Besser die Freizeit im Labor verbringen
HiHo,
willst du in der Wissenschaft bleiben? Dann solltest Du den obigen (etwas überspitzten) Rat befolgen.
Gibt es eigentlich allgemeingeltige Aussagen fuer den
Lebenslauf eines werdenden Forschers in den
Naturwissenschaften?
Vielleicht nicht allgemeingültig aber dennoch nicht von der Hand zu weisen:
Im Diplom-Studium:
Nicht trödeln; achte darauf, dass du mehr als nur die Uni deiner Geburtsstadt von innen siehst. Das (Haupt-)Studium solltest du an einer Uni mit gutem Ruf (in der Forschung!) abschliessen und nicht in der wissenschaftlichen Provinz, auch wenn letzteres bequemer sein mag.
Im Promotionsstudium:
Auch bei der Promotion gilt: Achte darauf, in welchem Laden du landest. Und dann gilt: Publizieren, publizieren, publizieren (auch bereits während der Promotion). Zum Post-Doc unbedingt wieder (ins Ausland) wechseln.
Lieber kurz und knackig das Studium durchziehen?
Jein, auf das Tempo kommt es nicht so an. Wichtiger ist für Dich, was Du nach dem Studium kannst. Das ist das Kapital, auf dem Du als Forscher aufbaust. Das gilt sowohl für die Softskills, als auch die für Dich als Biologe wichtige Routine im Labor.
Anders ausgedrückt: Ohne hervorragende Fachkenntnisse läuft nichts. Mit diesem Fachwissen als Kapital kannst du zudem wichtige Kontakte knüpfen.
Oder lieber
ein Jahr ins Ausland und ehrenamtliches Engagement, dafuer
aber 2 Jährchen länger studieren?
Willst Du Forscher werden? Dann bleibt Dir später kaum Zeit für das Ehrenamt. Wenn es Dir Spass macht, dann nutze die Zeit im Studium dafür. Deine Wochenenden wirst Du später (etwa ab Beginn der Diplomarbeit) im Labor verbringen. Ins Ausland solltest du sowieso spätestens als Post-Doc. Wenn du bereits im Studium ins Auslands willst, es spricht nichts dagegen. Als Post-Doc hast Du nämlich nicht die Zeit Land und Leute kennen zu lernen, die du noch als Student hast.
Nebenbei: Wie wäre es mit einer Promotion in den USA?
Oder folgt auch dies wie
immer der Regel: Jeder Personaler und jede Firma hat ihre
eigenen Vorstellungen
Entschuldige bitte die Provokation: Hier verstehe ich Deine Frage nicht. Willst Du einen drögen Angestelltenjob oder willst Du Forscher werden? Willst Du nur einen tagsüber beheizten Sitzplatz oder willst Du Wissenschaftler werden?
Willst Du Forscher werden, dann muss Deine Frage lauten: „Wie schaffe ich es, zu den Besten meines Fachgebietes zu gehören?“ und nicht „Wie gefalle ich dem Personalchef?“.
Und dann noch etwas: Baue Dir ein Netz zu Fachkollegen auf. Erfolgreiches Forschen hat heute sehr viel mit Networking zu tun. Eigenbrötler im Labor bringen es nicht weit. Nicht in den Unis und erst recht nicht in der Industrieforschung.
Ich hoffe, meine Einwürfe bringen Dich weiter
Ross