Chef zahlt nicht pünktlich!

„Der Arbeitgeber verpflichtet sich pünklich zum 1. eines Montas das Gehalt zu zahlen“ steht im AV.

Hallo erstmal.

Nun das macht er aber nicht. Schuld sind immer andere. Meistens sind es die banke so etwas verkehrt läuft. Wirtschaftlich läufts bei uns ja auch nicht mehr so gut. Aber egal, der alte Drecksack lügt wo er nur kann. Er windet sich aus allem raus. Seine Lügen nachweisen kann man ihm nicht.

Was kann ich rechtlich machen damit das aufhört und ich pünktlich die Kohle auf`m Konto habe? Wie kann ich taktisch am besten vorgehen?

Wer kann mir helfen?

Gruß

Jim Beam

Was kann ich rechtlich machen damit das aufhört und ich
pünktlich die Kohle auf`m Konto habe? Wie kann ich taktisch am
besten vorgehen?

das ist extrem schwierig. Du darfst nicht einfach die Arbeit verweigern ohne eine Kündigung zu riskieren. Du kannst aber die Arbeit niederlegen, wenn längere Zeit kein Gehalt gezahlt wurde. Das müssen aber meines Wissens schon mehr als 2 Monate sein.

Eventuell solltest Du mal beim Arbeitsamt oder Arbeitsgericht nachfragen. Natürlich kann auch ein Anwalt hier weiterhelfen, der kostet aber natürlich etwas. Bei Gericht gibt es allerdings auch kostenlose Rechtsberatungsstellen, die Auskunft geben.

Auf lange Sicht würde ich mir schnellstens einen anderen Arbeitgeber suchen. Also: fleißig die Stellenanzeigen studieren und Bewerbungen verschicken.

Gruß
Marian

Hallo Jim Beam,

„Der Arbeitgeber verpflichtet sich pünklich zum 1. eines
Montas das Gehalt zu zahlen“ steht im AV.

Das ist sicher richtig, nur druckt Dein Arbeitgeber nicht am 30. frisches Geld, sondern er muss selber für Einnahmen sorgen, die er Dir auszahlen kann. Hat er die nicht (was Du ja schreibst), hat er zwei Alternativen: versuchen, irgendwo Geld aufzutreiben (vielleicht Aussenstände eintreiben, neues Eigenkapital einschießen oder Fremdkapital organisieren), das klappt manchmal, manchmal verzögert sich das oder es klappt überhaupt nicht.
Oder er hat die zweite Alternative, überflüssige kostenverursachende Ressourcen (also vielleicht auch Dich) schnellstmöglich loszuwerden.

Kein „normaler“ Unternehmer wird freiwillig bei gewinnbringenden Mitarbeitern sparen, da er sich ausrechnen kann, dass er diese nicht mehr lange hat…

Was lernen wir daraus? Nicht schimpfen, nicht Rechtswege einschreiten sondern schnellstmöglich einen neuen Job suchen, da eine betriebsbedingte Kündingung schneller passiert, als man glaubt.

Grüße
Jürgen

Hallo Jim Beam,

„Der Arbeitgeber verpflichtet sich pünklich zum 1. eines
Montas das Gehalt zu zahlen“ steht im AV.

Das ist sicher richtig, nur druckt Dein Arbeitgeber nicht am
30. frisches Geld, sondern er muss selber für Einnahmen
sorgen, die er Dir auszahlen kann. Hat er die nicht (was Du ja
schreibst), hat er zwei Alternativen: versuchen, irgendwo Geld
aufzutreiben (vielleicht Aussenstände eintreiben, neues
Eigenkapital einschießen oder Fremdkapital organisieren), das
klappt manchmal, manchmal verzögert sich das oder es klappt
überhaupt nicht.

Hallo,

da muss ich nun mal dagegen halten und aus der Sicht eines Arbeitnehmers die Sache beleuchten:

  1. Der Vermieter, falls in einer Mietwohnung der Arbeitnehmer wohnt, will sein Geld auch pünktlich haben, sonst gibt es Ärger.

  2. falls im eigenen Haus und noch nicht abbezahlt, will die Bank pünktlich die offenen Raten haben.

