T-Com Pflicht zur Überlassung der Anschlussleitung

Hallo,

in dem Mietshaus (8 Wohnungen), in dem ich wohne, weigert sich die T-Com, eine nachweislich freie Anschlussleitung an einen Wettbewerber (Arcor) zu vermieten. Mich würde interessieren, ob sie das darf.

Der Sachverhalt:
Im Januar habe ich bei Arcor einen Vollanschluss (ISDN+DSL) bestellt. Nach vielen Anrufen bei der Hotline, die immer nur betonte, die Leitung sei bei der T-Com bestellt, erhielt ich gestern von Arcor die Stornierung des Auftrages, da im Haus angeblich keine freie Leitung zur Verfügung steht. Arcor versichert, dass es nicht an ihnen liegt, denn in dem Haus würden bereits zwei Arcor-Anschlüsse existieren und die Arcor-Infrastruktur in der betreffenden Gegend wäre ebenfalls keine Engstelle. Es liege ausschließlich an der T-Com, die keine Leitung frei hätte.

Fakt ist aber, dass Ende Mai jemand aus dem Haus ausgezogen ist, der einen T-Com ISDN+DSL-Anschluss nutzte. Somit wurde in jedem Fall eine Leitung frei, die man mir hätte geben können/müssen.

Wie ich erst später erfahren habe, hat Anfang Juni ein anderer Bewohner des Hauses, der wie ich einen standard T-Net Analoganschluss nutzte, ISDN+DSL bei der T-Com bestellt. Innerhalb von zwei Wochen war der Anschluss geschaltet. Mir verweigert man dagegen die Anschaltung über Arcor.

Meine Frage daher: Ist die T-Com gesetzlich verpflichtet, eine freie Leitung einem Wettbewerber zur Verfügung zu stellen oder können die wie sie wollen die Leitungen horten, bis einer den Anschluss bei ihnen selbst bestellt. Mit Wettbewerb hätte das ja nicht viel zu tun.

Danke im Voraus für eure Antworten.

Gruß
Haeby

Moin,

die Regulierungsbehörde (RegTP)[http://www.regtp.de] hat zwar viel zu tun, aber in solchen Fällen ist sie zuständig.
Wenn man diese Fallschilderung denen zuschickt, dann kann es sein, das sich etwas bewegt.

Hallo ojay,

danke für die Anregung.

Habe den Sachverhalt gerade an den Service der RegTP geschickt und bin gespannt, was die dazu sagen.

Gruß
Haeby

  • der diesen Beitrag gerade mit 30200 Baud aus der „heimlichen“ Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz verschickt, weil er dort kein DSL bekommt :cry:

Antwort der RegTP
Die RegTP hat sehr ausführlich geantwortet und wirklich individuell auf meine Anfrage Bezug genommen. Ganz anders, als ich das von der Arcor-Kundenbetreuung gewohnt war.

Die RegTP schreibt, dass Arcor und die T-Com eine vertragliche Vereinbarung hätten, die die Zusammenschaltung regelt. Arcor müsse entscheiden, ob diese Vereinbarung eine Möglichkeit vorsieht, in meinem Fall die Leitung zu beanspruchen. Sollte das so sein und sich die T-Com weiter weigern, dann erst kann die RegTP auf Antrag von Arcor tätig werden. Ich als Endkunde könne keine Hilfe verlangen, weil es sich hier um kein Problem zwischen MIR (als Endkunden) und der T-Com handelt, sondern um ein Problem zwischen Arcor und der T-Com.

Gibt für mich also wohl keine Hoffnung mehr, denn von Arcor kann ich mit Sicherheit keine Unterstützung erwarten.

Gruß
Haeby

Antwort der RegTP an Arcor weiterleiten
Antwort der vielleicht an Arcor weiterleiten?!
Ggf. ausdrucken (falls per e-mail) und denen im Original zufaxen bzw. per Post zusenden.

Mit einem Anschreiben und der Bitte um Empfangsbestätigung und ggf. an den Vorstand/Geschäftsführung.

Moin, Moin.

Wieso kannst du von arcor keine Unterstützung erwarten? Möchten die nicht, oder sehen die ein Prob?

alf

Hallo,

Zuerst möchte ich dir mitteilen, dass ich bis vor 2 Wochen noch bei der T-Com gearbeitet habe.

