beschiß bei der telekom

hi leutchens,
ich muß mir mal frust von der seele reden.
seit fast einem jahr werden jobs bei der telekom reduziert. das ganze wird nett verpackt. in jedem ressort (abteilung) gibt es gewisse clearingverfahren. wenn man denn gecleart ist, darf man bei vollem lohnausgleich zuhause auf abruf sitzen und hoffen, das man innerhalb der telekom wieder vermittelt wird. egal ob man kompetent ist oder nicht. für tarifkräfte gilt: 2 mal darfst du ablehnen, danach bist du draußen. wenn du innerhalb von vier jahren nicht vermittelbar bist, bist du draußen.
für beamte gilt das gleiche–mit dem unterschied, das man noch nicht weiß, was man nach vier jahren mit beamten machen soll.
man hat uns nahegelegt sich doch in dieser zeit auch bei den öffentlichen arbeitsämtern als suchende zu melden. offiziell tauchen wir aber in deren statistiken nicht auf weil wir ja noch als beschäftigt gelten. sowas darf natürlich nicht an die öffentlichkeit.
aber mir platzt langsam der kragen.
schöne welt–heile welt—
sucht noch jemand nen job im öffentlichen dienst??
meldet euch bei mir.
ich vermittel euch keinen, ich klär euch nur auf
schöne woche
anteff

Hallo!

sucht noch jemand nen job im öffentlichen dienst??

Vielleicht ist es Dir entgangen: Die Zeiten der Staatspost mit Monopol sind zum Glück vorbei. Das waren nämlich für die Kunden ganz und gar unbefriedigende Zustände. Eigentlich gab es überhaupt keine Kunden. Es gab nur Antrag- und Bittsteller und ansonsten Publikum, das Staatsbedienstete beim ruhigen Arbeitsalltag in lästiger Weise störte. Die Telekom ist KEIN öffentlicher Dienst und muß deshalb betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten beachten. Dazu gehört, daß genau so viel Personal beschäftigt werden muß, um die Aufgaben zu erfüllen. Zu viel Personal belastet das Betriebsergebnis. Also muß man sich von überflüssigen Mitarbeitern trennen. Dafür gibts den Weg betriebsbedingter Kündigungen. Dabei spielt aber verdi vermutlich nicht mit, also braucht man andere Wege, die naturgemäß für die betroffenen Mitarbeiter auch nicht angenehm sind.

Was stellst Du Dir vor? Wie soll der ehemalige Staatsbetrieb von seinen Schulden herunter kommen? Wie soll das Unternehmen zu einem vorzeigbaren Betriebsergebnis kommen? Was soll man mit den nicht mehr benötigten Mitarbeitern machen?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang

Was stellst Du Dir vor? Wie soll der ehemalige Staatsbetrieb
von seinen Schulden herunter kommen? Wie soll das Unternehmen
zu einem vorzeigbaren Betriebsergebnis kommen? Was soll man
mit den nicht mehr benötigten Mitarbeitern machen?

das ist wieder einseitig und typisch Unternehmer-Denkweise.
Erzähl bitte mal deutlich, was der ehemalige Postler dann in Zukunft machen soll?
Es ist und bleibt eine Schweinerei der gesamten Industrie auf Rücken der Arbeitnehmer die Geschäftsabschlusszahlen so zu manipulieren, dass es den Aktionären angenehm ist.

Einesteils soll die Wirtschaft angekurbelt werden, und dann wird munter nach dem Zufallsprinzip entlassen, wie hier ja deutlich dargestellt wird und das soll die Wirtschaft ankurbeln?

Eines schreib Dir mal auf die Fahnen, Arbeitslose und die daraus zukünftigen Sozialhilfeempfänger gehören bestimmt nicht dazu, die Kaufkraft anzukurbeln.

Solange die Wirtschaft glaubt mit Manipulation der Zahlen durch Abbau der Arbeitskräfte zu regulieren, wird es in unserem besch… Staat nichts mehr werden, sondern nur durch Arbeit und das möglichst mit vielen Leuten.
Man soll die Dummschwätzer in der Industrie und in der Politik mal entlassen, die die Meinung vertreten, durch 2-3% Abbau der Sozialbeiträge mehr Arbeitsplätze und billiger produzieren können, die haben vergeblich das kleine 1X1 gelernt!

