Hallo,
ich hab heute das von mir beantragte Zwischenzeugnis zur Durchsicht und Korrektur erhalten. Mein Chef bietet mir an, die Formulierung „zu unserer vollen Zufriedenheit“ durch die - grammatikalisch schwachsinnige - Formulierung „zu unserer voll st en Zufriedenheit“ zu ersetzen, wenn ich dies denn wünsche.
Ich bin ja eigentlich mehr für die nicht-Vergewaltigung der deutschen Sprache, aber wie sieht das der personaleinstellende Rest der Gesellschaft?
Gruß und Danke
Christian
Hallo Christian,
die Formulierung ist auch völlig idiotisch, schließlich kann etwas nicht voller als voll sein kann… Trotzdem reiten die meisten Personaler auf der Abstufung
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit = Note 1 +
zu unserer vollsten Zufrieenheit = Note 1
zu unserer vollen Zufriedenheit = Note 2
herum. Ich selbst schreibe inzwischen ‚absolute Zufriedenheit‘ obwohl auch das genauso gelogen ist wie die ‚stets vollste Zufriedenheit‘.
Fazit: Du solltest - wenn es Dir angeboten wurde - auf ‚vollste‘ bestehen.
Beste Grüße
Tessa
Hallo Christian,
diese Frage kann m.E. nicht erschöpfend beantwortet werden, denn neuerdings ist „volle“ quasi die Note 1. Ältere Personaler sind aber oftmals noch den Begriff „vollste“ gewöhnt.
Ich verwende „volle“ Zufriedenheit als 1, denn „vollste“ schmerzt mich im Ohr.
Alle meine bisherigen Arbeitgeber hielten das ebenfalls so.
Grüße,
Mathias
ich hab heute das von mir beantragte Zwischenzeugnis zur
Durchsicht und Korrektur erhalten. Mein Chef bietet mir an,
die Formulierung „zu unserer vollen Zufriedenheit“ durch die -
grammatikalisch schwachsinnige - Formulierung „zu unserer
voll st en Zufriedenheit“ zu ersetzen, wenn ich dies denn
wünsche.
Ich bin ja eigentlich mehr für die nicht-Vergewaltigung der
deutschen Sprache, aber wie sieht das der personaleinstellende
Rest der Gesellschaft?
Gruß und Danke
Christian
ich hab heute das von mir beantragte Zwischenzeugnis zur
Durchsicht und Korrektur erhalten. Mein Chef bietet mir an,
die Formulierung „zu unserer vollen Zufriedenheit“ durch die -
grammatikalisch schwachsinnige - Formulierung „zu unserer
voll st en Zufriedenheit“ zu ersetzen, wenn ich dies denn
wünsche.
Hallo Christian,
diese zwar üblichen, aber sprachlich geradezu schmerzhaften Formulierungen sind mir geläufig. Dennoch: Wenn ich ein Zeugnis verfasse, versuche ich, die Sprache nicht zu vergewaltigen. Auch ohne die Verwendung unsinniger Steigerungsformen läßt sich deutlich das Gewünschte zum Ausdruck bringen.
In einem der üblichen Floskelzeugnisse mit schwachsinnigen Doppeldeutigkeiten darf die „vollste Zufriedenheit“ nicht fehlen. Unter solchen Text setze ich aber nicht meinen Namen. Ich verfasse Klartext ohne Hintersinn mit dem Schwerpunkt auf ausführlicher Beschreibung von Tätigkeit und Verantwortungsbereich.
Interpretationsspielraum lasse ich gelegentlich durch Weglassen einzelner Punkte und dies auch nur, weil ein Zeugnis wohlwollend formuliert sein muß und ich nicht schreiben darf, daß es sich um eine faule, hartnäckig unpünktliche Socke handelt.
Kurz: Der im Zeugnistext vermittelte Gesamteindruck ist entscheidend und nicht die einzelne Floskel.
Gruß
Wolfgang
Hi exc,… 
zunaechst mal kann ‚zufriedenheit‘
generell nicht in litern gemessen werden.
deswegen ist es auch egal,
ob es volle, vollste, allervollste hose heisst.
es ist zwar schwachsinn, aber nimm ‚vollste‘,
auch weil ‚halbvollste‘ ja nun auch nicht geht.
dazu raet dir - digi.
Hallo Christian,
die Formulierung ist auch völlig idiotisch, schließlich kann
etwas nicht voller als voll sein kann… Trotzdem reiten die
meisten Personaler auf der Abstufung
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit = Note 1 +
zu unserer vollsten Zufrieenheit = Note 1
zu unserer vollen Zufriedenheit = Note 2
herum. Ich selbst schreibe inzwischen ‚absolute Zufriedenheit‘
obwohl auch das genauso gelogen ist wie die ‚stets vollste
Zufriedenheit‘.
Fazit: Du solltest - wenn es Dir angeboten wurde - auf
‚vollste‘ bestehen.
Beste Grüße
Tessa
Hallo Mathias,
Ich verwende „volle“ Zufriedenheit als 1, denn „vollste“
schmerzt mich im Ohr.
Schön, dass das Deine Meinung ist. Aber liest es der nächste Arbeitgeber auch so ? Personaler großer Firmen können vielleicht noch zwischen „voller“ als Note 2 und „voller“ als Note 1 unterscheiden.
Aber in mittelständischen Betrieben, die oft keinen so geschulten Personaler haben, geht man eher nach „Schulbuch“ vor. Und da steht halt immer drin: „voller“ = 2, „vollster“ = 1.
