Re^4: Glaube erfordert keinerlei Beweise.
Hallo!
Ist wahrscheinlich ein bisschen falsch rübergekommen - also
nochmal
als längere Version:
im Bereich der Evolutionspsychologie fragt man sich warum
solche
Verhaltensweisen wie Religionen auf der ganzen Welt auftauchen
und so
lange Bestand haben.
Wenn alle Völker dieser Erde unabhängig voneinander Religionen
erfinden dann vermutet man einen evolutionären Vorteil.
Man darf sich auch nicht an dem Wort "Religion" aufhängen -
sondern
nur am generellen Prinzip: der Glaube dass es etwas
"übergeordnetes"
gibt. Auch "Ungläubige" (also Leute die keiner Religion
angehören)
glauben an z.B. das alles irgendwie Sinn macht, dass wir das
Ziel der
Evolution sind, etc.
Hier irrst du. Das trifft auf mich nicht zu. Das Problem kommt doch daher, dass die Menschen versuchen, allem irgendwie einen Sinn zu zuordnen, immer eine warum und weshalb fragen, immer ein Ursache-Wirkung glauben finden zu müssen usw.. Es ist bereits ein Glaube (von dem man sich auch trennen kann), dass alles einen Sinn haben muss. Im übrigen, was ist Sinn überhaupt, was versteht man darunter ?
Ich selbst bezeichne mich als Atheist, und ich habe einfach akzeptiert, dass mein beschränkter menschlicher Geist nicht in der Lage ist, alles zu erklären. Und ich halte es für sehr vermessen, anzunehmen, dass die menschliche Intelligenz dazu überhaupt in der Lage sein soll.
Ich habe leider kein philosophisches Grundlagenwissen aber ich habe mitbekommen, das die Logik wohl das einzig abstrakte ist, das unabhängig von menschlichen oder anderen Denkstrukturen immer gleich (wahr) ist. Darauf baut sich dann Mathematik, dann Physik usw. auf, welche dann aber schon (Denk-)Modell sind, die in unseren Gehirnen entstehen. Es wird zwar gerne behauptet, auch das sei nur eine Glaubenssache, aber dann gibt es wohl letzten Endes gar keine absolutes Wissen, sondern immer nur Glauben.
Um auf die Anfangsfrage zurückzukommen:
Die klassische Religion ist dann in meinen Augen nur ein Versuch, alles derzeit unerklärliches einer anderen Macht (früher einem Gott) oder heute in den modernen Zeiten einer unseren Denkstrukturen ähnlichen Intelligenz zuzuordnen, die im Kern doch irgendwie gut und gerecht ist und unserem Leben halt den anders nicht zu findenden Sinn gibt.
Dieser Glaube ist dann meiner Meinung nach eher eine Gefühlssache. Bekannterweise schaltet das rationale Denken euch gerne mal aus, wenn die Emotionen zu stark werden. Und wenn man einmal in dem Modell gefangen ist, das einem sagt, es gibt da etwas, das sorgt für eine höhere Gerechtigkeit, dann vertraut man dann eben mehr seinem Gefühl !
Ciau
armstein