Laden von sehr großen Blei-Gel-Akkus

Von: , Frage gestellt am Do, 27. Okt 2005

Hallo,

ich habe für eine große Scheuermaschine Blei-Gel-Akkus zu laden (Kapazität ca. 300 Ah). Jedenfalls werden diese Akkus mit 24 V und mit bis zu 37 A geladen. Also eine enorme Leistung. Beim Laden werden einige der gasdichten Akkus mittlerweile mehr als handwarm (war früher nicht). Deutet dies auf das Ende der Lebensdauer der Akkus hin? Kann ein Schluß in einer Zelle eines Akkus eine solche Reaktion (Wärme) hervorrufen? Es betrifft ja nicht alle Akkus. Da diese Akkus wirklich eine fette Stange Geld kosten, wäre ich für Hinweise dankbar. Insbesondere, ob man die Lebensdauer irgendwie noch verlängern kann. Wie finde ich die defekten Zellen/Akkus (Anschlüsse sind sehr gut vergossen)?

Gruß
André

PS: Zum Verständnis, die Akkus waren (wo sie neu waren) beim Betrieb der Maschine nach ca. 1,5 h leer, nun sind ca. 5 Jahre vergangen, die Maschine wurde nicht ständig benutzt, die Akkus halten jetzt noch eine dreiviertel Stunde, werden beim Entladen jedoch nicht warm.

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 52 Minuten 0 hilfreich
    Re: Laden von sehr großen Blei-Gel-Akkus

    Hi, ich habe für eine große Scheuermaschine Blei-Gel-Akkus zu
    laden (Kapazität ca. 300 Ah). Jedenfalls werden diese Akkus
    mit 24 V und mit bis zu 37 A geladen.
    Vermutlich sind es 24 V-Akkus, die würden mit ca. 28 V geladen. Also eine enorme
    Leistung. Beim Laden werden einige der gasdichten Akkus
    mittlerweile mehr als handwarm (war früher nicht). Deutet dies
    auf das Ende der Lebensdauer der Akkus hin?
    M.E. ja. Kann ein Schluß in
    einer Zelle eines Akkus eine solche Reaktion (Wärme)
    hervorrufen?
    Ja. Die für 24 V ausgelegte Ladespannung wäre für 22 V zu hoch, die Akkus fangen an zu gasen und sich zu erwärmen. Es betrifft ja nicht alle Akkus. Da diese Akkus
    wirklich eine fette Stange Geld kosten, wäre ich für Hinweise
    dankbar. Insbesondere, ob man die Lebensdauer irgendwie noch
    verlängern kann.
    M.E. nein. Kurzschlüsse werden meines Wissens nach bei Flüssigsäureakkus durch Bleischlamm (oder sowas) auf dem Boden verursacht, bei Blei-Gel weiß ich es aber auch nicht. Slbst wenn man den 'rauskriegen würde - die Platten sind dann eh fertig. Wie finde ich die defekten Zellen/Akkus
    (Anschlüsse sind sehr gut vergossen)?
    Ein intakter Akku hat 24 V Leerlaufspannung, nach dem Laden mehr, nach einer Weile wieder 24 V. Akkus mit einer kurzgeschlossenen Zelle haben dann nur noch 22 V. Das ist deutlich erkennbar.

    Grüße

    Uwe PS: Zum Verständnis, die Akkus waren (wo sie neu waren) beim
    Betrieb der Maschine nach ca. 1,5 h leer, nun sind ca. 5 Jahre
    vergangen, die Maschine wurde nicht ständig benutzt, die Akkus
    halten jetzt noch eine dreiviertel Stunde, werden beim
    Entladen jedoch nicht warm.
    Ja, ich denke, das klingt plausibel.

    • Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Laden von sehr großen Blei-Gel-Akkus

      Hi, ich habe für eine große Scheuermaschine Blei-Gel-Akkus zu
      laden (Kapazität ca. 300 Ah). Jedenfalls werden diese Akkus
      mit 24 V und mit bis zu 37 A geladen.
      Frage dazu: Orginal-Zubehör als Ladegerät?