  3. falls erforderlich, die Monatskarte für Bahn oder Bus gibt es nur gegen Barzahlung und nicht auf Versprechen,

  4. fährt er mit dem Auto, kann er nur gegen Barzahlung tanken,

  5. Die Gemeinde will für den Kindergarten auch pünktlich ihr Geld

  6. Im Supermarkt wird auch beim Verlassen des Geschäftes kassiert, gibt nichts auf lau

  7. und wenn ich Lust hätte könnte ich bis morgen früh hier noch sitzen und schreiben, warum ein Arbeitnehmer auch für die geleistete Arbeit sein Geld haben will und haben muss.

Ich kann auch den Arbeitgeber verstehen, der mit Finanzproblemen zu kämpfen hat, wenn er diese tatsächlich hat, dann muss er aber auch das der Belegschaft mal klar und deutlich dieses sagen und nicht seine eigene Zahlungsmoral erfinden.
Auch ich stand mal als Geschäftsführer vor einem solchen Problem, danach wusste aber die Belegschaft was gespielt und Tatsache war.

Bloss meine Erfahrung sagt auch, viele Arbeitgeber nutzen das verspätete Zahlen von Löhne und Gehälter schamlos aus, das nur als kleine Anmerkung.
Ein Praxisbeispiel von Zahlungsmoral:
Gab ein Lieferant Skonto, wurde genau in dem vereinbarten Rahmen bezahlt.
Gab der Lieferant kein Skonto, durfte er mindestens 3 mal mahnen und bekam dann irgendwann sein Geld.
Das ist tatsächlich so gelaufen, kein erfundenes Beispiel und es lag wirklich in diesem Fall nicht am Geldmangel!
Es war bloss das Machtgehebe eines Sachbearbeiters!

Diese Rechnung, wenn ich das Geld noch länger auf der Bank lasse bringt mir dann auch noch ein paar Cent’s Rendite, hab ich schon oft genug gehört, auch unser Controller lebte in diesem Wahn.

Dann kann man das verspätete Zahlen der Löhne und Gehälter auch wunderbar dazu benutzen um sich vor Lohnerhöhungen zu drücken. Man kann einfach nicht, sieht man doch an der verspäteten Zahlung und der Arbeitnehmer muss dieses einfach glauben und verzichtet dann auf die Lohnerhöhung um seinen Arbeitsplatz zu erhalten.

Ein Arbeitnehmer der immer Geld sein Geld verspätet bekommt, wird auch unheimlich motiviert um eine ordentliche Leistung abzuliefern, ich tät mich jedenfalls den Betriebsverhältnissen anpassen, denn auf beiden Seiten ist es ein Geben und Nehmen!

Gruss

Gerd

Oder er hat die zweite Alternative, überflüssige
kostenverursachende Ressourcen (also vielleicht auch Dich)
schnellstmöglich loszuwerden.

Kein „normaler“ Unternehmer wird freiwillig bei
gewinnbringenden Mitarbeitern sparen, da er sich ausrechnen
kann, dass er diese nicht mehr lange hat…

Was lernen wir daraus? Nicht schimpfen, nicht Rechtswege
einschreiten sondern schnellstmöglich einen neuen Job suchen,
da eine betriebsbedingte Kündingung schneller passiert, als
man glaubt.

Grüße
Jürgen

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Hallo Gerd,

ich glaube, Du hast da was missverstanden…

Mein Vorschlag war definitiv das Vertragsverhältnis wegen einseitiger Vertragsverletzung aufzulösen, d.h. sich einen neuen, liquideren, besseren Arbeitgeber zu suchen.

Das Rumgeheule nützt so oder so nichts, denn entweder wird bei Einlegen von Rechtsmitteln (in letzter Konsequenz das Anmelden der Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit durch den Arbeitnehmer) das Arbeitsverhältnis völlig zerrüttet mit allen Konsequenzen oder es wird wegen Zahlungsunfähigkeit sowieso durch die Arbeitgeberseite aufgelöst.

Dumm gelaufen, da kannst Du noch so sehr auf die Tränendrüse wegen Deiner Kosten drücken (die genannten kannst Du durchaus auch um ein paar Tage rausschieben, nur so nebenbei), hier nutzt nur schnelles nach vorne blicken und eine Umorientierung.

Grüße
Jürgen

Hallo.

kann ich rechtlich machen damit das aufhört und ich
pünktlich die Kohle auf`m Konto habe? Wie kann ich taktisch am
besten vorgehen?

