Wie bewirbt man sich? (verschoben aus Finzpolitik)

Da ja viele hier keine Ahnung haben, wie man sich vernünftig bewirbt (obwohl sie behaupten, sich selbst schon mal beworben zu haben).

  1. Unterlagen zusammenstellen und kopieren (am besten gleich 100mal, dann reicht es erst einmal eine Weile).

  2. Anzug kaufen. Je nach Job, den man vorher hatte, hat man keinen vernünftigen (oder nur einen alten). Oder man hatte nur einen. Das reicht nicht aus.

  3. Bewerbungsmappen kaufen.

  4. Fotos machen. Aber nicht nur bei einem Fotografen, weil die Qualitäten unterschiedlich sind. Drei sollten es schon sein und dann natürlich das beste Foto aussuchen.

  5. Lebenslauf erstellen. Aber wenn man nicht gerade einen stromlinienförmigen hat, können das schon mehrere Versionen sein. So habe ich z.B. in Ökonomie promoviert und mich als Programmierer ausbilden lassen. Natürlich muss der Lebenslauf lückenlos sein, aber je nach Stelle, schreibe ich mal mehr zum einen (Was habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter gemacht?) oder mehr zum anderen (Welche Programmiersprachen?). Bei einer NGO schreib ich mehr zu meiner ehrenamtlichen Tätigkeit etc. Es gibt kaum zwei Stellen, wo ich exakt den gleichen Lebenslauf abgebe. Damit ich später nicht so viel Arbeit habe, kann ich die grundsätzlich verschiedenen Versionen schon vorbereiten.

  6. Bewerbungsanschreiben erstellen. Auch hier habe ich vier verschiedene Versionen. Natürlich wird sie dann noch mal verändert, wenn es ein aktuelles Anschreiben ist. Sicherlich kann man Bausteine übernehmen, aber es darf nicht auffallen, dass es Bausteine sind. Natürlich wissen Personaler, dass man sich auf verschiedene Stellen bewirbt. Aber wenn der VW-Personaler den Eindruck hat, dass man sich mit diesem Anschreiben genausogut bei BMW hätte bewerben können (Extremfall: bei Bertelsmann, noch extremer: an der Uni), dann ist die Bewerbung nur Durchschnitt. Und Durchschnitt reicht nicht.

  7. Das gleiche für Kurzbewerbungen und dem kurzgefassten Lebenslauf.

  8. Mit (Kurz-)Bewerbungen und (Kurz-)Lebenslauf zu einem Experten gehen (Bewerbungscenter). Ich habe viele Bewerbungen und Lebensläufe von Akademikern gesehen, die glaubten alles richtig gemacht zu haben (und die auch natürlich entsprechende Literatur gelesen hatten) und die einfach Schrott waren.

  9. Aufgrund der Tipps die Unterlagen überarbeiten. Eventuell ein zweites Mal (zur Bestätigung) hingehen.

  10. Zeitungen kaufen und studieren.

  11. Informationen zu den entsprechenden Firmen heraussuchen und in das Bewerbungsanschreiben einarbeiten.

  12. Wenn in der Anzeige eine Telefonnummer steht (sehr häufig!), ruft man vorher an. Das kann man natürlich nur während der Arbeitszeit. Vorher sollte man sich zwei, drei intelligente Fragen überlegt haben (denn die Aussage: „In der Anzeige stand ihre Telefonnummer. Da wollte ich mal anrufen.“ ist sicherlich nicht ausreichend). Die Antworten übernimmt man dann ins Bewerbungsanschreiben.

  13. Das ist aber eigentlich überflüssig. Eigentlich funktionieren heute nur noch Initiativbewerbungen. Also:

  14. Firma heraussuchen. Informationen zur Firma sammeln (und nicht nur Umsatz etc.) sondern z.B. möglichst herausfinden, wie der Chef der Abteilung heisst, wo man hin will. Hier natürlich vor allem zwei, drei (nicht mehr) beeindruckende Fragen stellen. Möglichst die Antwort auf Fragen, die kommen können, vorher parat haben. Auch dies kann man logischerweise nur während der Arbeitszeit machen. Pro Firma muss man schon ca. fünf Mal anrufen, denn man kann ja nicht davon ausgehen, dass der richtige Ansprechpartner da ist und Zeit hat.

  15. Vor Vorstellungsgesprächen: Welche Fragen können kommen? Welche Antworten sind richtig? Habe ich alles passend zusammen?

  16. Am Vormittag (wenn noch Zeit): sich auf das Gespräch in Ruhe vorbereiten. Auch natürlich: welche Fragen kann man selbst stellen?

  17. Losfahren. Für die Wegstrecke die doppelte Zeit einplanen, denn es kann immer zu einem Stau oder ähnliches kommen.

  18. Noch einmal spaziergehen, sich beruhigen. Denn nervös ist wohl jeder vor einem solchen Gespräch.

  19. Nach dem Gespräch: Protokoll führen. Denn manchmal gibt es ein zweites Gespräch oder man kommt auf ungestellte Fragen. Da kann man sich dann noch mal telefonisch erkunden.

So, das so grundsätzlich. Nun der Zeitaufwand:

Vorstellungsgespräch (mit Fahrt) 8 Stunden
20 Telefonanrufen (ohne Gesprächspartner erreichen, aber natürlich mit Vorbereitung je 10 Minuten) 3 Stunde
5 erfolgreichen Telefonanrufen (mit Protokoll) 1 Stunde
5 Bewerbungsanschreiben samt Lebenslauf 2,5 Stunden
Post (hinbringen, öffnen und sauber in Tabelle eintragen, Ordner) 1 Stunde
Informationen über die 20 Firmen herausfinden 10 Stunden
Informationen über die 5 Firmen herausfinden (pro Firma intensiver) 2,5 Stunden
Vorstellungsspräch vor- und nachbereiten 6 Stunden

Summe: 34 Stunden. Und vor allem die entscheidende Zeit der Telefonanrufe geht nur während der Arbeitszeit.

Natürlich kann man auch weniger Zeit für eine Bewerbung aufwenden. Aber dann kann man es auch gleich lassen.

