Hallo,
Du hast sowohl in der Basisstation als auch im Schnurlosen einen Sender, sonst ginge die Verbindung nur einseitig.
Ob die Basisstation auch sendet, wenn kein Mobilteil angemeldet ist, läßt sich nicht sagen. Wenn in der Anleitung genannt wird, daß du an der Basisstation erst irgendwelche Funktionen aktivieren mußt, wäre das Indiz (kein Beweis) dafür, daß der Sender erst nach Anmeldung eines Mobilteils sendet.
Daß ein DECT-Telefon (also das schnurlose zuhause) schädlicher sein soll als ein GSM-Telefon liegt daran, daß die DECT-Basisstation konstant sendet, während ein GSM-Telefon nur periodisch und beim Telefonieren sendet.
Das ändert nichts daran, daß die Sendeleistung von DECT- und GSM-Telefonen weit (Faktor 1000) unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegt.
Die Diskussion darüber ist leider häufig sehr unsachlich. Da uns Menschen ein Sinn für Hochfrquenz fehlt, sind viele verunsichert und eher bereit, an eine Gefährdung zu glauben als umgekehrt.
Vielleicht ein paar kurze Auszüge:
-
Leberecht von Klitzing hat EEG-Veränderungen nachgewiesen. Stimmt, aber nicht mit einem Mobiltelefon, sondern mit einem medizinischen Bestrahlungsgerät bei 150MHz, daß eine sehr hohe Leistung hat. Dieser Gerät überschreitet die normalen Grenzwerte um ein vielfaches, da sich diesem Gerät nur Menschen wissentlich und unter medizinischer Aufsicht aussetzen.
Außerdem entsprechen die EEG-Veränderungen denen, die bei Aufmerksamkeitsverlusten von Probanden auch ohne HF-Einwirkung festgestellt werden können, die Probanden sind also nach 15 Minuten still liegen wahrscheinlich nur eingedöst. Das würde auch erklären, warum die behaupteten Feststellungen von keinem anderen Wissenschaftler nachvollzogen werden konnten.
Übrigens führt Herr v. Klitzing gerne die Berufsbezeichnung „Medizinphysiker“ - dies ist kein offizieller Titel/Beruf…
Er sollte auch einmal seine Versuche unter Aufsicht der Forschungsgesellschaft Funk (http://www.fgf.de) wiederholen - dabei konnte er seine eigenen Ergebnisse nicht erneut nachweisen.
-
Es gibt noch zu wenige Studien zu diesem Thema.
Nun, deshalb wird immer noch weiter geforscht. Aber mittlerweise gibt es über 20000 Studien, die keine Beeinflussung nachweisen konnten, solange die Sendeleistung nicht um ein vielfaches über die allgemeinen Grenzwerte gesteigert wurde. Anderslautende Studien konnten bisher alle wiederlegt werden.
Auch wenn mir jetzt sicherlich Einseitigkeit vorgeworfen wird, bin ich der Meinung, daß hier viel Unsicherheit durch Sensationsjournalismus erzeugt wurde. Solange es keine haltbaren Studien zur Schädlichkeit von HF unterhalb der derzeitigen Grenzwerte gibt, fühle ich mich sicher. Das typische Argument, die Studien, die keine Gefahren nachweisen, seine alle von der Industrie u.ä. gekauft, kann ich bei der Vielzahl von Studien nicht glauben. Schließlich kann man auch andersherum sagen, daß Leberecht von Klitzing nicht wenig von seinen Aussagen profitiert…
Ich habe mir meine Meinung im übrigen nach intensiven Lesen diverser Quellen gebildet. Sei es http://www.bfs.de, http://www.regtp.de, http://www.fgf.de, http://www.handywellen.de, http://www.gwup.org oder eben auch die „andere Seite“, http://www.buergerwelle.de.
Mein Fazit daraus ist, daß sich die Mobilfunkgegner häufig schon selbst als unkundig beweisen.
Typisch zum Beispiel die Forderung, Basisstationen müßten ihre Leistungen auf das geringstmögliche Maß reduzieren. Wer einmal die Stromrechnung einer solchen Station gesehen hat, wird nicht mehr daran zweifeln, daß dies im ureigensten Interesse der Betreiber ist und im GSM-Standard explizit vorgeschrieben ist.
Außerdem können die Aussagen der Mobilfunkgegener der Mobilfunkgegner fast immer gut wiederlegt werden - andersherum gelingt das garnicht.
Mein Interesse an den Auswirkungen ist übrigens sehr groß: Ich vertraue meinem Arbeitgeber meine Gesundheit nicht blind an und möchte daher durchaus wissen, ob dessen Aussagen stimmen, bevor ich mich an meinen Arbeitsplatz eventuellen Gefahren aussetze!
Sven
PS: Bei Antworten bitte nur sinnvoll begrenzt zitieren, nachdem meine Ausführungen doch extrem lang geworden sind.