Du bist uns ja die Antwort auf die Frage schuldig geblieben, wie groß die jeweiligen Verspätungen des Gehaltseingangs sind. Theoretisch ist es so: ab dem 2. des Monats befindet sich Dein AG in Verzug. Du kannst
1.) das austehende Gehalt jederzeit zuzüglich Verzugszinsen (derzeit: 6,97% p.a.) anmahnen. Allerdings wird das bei kurzfristigem Verzug kaum ein paar Cent ausmachen und den Aufwand nicht rechtfertigen.
oder
2.) den Arbeitgeber ordentlich abmahnen und die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Inhalte fordern. Dabei mußt Du den Sachverhalt konkret festhalten und ihn darauf hinweisen, daß Du bei wiederholten Vertragsverstößen Dir arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung vorbehältst.
oder
3.) Du suchst Dir einen neuen Job und kündigst fristgerecht.

Welche der drei Möglichkeiten Du wählst (oder ob Du dann lieber gar nichts machst), sei Dir überlassen.

Gruß,
LeoLo

Kündige !
Hallo Jim Beam

„Der Arbeitgeber verpflichtet sich pünklich zum 1. eines
Montas das Gehalt zu zahlen“ steht im AV.

Jo, ist ja auch gut so.

Nun das macht er aber nicht. Schuld sind immer andere.
Meistens sind es die banke so etwas verkehrt läuft.
Wirtschaftlich läufts bei uns ja auch nicht mehr so gut. Aber
egal, der alte Drecksack lügt wo er nur kann. Er windet sich
aus allem raus. Seine Lügen nachweisen kann man ihm nicht.

Also, Tipps haben dir die anderen ja schon genug gegeben.
Eine kleine grundsätzliche Anmerkung nur von mir (m.M.)
Ich sehe für euer Arbeitsverhältnis keine weitere gr0ßartige Chance.
Wenn ich meine Chef als „Lügner“ und „Drecksack“ bezeichne ist das Verhältnis, gelinde gesagt, zerrüttet.
Also vergiss es und Kündige.
a) Auf einen Mitarbeiter welcher den Chef als Drecksack bezeichnet kann dieser auch verzichten.
b) Auf einen Chef, welcher nicht zahlt, kann der Arbeitnehmer verzichten.
Schade, dass es immer noch solch harte Positionen im Arbeitsmarkt gibt. Ich pers. sehe ein Unternehmen immer anders an, wie eine große Familie.
Geht es Ihr gut, geht es auch mir gut. Geht es Ihr schlechter, so geht es auch mir schlechter.
Aber das würde hier zu weit führen.

Gruß
der Alex

Hallo Gerd,

ich glaube, Du hast da was missverstanden…

Nein habe ich nicht, wollte nur ein paar Beispiele darstellen, warum manches so oder so ist.

Mein Vorschlag war definitiv das Vertragsverhältnis wegen
einseitiger Vertragsverletzung aufzulösen, d.h. sich einen
neuen, liquideren, besseren Arbeitgeber zu suchen.

Was heute, auch mit Bekanntgabe der neuen Arbeitslosenzahlen, so ganz, ganz einfach ist.
Und wann tritt die Vertragsverletzung ein?

Dumm gelaufen, da kannst Du noch so sehr auf die Tränendrüse
wegen Deiner Kosten drücken (die genannten kannst Du durchaus
auch um ein paar Tage rausschieben, nur so nebenbei),

Ist das deine wirkliche Auffassung? Ich kann nur mit dem Kopf schütteln!
Ich habe eine andere Moral von Zahlung und Bezahlung!
Ok, ich komme ja auch einer anderen Generation!

Gruss

Gerd

Hallo Gerd,

Du hast sicherlich mit allen Argumenten recht. Auch kann ich verstehen, dass man sich nicht alles gefallen läßt und auch mal rechtliche Schritte bei Vertragsverhältnissen einleitet.

Nur: Ich kann nicht verstehen, wenn AN ihren AG verklagen und dann noch jahrelang beim gleichen AG arbeiten. Das Arbeitsverhältnis ist dermaßen zerrüttet, dass man von Vertrauen gar nicht erst reden kann.

Das wäre so ähnlich, wie wenn man eine Firma verklagen würde (z.B. wegen Betrugs), am nächsten Tag aber gleich wieder dort seine Waren kaufen würde.