Hallo Ralf,

Da ja viele hier keine Ahnung haben, wie man sich vernünftig
bewirbt (obwohl sie behaupten, sich selbst schon mal beworben
zu haben).

da ich das durchaus auch auf mich beziehe eine kurze Erwiderung meinerseits

  1. Unterlagen zusammenstellen und kopieren (am besten gleich
    100mal, dann reicht es erst einmal eine Weile).

Wenn Du zuviel Geld hast, dann mach mal 1000 Kopien. Da freut sich dann zumindest Dein Copyshop über den Umsatz.
1x 30 Min.

  1. Anzug kaufen. Je nach Job, den man vorher hatte, hat man
    keinen vernünftigen (oder nur einen alten). Oder man hatte nur
    einen. Das reicht nicht aus.

Sollte man als Mann von Welt eigentlich besitzen… Und was machen die Mädels?
0x 0 Min.

  1. Bewerbungsmappen kaufen.

1x30 Min.

  1. Fotos machen. Aber nicht nur bei einem Fotografen, weil die
    Qualitäten unterschiedlich sind. Drei sollten es schon sein
    und dann natürlich das beste Foto aussuchen.

Quatsch, geh zu einem Digitalfotografen und probier solange bis es paßt. Bei mir 1x 30 Min.

  1. Lebenslauf erstellen. Aber wenn man nicht gerade einen
    stromlinienförmigen hat, können das schon mehrere Versionen
    sein. So habe ich z.B. in Ökonomie promoviert und mich als
    Programmierer ausbilden lassen. Natürlich muss der Lebenslauf
    lückenlos sein, aber je nach Stelle, schreibe ich mal mehr zum
    einen (Was habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter
    gemacht?) oder mehr zum anderen (Welche Programmiersprachen?).
    Bei einer NGO schreib ich mehr zu meiner ehrenamtlichen
    Tätigkeit etc. Es gibt kaum zwei Stellen, wo ich exakt den
    gleichen Lebenslauf abgebe. Damit ich später nicht so viel
    Arbeit habe, kann ich die grundsätzlich verschiedenen
    Versionen schon vorbereiten.

Nur mal nicht übertreiben. Ich zumindest bewerbe mich eben nicht gleichzeitig bei einer NGO, der öffentliche Verwaltung, dem Großkonzern und dem start-up. Also wenn Du das so zielstrebig betreibst, dann wundert mich Deine Meinung über den Bewerbungsaufwand nicht…
1x 1h

  1. Bewerbungsanschreiben erstellen. Auch hier habe ich vier
    verschiedene Versionen. Natürlich wird sie dann noch mal
    verändert, wenn es ein aktuelles Anschreiben ist. Sicherlich
    kann man Bausteine übernehmen, aber es darf nicht auffallen,
    dass es Bausteine sind. Natürlich wissen Personaler, dass man
    sich auf verschiedene Stellen bewirbt. Aber wenn der
    VW-Personaler den Eindruck hat, dass man sich mit diesem
    Anschreiben genausogut bei BMW hätte bewerben können
    (Extremfall: bei Bertelsmann, noch extremer: an der Uni), dann
    ist die Bewerbung nur Durchschnitt. Und Durchschnitt reicht
    nicht.

ACK, damit sollte man sich sicher Mühe geben. Wobei ich nicht glaube (und die Erfahrung bei mir und in meinem Bekanntenkreis bestätigt mich), daß Firmenunterschiede groß wichtig sind. Wichtig ist das Passen auf die konkrete Stelle!
nx 2h

  1. Das gleiche für Kurzbewerbungen und dem kurzgefassten
    Lebenslauf.

ACK

  1. Mit (Kurz-)Bewerbungen und (Kurz-)Lebenslauf zu einem
    Experten gehen (Bewerbungscenter). Ich habe viele Bewerbungen
    und Lebensläufe von Akademikern gesehen, die glaubten alles
    richtig gemacht zu haben (und die auch natürlich entsprechende
    Literatur gelesen hatten) und die einfach Schrott waren.

Also meiner Meinung nach genügt gesunder Menschenverstand und die Frage: Was will mein gegenüber? Ich stimme Dir aber zu, dass überraschend wenig Leute dazu fähig sind…
Normalerweise 0x 0 Min.

  1. Aufgrund der Tipps die Unterlagen überarbeiten. Eventuell
    ein zweites Mal (zur Bestätigung) hingehen.

Übertreibs mal nicht… 0x 0 Min.

  1. Zeitungen kaufen und studieren.

ACK 1 h pro Woche

  1. Informationen zu den entsprechenden Firmen heraussuchen
    und in das Bewerbungsanschreiben einarbeiten.

nx 1h

  1. Wenn in der Anzeige eine Telefonnummer steht (sehr
    häufig!), ruft man vorher an. Das kann man natürlich nur
    während der Arbeitszeit. Vorher sollte man sich zwei, drei
    intelligente Fragen überlegt haben (denn die Aussage: „In der
    Anzeige stand ihre Telefonnummer. Da wollte ich mal anrufen.“
    ist sicherlich nicht ausreichend). Die Antworten übernimmt man
    dann ins Bewerbungsanschreiben.

Never, wenns nicht unbedingt notwendig ist! 0x 0Min.

  1. Das ist aber eigentlich überflüssig. Eigentlich
    funktionieren heute nur noch Initiativbewerbungen. Also:

Quatsch, wenn Du was vernünftiges studiert/gelernt hast, gibts noch genug Anzeigen:smile:

  1. Firma heraussuchen. Informationen zur Firma sammeln (und
    nicht nur Umsatz etc.) sondern z.B. möglichst herausfinden,
    wie der Chef der Abteilung heisst, wo man hin will. Hier
    natürlich vor allem zwei, drei (nicht mehr) beeindruckende
    Fragen stellen. Möglichst die Antwort auf Fragen, die kommen
    können, vorher parat haben. Auch dies kann man logischerweise
    nur während der Arbeitszeit machen. Pro Firma muss man schon
    ca. fünf Mal anrufen, denn man kann ja nicht davon ausgehen,
    dass der richtige Ansprechpartner da ist und Zeit hat.

