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nach 48 Tagen
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Re: Selbstbestimmung auch für behinderter Menschen
Hallo zu einem unheimlich weit diskutablen Thema. Ersteinmal müßte geklärt werden, welch Art und Umfang von Behinderung Du diskutieren möchtest. Behinderte nach meiner Ansicht sind einfach alle menschen mit besonderen Bedürfnissen. Besondere Bedürfnisse hat doch aber eigentlich jeder von uns. Ich zum Beispiel kann unheimlich schwer rechnen, andere wiederum tun sich schwer, die richtige Worte zu finden, wieder andere haben diese Worte, können sie jedoch nicht lexikalisch korrekt wiedergeben oder sie können sich einfach sprachlich nicht ausdrücken.Wenn Du zum Beispiel in eine Gruppe gehörloser Menschen kommst, bist Du "behindert", weil <Du nicht der Gebärdensprache mächtig bist. Oder der Körperbehinderte (ist man schon, wenn man eine chronische Krankheit hat), der sich sehr gut selbst steuern kann? Behinderung, egal wie man sie sieht, kann man auch anders beleuchten. Sind es nicht in Wirklichkeit wir "normalen(wer ist schon und auch noch gerne normal ?)", die die Behinderten mit ihren besonderen Bedürfnissen nicht verstehen, sind wir es nict, die genau sie in ihrem normalen Leben behindern ? Schon allein, wenn wir solche Fragen zur Selbstbestimmung stellen ? Sind wir es nicht, die es oft vergessen, Bewunderung für Menschen zu hegen, die trotz besonderer Bedürfnisse gegen so viele Hindernisse ein vielleicht viel sinnvolleres und aktiveres Leben führen, als wir ? Wer schaut weg, wenn ein Behinderter mit irgendwelchen Umständen nicht klar kommt oder ein Behinderter sich artikuliert und dies nur durch Laute und Gestiken kann ? Sind es nicht wir, die dann wegschauen, weil wir mit der Situation nicht umgehen können ? Ist es der geistigbehinderte Mensch, der es trotz irrwegiger und Stigmatisierender Diagnosen schafft, für sich ein selbständiges Leben (In Deutschland ist das irrsinnig schwer zu schaffen.. Behörden, Diagnostiker...) zu führen ? Alleine leben und für sich sorgen zu können ? Oder sind es nicht wie immer mal wieder wir, die wir ihnen nichts zutrauen, weil dies nicht in unsere Realität und Vorstellung passt? Nun meine Frage, wem oder was wollen wir die Bezeichnung behindert aufdrücken ?
Ich bin Sonderschullehrerin und lebe seit vielen Jahren mit einem geistig behinderten jungen Mann zusammen. Lamge habe ich kämpfen müssen,daß dieser junge Mann natürlich nicht in einem Heim leben muß sondern bei mir. Am Anfang haben mich alle für wahnsinnig gehalten, weil M. als schwer geistigbehindert und verhaltensgestört galt. Blödsinn ! Mit viel Geduld habe ich es geschafft,daß dieser junge Mann ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Mit viel Erfolg. Inzwischen bin ich oft viel mehr auf seine Hilfe angewiesen und es gibt nichts, was ich ihm nicgt zutrauen würde. Man sollte ihnen einfach viel mehr zutrauen und ihnen vertrauen. Die snur einige praktische Anregungen zu Deinem Thema. Wenn DU mehr Lust bekommen hast, Informationen zu erhalten oder auch zu diskutieren, schreib mir. Wäre schade, wenn dieses so heikle (Gebe ich ja zu ) Thema in dieser Art ein Ende finden würde.
Viele Grüße, Daniela