Tschernobyl nachgewiesen wurden.
      Die Frage war aber, wie es die (bestimmten) Bäume schafften, sich zu schützen. Hoffentlich kommt das noch in den versprochenen Ergebnissen:
      ‚Die Ergebnisse des Teams sollen im Fachjournal "Mutation
      Research" veröffentlicht werden.’

      Das wäre interessant.

      Gruß
      Istiden
        • Antwort von nach 2 Tagen 3 hilfreich
          Re^4: Bäume in Tschernobyl
          Hallo Roland, entwickelt sich ja (nach Jahren der Ruhe) zu einem Renner
          http://www.sueddeutsche.de/W5E38j/4046383/Strahlende...
          das Thema gehört zum Füllen des beginnenden Sommerlochs für die Zeitschriften.

          Auch die vielen wissenschaftlichen Mitarbeiter von Hochschulen müssen irgendwie beschäftigt werden.

          Leider gibt es bei uns gar nicht mehr so viele Botaniker die überhaupt eine Mutation erkennen könnten. Das Fach Botanik wird ausgehungert. Das Wissen über die Pflanzen geht ganz rasch verloren.

          Man spielt lieber geschützt in trockenen und geheizten Labors - mehr oder weniger erfolglos - an den Genen von Pflanzen herum. Für eine Dissertation reicht es allemal.

          Die Genetiker hinter ihren verstaubten Monitoren erkennen in der Natur gar keine Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana), ihre Lieblings-Versuchspflanze, geschweige denn eine eventuelle Mutation.

          watergolf
          • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Bäume in Tschernobyl
            Hallo watergolf,

            komisch, bei Deinen letzten Bemerkungen fielen mir 'Geomatiker' ein ...
            *böse - ganz böse*

            Roland


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