IMHO sehr gefährlich, wenn bei mir einer so anrufen würde…:smile:

  1. Vor Vorstellungsgesprächen: Welche Fragen können kommen?
    Welche Antworten sind richtig? Habe ich alles passend
    zusammen?

1x 1h, da meist Standard…

  1. Am Vormittag (wenn noch Zeit): sich auf das Gespräch in
    Ruhe vorbereiten. Auch natürlich: welche Fragen kann man
    selbst stellen?

Mein Gott, und Mutti frägt Dich noch, ob Du Dein Taschentuch dabei hast? 0x 0 Min. da bereits in 15 erledigt

  1. Losfahren. Für die Wegstrecke die doppelte Zeit einplanen,
    denn es kann immer zu einem Stau oder ähnliches kommen.

Bei 3h Anfahrt? Du machst Witze…

  1. Noch einmal spaziergehen, sich beruhigen. Denn nervös ist
    wohl jeder vor einem solchen Gespräch.

Ja und? 30 Min vorher eintreffen reicht locker… Und ein bisschen Druck kann auch belebend sein!

  1. Nach dem Gespräch: Protokoll führen. Denn manchmal gibt es
    ein zweites Gespräch oder man kommt auf ungestellte Fragen. Da
    kann man sich dann noch mal telefonisch erkunden.

Ich kenne eigentlich nur 2. Gespräche, aber Protokolle habe ich noch nie gebraucht… 0 x 0 Min.

So, das so grundsätzlich. Nun der Zeitaufwand:

Vorstellungsgespräch (mit Fahrt) 8 Stunden
20 Telefonanrufen (ohne Gesprächspartner erreichen, aber
natürlich mit Vorbereitung je 10 Minuten) 3 Stunde
5 erfolgreichen Telefonanrufen (mit Protokoll) 1 Stunde
5 Bewerbungsanschreiben samt Lebenslauf 2,5 Stunden
Post (hinbringen, öffnen und sauber in Tabelle eintragen,
Ordner) 1 Stunde
Informationen über die 20 Firmen herausfinden 10 Stunden
Informationen über die 5 Firmen herausfinden (pro Firma
intensiver) 2,5 Stunden
Vorstellungsspräch vor- und nachbereiten 6 Stunden

Natürlich kann man auch weniger Zeit für eine Bewerbung
aufwenden. Aber dann kann man es auch gleich lassen.

Mein Thesen dagegen:
Massenbewerbungen nach dem Gießkannenprinzip (20 am Stück) bringen nichts, denn kein Mensch kann plausibel machen, warum er auf 20 unterschiedliche Stellen paßt.
Man sollte etwas zum verkaufen besitzen vor dem Handel. Wenn ich natürlich nichts bieten kann, brauche ich mich über Mißerfolge nicht wundern.
Zielstrebige Bewerbungen kosten Zeit, sind aber kein Fulltime-Job
Telefonieren nervt häufig mehr, als dass es etwas bringt.

Ich bin mit dieser Strategie bisher sehr gut gefahren…

Grüße
Jürgen

Hallo Ralf,

das ist wirklich nur noch mit viel Humor zu ertragen. Wer so vorgeht, läßt das Bewerben am besten und macht sich zunächst Gedanken über z. B. Selbstorganisation.

Wenn ich einmal meinen Vorurteilen freien Lauf lassen darf: So stelle ich mir zur Lebensuntüchtigkeit erzogene Leute vor, die sich bis 30 oder 40 jeden Morgen von Mama die frische Unterhose hinlegen ließen, um dann mit den von Mama geschmierten Stullen zum Job in der Registratur des Katasteramts zu gehen.

Gruß
Wolfgang

Moin Jürgen,

  1. Unterlagen zusammenstellen und kopieren (am besten gleich
    100mal, dann reicht es erst einmal eine Weile).

Wenn Du zuviel Geld hast, dann mach mal 1000 Kopien.

Es geht nicht um zu viel Geld, sondern darum, dass man damit rechnen muss, sich bei ca. 100 Unternehmen zu bewerben. Auch als Hochqualifizierter.

  1. Anzug kaufen. Je nach Job, den man vorher hatte, hat man
    keinen vernünftigen (oder nur einen alten). Oder man hatte nur
    einen. Das reicht nicht aus.

Sollte man als Mann von Welt eigentlich besitzen… Und was
machen die Mädels?

Wie gesagt nicht zwingend. Vor allem nicht zwingend mehrere. Und da du auch mal Vorstellungsgespräche hintereinander haben kannst, brauchst du da mehrere Anzüge.

  1. Bewerbungsmappen kaufen.

1x30 Min.

  1. Fotos machen. Aber nicht nur bei einem Fotografen, weil die
    Qualitäten unterschiedlich sind. Drei sollten es schon sein
    und dann natürlich das beste Foto aussuchen.

Quatsch, geh zu einem Digitalfotografen und probier solange
bis es paßt. Bei mir 1x 30 Min.

Quatsch. Es geht nicht darum sondern um die Ideen, die der Fotograf reinbringt. Ich bin jedenfalls nicht der Fotoexperte und lasse mich da gerne beraten, wie man die Fotos besser macht. Das kann der Computer nicht. Das Beraten kann nur der Fotograf.

Nur mal nicht übertreiben. Ich zumindest bewerbe mich eben
nicht gleichzeitig bei einer NGO, der öffentliche Verwaltung,
dem Großkonzern und dem start-up. Also wenn Du das so
zielstrebig betreibst, dann wundert mich Deine Meinung über
den Bewerbungsaufwand nicht…

Das ist genau der Punkt, was ich ja sagte. Wenn du einen glatten Lebenslauf hast, ist das für dich einfacher. Ist heute nicht mehr die Regel und auch nicht mehr erwünscht. Natürlich kannst du dich auf ein Wunschziel festlegen und dich nur da bewerben. Wenn es klappt, ist es gut. Wenn nicht, wird man dir Unflexibilität vorwerfen.

