Was mache ich nun mit meinen Kunden?

Moin Leute!

Ich habe einige Zeit als Webdesigner gearbeitet.
Nicht selbstständig, sondern bei einem kleinen Computer-/Telekommunikationsunternehmen.
Es ist ein 325-Euro-Job und eigentlich sollte ich etwas anderes im Laden machen.
Letztendlich fand mein Chef es dann aber auch interessant Webdesign anzubieten.

In der nächsten Zeit wird es das Unternehmen aber nicht mehr geben.
Die anderen Geschäftsbereiche (Service, Wartung usw.) brachten halt nicht genug Geld, daher wird der Laden geschlossen.

Jetzt kommt das Problem:
Ich habe durch diese Tätigkeit natürlich ein paar Kunden gewonnen.
Es sind allesamt Gewerbetreibende (ich habe keine privaten Homepages erstellt), die gelegentlich Aktualisierungen auf ihren Seiten wünschen.
Da sie mit meiner Arbeit zufrieden sind, wollen sie auch weiterhin mit mir zusammenarbeiten.

Was mache ich denn jetzt?

Ich bin schliesslich Student und habe daher auch nicht vor eine Selbstständigkeit einzugehen mit allen Konsequenzen (selbst versichern, Steuern, Buchführung usw.).

Ausserdem dürfte es ja wahrscheinlich schwierig werden ein Unternehemn zu finden, dass mich einstellt, nur damit ich meine Kunden weiter betreuen kann.

Hat jemand eine Idee wie man das hinkriegen kann?
Meine Kunden wissen zwar, dass ich das nur nebenbei mache und studiere, aber ich möchte sie auch nicht enttäuschen müssen.

Gruss
Lanzelot

Da sie mit meiner Arbeit zufrieden sind, wollen sie auch
weiterhin mit mir zusammenarbeiten.

Ich bin schliesslich Student und habe daher auch nicht vor
eine Selbstständigkeit einzugehen mit allen Konsequenzen
(selbst versichern, Steuern, Buchführung usw.).

Ausserdem dürfte es ja wahrscheinlich schwierig werden ein
Unternehemn zu finden, dass mich einstellt, nur damit ich
meine Kunden weiter betreuen kann.

Hallo,

es ist ja löblich, daß Du an die Kunden denkst, eine Basis für eine Tätigkeit ist diese Strategie zur Vermeidung enttäuschter Gesichter jedoch nicht. Die Frage ist: Rechnet sich die Tätigkeit? Hattest Du Einblick in Rechnungen, weißt Du also, was die Kunden für Deine Tätigkeit bezahlten? Den Zeitaufwand kennst Du. Bei Kenntnis der Abrechnungen kannst Du ausrechnen, ob sich die Tätigkeit trägt, mit anderen Worten, was dabei an Stundenlohn für Dich heraus kommt.

Wenn es eine ordentlich honorierte Tätigkeit war, Du diese Tätigkeit aber nicht auf eigene Rechnung machen möchtest, wird es sicher möglich sein, dafür ein einschlägiges Geschäft/eine Firma in der Gegend zu erwärmen, wo Du diese Kunden gegen Honorar/Stundenlohn weiter betreuen kannst.

Gruß
Wolfgang

zwei Begriffe
Hallo,

Ich habe einige Zeit als Webdesigner gearbeitet.
Nicht selbstständig, sondern bei einem kleinen
Computer-/Telekommunikationsunternehmen.
Es ist ein 325-Euro-Job und eigentlich sollte ich etwas
anderes im Laden machen.
Letztendlich fand mein Chef es dann aber auch interessant
Webdesign anzubieten.

In der nächsten Zeit wird es das Unternehmen aber nicht mehr
geben.

Beileid!

Ich habe durch diese Tätigkeit natürlich ein paar Kunden
gewonnen.
Es sind allesamt Gewerbetreibende (ich habe keine privaten
Homepages erstellt), die gelegentlich Aktualisierungen auf
ihren Seiten wünschen.
Da sie mit meiner Arbeit zufrieden sind, wollen sie auch
weiterhin mit mir zusammenarbeiten.

Was mache ich denn jetzt?

Ich bin schliesslich Student und habe daher auch nicht vor
eine Selbstständigkeit einzugehen mit allen Konsequenzen
(selbst versichern, Steuern, Buchführung usw.).

