Hallo,
Naja, ich würde mal behaupten, daß wenn er generell
angekündigt krank ist, eine fristlose Kündigung schon
lange erfolgt wäre... :o)
schon klar, obwohl neulich war einer meiner Kollegen angekündigterweise krank. Als wir zu spötteln beganngen, stellte sich heraus, daß er irgendeine Zahngeschichte hatte, die natürlich planbar war.
Deine Meinung zu dem Ganzen kann ich zwar nachvollziehen, aber
der Vergleich hinkt. Sicherlich ist es alles ein Miteinander
und in manchen Situationen muß man sich eben auf beiden Seiten
auch kompromißbereit zeigen. Aber wenn Dein Auto mal zwei Tage
kaputt ist und Du keine Ahnung hast, wie Du zur Arbeit kommen
sollst, kannst Du da auch nicht einseitig Dir zwei Tage Urlaub
genehmigen, sondern bist auf das Entgegenkommen des AG
angewiesen.
Naja, eine Möglichkeit zur Arbeit zu kommen, gibt es immer, mal abgesehen davon, daß es im aktuellen Fall sowie meinem Beispiel um für die Arbeit unersetzbare Dinge ging: Mensch und Maschine. Insofern finde ich schon, daß das Beispiel Krankheit paßt, denn eine Ausübung der Arbeit ohne Mensch oder Maschine wäre halt schwierig. Ein Auto kann - außer bei einem Testfahrer u.ä. - ersetzt werden.
Es ist immer ein Geben und ein Nehmen und nie
nur ein Nehmen.
Darüber daß der AG hier danebengegriffen hat, sind wir uns ja einig. Mir geht es in Deutschland nur sehr oft etwas zu schnell mit dem "ist das rechtens?". Das betrifft den privaten Bereich genauso, wie die Arbeit oder alles andere.
Das geht inzwischen schon so weit, daß eine Nachbarin drei Wochen lang zitterte, weil sie beim Blumengießen in der Wohnung meiner Eltern einen Eimer Wasser umgeworfen hatte und sich der Teppich (vor zezhn Jahren recht teuer, was der Nachbarin bekannt war) in einer Ecke leicht entfärbte. Sie hatte ernsthafte Bedenken, daß meine Eltern sie nun mit der vollen Härte des Gesetzes (sozusagen) zur Rechenschaft ziehen würden. Haben sie natürlich nicht, aber sowas kommt in meinem Bekanntenkreis auch vor. Man schleppt stundenlang die Klamotten beim Umzug durch die Gegend, haut dann bei einem Übertopf eine Macke in die Glasur und schon wird vorgerechnet, wie teuer derf häßliche Pott vor x Jahren mal gewesen ist und bittet um Auszahlung.
Die Fragen hier zeigen ein ähnliches Bild, was das berufliche Umfeld angeht. Wenn der Arbeitgeber ständig zu spät zahlt und das Betriebsklima in Mors ist, ist Loyalität nicht zu erwarten. Aber ständig auf die Buchstaben des Gesetzes zu pochen, auch wenn es nur um verschmerzbare Kleinigkeiten geht, ist eine andere Sache.
Gruß,
Christian