Tastkopf

Von: , Frage gestellt am Di, 25. Sep 2001

Nicht erschrecken, es sind gleich mehrere Fragen auf einmal!

Also, welchen Sinn und Zweck erfüllt eigentlich ein Tastkopf für ein Signal?
Setzt man ihn nur für sehr kleine, schwache, mittlere, große,
... Signale ein?
Gibt es Tastköpfe nur für Oszilloskope?
Interessieren würde mich auch eine Erklärung zu den Angaben eines Tastkopfes, wie Eingangsimpedanz (steht meistens 10 MOhm drauf), eistellbar mit 10,8 pF und einem Kompensationsbereich von 12 bis 18 pF ???

So das ist ne Menge "Holz", aber leider finde ich dazu weder in Fachbüchern etwas, noch macht mich ein Datenblatt schlauer (da steht immer nur was zum Tastkopfabgleich drinnen).

Gruss Franz

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 50 Minuten 0 hilfreich
    Re: Tastkopf

    Hallo
    Es gibt verschiedene Tastköpfe gibt es für verschiedene Anwendungen (Hochspannungstastköpfe, Hochfrequenztastköpfe, Durchgangstastköpfe, usw..)
    Alle Tastköpfe haben die Aufgabe, das zu messende Signal in ein Signal umzuwandeln, das das Meßgerät versteht, so kann im Tastkopf sogar ein A/D-Wandler sich befinden. Am bekanntesten sich Tastköpfe für Scopes und HF-Meßgeräte.
    Der Einsatzbereich steht auf dem Tastkopf.
    Durch den Einsatz des Tastkopfes wird das Meßsignal weniger verfälscht, als wenn direkt gemessen wird, der Tastkopf ist sehr hochohmig in der NF bzw. im HF-Bereich auf das System angepaßt.

    Unter http://www.physik.tu-muenchen.de/lehrstuehle/E15b/le...
    findest du einige Infos über Tastköpfe für Osziloskope!
    Hoffe Dir damit weitergeholfen zu haben
    MArkus [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Tastkopf

    Hallo Franz,

    eine genauere Bezeichnung für den Tastkopf ist Tastteiler. Daraus geht hervor, daß der Tastteiler einen Spannungsteiler enthält. Im einfachsten Fall ist das nur ein ohmscher Widerstand Rv von 9 Mohm, der zusammen mit dem Eingangswiderstand Ri des Oszilloskops von 1 Mohm eine Spannungsteilung 10:1 ergibt.

    Das Oszilloskop hat aber auch eine Eingangskapazität Ci von einigen pF. Zusammen mit Rv wird so ein Tiefpaß mit einer Grenzfrequenz von wenigen kHz gebildet. Das Oszilloskop wäre damit nur noch für ganz niedrige Frequenzen brauchbar. Deshalb liegt parallel zu Rv eine Kapazität Co, die aus der Anordnung aus Tastkopf und Oszilloskopeingang einen frequenzgangkompensierten Spannungsteiler macht. Es gilt bei korrektem Abgleich Co x Rv = Ci x Ri . Am Meßpunkt ist nur noch die kleine Kapazität Co wirksam. Dabei gilt Co << Ci und für den beschriebenen einfachen Tastteiler mit einem Teilerverhältnis 10:1 ist Co = 1/9 Ci.

    Der Tastteiler erfüllt damit 2 Aufgaben: Zu große Signale werden geteilt, um innerhalb der Y-Empfindlichkeit des Oszilloskops ohne dessen Übersteuerung dargestellt werden zu können. Empfindliche Meßpunkte, z. B. an einem Schwingkreis, der durch die Eingangskapazität des Oszilloskops verstimmt würde, werden kapazitiv weniger belastet. Ohne Tastteiler, etwa nur mit einem Koaxkabel als "Meßstrippe", würde man den Meßpunkt zusätzlich mit der Kabelkapazität des Meßkabels belasten. Das können durchaus 100 pF/m sein und damit kann es auch schon an recht robusten Meßstellen Probleme geben.

    Tastteiler mit höherem Teilerverhältnis sind nicht mehr so einfach aufgebaut. Die ohmsche und kapazitive Teilung findet in 2 oder mehr Stufen statt. Breitbandige Hochspannungsteiler können derart aufwendig aufgebaut sein, daß sie sich der "zu-Fuß-Rechnung" entziehen und nur noch per Rechner-Modellbildung beherrschbar werden. Im Laufe des nächsten Monats findest Du unter http://www.hochspannungsteiler.de eine Darstellung mit einem Fachlexikon rund um solche Teiler.

    Gruß
    Wolfgang

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