Hat jemand eine Idee wie man das hinkriegen kann?
Meine Kunden wissen zwar, dass ich das nur nebenbei mache und
studiere, aber ich möchte sie auch nicht enttäuschen müssen.

Mir fallen zu der Problematik zwei Begriffe ein:

  1. freiberufliche Tätigkeit, d.h. man muss kein Gewerbe anmelden. Dies wäre eine Chance, wenn das Schwergewicht auf kreative Tätigkeit (gegenüber Programmieren) liegt
  2. Kann nicht jeder Mensch für Leistungen Geld verlangen ohne Gewerbe etc. anmelden zu müssen. Ich hab da mal was von einer Einkommensgrenze gehört. Natürlich müssen diese Einkommen in der Steueererklärung mit angegeben werden. Falls sich hier niemand meldet, könnte man die Frage auch noch mal in Steuwern stellen.

Tschuess Marco.

Moin Wolfgang!

Rechnet sich die Tätigkeit?

Ein Geschäftsmann würde wohl definitiv sagen NEIN.
Für mich war es aber okay.

Ich konnte halt das machen, was ich in meiner Freizeit auch gern mache: Am Rechner sitzen, mit Grafikprogrammen arbeiten, meine Kreativität nutzen (in diesem Fall halt für Webseiten).

Es war zumindest um einiges angenehmer als z.B. im Baumarkt Regale einzuräumen :wink:

Hattest Du Einblick in Rechnungen, weißt Du also,
was die Kunden für Deine Tätigkeit bezahlten?

Ja.

Den Zeitaufwand kennst Du.

Ja.

Bei Kenntnis der Abrechnungen kannst Du ausrechnen,
ob sich die Tätigkeit trägt, mit anderen Worten, was dabei an
Stundenlohn für Dich heraus kommt.

Schon gemacht.

Wenn es eine ordentlich honorierte Tätigkeit war…

Tja, an dieser Stelle kommen wir zum Problem.
Wie gesagt, für mich war’s okay, aber eigentlich unterbezahlt.
Ist halt ein 325-Euro-Job.

Das Problem ist einfach, dass meine Kunden zwar schon lange einen Internet-Auftritt wollten, aber wegen der hohen Kosten der professionellen Agenturen bisher davon abgesehen haben.

Dann kamen wir mit unserem günstigen Angebot und alle Beteiligten waren glücklich.
Mein Chef konnte mich bezahlen (auch wenn er kaum Gewinn daran gemacht hat). Ich hatte meine 325 Euro im Monat, und das halt mit einem Job, der mir Spass macht. Der Kunde letztendlich freute sich eine akzeptable Webseite zu haben.

Ich denke es dürfte wahnsinnig schwer werden einem Unternehmen die Sache schmackhaft zu machen, wenn kein grossartiger Gewinn dabei herumkommt.
Da ich noch studiere (nicht IT-Branche) würde mich wohl auch kaum ein Unternehmen für andere Tätigkeiten der IT-/Telekommunikations-Branche einsetzen wollen bzw. können.

Trotzdem eine interessante Anregung, danke!
Vielleicht sollte ich es ja doch einfach mal versuchen…
Vielleicht lässt sich ja ein anderes kleines Unternehmen der Branche finden, das (ähnlich wie es bei meinem jetzigen Chef war) sein Angebot um relativ günstiges Webdesign erweitern würde, um an weitere Kunden zu kommen, die dann evtl. auch andere Dienste und Services in Anspruch nehmen würden.
Das liesse sich dann vielleicht doch schmackhaft machen :wink:

Gruss
Lanzelot

Moin Marco!

Beileid!

Danke *schnüff*

  1. freiberufliche Tätigkeit, d.h. man muss kein Gewerbe
    anmelden. Dies wäre eine Chance, wenn das Schwergewicht auf
    kreative Tätigkeit (gegenüber Programmieren) liegt

Du meinst jetzt sicher diesen Unterschied zwischen gewerblicher und künstlerischer Tätigkeit, nicht wahr?

Nun ja, darüber hatte ich schonmal nachgedacht, aber:

"das Finanzamt [erkennt] sie als Künstler nur an, wenn sie „eigenschöpferisch“ (also ohne allzu präzise Vorgaben seitens des Auftraggebers) tätig sind und wenn bei ihren Produkten „der Kunstwert den Gebrauchswert deutlich übersteigt“.
( http://www.e-lancer-nrw.de/ratgeber/2-1-3.html )

Diese Formulierung macht mir dabei echt Sorgen.

