Re: Danke für eure Antworten
Moin,
i) Die Frauen aus den genannten Ländern haben andere
Lebensvorstellungen. Zu Heiraten und eine Familie zu gründen
ist für die Frauen dort so selbstverständlich, wie hier in
diesem Land für einem Mann einer erwerbstätigkeit nachzugehen.
Die Frage ist also nicht, ob geheiratet wird, sondern wen.
Das Problem, dass niemand da ist, mit dem man eine Familie gründen kann, haben auch deutsche Frauen. Diese beklagen, dass deutsche Männer sich zunehmend vor der Verantwortung drücken, die das Gründen einer Familie mit sich bringt. Nur haben deutsche Frauen mit dem gleichen Problem nicht gleichermaßen die Möglichkeiten, sich einen Ehemann zu "importieren", da diese Männer es auf dem deutschen Arbeitsmarkt schwerer haben dürften und somit nicht den "klassischen" Ansprüchen des Ernährers entsprechen.
ii) Die Männer in diesen Ländern sind häufig die
"schlechteren" Ehemänner. Machoverhalten oder eine
Geringschätzung von Frauen kommt häufiger vor. Dazu kommt
natürlich auch die wirtschaftliche Situation
Man kann es auch so ausdrücken: Wenn man eh schon wenig Einfluss darauf hat, mit wem man verheiratet wird, dann kann man sich wenigstens einen suchen, der Kohle hat. Persönliches Glück und Erfüllung ist für viele dieser Frauen nicht integraler Bestandteil einer Ehe, somit können sie auch "erfolgreich" Ehen führen, wo dies nicht gegeben ist und sie dennoch zumindest einen gewissen Grad an Zufriedenheit entwickeln (sofern der Mann sich nicht als tatsächlich letzter Mistkerl herausstellt). Scheidung kommt in diesem Konzept übrigens nicht vor, somit dürfte das Merkmal "Scheidung" auch nicht als geeigneter Maßstab für eine nach unseren Vorstellungen erfolgreiche Ehe angesehen werden.
iii) Ein Mann, der ein Frau aus diesen Ländern heiraten will,
muss um sie kämpfen. Solche Heiraten gehen immer mit
bürokratischen Hürden zusammen, die Zeit, Mühen und Geld
kosten.
Vielleicht Sind Zeit und Geld "Kampfzonen", in denen sich diese speziellen Männer wohler fühlen als zum Beispiel Männer, die in den "Kampfzonen" Persönlichkeit, Zuneigung, Nähe etc. um Frauen kämpfen. Du hast in deinem Beispiel viele IT-ler aufgeführt. Nichts gegen IT-ler, aber pauschal gelten diese als eigenbrödlerisch, kommunikationsarm und somit für viele deutsche Frauen wenig attraktiv.
iiii) Was ist eigentlich "peinlicher" oder
erfolgversprechender, wenn sich einsame Menschen auf
Singlebörsen treffen oder wenn Vermittler Menschen mit
ernsthaften Heiratswunsch einander vorstellen.
Ich finde beides nicht peinlich.
Ich sehe in solchen Beziehungen in vielen Fällen eine
win-win-Situation. Eine Frau aus einem armen Land bekommt
einen "guten" Ehemann, der sie und vielleicht ihre Familie in
der Heimat versorgen kann. Und der Mann kann eine Familie
gründen.
Ich kenne genau zwei Fälle in meinem näheren Bekanntenkreis, in denen ein deutscher Mann eine Asiatin geheiratet hat. Beide Ehen erscheinen mir als durchaus glücklich und stabil. Beide Ehen sind übrigens kinderlos.
Ich tippe mal darauf, dass solche Ehen wesentlich stabiler
sind, als das durchschnittliches einheimisches Paar.
Dazu müsste man die Scheidungsraten bei Paaren aus unterschiedlichen Kulturkreisen kennen, und diese mit der Scheidungsrate von deutschen Paaren vergleichen. Ich kenne diese Zahlen nicht, aber ich weiß, dass es bei Paaren aus unterschiedlichen Kulturkreisen eine Anzahl an Stolbpersteinen gibt, die bei anderen Ehen gar nicht erst auftreten, das fängt bei der Sprache an und endet nicht bei der Frage, in welcher Kultur/Religion/Wertvorstellung die Kinder erzogen werden sollen.
Gruß
Marion