Skin Effekt vom Koaxialkabel

Von: , Frage gestellt am So, 2. Nov 2003

Hi

ich suche eine Möglichkeit den Skin Effekt im kurzgeschlossenem Koaxialkabel für Widerstandsbelag und Induktivitätsbelag zu berechnen.
Die Formeln für den Innenleiter sind mir klar aber wie verhält sich die Stromverdrängung im Aussenleiter.


Vielen Dank im vorraus

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: Skin Effekt vom Koaxialkabel

    Hallo Stefan, Die Formeln für den Innenleiter sind mir klar aber wie verhält
    sich die Stromverdrängung im Aussenleiter.
    Wenn Du es mathematisch perfekt brauchst, kann ich spontan auch nicht helfen. In der Praxis, so meine ich, ist der Skin-Effekt im Außenleiter in erster Näherung vernachlässigbar, weil dort die gleiche Eindringtiefe wie im Innenleiter entsteht, aber bei einer sehr viel größeren Oberfläche (bzw. größeren Umfang).

    In Zweiter Näherung sollte der Effekt im Außenleiter Di/Da (Durchmesser innen / außen) so groß wie im Innenleiter sein.

    Allerdings wird bei den üblichen Abschirmgeflechten spätestens die zweite Näherung nicht mehr viel helfen, und auch eine mathematische Bestimmung eher akademisch bleiben.

    Was brauchst Du? Den Frequenzgang bestimmter Kabel? Welche Frequenzen?

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Skin Effekt vom Koaxialkabel

      Hi
      Wenn Du es mathematisch perfekt brauchst, kann ich spontan
      auch nicht helfen. In der Praxis, so meine ich, ist der
      Skin-Effekt im Außenleiter in erster Näherung
      vernachlässigbar, weil dort die gleiche Eindringtiefe wie im
      Innenleiter entsteht, aber bei einer sehr viel größeren
      Oberfläche (bzw. größeren Umfang).
      Ich untersuche Mittelspannungskabel bei Kurzschluss d.h der Schirm wird zum Aussenleiter. Bei gleicher Eindringtiefe müsste dann folglich der Skineffekt im Schirm erst bei sehr hohen Frequenzen sich einstellen beim Innenleiter jedoch auch schon bei niedrigeren.

      Mich interressiert vor allem der Induktivitätsbelag der sich ja bekanntlich aus innerer und äußerer Induktivität zusammensetzt. Wobei jedoch nur die innere Induktivität von Schirm und Leiter jeweils vom Skineffekt abhängig sind.
      In Zweiter Näherung sollte der Effekt im Außenleiter Di/Da
      (Durchmesser innen / außen) so groß wie im Innenleiter sein.

      Dies wiederspricht sich mit der gleichgroßer Eindringtiefe.

      Bei unterschiedlicher Eindringtiefe ist es möglich, dass der Effekt nahezu in Schirm und Leiter gleich ist.


      Wie schon gesagt untersuche ich Mittelspannungskabel. D.h Schirm und Leiter sind nicht gleich bemessen, da ja im normalen Betrieb kein Strom über den Schirm fliesst.


      Kannst du mir bestätigen das gleiche Eindringtiefe vorhanden ist?


      Gruß Stefan

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Skin Effekt vom Koaxialkabel

        Hallo Stefan, Kannst du mir bestätigen das gleiche Eindringtiefe vorhanden
        ist?
        prinzipiell ist die Eindringtiefe nur von Frequenz und spezifischen Leitwert des Materials abhängig. Wenn also Innen- und Aussenleiter aus dem gleichen Material und massiv sind, ist auch die Eindringtiefe gleich. Sobald Litzen und/oder Drahtgeflechte im Spiel sind, kannst Du allerdings keine Aussage mehr machen ausser, dass sich die Eindringtiefe gegenüber dem massiven Material erhöht. Das gilt auch dann, wenn die Einzelleiter nicht gegeneinander isoliert sind

        Jörg

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Skin Effekt vom Koaxialkabel

          hi

          Wie berechnet man eigentlich die innere Induktivität des Aussenleiters ohne skin effekt.
          Ich kann doch bestimmt nicht die formel für den innerre Induktivität des Leiters nehmen. Li0=(mü *l)/(8*pi)

          Stefan

          • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Skin Effekt vom Koaxialkabel

            Wie berechnet man eigentlich die innere Induktivität des
            Aussenleiters ohne skin effekt.
            was verstehst Du unter der inneren Induktivität eines Leiters ?
            Die Induktivität wird immer von Innen- und Aussenleiter des Koaxkabels gemeinsam gebildet.
            Zur Berechnung von L musst Du zunächst den Fluss Phi berechnen, den ein Strom I erzeugt. Dann gilt einfach L = Phi/I.
            Wenn Du das Leiterinnere mit berücksichtigen willst, ist das aber etwas aufwendig. Für die Flussberechnung mußt Du dann über 3 Teilbereiche integrieren:

            1. Innenleiter 0...r
            2. Zwischenraum Innen-/Aussenleiter r...Ri
            3. Aussenleiter Ri...Ra Ich kann doch bestimmt nicht die formel für den innerre
            Induktivität des Leiters nehmen. Li0=(mü *l)/(8*pi)
            Die Formel kann ich nicht so recht glauben. Da kommt ja noch nicht einmal der Radius des Leiters vor.

            Jörg

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Skin Effekt vom Koaxialkabel

              Hi Ich kann doch bestimmt nicht die formel für den innerre
              Induktivität des Leiters nehmen. Li0=(mü *l)/(8*pi)
              Die Formel kann ich nicht so recht glauben. Da kommt ja noch
              nicht einmal der Radius des Leiters vor.

              Die Formel ist korrekt.

              Bsp Koax oftmals findet man

              L=mü*l/(2*pi)*(ln(ra/ri)+0,25)

              dabei mü*l/(2*pi)*ln(ra/ri) =L_aussen nicht frequenz abhängig

              mü*l/(2*pi)*0,25 =l_innen frequenzabhängig



              bei hohen Frequenzen ist nur L_aussen da
              bei kleinen Frequenzen l_innen+l_aussen


              gruß Stefan

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