Fragen zum Headhunter

Hallo Ihr Wissenden,
heute wurde ich von einer „Headhunterin“ angerufen. War etwas daneben, da ich noch auf der Arbeit war.

Was ich mich im Nachhinein gefragt habe, war folgendes:

Wieso wird man direkt kontaktet (denn die angebotene Stelle passte)?
Wie kommen die an die Daten?
Was ist die Quelle dieser Daten?
Woran erkennt man, daß die seriös sind?
Ist es eigentlich rechtlich in Ordnung, die Leute auf der Arbeit anzurufen?
Prüft der Arbeitgeber eventuell so die Loyalität seiner Angestellten?

Für jede Antwort eventuell auch einen Link der weiterhilft, schon jetzt Vielen Dank.

Einen schönen Abend wünscht,
Michael

Hallo Michael,

Wieso wird man direkt kontaktet (denn die angebotene Stelle
passte)?

Was sollte auch sonst der Anruf? Die wollen schließlich Geld verdienen und nicht mit netten Menschen telefonieren:smile:

Wie kommen die an die Daten?

Branchenkenntnis (z.B. es wird für einen Automobilzulieferer ein Einkäufer gesucht: da ruft man einfach mal in der Zentrale der Konkurrenz an und lässt sich ein paar Namen unauffällig nennen)
Veröffentlichungen: Z.B. Seminare
Empfehlungen: Ich kenn da auch noch einen, der
Alumnikataloge
Messekontakte
Internet

Was ist die Quelle dieser Daten?

s.o.

Woran erkennt man, daß die seriös sind?

Was heißt seriös? Entweder sie haben eine interessante Stelle oder nicht, wer sich dann dazwischenklemmt ist doch egal, zahlen tut doch eh der Auftraggeber…

Ist es eigentlich rechtlich in Ordnung, die Leute auf der
Arbeit anzurufen?

Nein, da Ressourcen des Arbeitgebers genutzt werden, um diesen zu schädigen. Kann IMHO abgemahnt werden, ist aber mit grummeln geduldet, da es sleten beweisbar ist… Bei einem meiner Mitarbeiter (so offen ist unser Betriebsklima:smile:) hat letzthin auch einer angerufen und „unauffällig“ gefragt, ob er denn nicht jemanden mit seinem Profil kennen würde… Was willst Du dagegen machen?

Prüft der Arbeitgeber eventuell so die Loyalität seiner
Angestellten?

Wenn Du das meinst, dann würde ich mir einen anderen AG suchen! Und zwar schleunigst… (Im Ernst, ich glaube schon, dass Dein AG anderes zu tun hat, als solche teuren Mätzchen. Das Geld würde ich lieber in motivierende Dinge investieren…)

Wie schon der bei Ingenieuren beliebte Heiko Mell (Karriereberatung in den VDI nachrichten, sehr empfehlenswert) sagte: Vorsicht, ein unaufgefordertes Angebot ist immer erstmal für den gut, der es stellt. In den wenigsten Fällen ist auch für den gut, der es erhält. Kühlen Kopf bewahren!

Grüße
Jürgen

Hallo, Michael,

Woran erkennt man, daß die seriös sind?

Ein seriöser Headhunter/Personalberater wird derjenige sein, der Dich im Vorab fragt, ob Du ihm paar Minuten Deiner Zeit schenken möchtest, ob Du frei sprechen kannst. Er soll auch - wenn Du Interesse hast - Dir seine Telefonnummer (zumindest Handy) und seinen Namen nennen. Auch die Firma. Solltest Du kein Interesse haben, muß dies akzeptiert werden. Falls Du Dir gern anhören würdest, was sie azubieten haben, ist es immer besser, seine eigene Handy-Nummer zu verraten und ein Gespräch in Deinem privaten Umfeld zu vereinbaren. Die Headhunter arbeiten ja länger abends:smile:

Ist es eigentlich rechtlich in Ordnung, die Leute auf der
Arbeit anzurufen?

Ja, nach dem langen hin und her hat Bundesgericht beschlossen, daß diese Anrufe erlaubt sind, da sie zum Berufsbild des Personalberaters/Headhunters gehören. Sie sollen nur dazu dienen, Interesse abzuchecken und ggf. weiterführende Gespräche zu vereinbaren. Längere telefonische Interviews sollten am Arbeitsplatz vermieden werden.

Prüft der Arbeitgeber eventuell so die Loyalität seiner
Angestellten?