Meine Kunden haben mir nämlich bisher recht präzise Vorgaben gemacht.
Sie wussten schon in etwa, was sie wollen und wie es aussehen soll. Ich verstehe das so, dass ich dann nicht mehr „eigenschöpferisch“ tätig bin.
Ausserdem sind es Firmenhomepages (auch wenn es sich um kleine Einzelhändler handelt). Damit wäre doch wahrscheinlich mehr Gebrauchswert als Kunstwert vorhanden.

  1. Kann nicht jeder Mensch für Leistungen Geld verlangen ohne
    Gewerbe etc. anmelden zu müssen. Ich hab da mal was von einer
    Einkommensgrenze gehört. Natürlich müssen diese Einkommen in
    der Steueererklärung mit angegeben werden.

Tatsächlich? Ohne Gewerbe?
Ist mir ehrlich gesagt neu, aber ich hätte natürlich nichts dagegen :wink:

Wie sieht das denn dann aus mit Familienversicherung (bin ich noch ein Jahr drin) und Kindergeld (noch zwei Jahre)?
Denn die Mehrkosten durch eine eigene Versicherung (als Studend immerhin ca. 55 Euro/Monat) und den Wegfall des Kindergeldes (156 Euro/Monat) muss man ja auch erstmal wieder reinkriegen.

Auf jeden Fall schonmal danke für die Infos!

Gruss
Lanzelot

Nachtrag zu Punkt 1
„Web- und Screen-Designer, die kommerzielle Web-Sites oder Programme einfach nur gut (aber ohne künstlerischen Anspruch) gestalten, werden von den Finanzämtern durchweg als Gewerbetreibende behandelt.“
(gleiche Quelle)

Das hört sich ja auch nicht gerade so an als würde das mit mit der freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit klappen…

Oder sehe ich das jetzt zu extrem?

Warum gehst du nicht hin und sagst „deinen Kunden“, wenn sie deine Leistung in anspruch nehmen wollen, wird da über 325Euro-Jobs abgerechnet.

Das heißt, du wirst jeweils für die Dauer der Tätigkeit vorübergehend als studentische Aushilfskraft eingestellt!

Abgesehen davon: Wen wunderts eigentlich, daß „normale“ Firmen nicht auf die Beine kommen, wenn sie diese Art von Konkurrenz haben?

gruss
winkel

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

wer stellt mich denn dann ein?
Moin Winkel!

Warum gehst du nicht hin und sagst „deinen Kunden“, wenn sie
deine Leistung in anspruch nehmen wollen, wird da über
325Euro-Jobs abgerechnet.

Wären sie auch wahrscheinlich mit einverstanden, aber…

Das heißt, du wirst jeweils für die Dauer der Tätigkeit
vorübergehend als studentische Aushilfskraft eingestellt!

Von wem? Vom Kunden?
Der muss dann aber auch die Standardabgaben machen und den ganzen Papierkram erledigen.

Ich habe nicht genug Kunden, um immer auf meine 325 Euro/Monat zu kommen, daher werde ich wohl eh noch einen anderen Job machen müssen.
Und mit zwei Jobs gleichzeitig wird’s ja schon wieder schwierig wegen Steuern usw. (auch wenn ich die zurückbekommen würde, erstmal fehlt mir dann ja die Kohle).

Abgesehen davon: Wen wunderts eigentlich, daß „normale“ Firmen
nicht auf die Beine kommen, wenn sie diese Art von Konkurrenz
haben?

Was meinst Du jetzt? Ist das jetzt so eine Art Wink mit dem Zaunpfahl, dass das nicht okay ist, was ich mache?

Jeder sieht halt zu wie er am besten zurecht kommt und mit dieser Art von Konkurrenz (sofern es tatsächlich eine ist) sollte man halt rechnen, wenn man plant eine „normale“ Firma aufzuziehen.
Die Nachfrage nach günstiger Qualität ist ja offensichtlich vorhanden, sonst hätte ich ja keine Kunden.
Die freuen sich über die Ersparnis gegenüber einer grossen Agentur und es ist ihnen egal, dass ich nicht in einem grossen eigenen Büro mit Klimaanlage arbeite, sondern zuhause an meinem alten Rechner.
Letztendlich zählt ja das Ergebnis - und wenn das okay ist, dann spielt es schliesslich keine Rolle, dass es mit einfachen Mitteln erreicht wurde.