      Einige Ladeinfos zu Akkus
      http://www.batteryuniversity.com/partone-23-german.htm
      Vermutlich sind es 24 V-Akkus, die würden mit ca. 28 V
      geladen. Also eine enorme
      Leistung. Beim Laden werden einige der gasdichten Akkus
      mittlerweile mehr als handwarm (war früher nicht). Deutet dies
      auf das Ende der Lebensdauer der Akkus hin?
      Nicht umbedingt.
      http://www.batteryuniversity.com/parttwo-35-german.htm M.E. ja. Kann ein Schluß in
      einer Zelle eines Akkus eine solche Reaktion (Wärme)
      hervorrufen?
      Ja. Die für 24 V ausgelegte Ladespannung wäre für 22 V zu
      hoch, die Akkus fangen an zu gasen und sich zu erwärmen.
      Richtig ist, das dann das Elektrolyt eintrocknen kann.
      Dadurch ergibt sich dann ein höherer Innenwiderstand.
      Gel-Elektrolyt
      Neben den offenzelligen Batterien mit flüssiger Schwefelsäure werden auch geschlossene Zellen mit eingedicktem Elektrolyt (thixotrope Mischung mit Kieselsäure = SiO2) hergestellt. Diese Batterien sind lageunabhängig und werden mit einer max. Spannung von 2,35 V / Zelle geladen. Diese Betriebsweise ergibt wartungsfreie Batterien, da beim Laden kein Wasserverlust auftritt. Es betrifft ja nicht alle Akkus. Da diese Akkus
      wirklich eine fette Stange Geld kosten, wäre ich für Hinweise
      dankbar. Insbesondere, ob man die Lebensdauer irgendwie noch
      verlängern kann.
      http://www.batteryuniversity.com/partone-13-german.htm
      Ja, das kann man mit Automatikladegerät und IUIa oder IU Ladekennlinie.
      Muß aber für Gel-Typ geeignet sein.
      Zum Beispiel solches:
      http://www.fronius.com/ladesysteme/produkte/acctiva_...
      http://www.fronius.com/ladesysteme/focus.ladesysteme...
      M.E. nein. Kurzschlüsse werden meines Wissens nach bei
      Flüssigsäureakkus durch Bleischlamm (oder sowas) auf dem Boden
      verursacht, bei Blei-Gel weiß ich es aber auch nicht. Slbst
      wenn man den 'rauskriegen würde - die Platten sind dann eh
      fertig.
      Das war früher so!
      Heute sind die Gitterplatten in einer Vlies-Tasche separiert, aus der keine Bleimasse austreten kann. Wie finde ich die defekten Zellen/Akkus
      (Anschlüsse sind sehr gut vergossen)?
      Garnicht! Das heißt, öffnen = zerstören!
      Ein intakter Akku hat 24 V Leerlaufspannung,
      Nein, das ist die Nennspannung!
      Leerlaufspannung beträgt minimum 2,1V/Z, also hier min. 25,2V. nach dem Laden mehr,
      ca. 26V oder mehr.
      nach einer Weile wieder 24 V. Akkus mit einer
      kurzgeschlossenen Zelle haben dann nur noch 22 V. Das ist
      deutlich erkennbar.

      Grüße

      Uwe PS: Zum Verständnis, die Akkus waren (wo sie neu waren) beim
      Betrieb der Maschine nach ca. 1,5 h leer,
      Schaltet die Maschine rechtzeitig ab, damit keine Tiefentladung passiert? nun sind ca. 5 Jahre
      vergangen, die Maschine wurde nicht ständig benutzt, die Akkus
      halten jetzt noch eine dreiviertel Stunde, werden beim
      Entladen jedoch nicht warm.
      Einfache Richtlinien

      * Lagerung von Blei-Säure-Batterien nur in geladenem Zustand. Die Zellenspannung nie unter 2.10V fallen lassen. Durchführen einer Spitzenladung alle sechs Monate oder wenn empfohlen.
      * Verhindern von wiederholten Tiefentladungen. Häufigeres Wiederaufladung und grössere Batterien verwenden.
      * Sulfatierung und Gitterkorrosion verhindern durch Wahl der korrekten Lade- und Schwebeladungsspannung.
      * Den Einsatz von Blei-Säure-Batterien bei hoher Umgebungstemperatur vermeiden
      Ja, ich denke, das klingt plausibel.
      Die Kapazität ist deutlich reduziert.
      Nach 5Jahren würd ich nicht mehr exeperimentieren, sondern Neuen besorgen.

      Anmerkung zu Gel-Akkus:
      Hab bei uns im Betrieb sehr viele davon. Hauptsächlich für VDS-Sicherheitseinrichtungen (Brandschutzanlagen, RWA etc.).
      Diese müssen regelmäßig, spätestens nach 4Jahren ersetzt werden.
      mfg
      W.

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