Zu dem Sachverhalt ist folgendes zu sagen.

Fakt ist, dass die T-Com der Eigentümer des Leitungsnetzes ist.
Arcor besitzt zwar eigene Ports, aber das hat nix mit dem Leitungsweg zu tun.
Arcor fragt bei der T-COM an ob für das Haus xy eine freie Leitung zur Verfügung steht. Ist dies nicht der Fall (So wie bei dir), kann die T-COM auch keine Leitung an Arcor vermieten.
Und die T-COM würde sich ja selber ins Bein schießen, wenn sie für Arcor neue Leitungen legt, bzw, das Erdkabel verstärkt.

Desweiteren ist zu sagen, dass, wenn du bei der T-COM einen Anschluss beauftragst du den mit Sicherheit auch bekommst!!!
Weil du dann T-COM Kunde bist. Und die T-COM ist dazu verpflichtet jedem Haushalt einen Anschluss zur verfügung zu stellen. Die T-COM ist bis zur 1. TAE Dose zuständig.

Wenn die T-Com dir deinen Anschluss freigeschaltet hat, kann Arcor problemlos „diese“ Leitung buchen, wenn sie denn kurz nach der Kündigung bei der T-COM vorhanden ist.
Wenn du verstehst was ich damit meine.

MFG
Daniel

Hallo Daniel,

ganz so wie du schreibst ist es nicht gewesen. Es ist im Moment definitiv eine Leitung frei, nämlich meine eigene. Daher schildere ich die Geschicht am besten noch einmal chronologisch und ausführlicher.

Ende Januar:
Ich bestelle ISDN+DSL bei Arcor.

Mitte Februar:
Ich erhalte Auftragsbestätigung mit geplantem Anschalttermin 21.3.2005 und Ankündigung einer Gutschrift von 5 € / Woche (max. 30 Euro), wenn nicht rechtzeitig angeschaltet wird.

Ende Februar:
Die ganze Hardware (WLAN-Modem, IDSN-Starterbox) wird mir geschickt.

Bis Anfang Mai keine Reaktion. Auch keine Nachfrage durch mich.

Anfang Mai:
-> Nachfrage bei Arcor, was los ist.
-> Antwort: Anschluss ist bei der T-Com bestellt. Wir warten auf Antwort.

Mitte Mai:
-> Nachfrage bei Arcor: Wie lange wird denn auf Antwort von der T-Com gewartet, bis weitere Schritte unternommen werden.
-> Antwort der Kundenbetreuung: Keine Ahnung. Die Anfrage wird alle paar Tage automatisch vom System neu verschickt. Irgendwann wird sich die T-Com schon melden.

Ende Mai:
Mieter1, der ISDN+DSL nutzte, zieht aus und kündigt den Anschluss. Ich bekomme davon leider nichts mit.

Anfang Juni:
Mieter2 beantragt bei der T-Com ISDN+DSL. Wohnung von Mieter1 steht nach wie vor leer (steht bis heute leer).

Ende Juni:
Bei Mieter2 wird ISDN+DSL angeschaltet. Mittlerweile weiß ich davon.
-> Nachfrage bei Arcor (ich schildere die Sachlage schriftlich)
-> Antwort: Standarschreiben ohne jeglichen Bezug auf meine Anfrage
-> Anruf bei der Kundenbetreuuung
-> Antwort: Die T-Com hat noch keine Absage geschickt. Gutgemeinter Versuch der Aufmunterung durch einen völlig inkompetenten Hotlinemitarbeiter: Sie werden ihren Anschluss schon bekommen.
-> Noch einmal Schreiben an Arcor
-> Antwort: Wir können im Moment nichts tun und müssen Antwort der T-Com abwarten.

Anfang Juli:
Der Händler, über den ich den Anschluss bestellt habe, informiert mich, dass Arcor den Auftrag storniert hat.
-> Anfrage bei Arcor, was los ist.
-> Antwort: T-Com hätte Anschaltung aus technischen Gründen abgelehnt. Keine Schuld von Arcor. Ich erhalte weitere Infos schriftlich.

