Modemstecker/-kabel mit bzw. ohne Rückführung

Hallo,

ich hoffe, ich bin im richtigen Brett. Es geht um das Kabel, dass von der N-Buchse der TAE zum analogen Modem in meinem Notebook führt. Da gibt es offensichtlich verschiedene Versionen im Handel:

Stecker ohne Rückführung legen das Telefon an der F-Buchse der TAE lahm, auch wenn das Modem nicht in Betrieb ist. Solche mit Rückführung tun dies nicht und scheinen irgendwie „durchleitend“ zu sein.

Wie funktionieren die letzteren? Ich habe nur einen analogen Anschluss ohne Anklopf-Funktion. Sollten Anrufe nun durchkommen, wenn ich im Internet bin und die Internetverbindung kappen? Oder hört der Anrufer „besetzt“?

LG

Martin

Hallo,

Hallo Martin!

ich hoffe, ich bin im richtigen Brett.

Ich sag mal nöö, das wäre wohl eher ein Fall für das Festnetzbrett oder für „Telekommunikation, allgemein“ gewesen, aber egal, wir haben deine Frage ja auch so gefunden ;o)

Es geht um das Kabel, dass von der N-Buchse der TAE zum analogen Modem in meinem Notebook führt. Da gibt es offensichtlich verschiedene
Versionen im Handel:

Vollkommen richtig erkannt! Und deine beiden genannten Versionen gibt es auch noch in x verschiedenen Beschaltungen am Modemstecker…

Stecker ohne Rückführung legen das Telefon an der F-Buchse der
TAE lahm, auch wenn das Modem nicht in Betrieb ist.

Richtig, die zwei für die „Rückführung“ des Anschlusses in die TAE benötigten Adern fehlen bei diesen Anschlussleitungen nämlich leider.

Solche mit Rückführung tun dies nicht und scheinen irgendwie
„durchleitend“ zu sein. Wie funktionieren die letzteren?

Die Leitungen an sich sind 4-adrig ausgeführt, haben aber in den Steckern auf beiden Enden KEINE Verbindungsbrücken oder ähnliches. Erst das angeschlossene Gerät (hier dein Modem) schafft die Verbindung zwischen ankommenden und abgehenden Adern, solange das Modem selbst gerade kein Amt belegt.

Ich habe nur einen analogen Anschluss ohne Anklopf-Funktion. Sollten Anrufe nun durchkommen, wenn ich im Internet bin und die
Internetverbindung kappen? Oder hört der Anrufer „besetzt“?

Ohne weitere Beschaltung an deinem Anschluss (also keine Anlage dazwischen oder so) bekommt der Anrufer normalerweise den Besetztton. Einige Modems bieten aber auch die Möglichkeit, eine „Vorrangschaltung“ des Telefons einzustellen, aber frag’ mich jetzt bitte nicht, welche Geräte nun genau das können und welche nicht ;o)

LG
Martin

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiter helfen.
MfG, Olli

Hallo,

Anrufe nun durchkommen, wenn ich im Internet bin und die
Internetverbindung kappen? Oder hört der Anrufer „besetzt“?

Ohne weitere Beschaltung an deinem Anschluss (also keine
Anlage dazwischen oder so) bekommt der Anrufer normalerweise
den Besetztton. Einige Modems bieten aber auch die
Möglichkeit, eine „Vorrangschaltung“ des Telefons
einzustellen, aber frag’ mich jetzt bitte nicht, welche Geräte
nun genau das können und welche nicht ;o)

Und dann gibt es da noch die, die es zwar angeblich können, die Internetverbindung auch unterbrechen, der Anruf aber trotzdem nicht durchkommt und die, die Probleme mit dem Anklopfen haben.