Gruss

Gerd

2 „Gefällt mir“

Es ist und bleibt eine Schweinerei der gesamten Industrie auf
Rücken der Arbeitnehmer die Geschäftsabschlusszahlen so zu
manipulieren, dass es den Aktionären angenehm ist.

Hallo Gerd,

unabhängig davon, in welcher Rechtsform ein Unternehmen arbeitet (hat also nichts mit Industrie, Kapitalgesellschaften und Aktionären zu tun), muß Gewinn erwirtschaftet werden. Ein Unternehmen, das eine Dienstleistung oder ein Produkt verkauft, darf nur so viele Produktionsmittel einsetzen, wie zur Erreichung des Ziels nötig sind. Es muß also sparsam gewirtschaftet werden. Andernfalls kann das Unternehmen von seinem Produkt nicht leben. Sehr bald wäre die Pleite des Unternehmens die Folge. Ich sehe an dieser Stelle nicht die kleinste Interessenkollision von Belegschaft und Unternehmer. Die Belegschaft muß vitales Interesse daran haben, daß „der Laden brummt“, denn von einer verschuldeten, am Boden liegenden Firma profitieren nur Insolvenzverwalter und Resteverwerter.

Niemand käme auf die Idee, von einem Unternehmen zu verlangen, es möge unnötig viele Grundstoffe einsetzen, nicht benötigtes Material kaufen und auf Halde legen und mit dem Energieeinsatz möglichst verschwenderisch umzugehen. Merkwürdigerweise glauben aber einige Leute, daß es Aufgabe und Ziel eines Unternehmens sein kann, möglichst viele Menschen zu beschäftigen. Es verhält sich nicht anders wie beim Energie- und Materialeinsatz: Nur genau so viele Menschen dürfen beschäftigt werden, wie zur Erreichung der Unternehmensziele nötig sind. Darüber hinaus gehende Beschäftigte zehren sofort an der Lebens- und Überlebensfähigkeit des Unternehmens und gefährden damit die Arbeitsplätze der gesamten Belegschaft.

Ein Unternehmen wirtschaftet im Grunde genau so wie jeder private Haushalt. Eine Familie kauft so viel ein, wie sie braucht. Vielleicht werden noch Reserven für Notfälle und Unvorhergesehenes angelegt. Beauftragt die Familie einen Handwerker, wird darauf geachtet, daß die Kosten im geplanten Rahmen bleiben. Auf keinen Fall käme jemand auf die Idee, nicht gebrauchte Handwerker zu engagieren, die nur herum stehen und Kosten ohne Gegenleistung verursachen.

So einfach ist das ganze Spiel. Mehr „Geheimnisse“ hat unser Wirtschaftsgeschehen im Grunde nicht. Ein Feld für Polarisierungen und Ideologie kann ich nicht erkennen.

Gruß
Wolfgang

3 „Gefällt mir“

Hallo Wolfgang,

ist richtig, es

muß Gewinn erwirtschaftet werden. Ein
Unternehmen, das eine Dienstleistung oder ein Produkt
verkauft, darf nur so viele Produktionsmittel einsetzen, wie
zur Erreichung des Ziels nötig sind. Es muß also sparsam
gewirtschaftet werden.

und was hat denn die Telekom gemacht und über die redeten wir doch eingangs? hat sie dieses Ziel verfolgt?
Wer hat denn marode Telefongesellschaften aufgekauft und nicht gewinnbringend damit gewirtschaftet, sondern 10.000 dafür entlassen?
Das alles haben diese 10.000 Leute zu verantworten?
Nein, es war eine geringe hochkarätige Führungsmannschaft, die nicht
in das soziale Loch dadurch fällt, das ist Realität.
Redet nicht immer am Thema vorbei.

Ich habe hier noch nirgends ein Wort darüber gehört, wenn Firmenführungen egal welcher Gesellschaftsform absoluten Blödsinn verzapfen, dass hier darüber auch nur ansatzweise diskutiert wird, sondern immer sind es Arbeitnehmer die an allem Schuld sind und vor allem seit Neuestem zu teuer sind, in meinen Augen ein viel zu einfaches Gelaber irgend welcher Führungsschichten.

