Niedervoltbeleuchtung

Von: , Frage gestellt am Mi, 25. Okt 2000

Hallo, Experten

Ist ja eigentlich mehr Elektrik als Elektronik, habe aber kein besseres Forum gefunden:

Ich will mir ein Halogen-Schienensystem in den Flur legen und Strahler mit insgesamt ca. 200 Watt dranhängen. Leider sind alle Transformatoren, die ich bis jetzt in dieser Leistung gefunden habe, hässlich weil klobig.

Meine Frage: Ich habe die Möglichkeit, von beiden Enden der Schiene einzuspeisen. Kann ich zwei 100 Watt Trafos einfach parallel laufen lassen, oder muss ich die Schiene in zwei Kreise aufteilen (mit einem Isolierverbinder)?

Gruß und tia
Stefan

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 19 Minuten hilfreich
    Re: Niedervoltbeleuchtung

    Lieber Stefan,

    teoretisch könnte man zwei Transformatoren mit der gleichen Leistung parallel schalten. Zu beachten wäre die Phasengleichheit. Allerdings ist es in der Praxis so, daß die Trafos nicht völlig identisch sind. Es würde zum Stromfluß zwischen den Trafos kommen.
    Eine sinnvolle Alternative ist ein elektronischer Transformator. Diese sind auch wesentlich kleiner. Ich habe gerade mal bei Conrad-Elektronik nachgesehen. Dort gibt es solche Geräte bis 300 VA. Bei anderen Anbietern könnte dieses Geräte auch noch billiger sein.

    Viel Spaß beim Bauen
    Guido [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einer Stunde hilfreich
      Haaaaaalt !

      Hi

      Ich muss dazu sagen, dass elektronische trafos nur bis 2 m Schienen bzw. Seillänge inklusive Kabel eingesetzt werden dürfen. Von daher sind sie für deine Lösung NICHT geeignet, es sei denn, dein Flur ist nur 2 m lang.

      Es gibt aber Trafoabdeckungen oder auch schöne Trafos mit Metallgehäuse oder Seilsysteme, die recht hochwertig sind, allerdings sind die eben nicht so billig wie z.B. Trafos oder Seilsysteme aus dem Bauhaus ( dafür aber wesentlich schöner und qualitativ viel besser).

      knopfy

      • Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
        Re: Haaaaaalt !

        Hallo knopfy,

        Rein interessehalber : Weswegen sind diese elektronischen Trafos nur bis 2 m Schienenlänge zulässig ? Kennst Du hierfür die technische Begründung ?

        Gruss,
        Jürgen [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
          Re^2: Haaaaaalt !

          hallo Jürgen,

          "elektronische Trafos" sind Schaltnetzteile, die ein sehr breites Frequenzspektrum erzeugen. Lange Kabel am Ausgang können als Antenne wirken, mit der das Störspektrum unzulässig in die Gegend gestrahlt wird.

          Gruß
          Wolfgang

          • Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
            Re^3: Haaaaaalt !

            Dass elektronische Trafos durch Schaltnetzteile realisiert werden, ist mir klar. Auch, dass mit dieser Begrenzung der Kabellänge in irgendeiner Art auf die Abstrahlung elektromagnetischer Wellen angespielt werden sollte, war mit kurz durch den Kopf gegangen. Jedoch verwarf ich diesen Gedanken nach einer kurzen Überschlagsrechnung wieder :

            Wenn man mit einer 2m-Antenne eine namhafte Abstrahlleistung erzielen möchte, so muss diese 2m-Antenne zumindest als Lambda-Viertel-Strahler wirken. Das heisst, dass die 2 Meter Antennenlänge als ein Viertel der elektromagnetischen Wellenlänge angesetzt werden muss. Also ergibt sich als Wellenlänge für die Schaltfrequenz, mit der man eine namhafte Abstrahlung aus der Antenne erzeugen könnte 8 Meter.
            Die Frequenz berechnet man dann : f=c/L ( c=Lichtgeschwindigkeit im Ausbreitungsmedium=3*10^8 m/s / L=Lambda,Wellenlänge)
            Aus dieser Rechnung ergibt sich eine minimale Schaltfrequenz, für die man eine nennenswerte Abstrahlleistung erzielen könnte von 37,5 Megahertz.
            Da jedoch Schaltnetzteile, die ich aus der Praxis kenne normalerweise nur mit einigen wenigen bis hin zu vielleicht höchstens 200 KILOhertz arbeiten, bräuchte man selbst im Extremfall einer Schaltfrequenz von 200 kHz eine 375 m lange Antenne als Lambda-Viertel-Strahler, um eine nennenswerte elektromagnetische Welle in den Raum abzustrahlen.
            Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ein Abwärtsregler-Schaltnetzteil für ein Lampen-Seilsystem im Megahertzbereich schaltet. Das ist feinste HF-Technik, bei der eine solche Leistungsabgabe von 300 VA wohl nicht für einen akzeptablen Preis zu erreichen sein würde.

