Jobkrise...

Von: , Frage gestellt am Mo, 4. Aug 2003

Hallo Forum,

befinde mich zur Zeit in einer absoluten Jobkrise bzw. am Tiefpunkt.
Der Arbeit frißt mich total auf, der Berg auf dem Tisch wird überhaupt nicht kleiner, mein Boss fordert zum Anfang eines Monats eine Honorarplanung von den Mitarbeitern, mein Urlaubsanspruch beträgt z.Zt. 55 Urlaubstage und es ist überhaupt nicht absehbar, wann ich den mal antreten kann. Ich bin agressiv und leicht reizbar.

Das Schlimme ist, dass ich schon innerlich die Arbeitsweise bzw. das Urlaubsverhalten verschiedener Kollegen "missbillige", nach dem Motto "Wie zum Henker schaffen die das bloss, in Urlaub zu gehen und warum ich nicht ? Die nehmen Ihren Job wohl nicht ganz ernst..."

Ich weiss, ich weiss, der Björn hat ja wohl ´ne Schraube locker. Ist aber so...

Dieser Zustand dauert nun schon mehrere Monats an. Bauchschmerzen habe ich zwar noch keine, aber wenn es so weitergeht, habe ich keine Ahnung mehr, wie das alles weiterlaufen soll.

Jedesmal wenn ich irgendwo Licht am Ende des Tunnel erkenne, haut mir wieder irgendjemand dazwischen und meine Planung bricht auseinander.

Mit Chief habe ich natürlich schon darüber gesprochen, er stimmt auch mit mir vollkommen überein, dass der Erholungsurlaub notwendig ist um das Pensum überhaupt schaffen zu können... Aber, das Tagesgeschehen und sein Verhalten lässt in meinen Augen darauf schießen, dass er das Gespräch schon längst wieder vergessen hat.
Für ihn zählt im Moment nur Honorar und nichts anderes. Sorry, eine andere Erklärung habe ich auch nicht.

Ansonsten bleibt vielleicht noch zu sagen, dass mir mein Job eigentlich sehr viel Spaß bringt, ich relativ gut verdiene, eine anleitende Funktion bekleide und in manchen Dingen vom Chief auch in die Büroorganisation eingebunden werde.

Mein Sorge ist, dass ich vor Erwartungsdruck & Honorarplan bewußt den -längst- nötigen Urlaub nicht nehme und mich noch viel weiter ´reinreite und zum Schluß total fix und fertig bin.

Das nennt man dann wohl Burnout...

Grüsse aus dem Norden

Björn

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 11 Minuten 0 hilfreich
    Nur kurz ein Link dazu ...

    http://www.stressbearbeitung.de/phasen.htm

    du bist in Phase 3, also mitten drin...

    Ich bin kein Experte, aber trotzdem meine ich, dass Handlungsbedarf besteht. Das siehst Du selbst ja auch so, aber Du darfst nicht in die nächste/n Phase/n abrutschen, meint:
    Transi

  2. Antwort von nach 57 Minuten 0 hilfreich
    Re: Jobkrise...



    Hallo Björn,
    deine Situation ist echt nicht schön (kenn ich selber auch). Du bist beruflich soweit eingebunden, das man das Gefühl hat, man darf nicht fehlen und ohne ein läuft es nicht. Sicher man hat Spaß am Job, aber ist das wirklich alles?? Nein, ohne ein gutes Privatleben (Urlaub gehört dazu) kann man im Job nicht erfolgreich sein. Ich habe das Gefühl, das du nicht energisch genug (bei deinem Chef) warst. Vereinbart einen ganz klaren Termin für den Urlaub. Buche dir auf jedenfall einen Flug (egal wohin, nur weg vom Telefon und vom Betrieb). Dein Chef muß sich klarwerden, das nur ausgeglichene Mitarbeiter das Honorar einfahren können.

    Ich hatte mir seinerzeit einfach mal vor Augen geführt, was passiert wenn du heute krank bist?? Geht dann der Laden pleite?? Wohl kaum, oder? Natürlich ist es ein Problem, wenn nur eine Person den Job machen kann, aber das ist zu ändern!! Ich habe mir dann meine Kollegen herangeholt und die so eingenordet, das ich ohne Probleme meinen Urlaub nehmen konnte und kann. Das ist ein längerer Prozeß und hat sich über ca. 2 Jahre hingezogen. Anfangs habe ich nur mal 2-3 Tage freigemacht, dann immer mehr. Hat bei mir funktioniert.