Ich hab hier nichts gelesen über die Schweinerei mit den Abfindungen bei Mannesmann. Ist das etwa unser neuer Führungsstil in der Industrie: Wie kann ich als Führungsmannschaft am meisten absahnen und dann nach mir die Sintflut?

kleinste Interessenkollision von Belegschaft und Unternehmer.
Die Belegschaft muß vitales Interesse daran haben, daß „der
Laden brummt“, denn von einer verschuldeten, am Boden
liegenden Firma profitieren nur Insolvenzverwalter und
Resteverwerter.

Und warum kommen so viele Firmen an den Rand des Absturzes? Weil die Belegschaft zu faul zum Arbeiten ist? Nein, weil in den meisten Firmen zu wenig produktiv beschäftigt sind und der Wasserkopf nur noch damit beschäftigt ist um sich zu treten anstatt sich damit zu beschäftigen was bringt meine, unsere Firma weiter, meine Meinung.

Niemand käme auf die Idee, von einem Unternehmen zu verlangen,
es möge unnötig viele Grundstoffe einsetzen, nicht benötigtes
Material kaufen und auf Halde legen und mit dem Energieeinsatz
möglichst verschwenderisch umzugehen. Merkwürdigerweise
glauben aber einige Leute, daß es Aufgabe und Ziel eines
Unternehmens sein kann, möglichst viele Menschen zu
beschäftigen.

Wer sagt das? Habe ich sowas gesagt?
Möglichst viele Menschen zu beschäftigen, muss nicht sein, aber in allen Ebenen sinnvol und nicht nur in der Produktion.
Und wenn wir schon dabei sind, sollen alle Beschäftigten in der Führungsschicht nur in einem Job tätig sein und nicht Gewerkschaftsboss und gleichzeitig im Aufsichtsrat der Lufthansa rumwurschteln z.B. und heute hüh und morgen hott sagen müssen, auch das schafft mehr Arbeitsplätze und Tranparenz.

Gegenbeispiel zu Deiner Materialwirtschaft:
5 Mill. ohne Arbeit können kein neues Auto kaufen,
5 Mill. ohne Arbeit können keine Luxusgüter kaufen,
5 Mill. ohne Arbeit können nicht sich jährlich einkleiden,
5 Mill. ohne Arbiet müssen nur billig ihre Lebensmittel einkaufen,
5 Mill. ohne Arbeit verbrauchen wenig Diesel und Benzin,
5 Mill. ohne Arbeit benutzen nicht täglich öffentliche Verkehrsmittel um in die Arbeit zu kommen…
und so könnte wir noch 100 Beispiele aufführen.

Wolfgang, Du denkst nur unternehmerisch. Sollt und musst Du auch, aber auch solltest Du Dir langsam Gedanken darüber machen, wo in Zukunft Deine Absatzmärkte liegen in diesem, unserem Land.
Man kann nicht den Lohn der arbeitenden Bevölkerung gegen null fahren und gleichzeitig davon ausgehen, dass ich hier mit überteuerten Produkten in Deutschland dann Kapital abschöpfen kann.
Subventionen können nicht mehr lange fliessen, denn ein Heer von Sozialhilfeempfängern oder ein Millionenheer von 400€-Jobler bringen wohl kaum was in die Kasse von Hans Eichel.

Nur genau so viele Menschen dürfen
beschäftigt werden, wie zur Erreichung der Unternehmensziele
nötig sind. Darüber hinaus gehende Beschäftigte zehren sofort
an der Lebens- und Überlebensfähigkeit des Unternehmens und
gefährden damit die Arbeitsplätze der gesamten Belegschaft.

Ach ja, denkt man in den Führungsetagen ebenso?

Ein Unternehmen wirtschaftet im Grunde genau so wie jeder
private Haushalt. Eine Familie kauft so viel ein, wie sie
braucht.

Nein, in vielen Fällen nur noch, sowiel wie der Geldbeutel hergibt.

Vielleicht werden noch Reserven für Notfälle und
Unvorhergesehenes angelegt. Beauftragt die Familie einen
Handwerker, wird darauf geachtet, daß die Kosten im geplanten
Rahmen bleiben. Auf keinen Fall käme jemand auf die Idee,
nicht gebrauchte Handwerker zu engagieren, die nur herum
stehen und Kosten ohne Gegenleistung verursachen.

So soll es sein und so ging es seit Kriegsende schon immer, kenne es nicht anders. Also was soll ich daraus entnehmen? Alte, uralte Weisheit.
Und wenn wir schon bei Handwerker sind, auch alle die es sich noch leisten könnten, sollten Handwerker beschäftigen, die das Geld auch versteuern und nicht als getarnte Nachbarschaftshilfe steuerfrei einschieben, so üblich auf dem Land, oder?