Läuft doch eh überall so.
Ein Institut bei uns an der Uni, das noch keine eigenen Seiten auf dem Uni-Server hatte, hat das von einem Studenten erledigen lassen, der dafür als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt wurde. Er macht das auch nur aus Interesse und ist kein Profi, aber er leistet gute Arbeit.
Fazit: Das Institut hat eine schöne Homepage bekommen und gleichzeitig Geld gespart und mal wieder sind alle Beteiligten glücklich!
Da dem Institut ohnehin sehr wenig finanzielle Mittel zustehen wäre es auch gar nicht möglich gewesen eine professionelle Agentur damit zu beauftragen.
Zudem hat der Student jetzt einen guten Job zur Studienfinanzierung (eben die HiWi-Stelle) und ist für Aktualisierungen der Homepage und anderen anfallenden Computer-Kram zuständig, wofür vorher halt keiner da war, der sich damit auskannte.

Ich weiss auch, dass man damit in gewisser Weise den Markt untergräbt.

Aber um es mal klar zu sagen:
Meine Kunden sind keine Existenzgründer, die die Erstellung eines Webauftritts mit in ihre Kalkulation einrechnen können.
Es sind Einzelhandelskaufleute mit einem schon länger bestehenden meist kleinen Laden, von dem sie zwar leben können, sich aber auch nicht mal eben einen Benz leisten können.
Sie wollen halt im Netz präsent sein, aber schon mit etwas besserem als mit ein paar mit Frontpage Express selbst zusammengeschusterten Seiten.

Die professionellen Anbieter hätten die Kunden eh nicht bekommen, weil sie die hohen Preise nicht zahlen wollen oder können.
Es ist also nicht wirklich so, dass ich eine Konkurrenz für die grossen Unternehmen bin.

Gruss
Lanzelot

Hier ist nix freiberuflich, sondern in diesem Fall alles gewerblich. Der Vorteil fuer Freiberufler besteht nur darin, dass keine Gewerbesteuer anfaellt.
Lest doch bitte mal www.e-lancer-nrw.de , bevor hier ohne Fachkenntnis herumspekuliert wird!
Ia

Mir fallen zu der Problematik zwei Begriffe ein:

  1. freiberufliche Tätigkeit, d.h. man muss kein Gewerbe
    anmelden. Dies wäre eine Chance, wenn das Schwergewicht auf
    kreative Tätigkeit (gegenüber Programmieren) liegt
  2. Kann nicht jeder Mensch für Leistungen Geld verlangen ohne
    Gewerbe etc. anmelden zu müssen. Ich hab da mal was von einer
    Einkommensgrenze gehört. Natürlich müssen diese Einkommen in
    der Steueererklärung mit angegeben werden. Falls sich hier
    niemand meldet, könnte man die Frage auch noch mal in Steuwern
    stellen.

Tschuess Marco.

Sag mal, bist Du immer so kompliziert?
Wechsle mal zum E-Lancer www.e-lancer-nrw.de ‚rueber und mach‘ Dich schlau, wie Gewerbe bzw. Unternehmer sein ablaeuft, bevor Du hier weiter herumjammerst.
Wenn Du das gelesen hast, marschierst Du zum Gewerbeamt und meldest ein Gewerbe an, kostet 15 Euro etwa.
Und dann kannst Du loslegen. Beim Finanzamt kannst Du Dich von der Umsatzsteuee befreien lassen,dann darfst Du auf Deinen Rechnungen auch keine MwSt ausweisen. Ausserdem passt Du auf, dass Deine Gesamteinnahmen im Jahr nach Abzug von Betriebsausgaben und Werbungskosten rund 7000 Euro nicht ueberschreiten, dann brauchst Du auch keine Einkommenssteuer zu zahlen und Kindergeld geht auch nicht verloren.
Wenn Du den E-Lancer gelesen hast und noch Fragen offen sind, kannst Du ja mal gezielt fragen.
Ina

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Der Vorteil fuer Freiberufler besteht nur darin,
dass keine Gewerbesteuer anfaellt.