Nein, die einzigste Lösung ist meiner Meinung nach tatsächlich, sich schnellstmöglichst einen neuen Job zu suchen. Das mag in manchen Gebieten Ostdeutschlands oder bei schlechter Ausbildung eher schwierig sein, ich bin aber seit ca. 1 Jahr verzweifelt auf der Suche nach einem Masch-Bau-Ing. (gut, ich bin in BaWü, da sieht’s anders aus).

Grüsse

Sven

Hallo Gerd,

Du hast sicherlich mit allen Argumenten recht. Auch kann ich
verstehen, dass man sich nicht alles gefallen läßt und auch
mal rechtliche Schritte bei Vertragsverhältnissen einleitet.

Nur: Ich kann nicht verstehen, wenn AN ihren AG verklagen und
dann noch jahrelang beim gleichen AG arbeiten. Das
Arbeitsverhältnis ist dermaßen zerrüttet, dass man von
Vertrauen gar nicht erst reden kann.

Habe ich nicht geschrieben, aber Du hast recht.

Das wäre so ähnlich, wie wenn man eine Firma verklagen würde
(z.B. wegen Betrugs), am nächsten Tag aber gleich wieder dort
seine Waren kaufen würde.

würde ich auch nicht machen, gibt es aber alles!

Nein, die einzigste Lösung ist meiner Meinung nach
tatsächlich, sich schnellstmöglichst einen neuen Job zu
suchen. Das mag in manchen Gebieten Ostdeutschlands oder bei
schlechter Ausbildung eher schwierig sein,

genauso ist es

ca. 1 Jahr verzweifelt auf der Suche nach einem Masch-Bau-Ing.
(gut, ich bin in BaWü, da sieht’s anders aus).

kann ich nicht glauben!!!

Es sind bestimmt genügend Dipl.-Ing. da.

Was stellst Du denn für Forderungen, kann es daran liegen?
Wie und wo suchst Du denn diesen?
Bestimmt nicht über die Süddeutsche Zeitung, oder?
Es ist bestimmt jemand bereit, nach BaWü wegen Arbeit zu ziehen, falls es dort keinen geben sollte, davon bin ich fest überzeugt.

Oder machst Du es so, wie bei uns ein Maschinenbaubetrieb, der einen Arbeitnehmer sucht nach folgendem Muster:

suche Elektromechaniker, gerne auch älter (sehr löblich!),
jahrelange Erfahrung in Reparatur von Getriebemotoren und gute Kenntnisse in der Steuerungstechnik?
Da findest absolut nicht den jahrelangen, erfahrenen Facharbeiter, zumal dieser Betrieb in der ganzen Gegend der einzige Betrieb hier ist, der Getriebemotoren dieser Art herstellt.

Wer sich mit der Reparatur von diesen Motoren samt Getriebe auskennt, wird mit Sicherheit nicht die Fachkraft für Steuerungstechnik sein.
Meine meinung ist, der dieses Anforderungsprofil in der Firma für diese, eine Fachkraft erstellt hat, hat von der Realität überhaupt keine Ahnung, oder?
Will sagen, man muss immer mit den Anforderungen auf dem Teppich bleiben, dann findet man genügend Arbeitnehmer, auch Spezialisten.
Noch ne Weisheit, wie wird man Spezialist?
Klar, wenn ein Arbeitgeber einem eine Gelegenheit gibt, ein Spezialist zu werden, aber das will ja keiner mehr, sondern nur noch Sahnehäubchen.

jeder sucht die Superfachkraft mit mindestens zwei Studiengängen und Abschluss 1, einige Fremdsprachen wobei Englisch und Französich als Muttersprache angesehen werden, davon mimdestens Chinesich und Russisch perfekt in Wort und Schrift wegen der Zukunftsmärkte, auch wenn ich nur Zulieferer für weiss ich was bin und das nur im Inland.
10 Jahre Auslandserfahrung, davon mimdestens 5 in China aber nicht älter als 25 Jahre und ein Gehalt weit unter 1000 € und darin sind Überstunden von mimdestens 100 Stunden pro Monat
bereits abgegolten, das läuft nicht!
Hab zur Verdeutlichkeit ein ganz, ganz klein wenig überzogen!

Gebratene Tauben fallen nicht vom Himmel.

