WIMAX

Von: , Frage gestellt am Mi, 7. Jan 2009

Hallo,

Ist WiMAX in Deutschland vom Tisch oder hat das System noch Zukunft?

Ich schreibe z.z. meine Diplomarbeit in dem Thema und weiß nicht ob es mir nach der Diplomarbeit einen Vorteil bei der Jobsuche bieten würde?

Gruß

5 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: WIMAX

      WiMax hat meiner Meinung nach keine Zukunft:

      Erstens sind unwahrscheinlich hohe Investitionen notwendig. Betriebswirtschaftlich sollten die Investoren Gebiete erschließen, die kein DSL bekommen können (ist nämlich in keinen Fall eine Alternative - betreffs geringe Bandbreite, FUP, Bandbreitentrennung, Ping-Zeiten,...).

      Wiederum ist es maximal möglich an so einen Mast-Standort 155MBit-Leitungen zu legen (meines Wissens nur), denn die Masten werden auch nur von Vermittlungsstellen gespeist. D.h. sind 20 Nutzer online, habe ich schon nur DSL Light.

      Zweitens bauen große Netzbetreiber das UMTS/HSDPA Netz immer weiter aus. Da dort in absehbarer Zukunft Bandbreiten bis 30 MBit/s anliegen werden, werden WiMax Blasen bald "platzen".

      Auf Dauer kann kein Internetuser die oben genannten Argumente gegen Wimax nur durch den Preis "schönreden".

      Ich denke, ich habe mich mit dem Thema etwas beschäftigt, da ich kein DSL habe und in absehbarer Zeit auch keins kriege - in unserer Gegend war auch ein Anbieter aus der Eifel unterwegs, die haben uns dann aber fallen gelassen. Weil es eben aus Unternehmersicht einfach nicht attraktiv ist.

