E-Modul

Von: , Frage gestellt am Mo, 4. Okt 1999

Hallo Mechanix,

ich hab hier ein Denkknoten im Hirn. Es geht ums E-Modul. In allen mir bekannten Publikationen darüber steht nichts über eine möglich Temperaturabhängigkeit der E-Moduln. Ich bin mir aber sicher das die Temperaturänderung (und mache man sie nur groß genug) einen Einfluß haben muß. Nur welchen? Sicherlich beginnt der Bereich der plastischen Verformung, von meinetwegen jetzt mal Stahl, schon früher. Weshalb geht das in keinerlei Formel ein?

*Einsichfragendere-techniker*

greetings

Reiner

9 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 25 Minuten hilfreich
    Re: E-Modul

    Hi Reiner,

    es gibt natürlich eine Temperaturabhängigkeit des Moduls. Diese wird nur gerne verschwiegen, da sonst sämtliche statische Berechnungen nichtlinear werden würden. Um so kniffliger gestaltet sich die Angelegenheit dadurch, daß auch die von Dir angesprochene Fließgrenze temperaturabhängig ist. Ein pragmatisches Vorgehen ist, die Abhängigkeit durch einen Abminderungsfaktor zu berücksichtigen. Das sieht dann so aus: E-Modul bei Raumtemperatur=100%, bei 85°=xy%, etc.

    Gruß
    Ted [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 45 Minuten hilfreich
      Re^2: E-Modul

      Hallo Ted, Hi Reiner,

      es gibt natürlich eine
      Temperaturabhängigkeit des Moduls. Diese
      wird nur gerne verschwiegen, da sonst
      sämtliche statische Berechnungen
      nichtlinear werden würden.
      danke für Deine schnelle Antwort, weiß zufällig jemand wo ich weiterführende Literatur (vielleicht ne web-seite) dazu finde?

      Thx

      Reiner

      • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
        Re^3: E-Modul

        danke für Deine schnelle Antwort, weiß
        zufällig jemand wo ich weiterführende
        Literatur (vielleicht ne web-seite) dazu
        finde?
        Hallo Reiner,

        ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, daß über die Temeparturabhängigkeit des E-Moduls auch in der einschlägigen Fachliteratur etwas stehen muß. Hast Du schon mal folgende Autoren abgeklappert: Werner Schatt, B. Ilschner, Ashby/Jones, Callister
        Das sind alles Grundlagenbücher über Werkstofftechnik und die mech. Eigenschaften von Werkstoffen. Da muß was drinstehen... Wenn das alles nichts weiterhilft, dann versuche doch mal [E-Mail-Adresse entfernt] anzumailen, das ist ein Assistent am Werkstoffe-Institut bei mir in Braunschweig, der könnte Dir sicherlich auch weiterhelfen.
        Wußtest Du z.B. auch, das der E-Modul auch eine Richtungsabhängigkeit bei Kristallen hat ???

        Bis denn dann,

        Felix

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: E-Modul

          Hallo Felix, ich bin mir eigentlich ziemlich sicher,
          daß über die Temeparturabhängigkeit des
          E-Moduls auch in der einschlägigen
          Fachliteratur etwas stehen muß. Hast Du
          schon mal folgende Autoren abgeklappert:
          Werner Schatt, B. Ilschner, Ashby/Jones,
          Callister
          Das sind alles Grundlagenbücher über
          Werkstofftechnik und die mech.
          Eigenschaften von Werkstoffen. Da muß was
          drinstehen... Wenn das alles nichts
          weiterhilft, dann versuche doch mal
          [E-Mail-Adresse entfernt] anzumailen, das
          ist ein Assistent am Werkstoffe-Institut
          bei mir in Braunschweig, der könnte Dir
          sicherlich auch weiterhelfen.
          Wußtest Du z.B. auch, das der E-Modul
          auch eine Richtungsabhängigkeit bei
          Kristallen hat ???
          Letzteres wuste ich natürchlich nicht. Bin aber schon Stolz als E-Techniker die Temperaturabhängigkeit gecheckt zu haben. Vielen Dank für Deine Tips. Werd mich mal ans Lesen machen. Muß jezt nur noch in die Bib um sie mir zu holen.