Gruss

Gerd

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jawohl
Hallo Jim,

kann mich Alex nur anschließen. Bei einem ehemaligen Arbeitgeber von mir war es auch so: Zahlte nicht oder nur teilweise, und schuld waren immer die anderen, vor allem die böse Bank. Zum Schluss wurde den Mitarbeitern angeboten, sich Mobiliar mit nach Hause zu nehmen. Ansonsten überliéß es der Chef den Angestellten, ihr Gehalt einzuklagen. Hat den nicht gejuckt. Meine Meinung dazu ist: Wenn Gehalt ausbliebt, ist das ein absolut ernstes Signal. Kündigen ist da wohl die beste Lösung.

Grüsse
Anna

Hallo Gerd,

ca. 1 Jahr verzweifelt auf der Suche nach einem Masch-Bau-Ing.
(gut, ich bin in BaWü, da sieht’s anders aus).

kann ich nicht glauben!!!

Dann wohnst Du garantiert nicht in Stuttgart, wo die großen Automobilfirmen immer noch wie Staubsauger am Arbeitsmarkt für Ingenieure wirken.

Es sind bestimmt genügend Dipl.-Ing. da.

Nur nicht solche, die die Anforderungen erfüllen.

Was stellst Du denn für Forderungen, kann es daran liegen?

Es geht bei mir um technische Kostenanalyse. Dazu benötigt man einen Ingenieur / Techniker, der sich mit der Groß-Serienproduktion auskennt (Fertigungsverfahren, insbesondere Kunststoff-Spritzguss) und die Prozesse kostenmäßig bewerten kann. Ausserdem wären Kenntnisse in Wertanalyse nicht schlecht.

Wie und wo suchst Du denn diesen?
Bestimmt nicht über die Süddeutsche Zeitung, oder?

Da ich bei einem großen Automobilzulieferer-Konzern mit ca. 30.000 MA arbeite, kannst Du davon ausgehen, dass wir die Anzeige nicht in einem kleinen Blatt haben.

Es ist bestimmt jemand bereit, nach BaWü wegen Arbeit zu
ziehen, falls es dort keinen geben sollte, davon bin ich fest
überzeugt.

Deshalb habe ich auch fast nur Bewerbungen von ausserhalb BaWü, da hier der Markt leergefegt ist.

Das Besondere an der Stelle ist, dass man sich als Maschinenbauer mit kaufmännischen Dingen beschäftigen muß und für die Kosten auch beim Kunden (Automobilhersteller) gradstehen muß => unangenehm !

Will sagen, man muss immer mit den Anforderungen auf dem
Teppich bleiben, dann findet man genügend Arbeitnehmer, auch
Spezialisten.

Auch unsere Kunden (Automobilhersteller) finden am Markt kaum die passenden MA, daher bilden sie intern aus (zeitaufwendig).

jeder sucht die Superfachkraft mit mindestens zwei
Studiengängen und Abschluss 1, einige Fremdsprachen wobei
Englisch und Französich als Muttersprache angesehen werden,
davon mimdestens Chinesich und Russisch perfekt in Wort und
Schrift wegen der Zukunftsmärkte, auch wenn ich nur Zulieferer
für weiss ich was bin und das nur im Inland.

Wie gesagt, es geht auch ein Techniker. Englisch ist Pflicht (internationaler Konzern / intern. Kunden), sonstige Fremdsprachen zwar „nice to have“ aber nicht notwendig.

10 Jahre Auslandserfahrung, davon mimdestens 5 in China aber
nicht älter als 25 Jahre und ein Gehalt weit unter 1000 € und
darin sind Überstunden von mimdestens 100 Stunden pro Monat
bereits abgegolten, das läuft nicht!

idealerweise 3-4 Jahre Berufserfahrung, noch mehr idealerweise vorher eine Lehre (beim Techniker sowieso Pflichtausbildung), 35 Stunden-Vertrag, IG-Metall-übliche Bezahlung (darüber wacht der Betriebsrat sehr genau !!!).

Gebratene Tauben fallen nicht vom Himmel.

Technisch ausgebildete mit kaufmännischem Interesse leider auch nicht !!!

Grüsse

Sven

Hallo Sven,

siehste, genau was ich gesagt habe!
Alle wollen eine fertige Fachkraft haben, keiner will sie aber dazu ausbilden.
Mein kleines, übertriebenes Beispiel passt genau dazu.
Dein Anforderungsprofil werte ich jedenfalls so.

