Re: Ist LCD wirklich völlig durchsichtig?
Hallo Christoph90,
Ich baue beruflich kleine LCDs und kann dir einiges darüber erzählen.
Übrigens: Es heißt LCD oder LC-Display, aber nicht LCD-Display.
der "Normally-White-Mode" wird bei den sog. TN-Displays verwendet. Dort liegen die LC-Moleküle ohne Spannung in einer 90°-Schraube im Display.
Die Polarisationsfolien sind nicht 100%ig durchsichtig. Sie sind gräulich bis bläulich. Schau dir mal einen Polfilter für eine Kamera an. So sehen die Dinger auch bei den LCDs aus. Die Polarisationsfolien sind auf dem Display gekreuzt angebracht. Ohne LC darin wäre das Display also dunkel. Der LC (oder besser gesagt die LC-Schraube) hat nun die Eigenschaft, die Polarisationsebene des Lichts mit der Schraube mitzudrehen (zumindest erklärt man das landläufig so. In Wahrheit ist es komplizierter), sodass es ungehindert durch den zweiten Polarisator fallen kann. D.h., die Kombination aus 2 Polarisatoren und dem LC ist transparent. Natürlich nicht 100%: Im Minimalfall besteht das gesamte Display aus 2 Gläsern, 2 elektrisch leitenden Schichten (sog. ITO), 2 Orientierungsschichten, 2 Polarisatoren und dem LC. Jedes Teil schluckt ein bisschen Licht. Es ist aber nicht sehr viel, was da geschluckt wird: Ich hab mal irgendwo eine "Designer"-Tischuhr gesehen. Das war ein senkrecht stehendes LCD, auf dem nur die Zahlen fast schwarz zu sehen waren. Der Rest des Displays war durchsichtig wir ein Fenster.
Wenn das Display angesteuert wird, richten sich die LC-Moleküle im Display senkrecht auf. Die Schraube ist nicht mehr vorhanden, sodass das Licht nicht mehr gedreht wird. Durch die Polarisatoren ist das Display also dann dunkel.
Gruß,
Andreas
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