      mfg Topper87

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: WIMAX

        Hallo, WiMax hat meiner Meinung nach keine Zukunft:
        Nicht, dass ich von WiMax restlos überzeugt wäre, aber sehe ich schon etwas anders.
        Erstens sind unwahrscheinlich hohe Investitionen notwendig.
        Betriebswirtschaftlich sollten die Investoren Gebiete
        erschließen, die kein DSL bekommen können (ist nämlich in
        keinen Fall eine Alternative - betreffs geringe Bandbreite,
        FUP, Bandbreitentrennung, Ping-Zeiten,...).
        Was die Investitionskosten angeht, so betrifft dieses Problem alle Techniken, die in der dünnbesiedelten Fläche Zugang schaffen sollen. Dabei sind alle drahtlosen Techniken per se im Vorteil, weil sie auf den teuren individuellen Hausanschluss verzichten können. Was die Bandbreite angeht, so sollte man sich mal vor Augen führen, wofür die Investitionen in die "weißen und grauen" Flecken jetzt gefördert werden sollen. Da geht es um gewerbliche/professionelle Nutzer und "Teilhabe" am neuen Medium zum Zweck der Bildung und Informationsbeschaffung. Das sind alles Dinge die keine extfremen Bandbreiten benötigen, und von Ping-Zeiten brauchen wir da gar nicht reden. Das die T* von Breitband ab DSL-light spricht ist ja nicht nur ein Marketingthema, sondern hat durchaus auch einen ernsteren Hintergrund. Das was man "wirklich braucht" kann man - von wenigen Spezialfällen - auch mit DSL-light erträglich machen. Und wenn ich ehrlich bin: Über mein DSL-light stöhne ich eigentlich nie, wenn es um die beruflichen Belange eines IT-lers geht, sondern nur dann, wenn ich mal etwas Spaß online haben will. Mag die gelegentlich mal zu verschickende berufliche Riesendatei doch ein paar Minuten brauchen. Das nervt zwar ein wenig, wenn man es auch anders kennt, aber das ist doch nicht existenzgefährdend. Wiederum ist es maximal möglich an so einen Mast-Standort
        155MBit-Leitungen zu legen (meines Wissens nur), denn die
        Masten werden auch nur von Vermittlungsstellen gespeist. D.h.
        sind 20 Nutzer online, habe ich schon nur DSL Light.
        Zement mal: Das aber doch nur, wenn alle gleichzeitig die volle Bandbreite nutzen. Das ist aber nicht ansatzweise zu erwarten (und betrifft ebenfalls eher die Filesharing-Kids als die ernsthaften Anwender). Wenn ich mir mal so ansehe, welch lächerlichen Datenmengen ich im ganzen Monat so zusammenbringe, und was das an durchschnittlicher Bandbreitennutzen bedeutet, ... Abgesehen davon haben alle Techniken Bandbreitenlimits durch die zuliefernden Systeme. Und was glaubst Du wie stark andere Techniken versorgt werden?
        Zweitens bauen große Netzbetreiber das UMTS/HSDPA Netz immer
        weiter aus. Da dort in absehbarer Zukunft Bandbreiten bis 30
        MBit/s anliegen werden, werden WiMax Blasen bald "platzen".
        Du vergisst dabei, dass WiMax aufgrund der anderen Frequenzen erheblich größere Flächen als UMTS pro Mast abdecken kann, und das ist im dünnbesiedelten ländlichen Bereich ein nicht zu vernachlässigender Vorteil. Die erreichbaren Bandbreiten reichen zudem für einen Großteil der Nutzer vollkommen aus. Schau dir mal an, was aktuell tatsächlich an Bandbreite eingekaut und genutzt wird. Da liegen wir noch deutlich unter der mit WiMax aktuell erreichbaren Bandbreite. Wer hat denn tatsächlich die 50MBit VDSL-Anschlüsse? In meiner Zweitwohnung mitten in München erzählt Kabel Deutschland auch von phantastischen maximalen Bandbreiten. Tatsächlich sind es knapp 8 Mbit, die mein gebuchtes Paket mit "bis zu 16 MBit" dann hergibt. Und dass ist schon ein verdammt schön schneller Zugang (übrigens nur knapp schneller als was WiMax aktuell hergibt). Auf Dauer kann kein Internetuser die oben genannten Argumente
        gegen Wimax nur durch den Preis "schönreden".
        Ich weiß nicht, was Du damit meinst. Wenn Du Dinge wie Ping und extreme Bandbreiten ansprichst, dann sind das Dinge, die tatsächlich viele Nutzer, und zwar insbesondere die, die einen akzeptablen Internetanschluss wirklich brauchen, überhaupt nicht interessieren. Und da muss man leider einfach auch mal ganz deutlich sagen, dass dieser ganze Aufstand um die weißen und grauen Flächen maßlos übertrieben ist. Was wirklich gebraucht und was da gefordert wird, hat überhaupt nichts mehr miteinander zu tun. Zum normalen Surfen, nutzen webbasierter Anwendungen, E-Mail und Dateiaustausch im normalen Umfang zu beruflichen, Informations- und Bildungszwecken reicht auch ein ISDN-Anschluss in ganz vielen Fälle aus. Nicht komfortabel, aber machbar. Abrechnungstechnisch auch nicht so schön, aber auch nicht so eine Katastrophe. Ich habe auch jahrelang meine Citrix-Sessions den ganzen Arbeitstag über ISDN laufen gehabt. Mehr ist immer schön, aber mehr als DSL-light braucht (im Sinne von vollkommen unverzichtbar) eigentlich doch kaum einer.

        Gruß vom Wiz

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: WIMAX

          Deine Aussagen über nicht benötigte Bandbreiten sind nicht haltbar.
          Du sagt, du hast in München 8Mbit und zuhause oder sonst wo DSL Light.
          Jemand der DSL hat, kann natürlich gutreden über die, die gern DSL hätten.
          PingZeiten sind mir auch Wurst, doch wenn ich auf eine E-Mail mit 13 MB (nicht die Welt) 20 min. warten muss, jeder Seitenaufbau länger braucht, als mir die Seite an Infos geben kann, zudem die Verbindung nicht stabil ist, kommt mir der Weihnachtsbraten hoch.

          Abgesehen von den Volumenbegrenzungen bei UMTS/Edge Verträgen (FUP), die mir ständig im Weg stehen, geht es mir bei dem Vergleich DSL-WIMAX-EDGE doch eher darum, dass die Bürger unseres Landes in Ballungszentren von Möglichkeiten des schnellen Internets überschwemmt werden und wir sitzen auf dem Trockenen.

          Gerade bei Firmen, die z.B. eine Webseite unterhalten oder Geschäfte per E-Mail abwickeln, ist auf DSL (und nichts anderes) kein Verzicht möglich. Jetzt sag nicht, dass man ein durchschnittliches Gewerbegebiet mit Wimax versorgen kann - die Nutzer geben sich wahrscheinlich zufrieden, es würde aber mit DSL wesentlich besser gehen. Der Unterschied macht sich so bemerkbar - Wettbewerbsverzerrung.