  1. Mit (Kurz-)Bewerbungen und (Kurz-)Lebenslauf zu einem
    Experten gehen (Bewerbungscenter). Ich habe viele Bewerbungen
    und Lebensläufe von Akademikern gesehen, die glaubten alles
    richtig gemacht zu haben (und die auch natürlich entsprechende
    Literatur gelesen hatten) und die einfach Schrott waren.

Also meiner Meinung nach genügt gesunder Menschenverstand und
die Frage: Was will mein gegenüber? Ich stimme Dir aber zu,
dass überraschend wenig Leute dazu fähig sind…
Normalerweise 0x 0 Min.

Quatsch. So wie du hier redest, bin ich fest davon überzeugt, dass ich deine Bewerbungsanschreiben und Lebensläufe in die Tonne kloppen würde, wenn sie mir in die Finger fallen. Du hast wahrscheinlich deine Jobs nicht wegen sondern trotz deiner Anschreiben bekommen. Einfach weil deutlich wurde, dass du inhaltlich und vom Wissen her der Beste für den Job bist. Spricht dann ja für dich.

Nur heutzutage musst du immer damit rechnen, dass es noch einen zumindest gleich guten gibt.

  1. Aufgrund der Tipps die Unterlagen überarbeiten. Eventuell
    ein zweites Mal (zur Bestätigung) hingehen.

Übertreibs mal nicht… 0x 0 Min.

Nein, ich übertreibe nicht. Sollte heute zur Grundlage gehören. Aber wie gesagt: manche sind so kompetent, dass sie einen guten Job auch mit qualitativ schlechten Anschreiben bekommen.

  1. Informationen zu den entsprechenden Firmen heraussuchen
    und in das Bewerbungsanschreiben einarbeiten.

nx 1h

Was: pro Firma?

  1. Wenn in der Anzeige eine Telefonnummer steht (sehr
    häufig!), ruft man vorher an. Das kann man natürlich nur
    während der Arbeitszeit. Vorher sollte man sich zwei, drei
    intelligente Fragen überlegt haben (denn die Aussage: „In der
    Anzeige stand ihre Telefonnummer. Da wollte ich mal anrufen.“
    ist sicherlich nicht ausreichend). Die Antworten übernimmt man
    dann ins Bewerbungsanschreiben.

Never, wenns nicht unbedingt notwendig ist! 0x 0Min.

Tja, damit hast du dann gleich verloren. Was meinst du wohl, warum in den Anzeigen die Telefonnummer steht? Da soll getestet werden, ob sich die Leute trauen anzurufen. Wie gesagt: dann muss natürlich auch eine gute Frage kommen. Sonst tritt der gegenteilige Effekt ein.

  1. Das ist aber eigentlich überflüssig. Eigentlich
    funktionieren heute nur noch Initiativbewerbungen. Also:

Quatsch, wenn Du was vernünftiges studiert/gelernt hast, gibts
noch genug Anzeigen:smile:

Natürlich gibts genug Anzeigen, aber eben auch genug Bewerber. Aber wie gesagt: vielleicht bist du so kompetent, dass du keinen grossen Bewerbungsaufwand brauchst. Ist aber heutzutage auch für Hochqualifizerte nicht mehr oft der Fall.

  1. Firma heraussuchen. Informationen zur Firma sammeln (und
    nicht nur Umsatz etc.) sondern z.B. möglichst herausfinden,
    wie der Chef der Abteilung heisst, wo man hin will. Hier
    natürlich vor allem zwei, drei (nicht mehr) beeindruckende
    Fragen stellen. Möglichst die Antwort auf Fragen, die kommen
    können, vorher parat haben. Auch dies kann man logischerweise
    nur während der Arbeitszeit machen. Pro Firma muss man schon
    ca. fünf Mal anrufen, denn man kann ja nicht davon ausgehen,
    dass der richtige Ansprechpartner da ist und Zeit hat.

IMHO sehr gefährlich, wenn bei mir einer so anrufen
würde…:smile:

Eben, darauf muss man sich vorbereiten. Wenn der Angerufene den Eindruck hat, dass man ihm die Zeit gestohlen hat, hat man verloren. Er muss natürlich den Eindruck bekommen, dass eine interessante Personen angerufen hat. Dann landet die Bewerbung auch nicht auf Stapel XY und man kann sich auf das Gespräch berufen.

  1. Vor Vorstellungsgesprächen: Welche Fragen können kommen?
    Welche Antworten sind richtig? Habe ich alles passend
    zusammen?

1x 1h, da meist Standard…

Was? Die Vorstellungsgespräche? Ich hatte kaum ein Vorstellungsgespräch, das auch nur ansatzweise ähnlich abgelaufen ist. Aber auch hier: wenn du so kompetent bist, dann brauchst du dich nicht drauf vorzubereiten. Aber auch das ist heutzutage die Ausnahme.

  1. Am Vormittag (wenn noch Zeit): sich auf das Gespräch in
    Ruhe vorbereiten. Auch natürlich: welche Fragen kann man
    selbst stellen?

Mein Gott, und Mutti frägt Dich noch, ob Du Dein Taschentuch
dabei hast? 0x 0 Min. da bereits in 15 erledigt

Tja, eine solche Vorbereitungszeit sollte zum Standard gehören. Auch hier beweist du, dass du von Bewerbungen keine Ahnung hast. Hast du anscheinend bislang noch nicht wirklich intensiv nötig gehabt. Glückwunsch!

  1. Losfahren. Für die Wegstrecke die doppelte Zeit einplanen,
    denn es kann immer zu einem Stau oder ähnliches kommen.

Bei 3h Anfahrt? Du machst Witze…

Nein. Da drin ist ja auch die Suchzeit oder sonstige Missgeschicke. Ist auch Standard. Wird dir jeder Experte bestätigen.

  1. Noch einmal spaziergehen, sich beruhigen. Denn nervös ist
    wohl jeder vor einem solchen Gespräch.

Ja und? 30 Min vorher eintreffen reicht locker… Und ein
bisschen Druck kann auch belebend sein!