Wieso bist Du Dir sicher, dass Du solch einen ausgebildeten Spezialisten überhaupt finden kannst?

Ich sage Dir, das wird nicht klappen!

Ihr seit ein spezieller Betrieb mit speziellen Fertigungstechniken und ganz engem, sehr kostenbewusstem Kundenkreis, soviel Firmen dieser Art wird es wohl nicht geben, die sich den Markt teilen, also können auch keine überflüssigen Fachkräfte auf dem Markt verfügbar sein!

Sollte aber eine Fachkraft auf dem Markt bei einer anderen Firma solch einen speziellen Job ausüben warum sollte er wechseln, wegen Tarifgehalt?

Wenn ich solch einen Job hätte und ich wäre zufrieden, würde ich in der heutigen Zeit überhaupt nicht wechseln und macht auch wohl keiner.
Grund: Probezeit, Arbeitsklima und was weiss ich was noch für Gründe im Einzelfall auftreten würden, die mir den wackeligen Einstieg ermöglichen. Vielleicht mit nicht bestandener Probezeit enden könnte, da bleibt doch jeder wo er ist, oder?

Es geht bei mir um technische Kostenanalyse. Dazu benötigt man
einen Ingenieur / Techniker, der sich mit der
Groß-Serienproduktion auskennt (Fertigungsverfahren,
insbesondere Kunststoff-Spritzguss) und die Prozesse
kostenmäßig bewerten kann. Ausserdem wären Kenntnisse in
Wertanalyse nicht schlecht.

Warum gebt ihr keinem Dipl.-Ing. oder Techniker eine Gelegenheit sich in dieses Fachgebiet einzuarbeiten?
Traut ihr das keinem neuen Mitarbeiter zu?

Nachdem ihr ja ein mittelständiges Unternehmen seit, habt ihr bestimmt eine Fachkraft die einen neuen Kollegen an das spezielle Gebiet ranführen kann.

Wenn ich Dir meinen beruflichen Werdegang schildern würde, würdest zu der Erkenntnis kommen, dass so etwas funktionieren könnte!
Bleiben wir bei meiner technischen Seite:
Vom Strippenzieher an der ersten in Deutschland gebauten, vollautomatischen Auswuchtmaschine zum Entwicklungsing. bei einer sehr grossen Firma, alles ohne Studium.
Sowas würde in der heutigen Zeit nicht mehr klappen, ich weiss!
Man hat mich nur gefragt, traust du dir dieses und jenes zu? Ich nickte und machte es, so einfach war das mal früher!

Gut, ich hatte wohl besonderes Glück, aber immerhin, es gab mal sowas!

Gruss

Gerd

Hallo Gerd,

siehste, genau was ich gesagt habe!
Alle wollen eine fertige Fachkraft haben, keiner will sie aber
dazu ausbilden.
Mein kleines, übertriebenes Beispiel passt genau dazu.
Dein Anforderungsprofil werte ich jedenfalls so.

Wobei ich bei allem, was man nachträglich lernen kann (und will) auch Abstriche im Profil mache. Hauptknackpunkt ist aber immer die Verbindung von Kostenbewußtsein und Technik.

Ihr seit ein spezieller Betrieb mit speziellen
Fertigungstechniken

Das würde ich nun mal nicht so ausdrücken. Laut wer-liefert-was und GKV (Gesamtverband der kunststoffverarbeitenden Industrie) gibt es wohl über 3.000 Kunststoffverarbeiter in ganz Deutschland. Genug, um entsprechende „Spezialisten“ auszubilden. Übrigens: ich selbst habe nie in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb gearbeitet, habe solche Waren aber als technischer Einkäufer betreut und mir so mein Wissen aufgebaut. Das Problem ist, dass sämtliche FH / Unis usw. bis Mitte / Ende der 90er noch hauptsächlich in Richtung Stahl ausgebildet hatten und den Kunststoff-Trend vollkommen verschlafen haben. Entsprechend viele Werkzeugmacher für Stanz-Werkzeuge gibt es und entsprechend gesucht sind Werkzeugmacher für Spritz-WZ.

und ganz engem, sehr kostenbewusstem
Kundenkreis,

Das ist in den meisten Fällen das KO-Kriterium, dem Druck durch die Kunden will nämlich kaum einer ausgesetzt sein.

soviel Firmen dieser Art wird es wohl nicht
geben, die sich den Markt teilen, also können auch keine
überflüssigen Fachkräfte auf dem Markt verfügbar sein!