So einfach ist das ganze Spiel. Mehr „Geheimnisse“ hat unser
Wirtschaftsgeschehen im Grunde nicht. Ein Feld für
Polarisierungen und Ideologie kann ich nicht erkennen.

Nein, dann schaust Du in die falsche richtung.
Ich sehe das ganze Geschreie um die teuren Arbeitsplätze einfach so, man will den Profit der Industrie nur noch gewaltig nach oben schrauben, sonst nichts und das auf Kosten einer Minderheit, die sich nicht wehren kann.
Wenn alles so furchtbar teuer und unrentabel ist, frage ich mich nur, warum wir immer noch eine führende Rolle im Export von Maschinen spielen?

Ich glaube Du hörst in den Nachrichten nicht richtig zu, wenn dort ein Politiker wieder behauptet, dass die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe 3 Milliarden für die Bundeskasse bringt.
Ich habe noch niemals gehört, wieviel Arbeitsplätze das bringt. Brauchen sie auch nicht sagen, denn es bringt nicht einen vernünftig bezahlten Job dadurch, ausser diese 400€-Jobs, die zum Sterben zuviel sind und zum Leben zu wenig sind…sagt ein altes Sprichwort.
Diese Jobs bringen aber auch keine Kaufkraft, sondern nur noch einen grösseren Scherbenhaufen, als das was jetzt schon vorhanden ist.

Zum Schluss ein schönes Beispiel unser Marktweirtschaft:
heute ein wenig Wurst beim Metzger eingekauft

Pfeffersalami 202 gr. für 3,11
Schinkenwurst 190 gr. für 1,65
Fleischkäse 614 gr. für 4,11
3 stück Sulzen für 5,40
also etwas mehr als ein kg Fleich, meist minderer Qualität

macht unterm Strich 14,27€.

Der Schlachtpreis für Schweinefleich lag um den ersten Mai knapp bei 2€ /kg.
Solange in unser Gesellschaft dieses Missverhältnis vom Erzeuger zum Endverbraucher vorliegt, wird es immer schneller bei uns abwärts gehen.

Gruss

Gerd

1 „Gefällt mir“

Optimierungsschraube
Hallo Wolfgang,

…Nur genau so viele Menschen dürfen
beschäftigt werden, wie zur Erreichung der Unternehmensziele
nötig sind. Darüber hinaus gehende Beschäftigte zehren sofort
an der Lebens- und Überlebensfähigkeit des Unternehmens und
gefährden damit die Arbeitsplätze der gesamten Belegschaft.

Ich bin kein BWL’er und auch kein Unternehmer, aber was mir in letzter Zeit auffällt: es wird liebend gerne an der Optimierungsschraube gedreht. Wenn man Arbeit für 10 Leute hat, wird probiert, ob es nicht auch mit 9 Leuten geht. Wenn das geht, dann mit 8 Leuten - und so weiter. Irgendwann geht das auf Kosten der Qualität des Ergebnisses.

Und mein persönlicher Eindruck ist, dass dies oft geschieht um die Gewinne zu maximieren und nicht, um die Marktposition zu behaupten/auszubauen.

Die Frage ist doch: können wir es uns wirklich erlauben, in Deutschland einen solchen Preiskampf auf Kosten der Qualität einzugehen? Das kann doch nicht gut gehen!

Gruß
Stefan

1 „Gefällt mir“

Wunschkonzert
Hallo Gerd,

ich mische mich mal ein wenig in euren soziale-marktwirtschafts-diskurs ein.

eigentlich habt ihr ja beide recht. die von die geforderte einmischung bei verschiedenen dingen unternehmerischen handelns kann ich aber nur schwer nachvollziehen. Wirtschaft funktioniert doch eigentlich nur ohne einmischung des staates oder anderer stellen. dies einmal wie folgt vereinfacht dargestellt:

Ein Unternehmen wird aus einer guten idee gegründet. es wächst und gedeiht, stellt viele MA ein und schreibt großartige gewinne.

bedingt durch den natürlichen gesellschaftlichen, technologischen und/oder wertewandel der gesellschaft verkaufen sich produkte und dienstleistungen des unternehmens nicht mehr. MA werden freigesetzt, schließlich wird das unternehmen geschlossen. viele arbeitslose.