Hallo Ina,

nur der Vollständigkeit halber, sei erwähnt, daß die Vorteile für Freiberufler weit über die Gewerbesteuerfreiheit hinaus gehen. Zunächst braucht man keine Gewerbeanmeldung, weil man kein Gewerbe betreibt. Der Freiberufler ist weder in einer Handwerks- noch einer Handelskammer Mitglied, eine Pflichtmitgliedschaft in einem Berufsverband kann es aber geben. Freiberufler werden unabhängig von Umsatz und Umfang der Tätigkeit niemals bilanzpflichtig. Er kann seiner Tätigkeit auch in reinem Wohngebiet nachgehen. Einwände kann allenfalls ein Vermieter haben, wenn Belästigungen durch starken Publikumsverkehr zu erwarten sind. Freiberufliche Nutzung von Wohnraum, selbst wenn es mitten im Naturschutzgebiet stattfindet, ist keine Umnutzung und bedarf keiner behördlichen Genehmigung, kann ergo auch nicht abgelehnt werden. Und schließlich kann das Finanzamt bei Unregelmäßigkeiten zwar unangenehm werden, dem Freiberufler aber niemals seine Tätigkeit untersagen.

Kurz: Eine Tätigkeit als Freiberufler hat eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber gewerblicher Tätigkeit. Nachteile gibt es m. W. keine. Es kann aber im Einzelfall schwer sein, eine Tätigkeit als freiberuflich gegenüber dem FA durchzusetzen.

Gruß
Wolfgang

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Aha… mmh…
Moin Ina!

Sag mal, bist Du immer so kompliziert?

Nein, ich möchte nur keine „bösen Überraschungen“ erleben!

Ich habe von verschiedenen Leuten (hier bei w-w-w und auch von anderen) schon die unterschiedlichsten Meinungen und Ratschläge zum Thema Selbständigkeit und Gewerbe gehört, von „Hol Dir doch einfach den Gewerbeschein!“ bis hin zu „Lass das bloss sein, Du wirst es nicht schaffen die laufenden Kosten aufzufangen!“.

Ist es da ein Wunder, dass ich total unsicher bin und nach einer anderen Alternative suche?

Den sog. „Freien Beruf“ habe ich schon ausgeschlossen, weil ich dazu nicht „eigenschöpferisch“ genug arbeiten würde (da ist die Definition ja sehr eindeutig).
Die Selbständigkeit habe ich als letzte Möglichkeit angesehen, weil ich eben schon recht häufig vor den enstehenden laufenden Kosten (Versicherungen usw.) gewarnt wurde (deswegen habe ich mich damit auch noch nicht so intensiv beschäftigt).

Meine grössten Probleme an der ganzen Geschichte sind halt:

  1. Ich habe keinerlei Kapital bzw. Rücklagen.
  2. Ich komme finanziell gesehen gerade so zurecht, d.h. ich kann es mir nicht leisten, erstmal weniger Geld zu haben als jetzt (z.B. bis ich weitere Kunden habe).

Also ist es doch nur logisch, dass ich erstmal nach anderen Möglichkeiten suche - auch wenn das vielleicht erstmal als komplizierter Gedankengang erscheinen mag, oder?

Wenn Du das gelesen hast, marschierst Du zum Gewerbeamt und
meldest ein Gewerbe an, kostet 15 Euro etwa.

Klar, das ist der einfachste Teil der ganzen Geschichte…

dann brauchst Du auch keine Einkommenssteuer
zu zahlen und Kindergeld geht auch nicht verloren.

Okay, dass das Kindergeld dann noch erhalten bleibt wusste ich noch nicht.
Danke für den Hinweis!

Gruss
Lanzelot

Hallo?
Hallo Ina,
lies doch bitte erstmal die Netiquette, bevor Du als Newbie hier so lospolterst.
Gruss Sebastian

Hier ist nix freiberuflich, sondern in diesem Fall alles
gewerblich. Der Vorteil fuer Freiberufler besteht nur darin,
dass keine Gewerbesteuer anfaellt.
Lest doch bitte mal www.e-lancer-nrw.de , bevor hier ohne
Fachkenntnis herumspekuliert wird!
Ia

Hallo Sebastian,

Die Wahrheit ist manchmal nicht nett.

gruss
winkel

hi lanze,

ein kumpel von mir macht das gleiche, wie du in der firma gemacht hast. nur ist er kein student oder ähnliches, sondern arbeitet in 3-schicht. er hat ein nebengewerbe angemeltet und fährt damit recht gut. da seine umsätze eher gering ausfallen, muss er nur ein mal im jahr eine umsatzsteuererklärung abgeben. das hängt alles vom umfang der tätigkeit/gewerbe ab.

helfen kann dir sicherlich die stadt und deren abteilungen. oder du kennst in deinen dunstkreis ein steuerberater, steuerfachgehilfen etc.

mfg

kossi

Mal eine ganz andere Idee
Hi!