Das soll auch vorkommen, habe ich aber nur selten davon gehört. Ein Beweis, daß die Arbeitnehmer sich auf solche Gespräche einlassen sollten einen AG eher zum Nachdenken bringen als daß der Mitarbeiter zur Verantwortung gezogen wird. Loyalitätsmanagement hat auch 2 Seiten, so wäre es viel wichtiger zu prüfen, warum die MA unzufrieden sind und vielleicht auch was dagegen unternehmen. Ich vermute, heutzutage ist sowohl das Prüfen als auch aktives Loyalitätsmanagement nicht so sehr verbreitet…

Für jede Antwort eventuell auch einen Link der weiterhilft,
schon jetzt Vielen Dank.

Auf vielen Seiten von Personal- und Unternehmesberatungen kannst Du nachschauen, wie die Prozesse dort gestaltet sind. Außerdem gibt es auch Links von der „anderen Seite“, wie zum Beispiel:
http://www.anti-headhunting.com/

In sich sind Anrufe von PB’s oft eine nette Sache. Ohne viel Aufwand kann man eigenen Marktwert testen. Außerdem ist es erfahrungsgemäß so, daß die angebotene Stelle wirklich interessant ist, meistens auch besser dotiert - sonst bräuchten sie ja nun wirklich nicht anzurufen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, daß sich ein Gespräch auf jeden Fall lohnt. Verpflichtet ist man letztendlich zu gar nichts.

Schöne Grüße

Marta

Hallo Marta,

Ist es eigentlich rechtlich in Ordnung, die Leute auf der
Arbeit anzurufen?

Ja, nach dem langen hin und her hat Bundesgericht beschlossen,
daß diese Anrufe erlaubt sind, da sie zum Berufsbild des
Personalberaters/Headhunters gehören. Sie sollen nur dazu
dienen, Interesse abzuchecken und ggf. weiterführende
Gespräche zu vereinbaren. Längere telefonische Interviews
sollten am Arbeitsplatz vermieden werden.

Also nach meinen letzten Rechtsständen ist weiterhin umstritten, in wieweit die Nutzung der Ressourcen des momentanen Arbeitgebers sittenwidrig ist. Es gibt 2000 ein Urteil des BGH, dass es unter best. Bed. sittenwidrig ist und 2001 eins vom OLG Karlsruhe, dass es unter best. Bed. nicht sittenwidrig ist. Das heisst für mich, dass wir momentan noch in der Einzelfallentscheidung sind, die natürlich für den Personalberater rechtl. Konsequenzen haben kann (aber nicht muss).

Alles in allem schilderst Du mir das Headhunting als so positiv, dass mir fast der Verdacht kommt, Du arbeitest bei einer Personalagentur:smile:

Grüße
Jürgen

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manchmal wird auch nur jemand fuer ein himmelfahrtskommando gesucht. naemlich ein schuldiger fuer ein total vergurktes projekt. und damit verlierst du prestige in der it-branche.
habe auch diese erfahrung schon gemacht.
das solltest du in jedem fall bedenken.

aber sonsonsten: feine sache.

gruss - digi

Hallo Michael,

vielen Dank auch an die anderen Poster vorab.

Wie kommen die an die Daten?

Branchenkenntnis (z.B. es wird für einen Automobilzulieferer
ein Einkäufer gesucht: da ruft man einfach mal in der Zentrale
der Konkurrenz an und lässt sich ein paar Namen unauffällig
nennen)

Bei mir war es die Empfehlung eines unserer Lieferanten.

Prüft der Arbeitgeber eventuell so die Loyalität seiner
Angestellten?

Wenn Du das meinst, dann würde ich mir einen anderen AG
suchen! Und zwar schleunigst… (Im Ernst, ich glaube schon,
dass Dein AG anderes zu tun hat, als solche teuren Mätzchen.
Das Geld würde ich lieber in motivierende Dinge
investieren…)

Momentan könnte ich mir bei meinem AG alles vorstellen, denn was zur Zeit im Personalbereich gedreht wird, ist sagenhaft. Auf der eine Seite wird das Personal gefeuert, und dann durch gute Beziehungen Leute eingestellt, die der jetzige Personalchef noch von vorher kennt.

Kühlen Kopf bewahren!

Klar habe ich. Die angebotene Stelle passte nicht so ganz, aber die Entwicklung könnte das Passende eventuell noch bringen. Ich bleib dran!

Einen schönen Gruß,
Michael