          Ich könnte so stundenlang weitermachen, aber nur als letzter Hinweis: auf Arbeit habe ich UMTS mit vollen 7,2 Mbit und eine DSL Leitung mit ner annehmbaren Bandbreite, jetzt leg ich mir größere Daten auf Warteschleife, nehme meinen Schleppi mit auf Arbeit und ziehe dann, na mit was? Mit DSL, weil es einfach besser ist.

          Ich erwarte kein VDSL, doch fehlt mir dort echt was - und ich bin kein OnlineZocker

          mfg Topper87

          PS: Wenn ich Wimax kriegen könnte, würde ich es trotzdem nehmen ;-)

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: WIMAX

            Hallo erst nochmal, Deine Aussagen über nicht benötigte Bandbreiten sind nicht
            haltbar.
            Irgendwie hat sich der Umgangston hier in letzter Zeit recht negativ entwickelt. Du sagt, du hast in München 8Mbit und zuhause oder sonst wo
            DSL Light.
            Jemand der DSL hat, kann natürlich gutreden über die, die gern
            DSL hätten.
            Ich habe lange genug auf mein DSL-light warten müssen, und bin seit 20 Jahren in der IT-Branche und speziell im Online-Bereich tätig. Erzähl mir bitte nichts über Dinge, die ich vermutlich schon etwas länger und besser kenne als Du. Ich habe noch autarke WANs über analoge Modems erlebt und betrieben, arbeite gerade als fachlicher Projektleiter an einem der bekanntesten und höchstausgezeichneten Internetangebote Deutschlands, und kenne die Bandbreitenvorgaben seriöser professioneller Anbieter nur zu genau. Da ist keiner dabei der auch nur DSL-1000 für die vorgegebene Antwortzeit voraussetzen würde. PingZeiten sind mir auch Wurst, doch wenn ich auf eine E-Mail
            mit 13 MB (nicht die Welt) 20 min. warten muss, jeder
            Seitenaufbau länger braucht, als mir die Seite an Infos geben
            kann, zudem die Verbindung nicht stabil ist, kommt mir der
            Weihnachtsbraten hoch.
            Sorry, aber 20 Minuten für 13MB sind doch ein Scherz. Was ist wohl das durchschnittliche Volumen einer Mail? Wie oft kommt beim durchschnittlichen Internetnutzer die 13MB-Mail vor? Was ist schlimm daran, wenn es in solchen Einzelfällen mal 20 Minuten braucht? Welche Seiten schaust Du Dir in welcher Menge an, dass die Ladezeiten gegenüber dem Inhalt so ins Gewicht fallen? Was ist z.B. an einer ISDN-Einwahl nicht stabil?