Es gäbe doch noch die Möglichkeit, dass Dich die Unternehmen direkt als Aushilfe einstellen - also als geringfügige, bzw. kurzfristige Kraft.

Damit umgehst Du sowohl die Selbständigkeit, las auch - wenn es im Rahmen bleibt - die Versicherungspflicht.

Liebe Grüße
Guido

Moin Guido!

Es gäbe doch noch die Möglichkeit, dass Dich die Unternehmen
direkt als Aushilfe einstellen - also als geringfügige, bzw.
kurzfristige Kraft.

An sich eine gute Idee, ja.
Allerdings gibt es dabei ein gewisses Problem.

Es sind nicht genug Kunden, dass ich ständig etwas zu tun hätte.
Ich brauche also auf jeden Fall noch einen „normalen“ 325 Euro-Job (Baumarkt, Supermarkt o.ä.) um über die Runden zu kommen.

Ich kann ja schlecht kurzfristig kündigen, 1 Woche was anderes machen und mich dann wieder einstellen lassen.
Und mit zwei geringfügigen Beschäftigungen gleichzeitig haben mehrere Bekannte von mir schlechte Erfahrungen gemacht (wegen Steuern usw.), ist ja in gewisser Weise 'ne Gratwanderung.

Gruss
Lanzelot

Moin Kossi!

Genau darüber denke ich gerade nach und versuche durch die Bestimmungen durchzublicken :wink:
(Ich hatte im Brett „Steuern“ eine ergänzende Frage zum gleichen Thema gestellt, und da wurde mir auch dazu geraten).

Tja, durch Deine Antwort weiss ich jetzt immerhin schonmal, dass sowas auch in der Praxis möglich ist.
Denn Papier ist ja schliesslich geduldig… :wink:

Gruss
Lanzelot

Hi!

Es sind nicht genug Kunden, dass ich ständig etwas zu tun
hätte.

Das Problem hättest Du bei einer Selbständigkeit aber doch auch, oder?

Ich kann ja schlecht kurzfristig kündigen, 1 Woche was anderes
machen und mich dann wieder einstellen lassen.

Da gibt es die ache mit kurzfristigen Beschäftigungen! Ein Arbeitnehmer ist durchaus in der Lage, Dich bei Bedarf mehrfach für zwei Tage einzustellen (allerdings nicht mehr als 50 Tage im Jahr). Und dass Du bei zwei Arbeitgebern gleichzeitig (im wahrsten Sinne des Wortes) arbeitest, ist ja faktisch nicht möglich. Es ist halt nur en gewisser Aufwand für die Kunden…

Und mit zwei geringfügigen Beschäftigungen gleichzeitig haben
mehrere Bekannte von mir schlechte Erfahrungen gemacht (wegen
Steuern usw.), ist ja in gewisser Weise 'ne Gratwanderung.

Naja gut - wenn Du gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt bist, brauchts Du mehrere Lohnsteuerkarten. Und alles, was mehr als die erste ist, wird halt zunächst nach Steuerklasse sechs versteuert. Zum einen kannst Du Dir das über den Steuerausgleich zurückholen, zum anderen besteht die Möglichkeit der Eintragung von Frei- (bei den sechser-Steuerkarten) und Hinzurechnungsbeträgen (bei der ersten Steuerkarte), so dass erst gar keine Steuern (im Idealfall) anfallen.

Das Problem ist halt, dass Du die 325 € gesamt nicht übersteigen darfst!

Grüße
Guido

Moin Guido!

Das Problem hättest Du bei einer Selbständigkeit aber doch
auch, oder?

Natürlich.
Aber ich darf selbständige Arbeit ausüben, solange sie nicht regelmässig über 20 Stunden pro Woche beträgt.

Der Vorteil wäre hier, dass meine Kunden keinerlei Papierkram (ausser meienr Rechnung) zu erldigen haben und ich schonmal eine Selbständigkeit habe, die sich vielleicht auf längere Sicht ausbauen lässt.

Das Problem ist halt, dass Du die 325 € gesamt nicht
übersteigen darfst!

Eben.
Bei der Selbständigkeit sieht das aber anders aus, wenn ich wirklich nur so wenig arbeite.
(da bin ich mir allerdings noch nicht 100%ig sicher, aber wühl mich gerade durch die Bestimmungen durch).

Gruss
Lanzelot