Hallo Wolfgang,
vielen Dank!
Diese betrachtungen mache ich jetzt obwohl die Anlage schon
steht, weil es sich hier um eine Optimierung handelt. Ich will
eine heiße Abluft der Zuluft anschliessen und somit Energie
zurückgewinnen.
Ja die Messungen mussen gemacht werden. Ich will aber im
Vorfeld wissen, welche Messergebnisse ich erwarten soll. Am
sonsten will ich die dann interpretieren können. ich mache
also die teoretische Betrachtung schon jetzt und dann
vergleiche die mit den Messungen.
Ich muss Dich noch mal fragen, weil ich es deiner Antwort
nicht eindeutig entnehmen kann:
- Kann ich, aus den Volumenströme, die ich kenne, für jeden
Teil der Rohrleitungsnetz (auch nach dem Abzweig) die Drücke
aus der Anlagenkennlinie entnehmen? Und werden das die reale
Drücke die in der Anlage herschen (also dp_statisch +
p_dynamisch) oder nur die Druckverluste oder
Totaledruckerhöhung oder noch was anders?
Allgemein: Was sagt mir real die Ventilator- und was die
Anlagenkennlnie? (Definition kenne ich, ist mir aber nicht
eindeutig interpretierbar)
Hallo Tomasz,
offensichtlich hast Du eine etwas kompliziertere Anlage als nur ein Rohr bestimmter Länge, sondern Verzweigungen und möglicherweise auch unterschiedliche Durchmesser. Das macht die Berechnung umfangreicher, indem Du die Anlagenkennlinie abschnittsweise berechnen mußt.
Pumpenkennlinie: Sie gibt an, welche Menge die Pumpe bzw. Ventilator in Abhängigkeit vom Förderdruck liefert, also die Förderverhältnisse an der Maschine selbst. Bei einem verzweigten System mußt Du also berechnen, was strömt durch die einzelnen Zweige, dann addierst Du die Mengen und die Pumpenkennlinie liefert Dir dann den zughörigen Druck.
Anlagenkennlinie: Hier interessieren die Druckverluste bzw. die stat. Drücke. Üblicherweise interssieren nur die Drücke am Ein- und Austritt der Anlage. Bei verzweigten Anlagen kann man das System nur abschnittsweise berechnen.
Der Ventilator stellt eine bestimmte Luftmenge bei einem max. Druck zur Verfügung. Was aber durch die einzelnen Strängen eines verzweigten Systems strömt kommt auf die Leitungsdruckverluste an und hier wirds mühsam: Zuerst mußt Du die Mengen annehmen, damit erhälst Du den Druck nach Ventilator. Dann mußt Du prüfen, ob die Leitungen diese Menge auch schlucken bei den sich einstellenden Systemdrücken. Das ist mühsame Iteration (durch Annahme der Teilmengen und Nachprüfen der sich einstellenden Drücke) und am besten durch ein Programm (Excel!) am PC zu lösen.
Grüße
Wolfgang D.
Hallo zusammen,
Folgende frage habe ich:
In eine Anlage (Rohrleitunsnetz) wird die warme Luft mit einem
Ventilator geblasen. Die Ventilatorkennlnie besitze ich. Der
Betriebspunkt ist da auch eingetragen. Meine idee war aus
dieser kennlnie mir die Drucke in allen Orten von Rohrleitung
abzulesen, wiel ich die Volöumenströme für jedes
Rohrleitunsstück kenne (berechnet aus der Bilanz).
Mittlerweile habe ich festgestellt, dass meine
Ventilatorkennlnie nur bis dem ersten Abzweig der Rohrleitung
gelten müsste. Ich denke so nach dieser Logik: Wenn ich
15.000m3/h blase, dann lese ich aus der Kennlnie Druck p=1000
Pa. Danach teilt sich die RL auf zwei und somit auch der
Strom. (alle Rohrleitunegn sind fi=500mm) Wenn ich jetzt in
einem der beiden parallelen Rohre für V=7.500m3/h den Druck
aus Kennlnie ablesen will, bekomme ich dann laut
Ventilatorkennlnie p=1500Pa. Also, obwohl ich den kleineren
Volumenstrom habe, lese ich einen höheren Wert von Druck ab.
Es macht also kein Sinn.
Fazit: Wenn meine Rohrleitung nicht aus einem Rohr sondern aus
mehrere Abzweigungen zusammengebaut ist, gilt meine
Ventilator-Kennlnie hier nicht mehr. Stimmt?
Falsch!Die Ventilatorkennlinie gilt weiterhin, die
Abzweigungen beeinflußen nur die Anlagenkennlinie. Wenn Du die
Luftmenge über Abzweigungen aufteilst, fördert der Ventilator
immer noch die Geamtmenge, was Du danach mit den Teilmengen
machst, ist dem Ventilator egal.
Oder mache ich was falsch? Was mir noch auffällt ist die alle
Drucke aus der Anlagen-Kennlnie (Rohrleitungskennlnie) und
nicht aus der Ventilatorkennlnie versuchen abzulesen.
Was Du an Drücken entlang einer Rohrleitung misst ist der
Druck nach Ventiltor abzüglich der Druckverluste im Rohrstück
vom Ventilator bis zur Messstelle.
Vielleicht so sollte man es machen. Dafür müsste ich mir aber
die Anlagenkennlnie berechnen, weil sie auf meiner
Ventilatorkennlnie nicht eingetragen ist.
Die Anlagenkennlinie mußt Du selbst ermitteln und ins Diagramm
der Ventilatorkennlinie einzeichnen. Der Ventilatorhersteller
kann Dir die Anlagenkennlinie ja nicht liefern, da er Deine
Anlage nicht kennt.
Ich weiß nicht, warum Du diese Betrachtungen jetzt erst
machst, nachdem die Anlage offensichtlich bereits beteht.
Normalerweise werden diese Daten vorausberechnet und wenn
bestimmte Mengen oder Drücke einzuhalten sind, muß man
Messstellen und Stellglieder vorsehen, um die Sollwerte
einzustellen. Die Kennlinien und Berechnungen der
Anlagenkennlinie sind längst nicht so exakt, als dass man sich
Nachmessungen ersparen könnte.
Wolfgang D.