Bosch, Hella, DaimlerChrysler, BMW, Audi, VW, Porsche, Mahle, Valeo, Johnson Controls, Bertrand, Faurecia, usw., Du brauchst eigentlich nur in die gelben Seiten von Stuttgart und Umgebung oder in Branchenverzeichnisse reinschauen. Jeder 7. Arbeitsplatz in Deutschland hängt von der KfZ-Branche ab. Da dürfte es eigentlich genügend potenzielle AG geben…

Sollte aber eine Fachkraft auf dem Markt bei einer anderen
Firma solch einen speziellen Job ausüben warum sollte er
wechseln, wegen Tarifgehalt?

Das ist eines der Hauptprobleme. Das Preisniveau wird durch die KFZ-Hersteller (Porsche, Daimler, BMW usw.) versaut und die Zulieferer tun sich entsprechend schwer, Leute zu rekrutieren.

Wenn ich solch einen Job hätte und ich wäre zufrieden, würde
ich in der heutigen Zeit überhaupt nicht wechseln und macht
auch wohl keiner.

Solange ein sicherer und gut bezahlter Job bei einem bürokratischen Großbetrieb wichtiger ist, als Arbeitsinhalte, wird das auf jeden Fall auch so bleiben.

Grund: Probezeit, Arbeitsklima und was weiss ich was noch für
Gründe im Einzelfall auftreten würden, die mir den wackeligen
Einstieg ermöglichen. Vielleicht mit nicht bestandener
Probezeit enden könnte, da bleibt doch jeder wo er ist, oder?

Mittlerweile sogar dann, wenn die Großkonzerne aufgrund Hierarchieabbau keinerlei Aufstiegschancen mehr bieten.

Warum gebt ihr keinem Dipl.-Ing. oder Techniker eine
Gelegenheit sich in dieses Fachgebiet einzuarbeiten?
Traut ihr das keinem neuen Mitarbeiter zu?

Firmenintern will sich keiner bewerben, da sich keiner diesen Stress mit den Kunden antun will - ist halt einfach ein bisschen unbequem, beim Kunden für (evtl. unnötige) Kosten geradezustehen, für die z.T. andere Kollegen verantwortlich sind.

Nachdem ihr ja ein mittelständiges Unternehmen seit, habt ihr
bestimmt eine Fachkraft die einen neuen Kollegen an das
spezielle Gebiet ranführen kann.

Ja, das könnte ich z.B. machen, für einige andere Dinge gibt es auch Seminare (z.B. VDI Wertanalyse)

Wenn ich Dir meinen beruflichen Werdegang schildern würde,
würdest zu der Erkenntnis kommen, dass so etwas funktionieren
könnte!

Ja, ich habe nach meinem Studium als Maschinenbauer auch im Einkauf angefangen und es hat sehr gut funktioniert.

Sowas würde in der heutigen Zeit nicht mehr klappen, ich
weiss!

In der Industrie vielleicht nicht. Aber: ein Freund von mir, ohne Hauptschulabschluss ist heute auf Bereichsleiterebene bei einem bekannten schwedischen Möbelhaus…

Man hat mich nur gefragt, traust du dir dieses und jenes zu?
Ich nickte und machte es, so einfach war das mal früher!

Leider ist es heute oftmals so, dass „alte Platzhirsche“, denen damals genauso die Chance gegeben wurde, heute versuchen, die Mitarbeiter klein zu halten, um die eigene Position zu sichern (mein Vorgänger war z.B. so einer - nach 45 Jahren in der gleichen Firma und davon 30 Jahre auf dem gleichen Platz ging er dann endlich in die Rente).

Gut, ich hatte wohl besonderes Glück, aber immerhin, es gab
mal sowas!

Gibt es mittlerweile wieder. Denn nachdem man alle älteren AN in Frührente geschickt hat, haben wir wieder die Situation, dass den jüngeren AN (zwangsweise) mehr Verantwortung übertragen werden muß (so mancher alter Platzhirsch muß allerdings erst lernen, loszulassen).

Meine Aussagen sollen allerdings keine Verallgemeinerung darstellen (ich kenne auch ältere AN, die sehr fit sind) - sie stellen aber meine Erfahrung der letzten Jahre dar.

Grüsse

Sven