Ich rede ja von 30 Minuten und nicht von 5 Stunden spazierengehen.

  1. Nach dem Gespräch: Protokoll führen. Denn manchmal gibt es
    ein zweites Gespräch oder man kommt auf ungestellte Fragen. Da
    kann man sich dann noch mal telefonisch erkunden.

Ich kenne eigentlich nur 2. Gespräche, aber Protokolle habe
ich noch nie gebraucht… 0 x 0 Min.

Möglich. Wie gesagt, bei dir kommt ja deutlich heraus, dass du dich noch nie intensiv bewerben musstest. Dann hattest du schlicht Glück und/oder bist sehr kompetent auf deinem Gebiet. Aber das gilt heutzutage auch nicht mehr für Hochqualifizierte.

Massenbewerbungen nach dem Gießkannenprinzip (20 am Stück)
bringen nichts, denn kein Mensch kann plausibel machen, warum
er auf 20 unterschiedliche Stellen paßt.

Dann hast du - wie oben gesagt - ein Problem (wenn es nicht klappt). Denn dann wird dir Unflexibilität vorgeworfen.

Man sollte etwas zum verkaufen besitzen vor dem Handel. Wenn
ich natürlich nichts bieten kann, brauche ich mich über
Mißerfolge nicht wundern.
Zielstrebige Bewerbungen kosten Zeit, sind aber kein
Fulltime-Job

Nein, aber man keinen Fulltime-Job nebenbei anfangen.

Telefonieren nervt häufig mehr, als dass es etwas bringt.

Die Erfahrungen gerade der Experten sind gegenteilig.

Ich bin mit dieser Strategie bisher sehr gut gefahren…

Glaube ich dir. Ich habe den Eindruck, dass du von deinem Job 100% und von Bewerbungen 0% Ahnung hast. Dann kannst du natürlich auch mit Schrott-Bewerbungen und Null-Bewerbungsstrategien einen guten Job bekommen.

Nur solltest du dann über deinen Job und nicht über Bewerbungsstrategien reden.

Ciao

Ralf

Moin Wolfgang,

Wenn ich einmal meinen Vorurteilen freien Lauf lassen darf: So
stelle ich mir zur Lebensuntüchtigkeit erzogene Leute vor, die
sich bis 30 oder 40 jeden Morgen von Mama die frische
Unterhose hinlegen ließen, um dann mit den von Mama
geschmierten Stullen zum Job in der Registratur des
Katasteramts zu gehen.

Danke für die Bestätigung, dass du hier über Sachen redest, von denen du etwa so viel Ahnung wie bezüglich der Uträmpoiu-Wesen auf Alpha Centauri hast.

Du kannst natürlich gerne Deine Ignoranz ausdrücken in diesem Forum. Wenn du dich unbedingt lächerlich machen willst…

Nur so kannst du ja auch weiterhin über Arbeitslose herziehen, in dem du weiterhin die Augen vor der Wirklichkeit verschliesst. Spricht nicht für dich.

Ciao

Ralf

Also RalfHenrichs,

ich kenn die Angelegenheit nun von zwei Seiten, als mich Bewerbende und als Personalverantwortliche und ich kann nur sagen: Du übertreibst maßlos.

Ich gebe Jürgen und Wolfgang in großen Teilen recht. Aber man kann aus Bewerbungen natürlich auch eine Wissenschaft machen…wenn man sonst nichts zutun hat.

Du würdest dich wundern, wie schnell man aus einem Stapel von 100 Bewerbungen die interessanten herausgefischt hat, die man zum Vorstellungsgespräch einladen will und du würdest dich vermutlich ebenfalls wundern, was dabei ausschlaggebend ist, genau wie beim anschließenden Vorstellungsgesprächen.

Gruss
Marion

Hallo Ralf,

den Einstellende interessiert, ob der Bewerber für die Stellung geeignet ist und ob er ins Team paßt. Die zuvor eingereichten Bewerbungsunterlagen sollen die Entscheidung ermöglichen, ob sich die weitere Verfolgung der Bewerbung lohnt. Fraglos geschieht bei dieser Entscheidung vieles über den Bauch, denn ob Bewerber, Anforderungsprofil und Kollegen wirklich zusammen passen, weiß man erst lange nach der Einstellung.

Für die Entscheidung, ob man zu einem persönlichen Gespräch kommt, braucht ein Personalmensch keine von irgendwelchen „Experten“ begutachteten Unterlagen. Knapp und ohne offenkundige Widersprüche sollten sie sein. Anforderungsprofil und Bewerber müssen erkennbar zueinander passen. So komplettiert ein beigefügtes Foto das Bild für die Bauchentscheidung. Im allgemeinen ist dabei eine Ablichtung in Badekleidung oder vom letzten Urlaub wenig dienlich. Ein ausstellungsreifes Kunstwerk erwartet aber niemand. Übliche Paßbildqualität reicht. Im Anschreiben ist die Beachtung gängiger Regeln der Rechtschreibung anzuraten; der Lebenslauf sollte in tabellarischer Form den beruflichen Werdegang erkennen lassen, wobei Stichworte reichen. In die Tiefe gehende Details erschweren eher den ersten Überblick. Kommt es zum Vorstellungstermin, erwartet niemand eine verkleidete, gestylte Puppe mit nagelneuem Anzug, an dem noch die Nylonschlaufen des Preisschilds hängen. Es soll lediglich je nach Art der zu besetzenden Stellung ein Bild des Bewerbers möglich sein.

Wer berufsbedingt die Einstellungssituation kennt, weiß die womöglich etwas angespannte Haltung eines Bewerbers einzuschätzen. Das Eis dieser Fassade läßt sich im Gespräch hoffentlich antauen, denn an einer Fassade, die die Probezeit nicht überstehen kann, besteht kein Interesse.

Eine Vorbereitung auf das Einstellungsgespräch ist kaum möglich. Der Bewerber sollte über sich selbst Bescheid wissen. Wenn es irgendwo bekannte Schwachstellen, Defizite oder gesundheitliche Einschränkungen gibt, dann gehören diese Dinge unumwunden auf den Tisch des Hauses.