    Ich kann dir daher nur aus der Erfahrung raten, sorge so schnell wie möglich für eine Veränderung. Die nächste Stufe (Posting Transi..) wartet schon.

    Gruß

    Martin

  3. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Jobkrise...

    Huhu björn,

    meine Vorposter haben Dir ja schon ein paar hilfreiche Tips gegeben un ich wollt nur ein bisserl ergänzen. Denn ich würd mal befürchten, daß Dir ein erneutes Gespräch mit Deinem Scheffe so im Sinn von "das schaff ich nimmer lang - ich muß jetzt mal Urlaub machen" nicht dauerhaft hilft.
    Aber was wäre denn, wenn Du mit einem Plan ankämest. Also Punkte wie: Welche Aufgaben kann ich delegieren? Teilgebiete an den Stellvertreter abgeben? Der Sekretärin mehr Eigenverantung geben? Aufgaben effektiver lösen (nicht so sehr von Dir aus, sondern vom Arbeitsablauf, Hilfsmittel, Zusammenarbeit im Team oder so) Wer kann mich wie entlasten? Wäre ein zusätzlicher Mitarbeiter (freier Mitarbeiter, Student...) möglich?
    Welche Aufgaben sind eigentlich die "Zeitfresser? Kann man vielleicht daran was ändern? Was für Kompromisse lassen sich finden? (Homeoffice, Handy als Bereitschaft am Baggersee...) Denn es geht ja hier wohl nicht um diesen einen zweiwöchigen Urlaub jetzt im Sommer sondern um ne dauerhafte Lösung (eventuell machst Du ja auch viele Überstunden, die Du eigentlich gar nicht machen willst?)
    Alle diese Fragen sind natürlich ins Blaue hinein geraten, da Du nicht schreibst, was genau Du tust. Aber ich denk mal, daß Du die auf Deinen Job und Firma anpassen kannst... Das Schlimme ist, dass ich schon innerlich die Arbeitsweise
    bzw. das Urlaubsverhalten verschiedener Kollegen
    "missbillige",
    *pruuust* das kenn ich ;-) Und dann isses wirklich Zeit was zu tun (ich hab gekündigt in dieser Situation *ggg*)

    Laß Dich nicht unterkriegen! Hier ist erstmal nicht so sehr der Firmenumsatz wichtig sondern Deine Gesundheit!

    P.

  4. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Jobkrise...


    Habe mir Eure Antworten gut durchgelesen und möchte mich bei Euch allen schon mal dafür bedanken. Thx.

    Die Überstunden sind seit einiger Zeit nicht mehr aufgelaufen, im vergangenen Jahr hingegen hatte ich rund 150 Überstunden, überwiegend sind die damals nicht während der regelmäßigen Arbeitszeit ( Mon.-Frei. ) angefallen sondern vielmehr an dazwischen liegenden Samstagen und/oder Sonntagen. Habe sie ausbezahlt bekommen.
    Das schlauchte ganz schön. Die Ursachen waren vielfältig, zum einen habe ich diesen Job jetzt seit etwas mehr als zwei Jahren, zum anderen sind eine Reihe Kollegen damals ausgestiegen und die Arbeit mußte zeitweise mitgestemmt werden, umverteilt und kontrolliert werden... Das alles fiel damals nicht so sehr in´s Gewicht, wenn mich jemand auf meinen "harten Job" ansprach, fühlte ich mich sogar noch geschmeichelt...
    Der Chief liess einem quasi recht viel Spielraum, Urlaub empfand ich noch nicht als nötig usw., leider sieht´s inzwischen etwas anders aus...

    Wie gesagt, besten Dank für´s Erste und ich gebe mal Nachricht, wie es weitergeht.

    Ach ja, bin StFachwirt in einer Steuerkanzlei mit 10 Leuten.

    Grüsse aus dem Norden

    Björn

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!