            Natürlich haben wir es alle gerne schneller. Ich will ja auch weder von meinem DSL-light wieder zurück auf ISDN, möchte auf die UMTS-Karte im Notebook genauso wenig verzichten, wie auf den Kabelanschluss in der Zweitwohnung in München, aber existentiell wichtig ist nur, dass es überhaupt einen Internetzugang gibt, der den üblichen Anforderungen genüge tut, und auch wenn DSL-light nicht prickelnd ist, damit leben kann man. Und da wir eigentlich von deiner Ausgangsposition kamen, dass WiMax zu lahm sei, da reden wir von rund 7 MBit und nicht 0,4 MB bei DSL light. Sorry, aber zu behaupten, dass man damit nicht leben könnte, geht schon etwas weit.
            Abgesehen von den Volumenbegrenzungen bei UMTS/Edge Verträgen
            (FUP), die mir ständig im Weg stehen, geht es mir bei dem
            Vergleich DSL-WIMAX-EDGE doch eher darum, dass die Bürger
            unseres Landes in Ballungszentren von Möglichkeiten des
            schnellen Internets überschwemmt werden und wir sitzen auf dem
            Trockenen.
            Was stört dich an der Volumenbegrenzung? Machen wir uns doch nichts vor, dass ist doch nur ein Thema für Dauer-Filesharer, und deren illegales Treiben ist wohl kaum ein geeigneter Maßstab. Wenn ich mir ansehe, was bei mir im Monat über alle drei Anschlüsse zusammen von inzwischen drei Leuten (intensive Internetnutzer mit regem Mailverkehr, gerne mal das ein oder andere Foto dabei, ich brauche auch häufiger mal Patches, ...) so an Volumen zusammen kommt, das bekäme ich alles noch in meine UMTS-Flatrate rein.
            Gerade bei Firmen, die z.B. eine Webseite unterhalten oder
            Geschäfte per E-Mail abwickeln, ist auf DSL (und nichts
            anderes) kein Verzicht möglich.
            Das ist vollkommener Unsinn. Ich habe noch zu Studienzeiten jede Menge Klein- und Mittelständler betreut, zu denen ich bis heute noch Kontakt habe. Natürlich sind die inzwischen üblicherweise von ISDN oder analogem Modem weg auf DSL, Kabel, Glasfaser, oder was auch immer da vor Ort machbar ist (durchaus auch UMTS), und viele davon wickeln inzwischen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Geschäfte über das Internet ab, aber was da an echtem Bandbreitenbedarf besteht ist lächerlich. Jetzt sag nicht, dass man ein
            durchschnittliches Gewerbegebiet mit Wimax versorgen kann -
            die Nutzer geben sich wahrscheinlich zufrieden, es würde aber
            mit DSL wesentlich besser gehen. Der Unterschied macht sich so
            bemerkbar - Wettbewerbsverzerrung.
            Jetzt springst Du hier hin und her, und machst Hü und Hott. Was denn jetzt. Ich soll nicht sagen, dass man ein durchschnittliches Gewerbegebiet nicht mit WiMax versorgen könnte, und Du sagst, dass sie die Nutzer damit wahrscheinlich zufrieden geben würden? Ja was denn jetzt nun? Wir reden hier doch von ländlichen Gebieten, und die Gewerbegebiete dort sind eben auch entsprechend ländlich klein geprägt. Wären sie es nicht, würde sich ja die Investition in DSL oder Kabel, ... rechnen. Und diese Bereiche kannst Du problemlos mit WiMax versorgen. Klar, mehr ist immer schön, aber doch nicht wirklich existentiell.
            Ich könnte so stundenlang weitermachen, aber nur als letzter
            Hinweis: auf Arbeit habe ich UMTS mit vollen 7,2 Mbit und eine
            DSL Leitung mit ner annehmbaren Bandbreite, jetzt leg ich mir
            größere Daten auf Warteschleife, nehme meinen Schleppi mit auf
            Arbeit und ziehe dann, na mit was? Mit DSL, weil es einfach
            besser ist.
            Klar, mache ich auch. Wenn es Zeit hat, dann mache ich größere Downloads auch in der Wohnung in München. Aber genau das ist doch das Thema. Es ist besser, es ist schöner es ist schneller, aber es würde eben auch ohne gehen. Dann dauert es eben mal eine Stunde. Ich erwarte kein VDSL, doch fehlt mir dort echt was - und ich
            bin kein OnlineZocker
            Du möchtest etwas haben ;-) Das kann ich ja gut verstehen. Aber Du kannst trotzdem auch ohne (sprich mit dem was Du schon hast) leben. Und das ist es was mich momentan eben an dem Thema so etwas stört. Es wird so getan, als ob es ohne x000er DSL kein Leben mehr geben würde. Und das stimmt einfach nicht. Der Landwirt, der heutzutage per E-Mail kommuniziert, sich sein Bullensperma aus einer Webdatenbank mit bunten Bildern bestellt, der Schüler, der mal ein paar Seiten aus der Wikipedia braucht, die Eltern die die letzten Schnappschüsse von Sohnemann an die Großeltern schicken wollen, der Gewerbetreibende, der vielleicht tatsächlich dreimal am Tag 20 MB verschicken muss, sind alle in der Lage das auch mit deutlich weniger Bandbreite durchaus noch zu tun. Nicht schön, nicht komfortabel, nicht schnell, aber eben auch nicht existenzbedrohend. PS: Wenn ich Wimax kriegen könnte, würde ich es trotzdem
            nehmen ;-)
            Klar, wenn bei mir mal mehr verfügbar sein wird, werde ich natürlich auch aufrüsten, und es tut schon weh, jeden Tag an dem hübschen VDSL-Verteiler Luftlinie kaum 200m vom Haus entfernt vorbei zu fahren, und zu wissen, dass man es trotzdem nicht bekommt, weil der Kabelweg leider ein anderer und deutlich zu langer ist, aber so spielt das Leben.

            Gruß vom Wiz

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