durch eben erwähnten wandel werden aber neue ideen generiert, neue unternehmen gegründet für die wieder neue arbeitskräfte benötigt werden. mittel- bis langfristig werden die meisten arbeitslosen wieder in lohn und brot gestellt. vollbeschäftigung wird es nie geben, ökonomisch gesehen wäre dies auch eine katastrophe.

so weit so gut. natürlich ist das alles nur wunschkonzert und so ideal wird dies niemals funktionieren, aber annährend. ohne das amerikanische modell verherrlichen zu wollen, findet man dort arbeitnehmer, die heute in der IT und morgen als bauarbeiter arbeiten. nicht nur der arbeitsmarkt ist dort flexibel, sondern auch der arbeiter. wiederrum vereinfacht ausgedrückt.

jetzt mischt sich der staat ein. wir nehmen das beispiel von oben.

Ein Unternehmen wird aus einer guten idee gegründet. es wächst und gedeiht, stellt viele MA ein und schreibt großartige gewinne.

bedingt durch den natürlichen gesellschaftlichen, technologischen und/oder wertewandel der gesellschaft verkaufen sich produkte und dienstleistungen des unternehmens nicht mehr. MA sollen freigesetzt werden, dies geht aufgrund des Kündigungsschutzes nur mangelhaft, man entläßt also die jüngsten, leistungsbereitesten und behält was in der sozialauswahl ganz oben steht. hat nichts mit der tatsächlichen leistungskraft zu tun. schließlich steht das unternehmen mit dem rücken zur wand. es findet sich ein fürsprecher, der dem unternehmen mio. staatsgelder spendiert, um einen sozialverträglichen umbau zu bewerkstelligen oder sogar einfach den weiteren betrieb sicherzustellen und arbeitslose zu vermeiden. früher oder später wird auch dieses geld verbraucht sein und es ist wertvolle zeit vertan, die besser in weiterbildungsmaßnahmen, strukturanpassung und/oder ideengenerierung gesteckt worden wäre.

ergebnis: viele arbeitslose, die noch dazu hinter den internationalen anforderungen an die moderne arbeitskraft hinterherhinken.

durch eben erwähnten wandel hätten aber neue ideen generiert, neue unternehmen gegründet für die wieder neue arbeitskräfte benötigt werden werden können. mittel- bis langfristig wären die meisten arbeitslosen wieder in lohn und brot gestellt worden. so aber sind sie nur veralteter ballast auf dem arbeitsmarkt.

das alles ist natürlich stark vereinfacht aber m.M. nach mit allgemeingültigkeit. ich wehre mich einfach dagegen, daß

  1. unsere berufspolitiker deutschland durch massive verschlechterung des investitionsklimas in die zweitklassigkeit treiben,

  2. deutschland sich außenpolitische isoliert und

  3. die bildung von eliten völlig vernachlässigt wird (was daraus entsteht sehen wir ja an unseren politikern aller couleur)

und noch etwas zu mannesmann. das hr. esser den unternehmenswert während und durch die übernahmeverhandlungen um etliche mrd. gesteigert hat wird gerne vergessen. jeder arbeitnehmer wird doch inzwischen leistungsorientiert bezahlt, warum dann nicht auch ein vv. schließlich hat doch jeder kleine aktionär davon profitiert.

die exzesse bei den golden handshakes in usa und auch ansatzweise in deutschland sollen dabei keineswegs schöngeredet oder legitimiert werden.

Gruß
Falckus

…ob es nicht auch mit 9 Leuten geht. Wenn
das geht, dann mit 8 Leuten - und so weiter. Irgendwann geht
das auf Kosten der Qualität des Ergebnisses.

Hallo Stefan,

solche Dinge regelt der Markt. Wenn die Produktqualität nicht den Anforderungen entspricht, kann das zum k.o.-Kriterium für ein Unternehmen werden.

