Unzumutbare Arbeitsbedingungen => Was tun?

Hallo,

meine Firma ist vor kurzem in ein neues Gebäude gezogen, es riecht überall noch nach Lacken und Chemischen Stoffen.

Ich bin jetzt an einer Nebenhöhlenentzündung erkrankt und leide unter Depressionen. Ich bin mir sicher, dass es von den Dämpfen kommt! Andere Leute klagen über Atemwegsprobleme…

Fakt ist: Sobald ich im Büro bin, bekomme ich Kopfschmerzen meine Augen tränen => Es geht mir einfah beschissen!

Ich habe schon mehrmals daraufhin gewiessen, eventuell bekommen wir bald einen Gutachter der eine Luftprobe durchführt!?

Da wir eine Firma von knapp 200 Mann sind, und zur Zeit auch in einer Krise stecken fällt das ganze etwas unter den Tisch.

Kann ich sagen, dass ich unter solchen Bedingungen nicht mehr arbeite, ohne gleich gefeuert zu werden?

Soll ich mir von einem Arzt eine Bescheinigung geben lassen?

Ich bin wirklich etwas ratlos, da ich auf der einen Seite sehr an meinem Job hänge, auf der anderen aber unter diesen Dämpfen wirklich nicht arbeiten kann und will!

Danke für eure Hilfe

Hallo Alexander,

es ist , wie es immer ist. Ohne einen Nachweis, dass die gesundheitlichen Probleme von den Ausdünstungen in dem Gebäude stammen, bist Du zur Arbeit verpflichtet.

Es bleibt Euch, hilfe zu suchen. Bei einem 200 Mann/Frau Betrieb sollte ein Betriebsrat vorhanden sein, dieser kann sofortige Untersuchungen einleiten, und nicht irgendwann. Habt Ihr keinen BR, wendet Euch doch selber an das Amt für Arbeitsschutz (früher Gewerbeaufsichtsamt).

Habt Ihr vielleicht einen Sicherheitsbeauftragten? Dies ist zwar nicht unbedingt sein Job, aber vielleicht kann der Euch weiterhelfen.

Dann bleibt Euch noch zum Arzt zu gehen und um Euer Blut zu untersuchen und möglicherweise den Schadstoff herauszufinden.

Mit Grüßen
Michael

HalloAlexander,

zusätzlich zu den wertvollen Hinweisen meines Vorredners Michael möchte ich noch auf das Phänomen ‚Sick Building Syndrom‘ hinweisen. Dabei treten unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, tränende Augen und Erkrankungen der Atemwege auf. Als Ursachen werden neben difusen Ausdünstungen aus Möbel und Auslegeware auch schlecht eingestellte Lüftungs-/Klimaanlagen genannt. Da dieses Phänomen häufig bei Büroarbeitern mit stressigen, schlecht bezahlten Jobs auftritt, gibt es auch Diskussionen bzgl. einer psychol. Komponente des Auftretens dieser Erscheinung.

Tschuess Marco.

Hallo Alexander,

massive Beeinträchtigungen, sofern sie nicht nur schnell vorüber gehender Natur (zwei…drei Tage) und durch Lüften zu beseitigen sind, müssen schleunigst behoben werden, Krise der Firma hin oder her. „Irgendwann ein Gutachter…“ reicht nicht. Entgegen Michaels Ansicht bin ich der Meinung, daß jede Art gesundheitsbeeinträchtigender oder gefährdender Arbeitsbedingungen auch Sache des Sicherheitsbeauftragten ist. Der hat sich nämlich nicht nur um Stolperfallen und rotierende Teile zu kümmern.

Aber das alles sei nur am Rande erwähnt. Es fiel das Stichwort Amt für Arbeitsschutz. Bei einem Betrieb mit 200 Mitarbeitern geht nicht mehr alles auf Zuruf. Es wird interne Mitteilungen/Hausmitteilungen geben. Bevor eine externe Stelle eingeschaltet wird, halte ich es für unverzichtbar, schriftlich (!) den Vorgesetzten mit einem Verteiler an Betriebsrat und Sicherheitsbeauftragten über den Mißstand zu informieren. Selbst wenn der Gestank Tagesgespräch in der Abteilung ist, hat eine schriftliche Mitteilung eine andere Qualität und verhindert, daß sich irgendwer auf „habe ich nicht gewußt“ zurück ziehen kann. Die Einschaltung Externer und irgendwelcher Ämter unter Umgehung des Vorgesetzten kann sonst schwere arbeitsrechtliche Folgen für den Mitarbeiter haben, selbst wenn er von der Sache her im Recht war.

