Strom sparen durch Geräteveränderung

Von: , Frage gestellt am Fr, 28. Apr 2000

Hallo,

Es soll möglich sein Elektrogeräte wie z.B. Herd, Mikrowelle, ... so zu manipulieren, daß der Stromzähler weniger mißt als eigentlich verbraucht wird.
Dies soll durch Kondensatoren möglich sein die dem Verbraucher zugeschaltet werden und den cos phi verändern.
Nun meine Fragen:
- Wie wird der Kondensator eingebaut, in Reihe, Parallel ?
- Wie wird der Kondensator in Kapazität und Spannung berechnet
- Gibt es sonst noch was zu beachten?

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 16 Minuten hilfreich
    Re: Strom sparen durch Geräteveränderung

    Hallo Torsten,

    Deine Herdplatte wird mit elektr. Wirkleistung erwärmt und darauf reagiert auch der Zähler. Mit irgendwelchen Kondensatorbeschaltungen kannst Du dem Netz zusätzlich Blindleistung abverlangen und die bekommt der Zähler auch nicht mit.
    Aber freu' Dich nicht zu früh. Mit Blindleistung bekommst Du keine Herdplatte warm und deshalb nützt Dir das Ganze auch nichts.
    Ansonsten entnehme ich aus Deiner Fragestellung, daß Du mit der Elektrotechnik nicht besonders vertraut bist.
    Deshalb: Finger weg! Die 3x400 V des Herdanschlusses sind ein lebensgefährlicher Spiel- und Übungsplatz!

    Gruß
    Wolfgang

    • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
      Re^2: Strom sparen durch Geräteveränderung

      Moin! Deine Herdplatte wird mit elektr.
      Wirkleistung erwärmt und darauf reagiert
      auch der Zähler. Mit irgendwelchen
      Kondensatorbeschaltungen kannst Du dem
      Netz zusätzlich Blindleistung abverlangen
      und die bekommt der Zähler auch nicht
      mit.
      Aber freu' Dich nicht zu früh. Mit
      Blindleistung bekommst Du keine
      Herdplatte warm und deshalb nützt Dir das
      Ganze auch nichts.
      Das stimmt nicht. Was der Zähler zählt, ist die Blindleistung. In die Scheibe wird eine Spannung induziert, es fließt ein Strom, der ein Magnetfeld zur Folge hat. Nur wenn Strom und Spannung nicht phasengleich sind, entsteht daraus ein Drehimpuls. Da alle Lasten im Haushalt induktive Lasten sind (Trafos, Drosseln, etc., rein Ohmsche Lasten gibt es nicht), dreht sich die Scheibe in die positive Richtung. Mit einer Kondensatorbeschaltung läßt sich nun der Phasenwinkel verringern, idealerweise wird die Blindleistung dabei zu Null. Der Zähler würde nun gar nichts zählen. Bei Überkompensation würde er sogar rückwärts laufen. Allerdings müssen solche Kondensatoren für die entsprechenden Lastfälle ausgelegt sein. Sie werden in Reihe geschaltet. Dennoch gilt: Finger wech!

      1.: Die entsprechenden Arbeiten sind nicht ganz ohne.
      2.: Geeignete Kondensatoren dürften schwer aufzutreiben sein.
      3.: Der induktive Anteil ist lastabhängig. Schaltest Du z. B. beim Herd den Ofen ein, hast Du einen anderen induktiven Anteil, als wenn nur eine Platte an ist.
      4.: Es fällt dem EVU natürlich auf, wenn Du plötzlich keinen Strom mehr verbrauchst.

      Wenn Du das E-Werk schon bescheißen willst, dann überbrücke doch einfach den Zähler und klemme ihn kurz vor der Ablesung wieder an...

      Munter bleiben... TRICHTEX

      • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
        Re^3: Zurück ins erste Semester! Setzen!