          See you

          Reiner

          • Antwort von nach 24 Tagen hilfreich
            Re^5: E-Modul

            Wußtest Du z.B. auch, das der E-Modul
            auch eine Richtungsabhängigkeit bei
            Kristallen hat ???
            Ich will mich ja jetzt nicht als Dr.Allwissend hinstellen, ich habs auch erst diese Woche gelernt (7.Semester Mikrosystemtechnik)

            Dieser E-Modul (G-Modul, usw..) sind gar keine Skalare, Vektoren oder Matrizen, es sind min. Tensoren 4.Stufe. Reichlich komplizierter als ich bis dahin angenommen habe.

            Servus Gerhard

  2. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Re: E-Modul

    Hallo Reiner,
    leider komme ich erst jetzt dazu Dir zu antworten.Also...
    Aus der Praxis her gesehen wir das E-Modul und die elastizitaets Grenze durch den Zugversuch ermittelt. Dieser wird unter festgelegten Bedingungen durchgefuehrt(ca. T=21 Grad Celsius).Wenn der Konstrukteur seine Materialien berechnet wir ein sicherheitsfactor einbezogen(S zul =S vorh/Sicherheit)Sicherheit >1 .nachzulesen im Roloff Matek. Soll das Bauteil in einem hoeheren Tempbereich eingesetzt werden wird ein Warmzugversuch durchgefuert, der sich im gewuenschten Temperaturbereich abspielt.
    Nach zulesen in der Grundliteratur des Maschienenbaus:
    DOMKE
    Werkstoffkunde und Werkstoffpruefung
    Verlag W. Giradet
    ISBN 3-7736-1220-6 [Buch anschauen]

    Eine Matematische Behandlung dieser Thematik fand ich nur in der englischen Literatur und das waren nur Behelfsloesungen und fuer mich als normalen Menschen waren diese 1,5 Seiten Mehrfachintegrale nicht verstaendlich.
    Viel erfolg
    Christian [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    Re: E-Modul

    Ich kenne mich nur bei Kunststoffen aus.
    Der Realteil des E-Moduls - im Schwingversuch ermittelt - sinkt langsam., bis er bei einer für jeden Kunststoff charakteristischen Temperatur -
    der Glastemperatur - bei manchen Kunststoffen bis um etwa den Fakto 100 sinkt. Formelmäßige Festlegungen gibt es keine.
    Derartige Kurven sind zu finden in:
    Domininghaus, Hans: Die Kunststoffe und Ihre Eigenschaften. VDI Verlag. DÜsseldorf 1992.
    (Es gibt vermutlich inzwischen eine Neuauflage)

    Harald [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 32 Tagen hilfreich
    Re: E-Modul

    Hallo
    Natürlich beginnt die plastische Verformung eines Stahles bei erhöhter Termperatur früher, wie du schon sagst, und irgendwann ist der Stahl natürlich komplett plastisch. Deshalb die abfallenden festigkeitswerte bei Temperatur. Aber der E-modul, also die Längenänderung bei Spannungserhöhung (bzw umgekehrt) ist, solange der Stahl noch elastisch ist, meines wissens nicht oder jedenfalls nur vernachlässigbar temperaturabhängig. Im Maschinebau wird jedenfalls keine Abhängigkeit berücksichtigt.
    Tschüßß, Rüdiger

  5. Antwort von nach 37 Tagen hilfreich
    Re: E-Modul

    Hallo Reiner,

    wenn es Dir nicht nur um das reine Formelwerk geht, findest Du in dem
    Vogel Fachbuch Kamprath-Reihe von
    Walter Wagner Titel Rohrleitungstechnik
    in der 6. Überarb. Auflage auf Seite 106
    eine Tabelle welche für ferritische,
    martensitische, und austenitische Stähle
    die Temp-Abhängigkeit der E-Moduln von
    20° C bis 800° C beinhaltet.

    Gruß Wolfgang [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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