            Deshalb meine Frage, die Dir vielleicht etwas trivial vorgekommen ist. Aber wenn man so drüber nachdenkt - an der Begründung, die Du mir gepostet hast kann´s eigentlich nicht hängen, oder ?

            Gruss,
            Jürgen [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
              Re^4: Haaaaaalt !

              Hallo Jürgen,

              die Schaltfrequenz mag bei ein paar hundert kHz liegen. In den Schaltflanken sind aber nach Fourier Bestandteile des ganzzahlig Vielfachen der Grundschwingung enthalten. Deshalb
              "sendet" ein Schaltregler noch mit nennenswertem Pegel im Bereich etlicher MHz, obwohl die Schaltfrequenz viel kleiner ist.

              Gruß
              Wolfgang

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^5: Haaaaaalt ! Jetzt kommt mein Senf

              Hallo Zusammen,

              meine Erfahrung mit "Billig SNT":
              Ich habe bei Conrad ein SNT für DM30.- gekauft, super Schnäppchen!
              Nur einen Beigeschmack hatte das ganze:
              Um eine Halolampe zu testen habe ich nicht auf die Länge der Niederspannungsleitung geachtet (es waren ca. 3-4 m) und eingeschaltet. Funktionierte alles prima,...... nur im Radio konnte man wunderbar die Schaltflanken der FETs hören.
              (eingestellte Frquenz: 92.2 Mhz...)
              Soviel zu den Oberwellen...

              Gruss Rudi

            • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
              Re^6: Noch zwei Beispiele

              Hi!

              Noch ein Beispiel:
              (Gr)Unding-Fernseher, 100Hz-Technik, "Sendeantenne" nur die Leitungen im Gerät. Ein Funkamateur in der gleichen Wohnsiedlung wird die Störungen bis in den Bereich einige MHz hören (und verfluchen).

              Auf dem (neuen) Amateurfunkband bei 136kHz (Wellenlänge 2,2km glaub ich) werden mit Antennen von nur einigen Metern Länge Entfernungen über mehrer 100km überbrückt...

              Die Lambda/4-Antennen sind nur weit verbreitet, weil sie bei vielen UKW-Frequenzen praktikable Größen ergeben und einen sehr guten Kompromiß darstellen zwischen guter HF-Abstrahlung und einfachstem mechanischen Aufbau (und somit Haltbarkeit).

              Sven
              (DG1NCP)

            • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
              Re^4: so einfach geht's nicht

              Dass elektronische Trafos durch Schaltnetzteile realisiert
              werden, ist mir klar. Auch, dass mit dieser Begrenzung der
              Kabellänge in irgendeiner Art auf die Abstrahlung
              elektromagnetischer Wellen angespielt werden sollte, war mit
              kurz durch den Kopf gegangen. Jedoch verwarf ich diesen
              Gedanken nach einer kurzen Überschlagsrechnung wieder :

              Wenn man mit einer 2m-Antenne eine namhafte Abstrahlleistung
              erzielen möchte, so muss diese 2m-Antenne zumindest als
              Lambda-Viertel-Strahler wirken. Das heisst, dass die 2 Meter
              Antennenlänge als ein Viertel der elektromagnetischen
              Wellenlänge angesetzt werden muss.
              Das ist der 1. Denkfehler. Sendeantennen können prinzipiell auch wesentlich kürzer als Lamda/4 sein. Man kennt das ja aus der Funktechnik. Also ergibt sich als
              Wellenlänge für die Schaltfrequenz, mit der man eine namhafte
              Abstrahlung aus der Antenne erzeugen könnte 8 Meter.
              Die Frequenz berechnet man dann : f=c/L (
              c=Lichtgeschwindigkeit im Ausbreitungsmedium=3*10^8 m/s /
              L=Lambda,Wellenlänge)
              Aus dieser Rechnung ergibt sich eine minimale Schaltfrequenz,
              für die man eine nennenswerte Abstrahlleistung erzielen könnte
              von 37,5 Megahertz.
              Da jedoch Schaltnetzteile, die ich aus der Praxis kenne
              normalerweise nur mit einigen wenigen bis hin zu vielleicht
              höchstens 200 KILOhertz arbeiten, bräuchte man selbst im
              Extremfall einer Schaltfrequenz von 200 kHz eine 375 m lange
              Antenne als Lambda-Viertel-Strahler, um eine nennenswerte
              elektromagnetische Welle in den Raum abzustrahlen.
              das ist dann der 2. und gravierende Denkfehler. Selbst wenn das Netzteil nur einige kHz Taktfrequenz hat, können die Abgestrahlten Oberwellen im Extremfall bis in den GHz-Bereich reichen. Vor allem dann, wenn schnellschaltende MOSFETs verwendet werden. Die Grundfrequenz stellt störungstechnisch noch das geringste Problem dar. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ein
              Abwärtsregler-Schaltnetzteil für ein Lampen-Seilsystem im
              Megahertzbereich schaltet.
              Man verwendet dafür üblicherweise keine Abwärtsregler sondern primär getaktete Netzteile, was aus sicherheitsgründen auch notwendig ist.

              Jörg



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