        Hallo Gunther,

        tut mir leid, das so deutlich sagen zu müssen, aber Dein Beitrag ist haarsträubender Schwachsinn.
        Selbstverständlich gibt es im Haushalt Verbraucher, die überwiegend ohmscher Natur sind, z. B. Glühlampen und elektrische Heizkörper (im strengen Sinne rein ohmsch, rein induktiv oder rein kapazitiv sind Geräte grundsätzlich nie). Auch ein belasteter Trafo verhält sich überwiegend wie ein ohmscher Verbraucher (Einschaltmoment und Leerlauf einmal außer Betracht gelassen).
        Einphasen-Wechselstromzähler oder Drehstromzähler im Haushalt sind so konstruiert, daß das auf die Läuferscheibe wirkende Antriebsmoment UxIxcos phi proportional ist.
        Es gibt auch Induktionszähler, die als Blindverbrauchszähler konstruiert wurden, aber nicht im privaten Haushalt und grundsätzlich immer zusammen mit einem Wirkverbrauchszähler!

        Gruß
        Wolfgang

        PS: Was mir sonst noch an bissigem Kommentar über so viel "Sachverstand" auf der Zunge, ähem, in den Fingern über der Tastatur lag, verkneife ich mir. Es sei denn, Du willst es lesen...

        • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
          Ganz schön frech...

          Moin! Selbstverständlich gibt es im Haushalt
          Verbraucher, die überwiegend ohmscher
          Natur sind, z. B. Glühlampen und
          elektrische Heizkörper (im strengen Sinne
          rein ohmsch, rein induktiv oder rein
          kapazitiv sind Geräte grundsätzlich
          nie).
          Überwiegend, ja. Rein Ohmsch: Nein. Nie. Gesamtlast im Haushalt immer ohmsch/induktiv. Von rein induktiv/kapazitiv hat niemand was gesagt. Auch ein belasteter Trafo verhält
          sich überwiegend wie ein ohmscher
          Verbraucher (Einschaltmoment und Leerlauf
          einmal außer Betracht gelassen).
          Natürlich. Aber mit induktivem Anteil. Miß' doch mal den Phasenwinkel eines belasteten Trafos. Auch Herdplatten verhalten sich leicht induktiv, da die Heiz_wendeln_ normalerweise gewickelt sind - leider im Normalfall nicht bifilar. Weiterhin gibt es noch Waschmaschinenmotoren, Pumpen, Fernsehgeräte (schau Dir die Phasenwinkel mal im Betrieb an). Einphasen-Wechselstromzähler oder
          Drehstromzähler im Haushalt sind so
          konstruiert, daß das auf die
          Läuferscheibe wirkende Antriebsmoment
          UxIxcos phi proportional ist.
          So. Und wenn ich phi nun gegen null bekomme, wird tatsächlich nur die Wirkleistung gezählt. Bekomme ich Phi (nach Deinen Angaben) möglichst weit gegen 90°, wird fast nichts mehr gezählt. Leider sind aufgrund des Wirkleistungsanteils nur positive cos(phi) möglich. Mich würde auch mal interessieren, aus welchem Grunde das EVU kapazitive Lasten untersagt... Es gibt auch Induktionszähler, die als
          Blindverbrauchszähler konstruiert wurden,
          aber nicht im privaten Haushalt und
          grundsätzlich immer zusammen mit einem
          Wirkverbrauchszähler!
          Ahem. Dann muß es sich bei dem Zähler, den ich zerlegt habe um genau so ein Teil gehandelt haben. Fakt ist, daß bei diesem Teil kein Drehmoment ausgeübt wurde, wenn Strom und Spannung in Phase waren. PS: Was mir sonst noch an bissigem
          Kommentar über so viel "Sachverstand" auf
          der Zunge, ähem, in den Fingern über der
          Tastatur lag, verkneife ich mir. Es sei
          denn, Du willst es lesen...
          Nanana, wenngleich ich zugeben muß, daß Zählertechniken nicht zu den Themenschwerpunkten des Studiums der Nachrichtentechnik gehören und mein Wissen darüber aus meiner Ausbildung zum Fernmeldehandwerker ('80-'83) stammt, weiterhin eingestehen muß, daß ein Einblick in das Konstruktionsprinzip des betroffenen Zählers ganz automatisch zu den richtigen elektrotechnischen Grundlagen geführt hätte, ist es ziemlich verwegen, um nicht zu sagen unverschämt, jemandem pauschal Unverstand zu unterstellen. Ein Schlagabtausch in dieser Richtung führt jedoch zu nichts.

          Munter bleiben... TRICHTEX

          • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
            Re: Ganz schön frech...