Cu Rene,
der dankbar ist kein Modem mehr benutzen zu müssen, weil das Internet übers Handy inzwischen billiger und sogar schneller ist, wenn man mehr als nur absoluter Gelegenheitsnutzer ist

Danke Olli und René; eine Frage bleibt noch:

Wie funktioniert das technisch, das der neue Modemstecker in der N-Buchse der TAE den Telefonstrom durchleitet, auch wenn kein Modem angeschlossen ist (bei dem alten Modemstecker war das Telefon tot, sobald ich ihn in die N-Buchse gesteckt habe, egal ob auf der anderen Seite das Modem an oder aus oder gar nicht angeschlossen war). Wenn ich mit diesem neuen Stecker das Modem anschließe und die Internetverbindung herstelle, scheint ja doch noch genug Spannung für das Modem übrig zu bleiben; oder produziert das Modem eigene Spannung?

Übrigens habe ich auch den Eindruck, das eingehende Anrufe meine Internetverbindung kappen, ohne selbst durchzukommen: meine Internetverbindung bricht zusammen, dann klingelt mein Telefon, aber wenn ich abhebe, ist nur Rauschen oder Knistern oder Piepen in der Leitung. Die Telefonleitung steckt voller Geheimnisse!

Grüße, Martin

Hallo,

Wie funktioniert das technisch, das der neue Modemstecker in
der N-Buchse der TAE den Telefonstrom durchleitet, auch wenn
kein Modem angeschlossen ist

Das ist ungewöhnlich und war bestimmt nicht das billigste Kabel. Es müssen dazu nur die die richtigen Kontakte im Stecker verbunden werden, was durch Federn sicher machbar ist (wie in der N-Buchse übrigens auch). Eigene Spannung macht das Modem auch nicht, da ist typisch nur ein Relais drin, das die Kontakte durchverbindet.

(bei dem alten Modemstecker war
das Telefon tot, sobald ich ihn in die N-Buchse gesteckt habe,

Das ist das Übliche.

Übrigens habe ich auch den Eindruck, das eingehende Anrufe
meine Internetverbindung kappen, ohne selbst durchzukommen:
meine Internetverbindung bricht zusammen, dann klingelt mein
Telefon, aber wenn ich abhebe, ist nur Rauschen oder Knistern
oder Piepen in der Leitung.

Genau das meinte ich, wobei das Piepen in der Leitung vermutlich das Modem der Gegenstelle ist, die die Leitung noch belegt.

Cu Rene

Hallo,

Hallo Martin, hallo René!

Wie funktioniert das technisch, das der neue Modemstecker in
der N-Buchse der TAE den Telefonstrom durchleitet, auch wenn
kein Modem angeschlossen ist

Das ist ungewöhnlich und war bestimmt nicht das billigste
Kabel. Es müssen dazu nur die die richtigen Kontakte im
Stecker verbunden werden, was durch Federn sicher machbar ist
(wie in der N-Buchse übrigens auch). Eigene Spannung macht das
Modem auch nicht, da ist typisch nur ein Relais drin, das die
Kontakte durchverbindet.

Korrekt René. Ich hab aber auch schon „Strippen“ gesehen, in denen tatsächlich Drahtbrücken zwischen den ankommenden und den abgehenden Adern eingelötet waren - es gibt also scheinbar nichts, was es nicht gibt ;o)

(bei dem alten Modemstecker war das Telefon tot, sobald ich ihn in die N-Buchse gesteckt habe,

Das ist das Übliche.

Yepp, das war dann eines der billigsten Anschlusskabel ohne Brücken oder Federn im Stecker, selbst die Rückführungsadern fehlten.
Aber was meintest du mit diesem Satz:

Wenn ich mit diesem neuen Stecker das Modem anschließe und die
Internetverbindung herstelle, scheint ja doch noch genug Spannung
für das Modem übrig zu bleiben; oder produziert das Modem eigene
Spannung?

Das Modem erzeugt keine eigene Spannung, genau wie René ja auch schon sagte, aber was soll mit der Speisespannung aus der Vermittlungsstelle denn passieren, wenn du online gehst (wegen „übrig bleiben“)? Das schnall’ ich jetzt nicht ganz, sorry…

Übrigens habe ich auch den Eindruck, das eingehende Anrufe
meine Internetverbindung kappen, ohne selbst durchzukommen:
meine Internetverbindung bricht zusammen, dann klingelt mein
Telefon, aber wenn ich abhebe, ist nur Rauschen oder Knistern
oder Piepen in der Leitung.

