hallo aus berlin,
Mahlzeit aus Berlin nach Berlin 
meine freundin udn ich planen fuer den herbst unser erstes
kind, geburt dann wogl sommer 2003.
Und? Schon mit üben angefangen? Manchmal dauert sowas länger als gedacht… *g*
nun hat sich die stimmung
und einstellung meiner freundin auf ihrer jetzigen stelle (sie
ist erzieherin) rapide verschlechtert und eigentlich waere es
zeit zu kuendigen. ABER was ist dann mit der schwangerschaft
(arbeitsrechtlich meine ich) optimal waere folgendes:
job kundigen
neuen job suchen (alo wenige wochen)
herbst 2002: neuen job anfangen, paralell dazu schwangerschaft
solange halb oder vollzeit arbeiten bis es nicht mehr geht
nach geburt mind ein jahr daheim und dann wiedereinstieg mit
halbtags stelle …
Soviel zur Theorie. Findet sie so schnell einen neuen Job? Wenn sie kündigt, ohne einen neuen Job zu haben, dann sollte sie nicht auf ALG hoffen. Eine Kündigung durch den Arbeitnehmer ohne wichtige Gründe zieht nämlich in der Regel zwölf Wochen Sperrfrist nach sich. IMHO sollte man erst kündigen, wenn man einen neuen Job fest hat. Aber das ist nur meine Meinung…
nun kennen wir uns aber im arbeitsrecht nicht so aus und auch
nicht im mutterschaftsrecht:
- kann meiner freundin im neuen job (probezeit sicher 6
monate) wegen der schwangerschaft gekuendigt werden bzw ist
sie normalerweise unkuendbar?
In der Probezeit kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Mit der Schwangerschaft als Begründung wird ihr kein AG kündigen, das wäre unzulässig.
Ob sie während einer Probezeit trotz der Schwangerschaft gekündigt werden kann, wäre hier die offene Frage. Ich würde mal unterstellen, das sie in dem Fall nicht gekündigt werden könnte. Aber sicher wäre ich mir da jetzt nicht.
was waeren evtl negative
auswirkungen einer kuendigung (man kann ja auch was
vorschieben als AG)
Vorschieben bräuchte ein AG in der Probezeit nix. Es reicht, wenn ihm Deine Nase nicht gefällt. Davon abgesehen sind die negativen Folgen einer Kündigung doch klar: Arbeitslos und (kein) Spaß dabei. Welche Folgen sollte das sonst haben?
- ist es naja ethisch vertrebar eine neue stelle anzutreten
mit dem wissen sehr bald schwanger zu werden
Das hängt von der persönlichen Einstellung ab. Ich persönlich finde es moralisch verwerflich. Und das ist mein voller Ernst. Man erwartet als AN doch eine gewisse Fairness vom AG, warum sollte dem AG nicht selbiges zugestanden werden? Wäre ich der AG, bei dem sich eine Frau einstellen läßt, um nach zwei Monaten zu verkünden: „Ätsch, ich bin jetzt schwanger und Du wirst mich nicht mehr los“, ich würde die Dame auf meine Merkliste im Hinterkopf setzen und sie zum nächstmöglichen Zeitpunkt entfernen, um es vorsichtig auszudrücken. Aber wie gesagt, das ist nur meine eigene Ansicht, es steht jedem frei, das nach seinem Gewissen selbst zu beurteilen.
bzw im worst case schon zu sein
Wenn Deine Freundin bereits vor der Einstellung beim neuen AG schwanger ist, dann muß sie ihm das vorher mitteilen. Irgendwo ist das glaube ich auch gesetzlich geregelt. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, das der AG sie dann noch einstellt, aber das ist ein anderes Thema.
oder ist es eigentlich jacke wie hose ob man
beim alten oder beim neuen arbeitgeber schwanger wird?
Kommt auf die Betrachtung an. Beim alten AG genießt man sofort vollen Kündigungsschutz und hätte nach der Elternzeit einen Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Beim neuen AG weiß ich das nicht so genau.
- wie steht eine arbeitslose schwangere eigentlich im
vergleich zu einer schwangeren ohne job?
Die Frage verstehe ich nicht so recht. Worauf beziehst Du das? Der wesentliche Unterschied wäre doch eben, das sie keinen Job hat. Und damit auch keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung nach der Elternzeit.
-> der einzige grund warum meine freundin in der jetzigen
stelle nicht laengst alles hingeworfen hat ist das sie angst
hat waehrend einer schwangerschaft arbeitslos zu sein, ist das
ueberhaupt so und waere es ein problem?
Ich kann dieses Problem nicht so richtig nachvollziehen. Was hat die Schwangerschaft mit der Arbeitslosigkeit zu tun? Davon abgesehen, das es eben weniger Geld gäbe und sie nicht arbeiten gehen würde (was manche Frauen in der Schwangerschaft gar nicht so übel finden), gibt es doch kaum Unterschiede. Oder verstehe ich Dich hier schlicht nicht?
Warum fangt ihr nicht einfach an zu üben und sie bleibt beim derzeitigen AG? Wenn sie dann schwanger sein sollte, hat sie bei ihrem AG sogut wie einen Freibrief, der Kündigungsschut ist doch sehr umfassend. Und nach der Elternzeit müßte sie wieder weiterbeschäftigt werden. Wobei sie doch niemand zwingen kann, wieder beim alten AG anzufangen. Sie könnte sich doch auch dann während der Elternzeit einen neuen Job suchen.
Irgendwie vermute ich mal, ich verstehe Dich nicht so richtig. Ich hoffe, ich konnte Dir trotzdem ein wenig weiterhelfen. Wenn noch Fragen sind, melde Dich einfach nochmal.
Gruß & Bye…
Der Dicke MD.