Grüsse Euch,
heute habe ich über 2 Ecken erfahren, dass mein Arbeitgeber plant, bei mir und zwei weiteren Kollegen Änderungen der jeweils geltenden Anstellungsverträge durchzuführen. Es gibt keinen Tarifvertrag, alles Einzelvereinbarungen.
Im Ergebnis lässt sich dieses wie folgt zusammen fassen:
Statt 13,5 Gehälter gibt es künftig nur noch 12 Gehaltszahlungen, jedoch in der ursprünglichen Höhe der geltenden Monatsbezüge.
Stattdessen gibt es eine Provisionsvereinbarung, diese besagt soviel, dass ein - bisher noch nicht - bezifferter Sollumsatz erreicht werden muss, und dass wir drei Mitarbeiter an dem darüber hinausgehenden Umsatz mit 30% beteiligt werden.
Soweit, sogut. Bloss: der sogenannte „Sollumsatz“ ist noch nicht bekannt.
Zur Zeit blicke ich noch immer völlig fassungslos zum Fenster heraus und frage mich, was in aller welt ist bloss geschehen ?!?
Seit knapp zwei Jahren schaffen wir wie die Bekloppten, sitzen Samstags und/oder Sonntags für einige Stunden noch im Büro, besuchen Fortbildungsveranstaltungen, fahren auf Seminare ohne Ende und nun DAS…
Klar auch, dass alle Welt schaut, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Die Konjunktur stottert, die Umsätze stagnieren oder bleiben hinter den Erwartungen zurück… Existenzängste unter den Unternehmern und den Angestellten… Langsam auch bei mir.
Die Konsequenzen dieser zu erwartenden Vereinbarungen sind für mich noch überhaupt nicht absehbar. Gegenwärtig verbringe ich einen nicht unwesentlichen Teil der Arbeitszeit auch mit „unproduktiven“ Arbeiten wie Vorbereitungsarbeiten für Vorgesetzte, Einweisung von Kollegen, Kontrollarbeiten für die Auszubildenden, EDV-„Hotline“ usw.
Gesetzt der Fall, ein nicht unwesentlicher Teil meiner Bezüge setzen sich künftig aus einer Umsatzprovision zusammen, ist doch wohl glasklar, dass ich mich in der Zukunft ganz verstärkt auf die Umsatzarbeiten konzentriere und weniger auf die Zeitdiebe, oder ?
Nicht zu vergessen, dass ich und meine Kollegen innerhalb der letzen sechs Monate jeweils mehr oder weniger knapp 120 Überstunden zusammengetragen habe und das alles um die anfallenden und teilweise auch hinterlassenen Arbeiten zu stemmen.
Undank ist ja wohl der Welt Lohn…
Wie sollen diese unprod,.Tätigkeiten fair und transparent in den Gehaltsgefügen Berücksichtgung finden ?
Wer wird sich noch um Kollegen kümmern, die Hilfe bedürfen und sie nicht mehr länger in dem Maße bekommen können ?
Wie - zum Henker - sollen noch weitere Umsätze von mir erzielt werden, wenn die reguläre Arbeitszeit von 40 Stunden/Woche nicht wirklich ausreicht ?
Hat jemand schon irgendwann ähnliche Erfahrungen gemacht oder derartige Änderungen im Anstellungsvertrag über sich ergehen lassen müssen ?
Der ausschlaggebende Grund für diese Neuerungen dürfte a.) die neu eingegangene Partnerschaft meines AG sein und b.) der von deren Seite entstandene Focus auf die Kostenstruktur.
Vielleicht sollte ich mich vorerst auch nicht allzu sehr aufregen, wer weiss schon, wie die Entwicklung dieser Informationen noch weitergeht, aber: Etwas versch… fühle ich mich schon.
Naja, trotzdem danke für Eure Infos. Wollte einfach nur mal Luft ablassen.
Grüsse
Björn