Re: Einfacher Tonerzeuger/Tongenerator gesucht
Hallo!
Ich suche eine möglichst einfache und preisgünstige Schaltung,
mit der ich bestimmte Tonhöhen erzeugen kann.
Hintergedanke:
ein einfaches (Stimm-)Gerät, mit dem ich mittels Taster und
folgendem Poti bestimmte Töne erzeugen kann.
Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, als in Deiner Vika "Universaldilletant" (genau so geschrieben) las. Du wirst mit einem dilettantisch konzipierten Stimmgerät für den Musikinstrumentenbau nichts anfangen können. Die an ein brauchbares Stimmgerät zu stellenden Anforderungen hinsichtlich Frequenzkonstanz und Absolutgenauigkeit sind nämlich recht hoch. Man kommt vermutlich nicht daran vorbei, das Ausgangssignal von einem Quarzgenerator abzuleiten, also aus einer höheren, genau bestimmten Frequenz zu teilen. Wenn man so weit ist, lassen sich verschiedene Frequenzen, z. B. im Abstand jeweils einer Oktave, darstellen. Als Alternative bietet sich die synthetische Erzeugung mit einem Mikroprozessor an. Bis Du mit welcher Do-it-yourself-Methode auch immer zu einem praxistauglichen Gerät gekommen bist (ein Drahtigel oder eine Veroboard-Schaltung ist nicht wirklich tauglich), wirst Du der Meinung sein, daß fertig käufliche Stimmgeräte angesichts des zu treibenden Aufwands gar nicht so schrecklich teuer sind.
Wenn ganz präzise gearbeitet werden soll, verläßt man sich beim Vergleich des von einem Instrument erzeugten Tones mit dem Signal eines Stimmgerätes nicht nur auf die eigenen Ohren. Der Vergleich kann schwer fallen, u. a. auch deshalb, weil das Musikinstrument ein seiner Bauart eigenes, oberwellenreiches Signal liefert, eben einen Ton und keine reine Sinusschwingung. Man kann aus dem Ton des Musikinstruments die Grundschwingung herausfiltern und zusammen mit dem Signal des Stimmgerätes auf ein Oszilloskop geben und eine Lissajous-Figur darstellen. Dabei ist es bequem, aber nicht zwingend erforderlich, wenn das Stimmgerät über einen eigenen Bildschirm verfügt. Man kann auch ein einfaches, handelsübliches Oszillioskop nehmen, Hauptsache das Stimmgerät taugt etwas. Edler und präziser gehts dann nimmer.
Wenn es ganz simpel und billig sein soll, kaufst Du z. B. von Conrad irgendeinen Nf-Generator oder einen entsprechenden Bausatz. Aber: Zwischen solcher Krücke und einem brauchbaren Stimmgerät liegen Welten.
Das war ein bißchen aus dem Nähkästchen erzählt. Vor nun schon 35 Jahren mußte ich nämlich Musikinstrumente reparieren und stimmen, Hammond-Orgeln, Keyboards aller Fabrikate, Klaviere, Gitarren. Ich hatte damals als Student einen Nebenjob in einem Musikgeschäft und mußte alles instand setzen, was bei Hobbymusikern in spakigen Wohnungen vergammelt, auf wilden Veranstaltungen zu Bruch gegangen oder in irgendwelchen Getränken ersoffen war. Weil es unter dem Musiker-Völkchen Zeitgenossen gibt, die mit ihren Instrumenten wie die Banausen umgehen, aber gegenüber dem Techniker den feingliedrigen, sensiblen Künstler raushängen lassen, der jede Feinheit mit schmerzverzerrtem Gesicht bemängelt, wappnete ich mich nebst einem dicken Fell mit sorgfältiger Arbeit und über jeden Zweifel erhabenen Meßtechnik. Mit diesem Erfahrungshintergrund glaube ich beurteilen zu können, daß Du an einem zu primitiven Stimmgerät mit fragwürdigen Eigenschaften keine Freude haben wirst. Jede Stimmgabel ist besser als eine elektronische Diletttantenkiste.
Gruß
Wolfgang