Deine wohlgewollte Formulierung „voller“ kann also hier für einen Bewerber nach hinten losgehen (mal davon abgesehen, dass eine Note 2 immer noch gut, aber leider nicht mehr sehr gut ist).
Grüsse
Sven
Hi!
Ich arbeite bei einem Mittelständler.
Grüße,
Mathias
Tu nehmen, was DIch angeboten wird! 
Hi!
ich hab heute das von mir beantragte Zwischenzeugnis zur
Durchsicht und Korrektur erhalten. Mein Chef bietet mir an,
die Formulierung „zu unserer vollen Zufriedenheit“ durch die -
grammatikalisch schwachsinnige - Formulierung „zu unserer
voll st en Zufriedenheit“ zu ersetzen, wenn ich dies denn
wünsche.
Es haben Dir ja eigentlich auch schon alle anderen gesagt (aber vielleicht legst Du ja Wert auf viele Meinungen) - wenn er es Dir anbietet, dann solltest Du die „VOLLSTE“ Zufriedenheit nehmen. Ich habe in den letzten Jahren mit sehr vielen Personalchefs zu tun gehabt, da ich beratend tätig war. Der Eindruck war, dass gerade die älteren wirklich immer diese Verbalakrobatik haben wollten. Die jüngeren (und da zähle ich mich jetzt auch zu) fanden es zwar hirnrissig, wussten allerdings sehr wohl etwas damit anzufangen - insofern: Es ist besser, „zur vollsten Zufriedenheit“ dort stehen zu haben!
Liebe Grüße
Guido
Nachtrag und meine Entscheidung
Hallo Wolfgang,
Kurz: Der im Zeugnistext vermittelte Gesamteindruck ist
entscheidend und nicht die einzelne Floskel.
genau dieser Absatz hat mich, vor dem Hintergrund des mehr als positiven Restes des Zeugnisses, davon überzeugt, daß „volle“ die bessere Wahl ist. Und wenn das fehlende „st“ mal irgendwann zur Sprache kommt, hat man wenigstens etwas, worüber man reden kann. Insbesondere weil wir ein stockkonservatives Haus sind, wird die Erklärung um so plausibler, zumal das Zeugnis ansonsten von Superlativen der korrekten Art nur so wimmelt.
Gruß
Christian
vollster als wie? off topic
Hallo, Wolfgang.
In einem der üblichen Floskelzeugnisse mit schwachsinnigen
Doppeldeutigkeiten darf die „vollste Zufriedenheit“ nicht
fehlen. Unter solchen Text setze ich aber nicht meinen Namen.
Ich verfasse Klartext ohne Hintersinn mit dem Schwerpunkt auf
ausführlicher Beschreibung von Tätigkeit und
Verantwortungsbereich.
Da ich von Haus aus neugierig und außerdem in einem eher konservativen Unternehmen tätig bin : wie stellst Du es an, Deine „vollste“ Zufriedenheit zum Ausdruck zu bringen? Ist vielleicht etwas naiv gefragt, aber ich hatte bisher nur mit den von Dir angesprochenen „Floskelzeugnissen“ zu tun …
Gruß und Danke im Voraus, kw
Da ich von Haus aus neugierig und außerdem in einem eher
konservativen Unternehmen tätig bin : wie stellst Du es an,
Deine „vollste“ Zufriedenheit zum Ausdruck zu bringen? Ist
vielleicht etwas naiv gefragt, aber ich hatte bisher nur mit
den von Dir angesprochenen „Floskelzeugnissen“ zu tun …
Hallo,
wie deutlich gesagt, bringe ich derartigen Mist wie „vollste Zufriedenheit“ nicht zu Papier. Es ist wie überall: Wer nichts auszusagen hat (oder nichts sagen will), verlegt sich auf hohle Floskeln. Dabei sind die Sprachvergewaltigungen ohne weiteres entbehrlich, wenn man nur ausführlich aufschreibt, was der/die Betreffende gemacht hat, was alles zum Tätigkeits- und Verantwortungsbereich gehörte. Solche Darstellung vermittelt ohne Extreme und Steigerungsformen ein klares Bild. Dabei kommen Stilblüten wie z. B. „angenehmste Zusammenarbeit“ nicht vor; „angenehme Zusammenarbeit“ trifft den Sachverhalt - wenn es denn so war - in gleicher Weise.
Die Formulierung eines Arbeitszeugnisses erfordert Sorgfalt. Mit Ausnahme von 2 fristlosen Kündigungen wegen grober Verfehlungen führte ich vorher ein Gespräch mit dem Mitarbeiter, um zu erfahren, was aus seiner Sicht die erwähnenswerten Tätigkeiten waren. Ob das Arbeitsverhältnis gut oder weniger zufriedenstellend erledigt wurde, ergibt sich dann ohne Doppeldeutigkeiten für jeden, der lesen kann. Deutliche Abstufungen ergeben sich aus z. B. „selbständige Organisation von…“, etwa im Gegensatz zur Formulierung „…nach Anweisung ausgeführt“.
Ich denke, damit einem Menschen, der Jahre seines Lebens hier gearbeitet hat, eher gerecht zu werden, als mit hohlem und interpretationsbedürftigem Geschwafel. Aber es stimmt leider, die meisten Zeugnisse, die ich zu sehen bekomme, entsprechen dem 08/15-Phrasenstandard.
Gruß
Wolfgang
1 „Gefällt mir“