Die Optimierung von Abläufen ist überall eine Daueraufgabe. Wenn ich sehe, daß ein Werker Tag für Tag das Gleiche macht, reizt die Aufgabe sofort. Da lohnt sich fast jeder Aufwand für eine Einrichtung, die den Vorgang automatisch rund um die Uhr erledigt und zum Dank nur hin und wieder ein paar Tropfen Öl braucht :smile:. Wo sich organisatorisch und technisch etwas machen läßt, muß man die Sache angehen, auch wenn es Arbeitsplätze kostet. In einer automatisierten Fertigung ist eine konstante und fehlerfreie Qualität i. d. R. leichter zu realisieren als mit manueller Arbeit. Was man aber mindestens bei anspruchsvolleren Produkten so gut wie nie muß, ist, den Billigheimer zu spielen. Für ein qualitativ hochwertiges Produkt ist ein angemessener Preis regelmäßig durchsetzbar. Wenn ein Unternehmen an der Qualität spart, macht es grundsätzlich etwas falsch. Es gibt zwar in jedem Bereich Kunden, die alles am liebsten kostenlos hätten, aber von solchen Kandidaten können nur Restpostenmärkte und Grabbeltisch-Läden leben.

Der Qualitätsbegriff ist nicht auf das Produkt beschränkt, sondern umfaßt die gesamte Organisationsstruktur eines Unternehmens. An solchen Stellen zu sparen, wäre das falsche Ende. Im Ursprungsposting ging es aber um die Telekom. Das Unternehmen schleppt bis heute Reste der Strukturen und üppigen Personalausstattung mit sich, die aus den Zeiten des staatlichen Monopolisten stammen. Auf Details der Umgestaltung zu einem gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen kann ich mangels Insiderkenntnis nicht eingehen. Wenn es aber einen zu hohen Personalstand gibt, muß an der Stelle abgebaut werden, ungeachtet der Tatsache, daß der Verlust des Arbeitsplatzes für jeden Betroffenen bitter ist.

Für ehemalige Staatsbetriebe ist ein zu hoher Personalstand geradezu kennzeichnend, besonders extrem ausgeprägt in den neuen Bundesländern. Man stelle sich vor, z. B. Berlin käme angesichts der desaströsen Kassenlage auf die Idee, die diversen Staatstheater zu privatisieren. Oder noch „schlimmer“: Umorganisation von einigen hundert gesetzlichen Krankenkassen nach wirtschaftlichen Kriterien… Das wird vielleicht noch etwas dauern, aber irgendwann wird es unausweichlich sein. Das sind Schritte, die Personalabbau in der Größenordnung von zig tausend Beschäftigten bedeuten und vermutlich gleichzeitig mit einer Qualitätsverbesserung der Dienstleistung einher gehen werden. Damit will ich zum Ausdruck bringen, daß Personalabbau sogar zielführend im Sinne von Qualitätsverbesserung sein kann.

Gruß
Wolfgang

Hallo Falckus,

ich mische mich mal ein wenig in euren
soziale-marktwirtschafts-diskurs ein.

ich auch:wink:

Wirtschaft
funktioniert doch eigentlich nur ohne einmischung des staates
oder anderer stellen. dies einmal wie folgt vereinfacht
dargestellt:

Das halte ich tatsächlich für etwas übertrieben, denn der Staat hat durchaus die Regeln vorzugeben und Regelverletzungen zu ahnden, was selbstverständlich zu Einmischung führt.
(Die Leugnung dessen durch amerikanische Berater in den 90ern hat IMHO z.B. im Ostblock zu den dortigen Zuständen geführt)

Ebenfalls ist es Aufgabe der Politik über kurzfristiges Kosten- bzw. Gewinndenken hinweg die Richtung der Entwicklung der Gesellschaft zu steuern (z.B. über richtungsgebende Steuern, s. Ökologie). Denn wenn erst einmal die Kosten tatsächlich anfallen und die früheren Gewinne privatisiert sind, dann ist es häufig zu spät für eine Korrketur bzw. sie wird x-mal so teuer für die Gesamtgesellschaft. Auch dies ist Einmischung…

Und zuletzt hat der Staat natürlich die Aufgabe, auch einen Wandel sozialgerecht abzufedern, der z.B. durch Dumping aus dem Ausland oder eine schwere Rezession entsteht. Das heißt nicht, dass Unternehmen beliebig lange am Tropf der Gesellschaft hängen dürfen, aber wenn Du manche Region im Osten und Westen siehst, dann weißt Du, welche Katastrophe Kahlschläge für einzelne Regionen bedeuten… Und zu diesem Wandel gehört nunmal eine gezielte Förderung und Ansiedlung von innovativen Unternehmen in solchen Regionen, aber eben auch alten, an sich funktionierenden Unternehmen für eine Übergangszeit Anpassungen zu ermöglichen, ohne sie gleich aufzugeben und zu Betriebsschließungen zu zwingen.

