Ein weit verbreitetes Leiden
Hallo, Katrin!
Da Du die Hardware bereits getauscht hast, fällt diese Fehlerursache mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weg.
Und die Möglichkeit, daß alle Provider an den gleichen Krankheitsbildern leiden, können wir sofort ausschließen.
Dann bleiben als wahrscheinliche Ursache nur noch der Übertragungsweg und passive Komponenten übrig.
Schau Dir mal den TAE-Stecker des Modems an. Die Kontaktflächen müssen sauber sein. Dort bilden sich sehr gerne Übergangswiderstände durch Verunreinigungen. Schwarze Beläge oder sonstigen Schmuddel entfernst Du am besten mit einer scharfen Klinge. Keine Reiniger oder Chemikalien!
Eine weitere, sehr beliebte Fehlerquelle ist die TAE-Dose selbst. Was sich am Stecker des Modems sammelt, befindet sich natürlich auch an den Kontakten in der Dose. Aber die sind praktisch unmöglich zu reinigen, ohne der Dose dabei den Todesstoß zu versetzen. Ein halbwegs talentierter Bastler kann sie aber sehr schnell austauschen. Im Regelfall sind es nur zwei Drähtchen, deren korrekte Beschaltung in der Anschalteanleitung beschrieben wird. Eine einheitliche Beschaltung existiert nicht, weil die Hersteller der Anschlußdosen alle mehr oder weniger ihr eigenes Süppchen kochen.
Wenn auch das nicht fruchtet, wird mit einiger Sicherheit der Leitungsweg zwischen der Vermittlungsstelle und der TAE-Dose die Ursache sein. Dann machst Du folgenden - einfachen - Test.
An die TAE-Dose wird vermutlich auch Dein Telefon angeschlossen sein. Nimm den Hörer ab und wähle… nichts! Du wirst den normalen Wählton hören, also einen Dauerton. Nach einiger Zeit überschreitest Du den Zeitfaktor, und die Telekom macht wegen der unbewählten Leitung aus dem Dauerton ein Besetztzeichen. Auch dieses ignorierst Du, bis es verschwindet und die Leitung schweigt. Und dieses Nichts hörst Du dir mal ein paar Minuten sehr aufmerksam an. Achte auf jedes Brummen, Kratzen, Rauschen, Knacken.
Bei den heutigen Transferraten der Modems müssen die Leitungen wirklich sauber sein. Weil das vor allem in alten Netzen nicht immer gewährleistet ist, garantieren die Leitungsbetreiber in aller Regel auch nur Connects bis 28.8/33.6 kB/s. Was darüber hinausgeht, kann klappen… muß aber nicht.
Wenn nun also diverse Drecksgeräusche die Stille verderben, sollte die Telekom den Leitungsweg überprüfen (Rufnummer der Störungsstelle: 08003301000, kostenfrei). Vor einem Technikereinsatz aber die Kostenfreiheit zusichern lassen!
Die machen das aber nicht mit sehr viel Freude, weil es unter Umständen einigen Aufwand bedeutet. Also solltest Du hierbei entsprechend nachdrücklich sein.
Auf dem Weg von der Vermittlungsstelle bis zu Dir kann so einiges schiefgehen: schlampige bzw. ungelötete Spitzverbindungen, mangelhafte (lötfreie) Kontaktierungstechniken, oxidierte Verteilerleisten, lockere Schraubverbindungen, Feuchtigkeit…
Ich wünsche Dir viel Erfolg und - falls notwendig - ein dickes Fell.
Gruß!
Tino