Gruß
Wolfgang

Erst mal danke an alle die hier geantwortet haben…

Wie schon erwähnt kommt bald ein Gutachter zu uns, aber bis der da ist, dass kann noch dauern.

Ich muss morgen wieder arbeiten und mir grauts jetzt schon von den Folgen…
Ich denke, dass ich morgen demonstrativ früher nach hause gehen werde! Eine entsprechende Mitteilung an den Betriebsrat wird es auch geben…Ich für meine Seite werde mich erst mal krank schreiben lassen (mir geht es auch wirklich seeehr schlecht!) in der Hoffnung, dass sich danach was geändert hat.

Die Wirkung dieser Chemischen Stoffe (der ich durch die Arbeit 8,5 st am Tag ausgesetzt bin) ist extrem schädlich!!!
Ich hab Schlaf und Esstörungen, kann keinerlei Sport machen, Kopfschmerzen und seit neustem auch wirkliche Depressionen.

Hoffe euch gehts besser :wink:

Noch mal danke für die Hilfe!

Ich denke, dass ich morgen demonstrativ früher nach hause
gehen werde! Eine entsprechende Mitteilung an den Betriebsrat
wird es auch geben…Ich für meine Seite werde mich erst mal
krank schreiben lassen (mir geht es auch wirklich seeehr
schlecht!) in der Hoffnung, dass sich danach was geändert hat.

Hallo Alexander,

es hört sich so an, als wenn es so läuft, wie es in vielen Betrieben leider läuft: Es wird gemeckert, es wird gelitten, aber der Weg, den solche Dinge zu gehen haben, wird ignoriert.
„…eine Mitteilung an den Betriebsrat WIRD es geben…“, d. h. bis jetzt hat sich noch kein Mensch an die wirklich Zuständigen gewandt.

Mehr als es Dir ans Herz legen kann ich nicht: Halte die richtige Reihenfolge ein! Eine Hausmitteilung an den Chef mit Verteiler an den Betriebsrat ist in einer Minute geschrieben. Nur so geht’s und nicht mit irgendwelchen demonstrativen Aktionen, wie früher nach Hause gehen und gelber Schein etc. Das sind nur mistig-stinkige Aktionen, die auf Dich zurück fallen. Wir leben nun mal in Deutschland und da muß die Aktenlage stimmen. Solange nichts Schriftliches auf dem Tisch liegt, gibt es nur Deinen gelben Schein. Solche Reihenfolge gibt immer einen Schuß ins eigene Knie ab. Wer es dagegen richtig anpackt, so, daß Vorgesetzte tätig werden MÜSSEN, nicht gegen Dich, sondern gegen den Mißstand, hat die Angelegenheit in Null-Komma-Nichts aus der Welt.

Der erforderliche Formalismus ist wie ein Klavier, auf dem man so spielen kann, daß genau die gewünschten Töne heraus kommen. Du aber läßt Dich nur auf die Tastatur plumpsen, es gibt einen einzigen Mißton und alle hören weg. An Dir bleibt schließlich hängen, daß Du einen Grund suchtest, ein paar Tage blau zu machen.

Gruß
Wolfgang

Ja, ich werde diesen Brief an den Betriebsrat schreiben und ich werde auch formell meine Vorgesetzen in Kenntniss setzen.

Das mit dem Krank machen sollte keine Lösung sonder mehr ein Resultat aus der ganzen Situation sein => Es geht halt nicht anders! Ich bin wirklich stark krank, aber ich war jetzt schon 3 mal hinter einander krank geschrieben und habe einfach ein ungutes Gefühl wenn ich mich ein viertes mal krank schreiben lasse ohne einmal in der Firma zu sein.

Gruss
Alex