Das alles ist im Grundsatz immer gleich. Die Gesprächsinhalte sind natürlich bei der Reinigungskraft andere als beim Ingenieur für die Entwicklung oder beim Vertriebsmitarbeiter. Der Einstellende will wissen, ob jemand den Aufgaben gerecht werden könnte und ob Unternehmen und Bewerber harmonieren. Dabei tut sich der Bewerber mit natürlichem Auftreten den größten Gefallen. Einstudierte Fragen, die möglichst interessant klingen sollen und ähnliche Spielchen sind brotlose Kunst. Der Mensch, der sich da in der Ausnahmesituation befindet, darf ganz sicher sein, daß sein Gegenüber diese Dinge sofort einordnen kann, weil sie zu seinem täglichen Brot gehören. Da kommt nichts Neues mehr.

Wenn Du ein Anschreiben zur Expertensache stilisierst und bei der Fotoauswahl Beratung suchst, machst Du aus der Bewerbungssituation eine schier unüberwindliche Hölle, der Du nicht gewachsen sein kannst. Gehe es lockerer an.

Gruß
Wolfgang

wie übertreibt man maßlos?
Ich habe meine letzte Bewerbungsphase rd. 4,5 Jahre hinter mir und kann mich an ein derartiges Theater nicht erinnern. Einmal die Woche die FAZ gekauft, dabei grob vorsortiert (1 Stunde), dann nachsortiert (1 Stunde). Lebensläufe ausgedruckt (5 Minuten), Mappen beim Schreibwarenladen nebenan gekauft (10 Minuten), neue Abzüge von den einmal gemachten Photos abgeholt (10 Minuten), Anschreiben anpassen (je 20 Minuten), adressieren und eintüten (je 2 Minuten).

Macht für 5 Bewerbungen insgesamt etwas über 4 Stunden je Woche. Dazu noch gelegentlich ein Telephoninterview oder ein Gespräch vor Ort. Dies schlägt zwar zugegebenermaßen meist mit einem halben Tag zu buche, allerdings kann man die Termine auch abends vereinbaren.

Fazit: Bewerben ist Arbeit, keine Frage, aber Zeitmangel ist keine legitime Ausrede, um einen Mangel an Initiative zu erklären.

Gruß
Christian

P.S.

Kann es wohl sein, daß das Thema beser bei „Jobs“ paßt?

Moin Christian,

Ich habe meine letzte Bewerbungsphase rd. 4,5 Jahre hinter mir

Ja, vor rd. 4,5 Jahren war die Situation, insbesondere für Betriebwirte, was du ja wohl bist eine völlig andere. Insofern kannst du nicht wirklich mitreden.

Ciao

Ralf

Moin Marion,

Du würdest dich wundern, wie schnell man aus einem Stapel von
100 Bewerbungen die interessanten herausgefischt hat, die man
zum Vorstellungsgespräch einladen will und du würdest dich
vermutlich ebenfalls wundern, was dabei ausschlaggebend ist,
genau wie beim anschließenden Vorstellungsgesprächen.

Und du würdest dich wahrscheinich wundern, was wirklich ausschlaggebend ist. Personaler glauben, wie die meisten Menschen, natürlich nach rein rationalen Kriterien zu entscheiden. Nur ist das allenfalls teilweise der Fall (einfach weil auch Personaler Menschen sind).

Im übrigen ein Fall aus meinem Bekanntenkreis: Promovierter Chemiker hat sich ein Jahr auf die Stellen beworben, auf die er passte. Hat nie eine bekommen. Dann hat er mal bei einem Start-up vorgesprochen. Hatte vorher nie etwas mit Computer zu tun (ausser eben als Anwender). Hat aber damals den Job bekommen (war da noch die Zeit, wo fast jeder genommen wurde). Heute - Jahre später - hat er den Job als Programmierer immer noch.

Das nur zu der Ansicht, man sollte sich als Hochqualifizierter auf die Jobs bewerben, auf die man aufgrund seiner Ausbildung passt. Hätte er das gemacht, wäre er wohl jetzt vier Jahre arbeitslos.

Man muss den Firmen auch klar machen können, dass man trotz seiner Ausbildung passt (wenn man weiss, dass die Firmen eine Lücke haben, die sie am Arbeitsmarkt nicht füllen können). Dann muss man sich aber eine Strategie ausdenken. Und das kapieren hier einige nicht. Einfach weil sie die Situation einer längeren Arbeitslosigkeit wohl nie kennengelernt haben.

Ciao

Ralf

Hallo,

Ja, vor rd. 4,5 Jahren war die Situation, insbesondere für
Betriebwirte, was du ja wohl bist eine völlig andere. Insofern
kannst du nicht wirklich mitreden.

  1. Ich bin Dipl.-Kaufmann und nicht Betriebswirt.
  2. Wer darf mitreden? Jeder, der sich heute als xy bewirbt? Und woher willst Du wissen, wie die Situation vor 4,5 Jahren eine andere war? Hast Du Dich damals als Diplom-Kaufmann bei Unternehmensberatungen und Banken beworben? Wenn nein, kannst Du auch nicht mitreden. Und wieso hat es vor 4,5 Jahren weniger lang gedauert, Photos zu machen, Zeitungen zu lesen, Lebensläufe auszudrucken und sein Gehirn zu gebrauchen?

Tut mir leid (glatt gelogen), aber auf das Spielchen lasse ich mich nicht. Du kannst nicht jedem den Mund verbieten, dessen Meinung Dir nicht paßt. Ich weiß sehr wohl, wie heute Bewerbungen funktionieren, weil ich auch heute noch anderen Menschen bei Bewerbungen helfe.

Gruß
Christian

Schweinezyklus

Im übrigen ein Fall aus meinem Bekanntenkreis: Promovierter
Chemiker hat sich ein Jahr auf die Stellen beworben, auf die
er passte. Hat nie eine bekommen.

