wer stellt mich denn dann ein?
Moin Winkel!
Warum gehst du nicht hin und sagst „deinen Kunden“, wenn sie
deine Leistung in anspruch nehmen wollen, wird da über
325Euro-Jobs abgerechnet.
Wären sie auch wahrscheinlich mit einverstanden, aber…
Das heißt, du wirst jeweils für die Dauer der Tätigkeit
vorübergehend als studentische Aushilfskraft eingestellt!
Von wem? Vom Kunden?
Der muss dann aber auch die Standardabgaben machen und den ganzen Papierkram erledigen.
Ich habe nicht genug Kunden, um immer auf meine 325 Euro/Monat zu kommen, daher werde ich wohl eh noch einen anderen Job machen müssen.
Und mit zwei Jobs gleichzeitig wird’s ja schon wieder schwierig wegen Steuern usw. (auch wenn ich die zurückbekommen würde, erstmal fehlt mir dann ja die Kohle).
Abgesehen davon: Wen wunderts eigentlich, daß „normale“ Firmen
nicht auf die Beine kommen, wenn sie diese Art von Konkurrenz
haben?
Was meinst Du jetzt? Ist das jetzt so eine Art Wink mit dem Zaunpfahl, dass das nicht okay ist, was ich mache?
Jeder sieht halt zu wie er am besten zurecht kommt und mit dieser Art von Konkurrenz (sofern es tatsächlich eine ist) sollte man halt rechnen, wenn man plant eine „normale“ Firma aufzuziehen.
Die Nachfrage nach günstiger Qualität ist ja offensichtlich vorhanden, sonst hätte ich ja keine Kunden.
Die freuen sich über die Ersparnis gegenüber einer grossen Agentur und es ist ihnen egal, dass ich nicht in einem grossen eigenen Büro mit Klimaanlage arbeite, sondern zuhause an meinem alten Rechner.
Letztendlich zählt ja das Ergebnis - und wenn das okay ist, dann spielt es schliesslich keine Rolle, dass es mit einfachen Mitteln erreicht wurde.
Läuft doch eh überall so.
Ein Institut bei uns an der Uni, das noch keine eigenen Seiten auf dem Uni-Server hatte, hat das von einem Studenten erledigen lassen, der dafür als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt wurde. Er macht das auch nur aus Interesse und ist kein Profi, aber er leistet gute Arbeit.
Fazit: Das Institut hat eine schöne Homepage bekommen und gleichzeitig Geld gespart und mal wieder sind alle Beteiligten glücklich!
Da dem Institut ohnehin sehr wenig finanzielle Mittel zustehen wäre es auch gar nicht möglich gewesen eine professionelle Agentur damit zu beauftragen.
Zudem hat der Student jetzt einen guten Job zur Studienfinanzierung (eben die HiWi-Stelle) und ist für Aktualisierungen der Homepage und anderen anfallenden Computer-Kram zuständig, wofür vorher halt keiner da war, der sich damit auskannte.
Ich weiss auch, dass man damit in gewisser Weise den Markt untergräbt.
Aber um es mal klar zu sagen:
Meine Kunden sind keine Existenzgründer, die die Erstellung eines Webauftritts mit in ihre Kalkulation einrechnen können.
Es sind Einzelhandelskaufleute mit einem schon länger bestehenden meist kleinen Laden, von dem sie zwar leben können, sich aber auch nicht mal eben einen Benz leisten können.
Sie wollen halt im Netz präsent sein, aber schon mit etwas besserem als mit ein paar mit Frontpage Express selbst zusammengeschusterten Seiten.
Die professionellen Anbieter hätten die Kunden eh nicht bekommen, weil sie die hohen Preise nicht zahlen wollen oder können.
Es ist also nicht wirklich so, dass ich eine Konkurrenz für die grossen Unternehmen bin.
Gruss
Lanzelot