Verstehe mich nicht falsch, ich bin der letzte, der für sterbende Wirtschaftszweige oder Unternehmen eintritt. Und ich bin der erste, der mehr Flexibilität, Mobilität und Eigenverantwortung fordert. Nur, zu sagen, der Markt würde alles regeln, ist wirklich zu einfach gedacht, auch wenn es regelmäßig wieder zu einer Mode wird, dies zu behaupten…

Grüße
Jürgen

1 „Gefällt mir“

Hi,

völlig korrekt. Um die durch solche Rationalisierungsmaßnahmen gefährdete Qualität zu erhalten erfindet man dann in Deutschland hirnrissige Qualitätsmanagement-Systeme. Dadurch müssen sich die 9, 8, 7, … Mitarbeiter, anstatt sich auf ihre eigentliche Arbeit zu konzentrieren, auch noch damit beschäftigen sinnfreien Papierkram und unpraktische Verfahrensabläufe zu erlernen und auszuführen.

In mindestens 2 großen deutschen Unternehmen, in die ich Einblick habe, sinkt die Qualität Produkte, mit dem ich mich beschäftige, deutlich. Da aber die am grünen Tisch entwickelten Vorgaben erfüllt werden brüllen alle „Hurra“, denn es ist ja angeblich alles besser geworden und erfüllt die gesetzten Qualitätsstandards.

„Qualität“ ist für mich wenn der Endkunde ein funktionierendes, fehlerfreies Gerät pünktlich und in seinem Sinne zufriedenstellend ausgeliefert bekommt. Die Realität ist aber daß durch Rationalisierung so an der Grenze des Möglichen operiert wird, daß bei unvorhersehbaren Problemen alles zusammenbrechem wird. Jedem ist auch klar, daß es früher oder später passieren wird -> Murphys Law.

Ich empfinde es als Zumutung für Kunden und Beschäftigte daß in Deutschland in vielen Bereichen „optimiert“ wird, alles mit Regeln und Vorgaben überfrachtet wird - aber die Wertigkeit von Gütern de facto sinkt.
Wie kann es z. B. sein daß es inzwischen üblich ist daß Computerprogramme nur mit Patches, technische Geräte häufig nur nach Software-Updates funktionieren? Ich muß unterstellen daß das Produkt demnach zum Zeitpunkt der Markteinführung nicht optimal konfiguriert und getestet war.

Der Druck auf Arbeitnehmer, der Ärger für die Kundschaft und nicht zuletzt die wirtschaftliche Situation dieses Landes werden, so denke ich, irgendwann mal dazu führen daß unser pingeliges deutsches System kollabiert bzw. einen entscheidenden Wettbewerbs-Nachteil bringen wird.

MecFleih

Hi,

auch Hi,

na endlich, genau so funktioniert Made in Germany!!! (nicht mehr)

Leute, hört mit diesem hier beschriebenen Quatsch endlich auf, dann wird es wieder was mit unserer Wirtschaft.
Hoffentlich kommt sowas mal bis in unsere verstaubten Politikerköpfer, auch zum Stoiber, den ich trotzdem im Herbst wählen werde.

Ich danke Dir für den Beitrag, wundervoll.

Gruss

Gerd

Worüber beschwerst Du Dich?!
Hi!

Sei doch froh, dass die Telekom (übrigens schon seit längerem kein öffentlicher Dienst mehr, sondern AG) sich die Mühe macht und Clearings durchführt! Ihr könnt zunächst mal bei vollen Bezügen auf Jobsuche gehen (arbeitssuchend kannst Du Dicht problemlos jetzt schon beim AA melden) und sogar noch die Hilfe der Clearer in Anspruch nehmen. Der Einsatz von Outplacement läuft im Personalwesen unter SOZIALWESEN!

Es gibt genug Unternehmen (und das ist eigentlich die Regel), die ihr überflüssiges Personal einfach entlassen (ist mir in den letzten 24 Monaten gleich zwei Mal passiert) - ein paar Mark oder Euro als Abfindung (und selbst das ist noch eher Nettigkeit!) und TSCHÜSS.

Kopfschüttelnde Grüße
Guido