Ich informiere mich bei der T-Com:
Antwort eines Technikers: Der im Juni angeschaltete ISDN+DSL Anschluss von Mieter2 nutzt tatsächlich die Leitung, die durch den Auszug von Mieter1 freigeworden ist. Anders wäre die Anschaltung nicht möglich gewesen, da der Analoganschluss von Mieter2 bisher zusammen mit meinem Analoganschluss über einen Multiplexer auf einer Leitung geführt wurde. Diese Leitung stand daher nicht zur Verfügung, um einen von uns beiden DSL zu geben.
Frage von mir, warum im Juni Mieter2 und nicht ich die Leitung bekommen hat, obwohl meine Bestellung bei Arcor der T-Com ja schon lange vorher vorlag.
Antwort: Keine Ahnung. Lassen Sie das durch Arcor klären.
Frage: Nach der Umschaltung von Mieter2 hänge ich doch jetzt allein an der Multiplexerleitung.
Antwort: Ja
Frage: Dann könnte man mir aus technischer Sicht also jetzt DSL geben.
Antwort: Ja
Frage: Und warum tut man es nicht.
Antwort: Keine Ahnung. Fragen Sie Arcor. Dort haben Sie bestellt.

ca. eine Woche später:
Arcor-Stornierung kommt per Post. Standardschreiben. Kein Hinweis, was mit der Hardware passieren soll. Natürlich auch kein Hinweis, was aus der Gutschrift wird.
-> Anfrage bei Arcor: Schildere den Sachverhalt noch einmal.

Bisher keine Reaktion.

Und die T-COM würde sich ja selber ins Bein schießen, wenn sie
für Arcor neue Leitungen legt, bzw, das Erdkabel verstärkt.

Für den Zeitraum von Januar bis Ende Mai hast du damit sicher recht. Seither ist aber eine Leitung frei. Erst die von Mieter1 und jetzt die Leitung, an der ich ganz allein am Multiplexer hänge.

Desweiteren ist zu sagen, dass, wenn du bei der T-COM einen
Anschluss beauftragst du den mit Sicherheit auch bekommst!!!
Weil du dann T-COM Kunde bist. Und die T-COM ist dazu
verpflichtet jedem Haushalt einen Anschluss zur verfügung zu
stellen. Die T-COM ist bis zur 1. TAE Dose zuständig.

Das wird von der T-Com verneint. Ich könne schließlich einen Analoganschluss nutzen und damit habe die T-Com ihre Pflicht erfüllt. DSL gehört nicht zur „Grundversorgung“, die sie sicherstellen müsse.

Wenn die T-Com dir deinen Anschluss freigeschaltet hat, kann
Arcor problemlos „diese“ Leitung buchen, wenn sie denn kurz
nach der Kündigung bei der T-COM vorhanden ist.
Wenn du verstehst was ich damit meine.

Ist schon klar, allerdings gibt es einen gravierende Nachteile an dieser Idee: Die Anschaltung eines DSL-Anschlusses ohne Mindestlaufzeit kostet 100 €. Und das war ja auch mit einer der Vorteile von Arcor: die fehlenden Einrichtungskosten

Werde mir das noch durch den Kopf gehen lassen. Ende Juni zieht wieder jemand aus. Vielleicht bekomme ich Arcor doch noch dazu, noch einmal eine Anfrage zu starten.

Gruß
Haeby

Wieso kannst du von arcor keine Unterstützung erwarten?
Möchten die nicht, oder sehen die ein Prob?

Das wüsste ich selber gerne.
Aber versuche das mal herauszufinden, wenn du auf ausführliche, schriftliche Anfragen nur Standard-Zweizeiler-Antworten erhältst, die auf keine der gestellten Fragen auch nur eingehen. Und wenn du nach einer halben Stunde in der Warteschleife mit einem Mitarbeiter verbunden wirst, der sich Mühe gibt, aber trotzdem keine Fragen beantworten kann.

Die Kunden, bei denen alles problemlos klappt, an denen verdient Arcor sicher Geld. An Kunden, bei denen es aufgrund von Problemen aber etwas mehr Betreuungsaufwand bedürfte, daran hat man offensichtlich kein Interesse.

Gruß
Haeby

Hi,

Also die T-Com hat keine Bereitstellungskosten für DSL. Die machen damit doch groß Werbung.

So ein Problem kann ich mir nicht vorstellen. Hast du mal im Internet einen Verfügbarkeitstest gemacht, ob du überhaupt arcor dsl bekommen kannst, oder t-com dsl?