Man sollte halt den Schweinezyklus des Berufes kennen, den man anstrebt. Wer vor vier Jahren auf die Schiene Multimediadesign aufsprang, sollte sich nicht wundern, wenn er heute ein Problem hat. Ähnliches gilt für Menschen, die sich Anfang der 90er aufmachten, Chemiker zu werden. Überleg´ Dir mal, warum in meiner Vika steht, daß ich nicht Chemie studiert habe (und das nach Leistungskurs, besten Noten und relativ erfolgreicher „Jugend forscht“-Teilnahme).

Gruß
Christian

Moin Christian,

  1. Ich bin Dipl.-Kaufmann und nicht Betriebswirt.

Meinetwegen.

  1. Wer darf mitreden? Jeder, der sich heute als xy bewirbt?

Schon eher.

Und woher willst Du wissen, wie die Situation vor 4,5 Jahren
eine andere war?

Ich kenne genügend, die sich zu dieser Zeit als Kaufmann beworben haben. Und genügend, die sich heute mit dieser Ausbildung bewerben. Die Situation ist eine grundsätzlich andere.

Hast Du Dich damals als Diplom-Kaufmann bei
Unternehmensberatungen und Banken beworben? Wenn nein, kannst
Du auch nicht mitreden. Und wieso hat es vor 4,5 Jahren
weniger lang gedauert, Photos zu machen, Zeitungen zu lesen,
Lebensläufe auszudrucken und sein Gehirn zu gebrauchen?

Das hat nicht länger gedauert. Aber die Anzahl der Bewerbungen, der Zwang Initiativbewerbungen zu schalten etc. hat länger gedauert.

Tut mir leid (glatt gelogen), aber auf das Spielchen lasse ich
mich nicht. Du kannst nicht jedem den Mund verbieten, dessen
Meinung Dir nicht paßt.

Tue ich auch nicht. Ich finde es nur spassig, wie Leute, die Null Ahnung haben, meinen hier mitreden zu müssen.

Ich weiß sehr wohl, wie heute
Bewerbungen funktionieren, weil ich auch heute noch anderen
Menschen bei Bewerbungen helfe.

Mein Beileid (für diese Personen).

Ciao

Ralf

Moin Wolfgang,

Für die Entscheidung, ob man zu einem persönlichen Gespräch
kommt, braucht ein Personalmensch keine von irgendwelchen
„Experten“ begutachteten Unterlagen. Knapp und ohne
offenkundige Widersprüche sollten sie sein.

Das ist Standard, also nicht ausreichend.

Anforderungsprofil
und Bewerber müssen erkennbar zueinander passen.

Jein. Oder es muss deutlich gemacht werden, warum die Person trotz passenden Anforderungsprofil darauf passt. Kommt natürlich auf die Stelle an. Bei manchen muss das Anforderungsprofil passen. Auch das muss man vorher abschätzen.

So
komplettiert ein beigefügtes Foto das Bild für die
Bauchentscheidung. Im allgemeinen ist dabei eine Ablichtung in
Badekleidung oder vom letzten Urlaub wenig dienlich. Ein
ausstellungsreifes Kunstwerk erwartet aber niemand. Übliche
Paßbildqualität reicht.

Jein. Es schadet nichts, aber einen Pluspunkt kann man mit diesem Standard nicht bekommen. Denn übliche Paßbildqualität ist nicht gute Paßbildqualität.

Im Anschreiben ist die Beachtung
gängiger Regeln der Rechtschreibung anzuraten; der Lebenslauf
sollte in tabellarischer Form den beruflichen Werdegang
erkennen lassen, wobei Stichworte reichen. In die Tiefe
gehende Details erschweren eher den ersten Überblick.

Jein. Wenn du z.B. im Ausland tätig warst und - beim neuen Job - auch im Ausland tätig sein sollst, ist es nicht schlecht, wenn im Lebenslauf steht, was du genau im Ausland gemacht hast (also nicht nur Arbeitgeber und Ort sondern auch stichwortartig die berufliche Tätigkeit beschreiben). Wenn du im neuen Job nicht im Ausland tätig sein sollst, können diese Stichwörter überflüssig sein. Auch das muss der Bewerber beachten.

Kommt es
zum Vorstellungstermin, erwartet niemand eine verkleidete,
gestylte Puppe mit nagelneuem Anzug, an dem noch die
Nylonschlaufen des Preisschilds hängen.

Aber mit einem deutlich Jahre alten Anzug machst du sicherlich auch keinen Eindruck.

Es soll lediglich je
nach Art der zu besetzenden Stellung ein Bild des Bewerbers
möglich sein.

Wer berufsbedingt die Einstellungssituation kennt, weiß die
womöglich etwas angespannte Haltung eines Bewerbers
einzuschätzen. Das Eis dieser Fassade läßt sich im Gespräch
hoffentlich antauen, denn an einer Fassade, die die Probezeit
nicht überstehen kann, besteht kein Interesse.

Eine Vorbereitung auf das Einstellungsgespräch ist kaum
möglich.

Natürlich ist es das. Je nach dem, welche Stelle besetzt werden soll, kann man sich vorstellen, welche Fragen kommen.

Der Bewerber sollte über sich selbst Bescheid wissen.
Wenn es irgendwo bekannte Schwachstellen, Defizite oder
gesundheitliche Einschränkungen gibt, dann gehören diese Dinge
unumwunden auf den Tisch des Hauses.

Das alles ist im Grundsatz immer gleich.

Nein. Definitiv nicht. Ich hatte schon viele Bewerbungsgespräche und die haben sich alle sehr, sehr stark voneinander unterschieden.

Die Gesprächsinhalte
sind natürlich bei der Reinigungskraft andere als beim
Ingenieur für die Entwicklung oder beim Vertriebsmitarbeiter.

Der Einstellende will wissen, ob jemand den Aufgaben gerecht
werden könnte und ob Unternehmen und Bewerber harmonieren.
Dabei tut sich der Bewerber mit natürlichem Auftreten den
größten Gefallen. Einstudierte Fragen, die möglichst
interessant klingen sollen und ähnliche Spielchen sind
brotlose Kunst. Der Mensch, der sich da in der
Ausnahmesituation befindet, darf ganz sicher sein, daß sein
Gegenüber diese Dinge sofort einordnen kann, weil sie zu
seinem täglichen Brot gehören. Da kommt nichts Neues mehr.