            Hallo Gunther,

            nee, Schlagabtausch bringt nichts, aber vielleicht der Versuch einer sachlichen Klärung. Ansonsten wollte ich Dir nicht auf den Programmierer-Schlips treten.

            Zum Thema: Die gewendelten Leiter in Glühlampen oder Heizplatten führen nur zu einer minimalen Induktivität. Es sind eben nur Luftspulen (ob in Gas oder Keramik eingebettet macht dabei praktisch keinen Unterschied).

            Die EVU's hätten natürlich am liebsten reine Belastung mit Wirkstrom. Blindströme belasten das Netz in gleicher Weise, nur leider wird Blindleistung nicht bezahlt. Der Verbraucher kann damit ja auch nichts anfangen (ist wie im richtigen Leben).

            Früher wurden mit gewaltigen Kondensatoren induktive Ströme im Netz kompensiert. Das ist in vielen Gegenden mittlerweile überflüssig, weil die in städtischen Gebieten üblichen Erdkabel eine erhebliche Kapazität besitzen. Man kann heute jedenfalls nicht mehr so allgemein sagen, daß die EVU's bestimmte Reaktanzen verbieten.

            Wir kommen aber von Hölzchen auf Stöckchen. Die Frage war, ob sich der Zähler durch Spielereien mit Kondensatoren überlisten läßt. Und darauf kann man nur mit einem klaren "Nein, unter keinen Umständen" antworten.

            An der Technik der Zähler hat sich übrigens seit Jahrzehnten nichts geändert. Seit jeher sind es praktisch manipulationssichere Präzisionsgeräte. Irgendwelche mechanischen Basteleien und Eingriffe werden über kurz oder lang garantiert entdeckt, denn die Zähler werden irgendwann ausgetauscht und sind über die Zählernummer immer wieder dem betreffenden Haushalt zuzuordnen.

            Bleibt noch die Idee, den Zähler zu überbrücken. Das geht aber auch nur, wenn man eine Plombe knackt.

            Irgendwie scheint es fehlgelenkte Kreativität zu sein, auf diesem Weg Geld sparen zu wollen.

            Gruß

            Wolfgang

            (derübrigensauchvorungefähr20JahrenNachrichtentechnikstudierthat)

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Re^2: Ganz schön frech...

              Hallo ihr Schlagabtauscher,
              um die Hitzigkeit etwas abzukühlen möchte ich die Grundmeinung etwas vertiefen:
              Der Stromzähler für Haushalte kann nur den Wirkanteil zählen. Er ist meines Wissens sogar gegen Rückwärtlauf gesperrt! Mir sind keine Möglichkeiten bekannt wie man dieses Ding mit Beschaltung an den Geräten austricksen könnte. Auch mit der Phasen-an und abschnittssteuerung wird er fertig!
              Mit der Genauigkeit ist er am besten bei reinem Wirkanteil oder ein bischen induktivem Anteil. Aber das macht den Kohl nicht fett (< 1%)
              Also es geht mit bekannten Mitteln nicht!
              Gruß von Norbert [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
              Re^3: Ganz schön frech...

              Moin! Der Stromzähler für Haushalte kann nur
              den Wirkanteil zählen. Er ist meines
              Wissens sogar gegen Rückwärtlauf
              gesperrt! Mir sind keine Möglichkeiten
              bekannt wie man dieses Ding mit
              Beschaltung an den Geräten austricksen
              könnte.
              Ich hab' mal aufgeschnappt, daß jemand einen Drehstromzähler manipuliert hat. Leider hab' ich nicht so genau hingehört, aber es hatte irgendwas mit dem Drehfeld und asymmetrischer Beschaltung zu tun. Jetzt müßte ich doch mal nach Prinzipskizzen der Zähler schauen... Aber nicht am Wochenende!

              Munter bleiben... TRICHTEX

          • Antwort von nach 11 Tagen hilfreich
            Re: Ganz schön frech...

            an der fh-dieburg?

            • Antwort von nach 12 Tagen hilfreich
              Re^2: Ganz schön frech...

              Moin! an der fh-dieburg?
              Nein. Dieburg wollte mich seinerzeit nicht haben. So habe ich an der FH Gießen/Friedberg in Friedberg studiert.

              Munter bleiben... TRICHTEX



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