Genau das meinte ich, wobei das Piepen in der Leitung
vermutlich das Modem der Gegenstelle ist, die die Leitung noch
belegt.

Volle Zustimmung! Genau das hatte René ja auch schon in seinem ersten Beitrag zum Thema „angedroht“. ;o) Hast du denn keine andere Möglichkeit, als mit einem analogen Modem zu surfen, ich wusste gar nicht, dass es die noch im laufenden Betrieb gibt, grins…

Die Telefonleitung steckt voller Geheimnisse!

Dieser Eindruck drängt sich mir des öfteren auch auf - das zieht sich wohl über alle Systeme/Anschlussarten ;o)

Cu Rene

Gruß an euch beide,
Olli
Grüße, Martin

Hi Olli,

Aber was meintest du mit diesem Satz:

Wenn ich mit diesem neuen Stecker das Modem anschließe und die
Internetverbindung herstelle, scheint ja doch noch genug Spannung
für das Modem übrig zu bleiben; oder produziert das Modem eigene
Spannung?

Das Modem erzeugt keine eigene Spannung, genau wie René ja
auch schon sagte, aber was soll mit der Speisespannung aus der
Vermittlungsstelle denn passieren, wenn du online gehst (wegen
„übrig bleiben“)? Das schnall’ ich jetzt nicht ganz, sorry…

Ich meinte: Diese Brücke in dem neuen Modemstecker ist doch offensichtlich die kürzeste Verbindung für die Elektronen aus der Telefonleitung. Warum wählen dann nach Anschluss und Einschalten von Notebook und Modem die Elektronen (oder zumindest einige von ihnen) den viel längeren Weg durch das Kabel und das Modem, auf dem sie zudem noch für mich Arbeit leisten müssen? Warum fließen nicht einfach alle Elektronen weiter durch diese Brücke im Stecker, die ich mir als eine Art Kurzschluss vorstelle? Wählt der eletrische Strom nicht den Weg mit dem geringsten Widerstand?

Grüße, Martin

Hi Olli,

Re-Hi Martin!

Ich meinte: Diese Brücke in dem neuen Modemstecker ist doch
offensichtlich die kürzeste Verbindung für die Elektronen aus
der Telefonleitung. Warum wählen dann nach Anschluss und
Einschalten von Notebook und Modem die Elektronen (oder
zumindest einige von ihnen) den viel längeren Weg durch das
Kabel und das Modem, auf dem sie zudem noch für mich Arbeit
leisten müssen? Warum fließen nicht einfach alle Elektronen
weiter durch diese Brücke im Stecker, die ich mir als eine Art
Kurzschluss vorstelle? Wählt der eletrische Strom nicht den
Weg mit dem geringsten Widerstand?

Ah, jetzt hab ich geschnallt, was du meintest, danke für die Aufklärung!
Doch, das tut Strom definitiv immer! Aber die Brücken befinden sich ja nicht zwischen a- und b-Ader (quasi Plus und Minus der Telefonleitung), sondern zwischen der a-Ader des Modemeingangs (vom Amt) und der a-Ader des Modemausgangs (zum Telefon), ebenso verhält es sich mit der b-Ader. Und solange an dem Telefon am Modem-Ausgang nicht der Hörer abgenommen wird, fließt auch kein Strom vom Modem (egal, ob nur der Stecker oder das Modem selbst) zum Telefon, deshalb sind die Brücken im Fall des aufgelegten Telefonhörers völlig egal.

Grüße, Martin

Ich hoffe, ich konnte dir weiter helfen.

Mfg, Olli

Hi Olli,

Doch, das tut Strom definitiv immer! Aber die Brücken befinden
sich ja nicht zwischen a- und b-Ader (quasi Plus und Minus der
Telefonleitung), sondern zwischen der a-Ader des Modemeingangs
(vom Amt) und der a-Ader des Modemausgangs (zum Telefon),
ebenso verhält es sich mit der b-Ader.

Genau das war die Information, die mir fehlte.

Ich hoffe, ich konnte dir weiter helfen.

Ja! Jetzt verstehe ich auch das Schaltbild auf der Steckerverpackung.

Vielen Dank

Martin