Das ist richtig. Die Antworten dürfen nicht falsch (oder gar aus einem Buch stammen). Sondern sie müssen zu einem passen. Aber auch hier ist ja die Frage, ob du die für die richtige Antwort spontan findest. Vorübelegungen erleichtern es.

Wenn Du ein Anschreiben zur Expertensache stilisierst und bei
der Fotoauswahl Beratung suchst, machst Du aus der
Bewerbungssituation eine schier unüberwindliche Hölle, der Du
nicht gewachsen sein kannst. Gehe es lockerer an.

Das hat mit Hölle nichts zu tun. Ich bin kein Augenmensch und kann schlecht einschätzen, was allgemein als passend von der Optik akzeptiert wird. Daher suche ich da Beratung. Denn das Foto ist nun mal der erste Eindruck, den ein Personaler bekommt. Und man kann sich noch so rational einschätzen, der erste Eindruck ist nun mal wichtig.

Ciao

Ralf

Das hat nicht länger gedauert. Aber die Anzahl der
Bewerbungen, der Zwang Initiativbewerbungen zu schalten etc.
hat länger gedauert.

Aha. Da Du Dir mir ja eh nicht glauben wirst, kann ich mir eine weiterführende Antwort sparen.

Tue ich auch nicht. Ich finde es nur spassig, wie Leute, die
Null Ahnung haben, meinen hier mitreden zu müssen.

Die Definition „null Ahnung“ klingt aus dem Munde von jemanden, der meint, alleine im Besitz der absoluten Wahrheit zu kennen, nicht wirklich beeindruckend.

Bis dahin
Christian

P.S.
Kleiner Literaturtip für Dich:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Wehre den Anfängen!

Moin Christian,

natürlich kann man es immer den Absolventen vorwerfen, wenn sie keinen Job finden. Das ist simpel.

Fakt ist, dass es keinen Sinn macht - wie einige hier behaupten - sich nur aufs Jobs zu bewerben, für die man von der Ausbildung her in Frage kommt. Für einige reicht das zwar heute auch noch, aber für viele nicht mehr.

Und dann muss man die Bewerbungen halt mit Überlegung angehen.

Ciao

Ralf

Moin Christian,

Die Definition „null Ahnung“ klingt aus dem Munde von
jemanden, der meint, alleine im Besitz der absoluten Wahrheit
zu kennen, nicht wirklich beeindruckend.

Das behaupte ich nicht. Nur du hast deutlich gemacht durch deine Antworten hier, dass du von diesem Thema null Ahnung hast (wenn du damit auch noch Leute „berätst“, ist das nur noch als peinlich zu bezeichnen). Und Fakten zeige ich hier im Forum immer wieder gerne auf.

Si tacuisses…

Ciao

Ralf

Das behaupte ich nicht. Nur du hast deutlich gemacht durch
deine Antworten hier, dass du von diesem Thema null Ahnung
hast (wenn du damit auch noch Leute „berätst“, ist das nur
noch als peinlich zu bezeichnen).

Den letzten Satz werte ich mal als das, was er ist: Eine Unverschämtheit. Aus dem, was ich geschrieben habe, liest Du eine Aussage über Qualität und Erfolg von Bewerbungen heraus, die Du mit den gegebenen Informationen gar nicht treffen kannst. Wenn Du Stunden brauchst, um eine Bewerbung zusammen zu stellen, ist das Dein Problem. Eventuell denken/arbeiten andere Menschen da schneller…

Und Fakten zeige ich hier im
Forum immer wieder gerne auf.

In diesem Fall reitest Du auf etwas herum, was Du für ein Faktum hälst jedoch keines ist. Da Du nicht bereit bist, von Deiner Meinung auch nur einen Millimeter abzurücken, handelt es sich hier nichtum eine Diskussion, sondern um einen Monolog Deinerseits und einen einseitigen Diskussionversuch meinerseits. Das erscheint mir wenig sinnvoll und findet ab jetzt ohne meine Beteiligung statt.

Gruß
Christian

natürlich kann man es immer den Absolventen vorwerfen, wenn
sie keinen Job finden. Das ist simpel.

Derartige Verallgemeinerungen sind spitze. Von „immer“ war überhaupt nicht die Rede. Es ging mir daraum, daß man tunlichst ein paar Informationen darüber einholt, ob der Beruf, den man sich so vorstellt, zum voraussichtlichen Zeitpunkt des Ausbildungsendes, Perspektiven bietet. Ich würde heute niemandem raten, eine Ausbildung in Richtung Bank zu beginnen (egal ob Bankausbildung oder Studium mit entsprechendem Schwerpunkt) und genauso habe ich mir vor 10 Jahren davon abgeraten, Chemie zu studieren.

C.

Hi Ralf,

das Bewerben Arbeit ist, keine Frage. Dennoch kann man es nicht so streng sehen.

Ich habe täglich einige Bewerbungen auf dem Tisch, unterschiedlichster Coleur. Klar muss man sich von der Masse abheben, also muss auch ein roter Faden in deiner Mappe erkennbar sein. Es sollte auch ersichtlich sein, wo man eigentlich hin will. Beispiel: mit Computer kann irgendwie jeder, aber interessiert und kann er programmieren, wenn dann was? Oder liegt ihm eher das Admintrative. Bildet er sich in die Richtung weiter? Was ist das Ziel? So was weckt Interesse!

Die meisten Mappen sind 08/15 mit vielen Fehlern und lieblos zusammengestellt. Aber es gibt immer noch Ausnahmen.

Sich allerdings so intensiv auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten und das nachbereiten finde ich maßlos übertrieben.

Was mittlerweile häufig praktiziert wird, ist ein so genanntes ‚Probearbeiten‘? Da verstehe ich immer noch nicht den Sinn. Entweder hat man die Fähigkeiten die im Lebenslauf beschrieben sind, die müssen nicht nochmal auf die Probe gestellt werden. Da scheint mir kein Vertrauen da zu sein, oder?

G