Man muss bei diesem Test die Strasse eingeben und dann bekommt man Antwort.

Bei fragen, mail mir einfach
Gruß Daniel

Habe noch was interessantes gefunden. Vielleicht hilft dir das weiter.

Kopie von RegTP

Anbieterwechsel im Festnetz

Soweit Unternehmen Universaldienstleistungen erbringen, haben Endnutzer im Rahmen der Gesetze und der Allgemeinen Geschäftsbedingungen einen Anspruch darauf, dass diese Leistungen erbracht werden (§ 84 Abs. 1 Telekommunikationsgesetz vom 22.06.2004 (TKG)).

Universaldienstleistungen sind gem. §78 TKG ein Mindestangebot an Diensten für die Öffentlichkeit, für die eine bestimmte Qualität festgelegt ist und zu denen alle Endnutzer unabhängig von ihrem Wohn- oder Geschäftsort zu einem erschwinglichen Preis Zugang haben müssen und deren Erbringung für die Öffentlichkeit als Grundversorgung unabdingbar geworden ist.

Als Universaldienstleistungen wird in §78 Abs. 2 Nr. 1 TKG bestimmt:

der Anschluss an ein öffentliches Telefonnetz an einem festen Standort und der Zugang zu öffentlichen Telefondiensten an einem festen Standort mit – soweit technisch möglich – den Dienstemerkmalen Anklopfen, Anrufweiterschaltung und Rückfrage/Makeln,

Zur Zeit erbringt die Deutschen Telekom AG Universaldienstleistungen in der Bundesrepublik.

Gegenüber anderen Anbietern besteht demnach grundsätzlich dieser Anspruch nicht.

Die Anbieter von Telekommunikationsdiensten schließen untereinander sogenannte Netzzusammenschaltungsvereinbarungen ab. Darin werden u.a. organisatorische, technische und finanzielle Vereinbarungen getroffen, auf deren Basis die Unternehmen die vorhandene Teilnehmeranschlussleitung von der Deutschen Telekom AG mieten können, wenn keine eigenen Teilnehmeranschlussleitungen von den Unternehmen verlegt worden sind. Da es sich um vertragliche Vereinbarungen handelt, hat jeder der Vertragspartner die Möglichkeit bei Nichteinhaltung die Leistung zu verlangen und ggf. gerichtlich geltend zu machen.

Ansprechpartner für den Kunden ist der TK -Anbieter zu dem er wechseln möchte. Dieser ist auch für die Abstimmung von Terminen für Techniker, die i.d.R. Arbeiten am Anschlusspunkt ausführen müssen, verantwortlich. Etwaige Abstimmungen mit der Deutschen Telekom AG sind daher grundsätzlich vom neuen Anbieter selbstständig zu lösen.

Der Artikel sagt doch nur folgendes aus:

A) Die T-Com muss mir Zugang zu öffentlichen Telefondiensten geben
Status: Hat sie gemacht. Ich habe einen Analoganschluss. Und Interneteinwahl ist im Gesetz nicht unter den bereitzustellenden Diensten zu finden. Ich kann daher keinen Anspruch auf Modemeinwahl mit z.B. >50k ableiten.

B) Ansprechpartner ist für mich der Anbieter, zu dem ich wechseln möchte. Das ist Arcor
Status: Arcor kümmert sich nicht darum

Also die T-Com hat keine Bereitstellungskosten für DSL. Die
machen damit doch groß Werbung.

Vielleicht habe ich nicht lange genug gesucht, aber ich habe nirgendwo einen T-DSL 1000 Anschluss mit 1 oder 2 GB Volumenpaket gefunden, der keine Anschlussgebühr und Monatskosten in der Nähe des Arcorangebotes hat. Wenn du was kennst, würde ich mich über einen Link dorthin freuen.

So ein Problem kann ich mir nicht vorstellen. Hast du mal im
Internet einen Verfügbarkeitstest gemacht, ob du überhaupt
arcor dsl bekommen kannst, oder t-com dsl?

Online-Check war, ist und wird wohl auch künftig immer positiv ausfallen, weil hier nicht auf freie Leitungen, sondern nur die prinzipielle Verfügbarkeit an dieser Adresse geprüft wird.