Einstellungsstop... Ausnahme bestätigt die Regel?

Hallo,

ich mache zur Zeit meine Ausbildung zur Bürokauffrau. Im Mai mach ich meine Abschlussprüfung, und zum 31.07.2003 werde ich nach Bestehen meiner mündlichen Prüfung meine Ausbildung abschliessen.

Ich kann aber nicht übernommen werden, da für das Jahr 2003 eine Einstellungsstop vorliegt. Deutschlandweit dürfen in unserer Firma keine Personen mehr eingestellt werden. So, mein Chef sagte mir aber, dass die Chancen dann im Januar 2004 bzw. im März 2004 (wenn meine Ausbildung tatsächlich enden würde, denn ich habe verkürzt) bei 95 % stehen, dass ich übernommen werde. Allerdings hat er sich bei den anderen Azubis vor mir auch quer gestellt und wollte diese auch nicht verkürzen lassen; wenn sie die Ausbildung nicht verkürzt hätten, hätte er sie angeblich übernommen… naja, so weit so gut.

So, eine Kollegin von mir hat einen befristeten 2-Jahresvertrag. Dieser läuft zum 30.06.2003 aus. Diese Kollegin ist momentan die Vertretung unserer Abteilungsleiterin (nur nebenbei). Da ihr Vertrag dieses Jahr ausläuft müsste ja ein neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen werden für eine erneutes Arbeitsverhältnis. Aber angeblich ist ja Einstellungsstop.

Gibt es nun tatsächlich einen Unterschied zwischen einem befristeten 2-Jahresvertrag und einem Ausbildungsvertrag? Ich meine, wenn die beiden Verträge auslaufen muss doch eine neuer Vertrag geschlossen werden, aber dies würde ja unter den Einstellungsstop fallen.

Ich werde somit nicht in dieser Firma bleiben (gezwungenermaßen), aber meiner Kollegin wurde gestern vom Chef versichert, dass sie BLEIBEN KANN, er findet eine Lösung, bzw. hat schon eine gefunden.

Wie kann ich mich nun wehren bzw. argumentieren? Alle sind äußerst zufrieden mit mir in der Firma, alle loben mich, und am liebsten würden sie mich behalten. Aber Argument gegen meine Einstellung ist eben wie gesagt der Stop. Wieso darf ich dann nicht bleiben aber meine Kollegin (mit der sie übrigens auch sehr zufrieden sind)? Ich finde das so ungerecht… ich würde so gerne dort bleiben.

Allerdings muß ich noch hinzufügen dass mein Chef nicht gerade der fairste in solchen Dingen ist. Er ist dafür bekannt dass er sich in solchen Entscheidungen viel Zeit lässt bzw. alles bis aufs letzte hinauszögert, und dann nicht immer im Sinne des Arbeitnehmers handelt (diese Tatsache nur nebenbei bemerkt), sondern nur so handelt, wie es ihm gerade paßt. Unser Betriebsrat kriecht ihm in den Arsch, auf den kann ich auch nicht zählen.

Ich will auch nicht unbedingt um diese Stelle betteln, ich möchte es nur verstehen wieso meine Kollegin als Ausnahme behandelt wird. In meiner Firma kann ich noch mit keinem darüber reden, da es noch inoffiziell ist, dass meine Kollegin übernommen wird.

Ich bin mal gespannt auf Eure Antworten und hoffe dass ich mein Problem einigermaßen klar formuliert und erklärt habe…

Danke im Voraus!!!

Gruß

B.

Hallo.

Wie kann ich mich nun wehren bzw. argumentieren? Alle sind
äußerst zufrieden mit mir in der Firma, alle loben mich, und
am liebsten würden sie mich behalten. Aber Argument gegen
meine Einstellung ist eben wie gesagt der Stop. Wieso darf ich
dann nicht bleiben aber meine Kollegin (mit der sie übrigens
auch sehr zufrieden sind)? Ich finde das so ungerecht… ich
würde so gerne dort bleiben.

– Tja, viel machen kannst Du da nicht. Wenn der AG Dich nicht weiter beschäftigen will, ist das aus Deiner Sicht sicherlich ärgerlich, aber eine rechtliche Handhabe hast Du schlicht und einfach nicht.

Gruß,
LeoLo

Hallo,

es gibt zuweilen in einigen Tarifverträgen oder betrieblichen Vereinbarungen eine Klausel, dass AZUBIS für sechs Monate übernommen werden müssen.
Versuch das doch mal herauszubekommen. Auch wenn Euer Betriebsrat ein Geschäftsrat ist, müßte er zumindest wissen, ob bei Euch so etwas besteht.
Im übrigen entscheidet tatsächlich der Arbeitgeber mit wem er zusammen arb3eiten will.

Grüße Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo B,

nur so nebenbei zu dem, was die anderen schon gesagt haben:

Es ist sicher bei Einstellungsstopp einfacher für Deinen Chef, eine vorhandene (wenn auch befristete) Stelle zu verlängern als eine neue Stelle zu schaffen. Denn dies müßte er vermutlich für Dich tun.

Und zur Kritik an Deinem Chef: Er muß nicht zwangsläufig mitarbeitergenehm entscheiden. Gerade in schwierigen Unternehmenssituationen ist er als Chef aufgerufen, vor allem erst einmal unternehmensförderlich zu entscheiden, was leider bei solchen Rahmenbedingungen häufig eben nicht mitarbeiterfreundlich ist…

Grüße
Jürgen